mehr energieverbrauch heizung bei unverputzter Rausteinmauer?

22.02.2013



Wir brauchen enorme Heizkosten um einen 85m2 großen raum nur auf minimalstufe mit einer Wandheizung frostfrei zu heizen (9Grad Innentemperatur). Rausteinmauer außen nicht verputzt.Innen wandheizung und verputzt. nur eine Wand innen auf halber höhe nicht verputzt(8m)
Wenn wir demnächst außen verputzen, würde mich interessieren, um wieviel Pozent wir in etwa die heizkosten senken können.
vielen Dank für Antworten!!!



Die Frage ist so...



... nicht mal ansatzweise beantwortbar.

Input:
- Beschreibung des Wandaufbaus IST
- Beschreibung des Wandaufbaus SOLL
- Beschreibung von weiteren umschließenden Bauteilen (Wände, Decke, Boden, Fenster, Türen) und Nutzung benachbarter Räume (Temperaturen)
- Beschreibung der Wandheizung (belegte Fläche, Rohrdimension, Vorlauftemperatur)
- Raumnutzung
- ...

MfG,
sh



Hier scheint sich zu offenbaren,



dass Wandheizungen ohne Dämmung in Richtung der Kaltseite zu erheblichen, u. U. immensen Wärmeverlusten führen können.

In diesem Zusammenhang sollte man wissen, dass sowohl die Innenwandoberflächen- als auch die Betriebstemperatur für das Maß der rückseitigen Wärmeverluste bestimmend sind.
Je höher die v. g. Temperaturen und je niedriger die Außenlufttemperatur ist, desto höher sind die potentiellen Wärmeverluste durch Transmission.


Der Transmissionswärmeverlust bei einer gegebenen Temperaturdifferenz innen-außen kann für einen Wandaufbau nach der Formel

QT = A • U • ?T

berechnet werden.

Dabei stehen:

QT für den Transmissionswärmeverlust in W
A für die Wandfläche in m²
U für den Wärmedurchgangskoeffizient der Wand (U-Wert) in W/m²•K
?T für die Temperaturdifferenz zwischen Innen- und Außenbereich in K



Im Fall von Wandheizungen ist bei der Berechnung jedoch zu berücksichtigen, dass der Wärmedurchgangskoeffizient U unter besonderen Maßgaben zu ermitteln ist:
Es darf lediglich der Wandaufbau zwischen der Installationsebene, also der Wärmequelle, und der Wandaußenseite in die Berechnung einbezogen werden.
Dies bedeutet, dass mit der Berechnung gewissermaßen im Wandaufbau und nicht wie ansonsten üblich an der Wandinnenseite angesetzt werden muss.
In der Folge ist der raumseitige, innere Wärmeübergangswiderstand zwischen Raumluft und Wandoberfläche, der sogenannte Rsi-Wert, in der Berechnung nicht anzusetzen.
Über diesen Rsi-Wert fließt im Regelfall der Widerstand in die Berechnung ein, der sich der Temperaturübertragung von der Innenluft auf die Wandoberfläche entgegenstellt.


Was bedeutet das in der Praxis?

Betrachten wir als Beispiel mal eine für Wohngebäude aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts typische Außenwand mit folgendem Aufbau:

1,5 cm Kalkinnenputz
12 cm Ziegelvollstein, Rohdichte 2.000 kg/m²
6 cm Luftschicht, ruhend, Wärmestrom horizontal
12 cm Ziegelvollstein, Rohdichte 2.000 kg/m²
2 cm Kalkaußenputz



Ausgehend von einer normalen Konvektionsheizung ergibt sich für diesen Wandaufbau nach der normierten Berechnung ein U-Wert von 1,562 W/m²•K.

Legt man hingegen eine direkt auf den Innenputz montierte Wandheizung zu Grunde, ist der Rsi-Wert nicht in die Berechnung mit einzubeziehen.
Bedingt durch das Entfallen des inneren Wärmeübergangswiderstandes verschlechtert sich der U-Wert der vorhandenen Wandkonstruktion auf 1,960 W/m²•K.

