Senkung Heizenergie




Hallo Mitstreiter!

in einen sich abzeichnenden Grundsatzstreit mit einem Kollegen geht es um die Frage, wieviel Heizenergie kann man durch Dämmung NUR der Außenwände eines Wohnhauses (ohne Dach, Keller, Fenster, normaler Hüllflächenfaktor) prozentual einsparen.
Ich behaupte, mehr wie 30% sind nicht drin, er geht bis 50% und drüber.
Wie ist Eure Meinung bzw. Erfahrung dazu (Befürworter der Verschwörungstheorie der Dämmstoffhersteller ausgenommen)?

Viele Grüße



Das kommt wohl auf der Ursprungszustand an.



Beste Grüße





Hallo Herr Böttcher,
folgende Publikation ist mir kürzlich in die Hände gefallen:

http://bine.info/templ_meta.php/publikationen/projektinfo/518/link=clicked&search_year=2008/

Ich habe sie nur grob überflogen, kann inhaltlich also nichts dazu sagen.

Grüße,

Bernd Kibies



Ich habe



mein denkmalgeschützes Haus das einen ursprünglichen Dämmwert auf der Fassade von ca. 1,8 - 2,6 hatte auf einen Dämmwert von 0,5 verbessert.

Da ich den Energieverbrauch vorher nicht kannte, und wir auch das Heizungsystem umgestellt habe kann ich die Einsparung nicht genau beziffern, aber ich denke 50% und mehr dürften es sein.

Grüße



heizkosteneinsparung durch fassadendämmung ist am objekt erst einzuordnen.



die praktischen erfahrungswerte ergeben wärmeverluste durch die Aussenwand ,man von 30 bis 50 prozentpunkten..... meine erfahrungswerte nach kundenaussagen liegen etwa in der mitte..ich gehe aber mal davon aus, dass in gebieten wie im saarland der einsparwert ein geringerer ist als beispielsweise in rauheren klimazonen wie bei mir im bayerisch-böhmischem grenzgebiet in der oberpfalz......... gruss aus dem schnee



Hallo Herr Böttcher!



Betrachten wir es mal nach den Regeln der Mathematik.
Wenn wir "nur" die Außenwände dämmen Ohne "Dach", Fenster usw.und das Verhalten warmer Luft in betracht ziehen,dann sind 50% ausgeschloßen.Füllen sie mal ne Thermoskanne mit heisem Wasser und lassen sie den Deckel ab.

Gruß Ronny



Heizenergie



Ich danke allen für die Beiträge.
Meine Recherchen ergaben, das der Anteil an den Gesamtwärmeverlusten bei Heizung für die Fasade bei etwa 20-30% liegt.
Das ist jedenfalls die Angabe, die man in verschiedenen Publikationen finden kann.
Von Johann Jäger, Energetische Sanierung im Bestand, Dashöfer- Verlag fand ich z.B. die Senkung des Transmissionswärmeverlustes der Fassade durch energetische Sanierung von 10.000 kWh auf 3.000 kWh für ein EFH.
Das wäre etwa auf ein Drittel. Alles darüber hinaus halte gefühlsmäßig für wirtschaftlich unsinnig.
Nun glaube ich aber nicht, das durch das Bauteil Fassade, das nur bis ca. 30% am Gesamtwärmeverlust beteiligt ist, eine Einsparung von 50% der Heizkosten bzw. der Wärmeverluste erzielt werden können.
Eine Senkung auf ein Drittel wie von Jäger angegeben erscheint mir da schon realistischer. Bezogen auf das Gesamtgebäude wären das Einsparungen von 10% am Gesamtwärmeverlust, die eine energetische Fassadensanierung allein bringen würde.
Das heißt, so eine Sanierung lohnt sich eigentlich nur, wenn die Fassade ohnehin gemacht werden muß.

Genauere statistische Untersuchungen scheint es wohl nicht zu geben, jedenfalls habe ich keine gefunden.

Viele Grüße



Es gibt auch Angaben darüber, dass man 90% Energie eisparen kann



Man muss halt das richtige Gerät auswählen!
Von dieser Firma werden z.Z. Prospekte verteilt und man kann lesen, dass 90% Wärmeverlust durch die Wände verloren geht.



Ach, das Detail dazu fehlt



Leider fehlt das dazugehörige Bild bei dem dazu Angaben gemacht wurden.



Hätte ich das nur früher gewusst............



Ah ja, deswegen ist es bei mir immer so kalt!
Der Hersteller hätte aber mal besser keine Ziegelwand dargestellt.
Grüße,
Bernd Kibies



Moin,



ich denke wir sollten die Wände abschaffen, dann gibts auch keine Energieverluste mehr.............nagut noch 10% da ja 90% über die Wände verlorgen gehen



ich bin dafür...