Gleichzeitig ist aber auch noch die den Wärmeverlust beeinflussende Temperaturdifferenz zwischen Innen- und Außenbereich in Ansatz zu bringen.
Die Außentemperatur soll für das Berechnungsmodell einheitlich mit -12 °C zu Grunde gelegt werden.
Im Fall der Konvektionsheizung werden 20 °C Innentemperatur angesetzt, wonach sich eine Temperaturdifferenz ?T von 32 K ergibt.
Für die Wandheizungsvariante wird eine mittlere Wassertemperatur von 35 °C angenommen. Die Temperaturdifferenz ?T beträgt somit 47 K.

Danach errechnen sich folgende Transmissionswärmeverluste pro m² Wandfläche bei den vorgegebenen Temperaturdifferenzen:

QT = 49,98 W für die Konvektionsheizungsvariante
QT = 92,12 W für die Wandheizungsvariante

Gegenüber der Konvektionsheizung würde eine Wandheizung auf der Innenseite der Außenwand unter den vorangehend beschriebenen Randbedingungen etwa 84 % mehr Wärmeverlust zur Folge haben.

Um dies zu verhindern, d. h. wenigstens auf einen mit der Konvektionsheizungsvariante vergleichbaren Wärmeverlust zu kommen, müsste eine Dämmung der Außenwand vorgesehen werden.
Die Dämmung könnte prinzipiell hinter der Wandheizungs-Installationsebene angeordnet, ggf. als nachträgliche Kerndämmung eingeblasen oder als Außendämmung, z. B. in Form eines Wärmedämmverbundsystems oder einer gedämmten, hinterlüfteten Vorsatzschale, aufgebracht werden.
Da im Regelfall die Wandheizung nicht träge sein soll, empfiehlt es sich, die Dämmung vorzugsweise direkt hinter der Wandheizungsebene anzuordnen.

Um bei dem v. g. Wandaufbau zu bleiben, müsste mit der Dämmung mindestens ein U-Wert von 1,06 W/m²•K erreicht werden, um eine energetische Verschlechterung vermeiden zu können.

Hierzu einige Beispiele:

0,990 W/m²•K mit einer 20 mm starken Holzfaserdämmplatte der WLG 040
0,990 W/m²•K mit einer 30 mm starken Calciumsilikatplatte der WLG 060
0,965 W/m²•K mit einer 50 mm starken Heraklith-Platte des Typs BM (WLG 095)

Damit würde man energetisch aber nur den Status quo beibehalten können und noch keine Verbesserung erzielen.
Eine Verbesserung ist aber in genau diesem Fall nach der EnEV gefordert.
Sobald nämlich Dämmschichten eingebaut werden, gilt als Höchstwert des Wärmedurchgangskoeffizienten (Umax) 0,24 W/m²•K.

Dies bedeutet, dass über die Dämmung zur Erhaltung des energetischen Status quo hinaus noch zusätzlich zu dämmen ist.
Um bei den vorherigen Dämmvarianten zu bleiben, bedeutet dies im Einzelnen die Realisierung folgender U-Werte und Gesamtdämmstärken:

0,235 W/m²•K mit 150 mm starker Dämmung aus Holzfaserdämmplatten der WLG 040
0,235 W/m²•K mit 225 mm starker Dämmung aus Calciumsilikatplatten der WLG 060
0,237 W/m²•K mit 335 mm starker Dämmung aus Heraklith-Platten des Typs BM (WLG 095)

Allen Innendämmungen ist nun aber gemein, dass der Taupunkt in der Außenwand weiter nach innen verlagert wird, was wiederum erhebliche Auswirkungen und Folgen haben kann.
So kann davon ausgegangen werden, dass bei allen drei o. g. Dämmungen Tauwassermengen ausfallen, die bauschädlich sein können.
Dem könnte nur durch den Einbau raumseitiger Dampfbremsen, u. U. sogar Dampfsperren entgegengewirkt werden.
Doch spätestens in diesem Zusammenhang stellen sich einige entscheidende Fragen:

1. An welchen Stellen fällt Tauwasser aus?
2. Ist die Tauwassermenge tolerierbar?
3. Auf welcher Ebene im Wandaufbau ist eine Dampfbremse / Dampfsperre einzuziehen?
4. Wie ist die Dampfbremse / Dampfsperre auszulegen?
5. Wie verhält sich der Wandaufbau in der Nichtheizperiode, d. h. bei Umkehrung des Diffusionsstromes?



Hierzu ist zu sagen, dass eine verlässliche Berechnung gem. DIN 4108 und DIN EN ISO 6946 zur Festlegung eines bauphysikalisch einwandfreien Wandaufbaus unter den besonderen Randbedingungen von Wandheizungen jedoch nicht möglich ist. - Dies wurde uns auf Anfrage von einem der führenden einschlägigen Software-Unternehmen bestätigt.
Der Grund hierfür liegt schlicht und ergreifend in der systemimmanenten Tatsache, dass die Innenwandoberfläche in der Heizperiode wärmer ist als die Raumluft. Rechnerisch lässt sich dies unter den normierten Randbedingungen nicht erfassen bzw. darstellen. Auch lässt es das normierte Berechnungsverfahren nicht zu, eine Wärmequelle in den Wandaufbau zu legen.
Im Fall des Einbaus von Wandheizungen sind folglich besondere bauphysikalische Analysen durchzuführen, bzw. muss auf nicht normierte methodische Berechnungsansätze zurückgegriffen werden.

Ob dies im Einzelfall immer erfolgt bzw. gelingt, ist zu bezweifeln. Insoweit besteht ein nicht zu unterschätzendes Konflikt- bzw. Bauschadenpotential.

Bauherren, die sich mit dem Gedanken tragen, eine Wandheizung einzubauen, kann somit nur dringend geraten werden, die Planung und Ausführung in professionelle und verlässliche Hände zu geben und alle Parameter akribisch abzuklären.

Quelle: http://www.meisinger-ingenieurleistungen.de/index.php/bauberatung/88-wandheizung-bauphysikalische-besonderheiten


Aus den v. g. Gründen, stehen wir Wandheizungen auf alten, von einem geringen Wärmedurchlasswiderstand charakterisierten Wänden recht skeptisch gegenüber. In derartigen Fällen setzen wir vielmehr auf Heizleisten.


i. V. Dirk Meisinger



Wandheizung und hoher Energieverbrauch



@ Fragestellerin
Wie Sebastian Hausleithner schon schrieb, wir brauchen mehr Input um die Frage seriös zu beantworten.
@ Dirk Meisinger
Es ist schon erstaunlich, dass Sie aufgrund der spärlichen Info eine Prognose wagen.
Es sind Ihre alten – falschen – Thesen die wir schon in einem älteren Thread behandelt haben.
Aus der vereinbarten E-Mail-Diskussion ist ja leider nichts geworden.
Sie haben mir Ihre – auch in diesem Thread vertretene – Version gemailt.
Meine Erwiderung wurde bis heute nicht beantwortet.
Sie präferieren die Heizleiste. Es gibt unbestritten Einsatzbereiche dafür. Aber es ist eine Konvektionsheizung und sie ist nicht sparsam im Verbrauch. Möglicherweise kann jemand, der sich den Luxus erlaubt, mit Strom zu heizen, das ignorieren.
@ alle
Die Heizlast und damit der Energieverbrauch hängt von der Gebäudestruktur und auch vom Nutzerverhalten ab.
Also Planen und den Plan entsprechen umsetzen, dann erzielt man auch das gewünschte Ergebnis.
SG



zusätzliche Angaben



Raum: 11 x 8 m
wandaufbau: Rausteinmauer 60cm.
Kupferröhrchen halbhoch verlegt in schleifen.
Darüber Putzschicht aus Kalkputz rygoll ca 5cm gesamt
Innen 8m nur halbe Höhe Mauer verputzt, rest gesamt
Aussen nicht verputzt. 3 aussenwände (11m, 8m, 8m)
1 Innenwand (11m) dahinter liegt eine beheizte Wohnung, jedoch nur minimal beheizt ein anliegender Raum ca 10 Grad ein anliegender Raum 17 Grad
Aussen soll laut hausbesitzer normal verputzt werden ohne dämmung.

Die Wandheizung ist ein Kreislauf der auch in der gesamten anliegenden Wohnung verlegt ist, in der Wohnung (100m2) sind nur 2 Räume mit der wandheizung beheizt auf 18 Grad, der Rest mit Holzöfen), alles andere auf frost gedreht wegen der enormen Kosten .
Die Wohnung ist innen verputzt und aussen zum Großteil.
Wir hatten trotz der geringen beheizten fäche 27 m2 auf 18 grad , der gesamte rest auf frost(158 m2) Heizkosten von im Vergleich 400l Öl im Monat ( wir heizen mit Gas)