Hallo Herr Böttcher,

also ich möchte Ihnen da den Rücken stärken, denn ich habe mal einen Fachvortrag gehört, der mich selber verblüfft hat:
Der Energieflussanteil der Außenwände selbst, also ohne Fenster usw. beträgt 11 bis 20 %! Wenn eine Wärmedämmung sagen wir mal den Energieverlust der Wand halbiert, sind das noch max. 10 %. In der Praxis rechnet man mit 7 %!
Also, auch wenn das ein bisschen unglaubwürdig klingt, 30 bis 50 % sind auf alle Fälle total überzogen und können nur aus einem Prospekt der Dämmindustrie stammen.

Beste Grüße



P.S.



Habe ich vergessen:

es gibt auch noch einen Energieeintrag durch Sonnenstrahlen auf der Außenwand von ca. 3 %, der bei einer Dämmung von außen dann auch noch wegfallen würde!

Grüße



3 % energieeintrag durch die tiefstehende wintersonne--riecht kräftig nach FISCHERCHÖREN



wieso dann noch dämmen bei den massigen sonnenstundenim Winter und 3% energierendite!!!!da wird doch der hund in der pfanne verrückt.



Es gibt auch Menschen



bei denen ist nicht angekommen das die Sonne im Winter z.B. auf der freistehenden Südseite auch einen Energieientrag bringt, wenn keine Aussendämmung drauf ist!



NACHTRAG: dann wärs doch am besten,wieder 24er aussenmauern zu bauen,dann kann im winter die tiefstehende sonnenwärme an den wenigen sonnenstunden schnellstens in den innenbereich eindringen und ihn ausreichend erwärmen.





??



...wenn ich 50% mit außendämmung einspare dazu noch 15% durch ne neue heizung plus 7% der Kellerdecke zzgl. 15% Dachdämmung und natürlich noch 12% mit Wärmeschutzverglasung dann brauch ich noch 1% und ich spare 100% Heizenergie... genial.
Scheiß Passivhaus

das Vogtland grüßt





Wenn der Anteil der Wärmeverluste am Heizenergieverbrauch x = 10........60% ist (je nach Flächenanteil der Fassade u.ihrem durchschn. U-Wert und je nach diesen beiden Faktoren bei den anderen teilen der Gebäudehülle und je nach dem Anteil der Lüftungsverluste durch undichte Stellen in der Gebäudehülle)
und wenn der durchschn. U-Wert der Fassade durch eine Dämmmaßnahme auf 1/2 ...1/3 reduziert wird, dann kann der Anteil der Fassade am gesamten Heizenergieverbrauch maximal von 60% auf 1/3* 60% = 20% also um 40% gesenkt werden



wie kann man nur solche berechnungen anstellen,ohne das objekt gar annähernd zu kennen







Nachtrag: je größer der Anteil der Fassade am Gesamtwärmeverlust (Transmission + Lüftung), also je schlechter der Ausgangszustand u. je größer die Fläche desto höher ist die Einsparmöglichkeit durch eine Fassadendämmung. Sie lohnt sich bzgl. der absoluten Einsparung (in kWh-Heizenergie pro Jahr) bei großer Fassadenfläche und hohem U-Wert. Geht es nur darum, den gegebenen jhrl. Heizenergieverbrauch, um einen großen Faktor zu reduzieren (also auf die Hälfte oder noch weniger abzusenken), dann ist dies möglich, wenn die übrigen Tele der Gebäudehülle (Fenster, Dach, Kellerdecke) und deren Luftdichtigkeit tiptop sind. Sind sie genauso schlecht wie die Fassade bringt die Fassadendämmung nicht die große prozentuale Einsparung.
folgende 2 Beispiele für ca 160 m2 Wohnfläche verdeutlichen dies:
Beispiel 1: schlechte Fassade( z.B. 20er Wand) , sehr gute restl. Gebäudehülle : jhrl. Heizölverbrauch für Raumheizung 3.000 l, davon 2.400 l für Wärmeverluste der Fassade. Durch Fassadendämmung Reduzierung auf 1/4 =600 l => Einsparung von 1.800l => Gesamtverbrauch sinkt von 3.000 l auf 1.200 l d.h. es werden 60 % Heizenergie eingespart

Beispiel 2: schlechte Fassade und restl. Gebäudehülle dem entsprechen:jhrl. Heizölverbrauch für Raumheizung 6.000 l, davon 2.400 l für Wärmeverluste der Fassade. Durch Fassadendämmung Reduzierung auf 1/4 =600 l => Einsparung von 1.800l => Gesamtverbrauch sinkt von 6.000 l auf 4.200 l
d.h. es werden nur 30 % Heizenergie eingespart.



Kann so wirklich nicht rechnen.



Es ist wie augu sagt von den Ausgangsbedingungen abhängig.
Ich habe bei mir mit dem Programm Casanova meine Istwerte durchgerechnet. Die Ergebnisse sind im Bild.


Die Theorie sagt also in meiner ungedämmten Bude ca. 290 kWh/m². Aber in der Praxis brauche ich mit Warmwasser nur ca. 180kWh/m² und das ist schon sehr pessimistisch gerechnet. Die Wände bringen also 46% Verlust. Somit sind bei mir nie und nimmer 50% drin.



Wenn ich nun



alle Wände gegen unbeheizte Gebäude oder nach außen auf einen U-Wert von 0,3 (von jetzt ca. 1,5) bringen würde, sieht es dann so aus.