Energieverbrauch



Hi Christina,
die Angaben sind immer noch dürftig.
Aber über den ganz dicken Daumen liegt der Verbrauch nicht ganz daneben.
Um es genauer zu sagen, brauche ich folgende Angaben:
1. Baujahr des Hauses
2. Anzahl Vollgeschosse
3. beheizte Wohnfläche
4. Wohneinheiten
5. Raumhöhe
6. direkt anschließende Nachbargebäude oder freistehend
7. Grundrissform
8. Dach
9. Keller
10. Fenster
11. Baujahr der Heizung
12. WW-Versorgung
Dann habe ich noch Fragen zur Wandheizung:
13. Wie dick sind die Kupferrohre?
14. Wie groß ist die belegte Wandfläche?
15. Wieviele Kreise sind das? (Kann man am Verteiler zählen; jeder Kreis hat zwei Anschlüsse – einen vorne, einen hinten)
Mit diesen Daten lässt sich dann etwas anfangen und ich kann die Eingangsfrage beantworten.
Bis dann
SG



@ Hans-Paul Esztermann



Ich darf Sie höflich darauf hinweisen, dass die seinerzeit angelaufene Diskussion per E-Mail "im Sande verlaufen" ist, nachdem Sie auf meine letzte E-Mail vom 13.01.2013 - 19:58 nicht weiter reagiert haben.

Insoweit möchte ich den Inhalt dieser v. g. Mail hier im Original-Wortlaut wiedergeben:


"Sehr geehrter Herr Esztermann,

erst einmal vielen Dank für Ihre Nachricht.


Zu einigen Passagen Ihres Vortrages möchte ich allerdings doch noch kurz Stellung nehmen, da ich sie entweder für nicht zutreffend halte oder sie relativieren kann:


1. zu

"Würde Ihre Darstellung mit einer (fast) Verdopplung der Heizlast bei Wandheizung vs. anderen HF zutreffen, hieße das ja auch eine Verdopplung des Energiebedarfs."


a) Da bei wandintegrierten Heizungen die Wärmeübertragung in Richtung der Kaltseite direkt aus dem festen Medium der Installationsebene (sprich Rohr) auf ein angrenzendes festes Medium (sprich Mörtel oder Stein) stattfindet und insoweit kein Widerstand wie bei der Übertragung von einem gasförmigen auf ein festes Medium überwunden werden muss, ist bei der U-Wert-Berechnung kein Rsi-Wert anzusetzen bzw. dieser bei der Berechnung mit Null einzugeben. Folglich wird der U-Wert des Wandaufbaus größer.

b) Weil die Temperatur der Wandheizungsebene immer höher ist als die der Raumluft, wird folglich auch der Transmissionswärmeverlust nach außen größer, denn dieser berechnet sich nun mal bei Wandheizungen wie folgt:
Transmissionswärmeverlust = Wandfläche x U-Wert Wandheizung - Außenoberfläche x Temperaturdifferenz zwischen wärmster Wandschicht und Außenbereich).

Folglich werden die Transmissionsverluste bei Wandheizungen ohne zusätzliche Dämmung zwischen Installationsebene und Kaltseite immer höher sein, als bei anderen Heizungssystemen (siehe auch Beispiel in unserem Bauberatungsbeitrag http://www.meisinger-ingenieurleistungen.de/index.php/bauberatung/88-wandheizung-bauphysikalische-besonderheiten).

Die "herkömmliche" Berechnung der U-Werte kommt auschließlich bei Hüllflächen ohne Wandheizungselemente wie z. B. Fenstern und Türen, Decken und Dächern usw. in Betracht, wobei dann die tatsächlichen Raumlufttperaturen anzusetzen sind. Diese spielen natürlich auch bei der Ermittlung der Lüftungsverluste die entscheidende Rolle.

Insoweit ist m. E. eine differenzierte Herangehensweise bei der Berechnung der Transmissions- und Lüftungsverluste und folglich auch der Heizlast unbedingt erforderlich, sofern man realitätsnahe Ergebnisse erzielen will.

Diese "Problematik" ist im Übrigen nicht neu bzw. von uns an den Haaren herbei gezogen, sondern bereits seit vielen Jahren ein Thema (siehe hier: http://www.ikz.de/1996-2005/1997/09/9709051.php).



2. zu

"Aber die HL ist keine Strahlungsheizung, sondern eine Konvektionsheizung."

Dem muss ich vehement widersprechen! - Es mag zwar sein, dass Heizleisten auch einen geringen Anteil an Konvektion haben, aber dieser ist im Verhältnis zum Strahlungsanteil so gering, dass Heizleisten (sofern sie richtig gebaut sind!) auf jeden Fall zu den Strahlungsheizungen zählen.
Im Übrigen: Bei den jüngst bei uns im Büro durchgeführten Messungen wurden direkt am Auslass der Heizleisten und im unmittelbar darüber liegenden Wandoberflächenbereich Luftströmungsgeschwindigkeiten im Bereich zwischen 0,03 und 0,05 m/sec gemessen. Wenige Zentimeter vor dem Heizleistenauslass und vor der Wandoberfläche wurden hingegen keine nennenswerten Luftströmungen festgestellt, was m. E. die "Luftschleiertheorie" bestätigt.



3. zu:

"Und das funktioniert nur bei relativ hohen Temperaturen; bei einer Vt oder ?m = 45 °C (je nach Hersteller, soweit sie technische Daten im Netz angeben; außerdem ist zur Beurteilung auch die Rt wichtig; die aber offensichtlich nicht publiziert wird) liegt die Heizleistung bei ˜ 90 W/m."

Auch dies kann und will ich so nicht stehen lassen.
Wir fahren unsere Heizleisten witterungsabhängig teilweise mit Vorlauftemperaturen von deutlich unter 40 °C bis maximal 60 °C.
Die Leistungsdaten unserer Heizleisten sind folgende:

30 °C = 58 W/m
35 °C = 87 W/m
40 °C = 116 W/m
45 °C = 174 W/m
50 °C = 232 W/m
55 °C = 290 W/m
60 °C = 348 W/m



Viele Grüße

i. V.

Dirk Meisinger"



@ Frau Christina Meier



Um den Energieverbrauch auf ein vertretbares Maß zu senken, werden Sie, wenn denn die Wandheizung weiter in Betrieb bleiben soll, um eine den Vorgaben der EnEv genügende Außendämmung der Wände nicht herum kommen.

Die Möglichkeiten hierzu (Wärmedämmverbundsystem oder gedämmte, hinterlüftete Vorhangfassade) sollten Sie mit einem in dererlei Dingen versierten und erfahrenen Planer (Architekt oder Bauingenieur) erörtern und sich von diesem eine Planung erstellen lassen. Wichtig wäre darüber hinaus auch eine Überwachung der Ausführung.

i. V. Dirk Meisinger



@ Ing.-Büro Meisinger



Hallo Herr Meisinger,
am 11.01.13, 17:57 habe ich eine Mail von Ihnen erhalten.
Um 21:03 habe ich den Eingang bestätigt und am 13.01.13, 17:12 habe ich dazu Stellung genommen.
Ihre hier wiedergegebene Mail sehe ich heute das erste Mal; sie ist nicht bei mir angekommen. Ich habe gerade noch einmal nachgesehen, ob ich Ihre Mail übersehen habe, das ist nicht der Fall.
Ich werde dazu in den nächsten Tagen per Mail Stellung nehmen.
Jetzt nur ganz kurz: 60°C ist eine hohe Temperatur und die Leistungsangabe benötigt zwingend die mittlere Heizwassertemperatur und die Spreizung.
SG
Hans-Paul Esztermann



Hier fehlt die Dämmung!



Der Putz wird die Komnstruktion möglicherweise winddichter machen, ersetzt aber nicht die Dämmung.

Mit welcher Vorlauftemperatur wird die Wandheizung angesteuert?

Darf man fragen wer die Heizung dimensioniert hat?

@ Herr Meisinger: Wer bei Innendämmungen mit kapilar leitfähigen, diffusionfähigen Materialien in Kombination mit einer Wandheizung von schädlichem Tauwasserausfall spricht hat das Prizip nicht verstanden.

Die durch mödlichen Schlagregen anfallenden Wassermengen können um den Faktor 100 größer sein als der mögliche Tauwasserausfall.
Hier reden wir über max. 1000-200 g / Monat.
Und was passiert mit deisem Wasser bei einem offenen Aufbau auf dem innenseitig ein warmes trockenes Material wie Kalk- oder Lehmputz aufbracht ist?

Durch den Diffusionsausgleich wird das Wasser nach vorne transportiert und trocknet ab, ganz einfach!

Grüße aus Koblenz



Taupunkt, Rücktrocknungspotential und Trocknungsbremsen



Hier kann ich nur Gerd Meurer recht geben.