Da liege ich jetzt schon praktisch drunter!

So wer hat sich jetzt für den bedarfsorientierten Energiepass ausgesprochen? Bei mir ist die Theorie bei über 161% der Praxis.

Ist nicht sehr vertrauenserweckend!

Gruß Marko



Fischerchor + Schwarzmaler



Ich halte es da gerne mit dem alten Ossi:

"Man muß das Wahre immer wiederholen,
weil auch der Irrtum um uns her
immer wieder gepredigt wird;
und zwar nicht nur von einzelnen,
sondern von der Masse.
In Zeitungen und Enzyklopädien,
auf Schulen und Universitäten -
überall ist der Irrtum obenauf!
Und es ist ihm wohl und behaglich -
im Gefühl der Majorität,
die auf seiner Seite ist!"

J.W. v Goethe

in diesem Sinne!

Dämmen ist und bleibt Blödsinn!

FK



KURZ UND GUT



der fortgang der wissenschaftlichen entwicklung ist im endeffekt eine ständige flucht vor dem staunen!! .........einstein



Bring nochmal einen Faktor mit rein...



...habe ich eine konventionell beheizte Bude mit Konvektoren, liegt die Oberflächentemperatur der Außenwände niedrig (gestern in einem ungedämmten Fachwerkhaus erlebt, Raumtemperatur normal, Außenwände beim Anfassen zum abgewöhnen und man hat man ein kaltes Genick).
Bei mir sind die Oberflächentemperaturen der Außenwände durch die Außendämmung trotz der nur paar Handvoll Minikonvektoren relativ hoch. Die Wände Strahlen nicht so kalt ab und man dreht nicht so sehr auf.
Ein Effekt, der durch eine Wandheizung etwas unterdrückt wird.
Also spielt aus meiner Sicht natürlich mit rein, wie das Heizsystem aussieht.
Einen Vergleich zu vorher muß ich aber schuldig bleibe, da der Verbrauch vorher nicht mehr vergleichbar ist. Ich habe aber auch nicht nur die Fassade gemacht.

Gruß Patrick.



Komme auch auf <30%



Man kann ja mal rechnen :-):
Berechnung für ungedämmtes freistehendes Haus: Alte Fenster, keine Deckendämmung. Bei U-Wert Wände vorher 2,3 nachher 0,30 = 25%. Das holt man viel preiswerter mit Kesseltausch heraus (der sinnvollerweise mit der Dämmung erfolgen sollte).

Folgerung: entweder "richtig" oder gar nicht.

@Herr Kiebies / Bine-Info: man sieht was man aus einem Altbau alles machen kann. "Gespart" wurde allerdings nicht, auch exorbitant 704 Eur + x / m2 / An - die Sanierungskosten bekommt man in Mietshäusern nie wieder rein / bezahlt (außer Luxuswohnungen).
Interessant ist auch, dass die U-Werte der historischen Fassade unter den EnEV-Werten liegen, und dass die ungedämmte historische Fassade (mit allerdings niedrigem Flächenanteil) das Ergebnis nicht sonderlich verschlechtert. Dass man den Bewohnern eine Zwangsbelüftung angedeihen lassen will halte ich (als Befürworter von KWLs) aber für fragwürdig, ich wüsste nicht, was das einsparen soll.



Bis zu 100% Energiekosten sparen...



Bis zu 100% Energiekosten sparen - es gibt immer was zu tun

Energiespartipps gibt die Baumarktkette Hornbach in Ihrem Werbeheftchen, welches in Berlin verteilt wurde und bis 15.09.2007 in Berlin gültig ist (3003 0807).
Hier sehen Sie im Einzelnen die gigantischen Einsparpotenziale im und am Gebäude.
.

Weiterlesen hier:

http://www.richtigsanieren.de/info/wd/wd30.htm

Viel Vergnügen...
Marita Kerr



@ Marita! Jippijaja jippi jippi je !





Da gibt es



aber schönere Möglichkeiten um 100% Heizenergie zu sparen.

z.B. September bis Mai hier:

http://wikitravel.org/de/Karibik#Klima

Für den Preis einer Komplettsanierung kann man das bestimmt ein paar Jahre durchziehen.:)

Gruß Marko



Theorie... Ich hab Zahlen!



Hab mich heute mit einem Freund unterhalten, der ein mehrstöckiges Bürogebäude sein Eigen nennt und auch darin arbeitet.
Bisher: Heizung lief bei kaltem Wetter auf Hochtouren, zusätzliche Heizlüfter für die Füße machten es erträglich. pro Jahr 7000 Euro Heizkosten (Öl).
Dann: Neue Fenster, Wände mit 14cm EPS gedämmt, Dach gedämmt.
Bei gleicher Heizanlage nur noch 2000 Euro Heizkosten!

So, was der 3 Dinge wieviel bringt sei mal dahin gestellt. Gekostet hat dies auch eine ordentliche Stange Geld, aber der Effekt ist da.
Werd mir den "Luxus", wenn finanziell möglich, auch gönnen.

Blechle