Bei dieser Wand ist die Schlagregenbelastung mit Sicherheit ein Faktor den man nicht unter den Tisch kehren sollte.
Feuchtigkeit dringt über Fugen und Stein ein und durchfeuchtet die Wand. Somit ist die Wandheizung (je nach Durchfeuchtungszustand) im derzeitigen Zustand vermutlich mehr damit beschäftigt die Wand zu trocknen, als die Wandoberfläche auf ein vernünftiges Niveau zu bringen. Denn alles was feucht ist, ist nicht in der Lage Wärme zu speichern. Da hier, so wie es aus sieht weder Dämmung noch Feuchtigkeitsausgleichsschicht vorhanden ist,liegt diese Vermutung sehr Nahe. Ein Aussenputz oder eine Vorgehängte Fassade bringen den Schlagregenschutz und bringt mit Sicherheit eine Verbesserung, wieviel kann ich leider nicht sagen, da ich den Bau nicht kenne.

Sicherlich sollte bei einer Wandheizung auf eine dementsprechende Dämmung nicht verzichtet werden, aber genauso wenig auf eine Feuchtigkeitsausgleichsschicht in Form z.B. von Luftkalk.
Diese Ausgleichsschicht bringt zwei Vorteile, einmal wird die anfallende Feuchtigkeit gepuffert und sie ist zugleich Luftdichtungsebene. Alledings setzt dies voraus, dass die Ausführungen, sauber und Gewissenhaft gemacht werden.
Genauso sollte das Hauptaugenmerk auf den Wärmebrücken liegen.

Innendämmung:
Weil eine Innendämmung nach Glaser nicht berechenbar ist, heisst das noch lange nicht, dass diese nicht funktionieren kann.
(in der DIN 4108-3 ist das Thema Innendämmung verankert)
Werden ein paar wichtige Punkte beachtet funktioniert eien Innendämmung Tadellos.

Hier wurden ein paar Dinge angesprochen, auf die man etwas näher eingehen sollte.

Dampfbremse/sperre
bei einer Innendämmung sollte auf Trocknungsbremsen/sperren gänzlich verzichtet werden. Da diese das Rücktrocknungspotential nach innen im Sommer wie im Winter verhindern und somit das Bauschadenspotential erhöhen.

Wärmestrom
Warm geht immer nach kalt, das ist und bleibt ein physikalisches Gesetz. Wir gehen immer vom Normklima aus, welches besagt, innen 20°C aussen -10°C somit ist das Temparaturgefälle in der Norm von innen nach außen. Was aber wenn sich selbst im Winter das Temparaturgefälle umkehrt? Es ist durchaus möglich, dass die Oberflächentemparatur der Aussenwand, selbst im Winter bei minusgraden, aussen höher sein kann als innen, was dann? Hier verlegt sich das Temparaturgefälle von aussen nach innen, was dann?
Was wenn sich der Wärmstrom umkehrt? Die Folge davon ist rein Feuchtetechnisch gesehen, dass die Feuchtigkeit und Wärme in diesem Moment nach innen drückt und nicht unbedingt nach aussen.
Bei der ganzen einseitigen U-Wert Betrachtung sollten auch Wärmestrom und Wärmespeicherung mit betrachtet werden.

Anforderungen an EneV und deren Einhaltung
Sicherlich sollte die Fassade evtl. dementsprechend gedämmt und nach §11 darf der Mindestwärmeschutz nicht unterschritten werden.
Aber hier besteht das Problem, dass technisch fast alles möglich ist!
Aber dabei wird sehr oft der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit durchbrochen.
Es soll doch im ganzen nicht darum gehen, was grundsätzlich technisch möglich ist, sondern was unter Einhaltung der Wirtschaftlichkeit technisch möglich ist.
Daher sehe ich in Anbetracht der wenigen Informationen die Möglichkeit der Befreiung nach §24.
Allerdings sei gesagt nicht unter vorheriger Prüfung der tatsächlichen Gegebebenheiten.

Die Anmerkung zum zweischaligen Mauerwerk, kann m.E. hier nicht zum Ansatz gebracht werden, da es sich hier um zwei verschiedene Ausgangsvoraussetzungen handelt.
Zweischaliges Mauerwerk kann hier deshalb nicht zum Ansatz gebracht werden, da es sich hier um eine einschalige Konstruktion handelt, nicht um eine zweischalige, anders wäre der Ansatz mit einer Wanddämmung.


Grüsse Thomas



Leute...



lest doch mal...

"Aussen soll laut hausbesitzer normal verputzt werden ohne dämmung."
Die Frage kommt ergo vom Mieter/Mieterin...
Vom Vermieter ist der Wohnraum so zur Verfügung zu stellen, dass im Wohnbereich 20° erreicht werden können, die Betriebskosten trägt der Mieter.

Das angedachte Zugeschmiere des Mauerwerks von außen wird den Energieverbrauch nicht nennenswert senken. Weitere bauliche/technische Maßnahmen liegen nicht in der Hand des Mieters. Ist es gar nicht möglich, den Wohnraum auf erträgliche Temperaturen zu bringen und zu halten und der Vermieter mag oder kann nicht mitziehen, liegt Streit in der Luft...

MfG,
sh



Leute lest doch mal



Ob die Aussage vom Mieter/in kommt ist doch vollkommen egal.
Fakt ist, wenn sich die Maßnahme nicht lt. EneV rechnet sind alle gleich! Und wer sagt, dass sich diese Maßnahme sich nicht positiv auswirkt?
Definitive Aussagen können erst nach einer Vor Ort Beratung getroffen werden.

Grüsse Thomas



Wen willst Du denn...



... beraten? Den Eigentümer/Vermieter? Der hat doch gar keine Frage gestellt... Die Mieterin, die dann erfährt, dass das Objekt energetisch Klasse ganzweitunten hat, und sich dafür auch nix kaufen kann?...

Das einzige was die Mieterin in Bezug auf die EnEV interessieren sollte, wäre §16 Abs. 2

MfG,
sh



Nur um mal aufzuzeigen ...



.. in welcher Größenordnung sich der Wärmeverlust bei einer ungedämmten Natursteinwand abspielen kann:

angenommene Parameter:

Sandsteinmauerwerk, 60 cm stark, 2,3 W/mK
Rsi = 0
U-Wert = 3,324 W/m²K
Wandheizungs-Wassertemperatur = 35 °C
Außenluft-Temperatur = -12 °C

daraus folgt:

Transmissionswärmeverlust QT = 3,324 x 47 = 156,23 W/m²


weiterhin angesetzt:

Außenwandlänge = 11 m + 8 m + 8 m = 27 m
Außenwandhöhe = 2,3 m
Außenwandfläche = 62,10 m²

daraus folgt:

Transmissionswärmeverlust QT ges = 62,10 m² x 156,23 W/m² = 9.701,88 W


i. V. Dirk Meisinger



wen will man beraten?



Danke für das Gespräch, vor der EneV sind alle gleich.....
Sollten Fakten die in der EneV stehen von Fachleuten für Mieter plötzlich verändert werden?
Wenn hier etwas bezüglich dem Energieausweis etwas nicht stimmt, ist das beim Vermieter anzuzeigen und wenn nötig beim Rechtsanwalt einzuklagen. Dies kommt aber nur in Frage, wenn der Enegiepass demensprechend schlecht ausfällt oder vorsätzlich falsch ausgestellt wurde.
Leider steht hier nix von einem Energieausweis, es sei denn ich habe das überlesen.

Ich will hier nicht unken, aber rechtliche Fragen sind hier irrelevant.

Grüsse Thomas



Schöne und exakte Rechnerei...



... , ist aber, und ich kritisiere es abermals, ohne Bezug auf die Ausgangsfrage...

Zum Einen ist die Wand nur halb mit Wandheizung belegt, zum Anderen hilft auch das nicht der Fragestellerin weiter, die sich wahrscheinlich völlig verschreckt unter einem warmen Federbett versteckt.

Bevor das hier endgültig zum akademischen Zahlenspiel ausartet, die Antwort auf die Ausgangsfrage:

Das "einfach nur" Verputzen der Wand wird sich nur marginal positiv auf den Heizenergieverbrauch auswirken.

Punkt.

MfG,
sh



Außenwand



Rein rechnerisch machen die paar cm Putz natürlich so gut wie keinen Unterschied. In der Realität kann das schon spürbar werden, das hängt allerdings von den konkreten klimatischen Bedingungen ab. Wenn das Häuschen irgendwo in einer rauhen Gegend am Berg steht wo immer der Wind pfeift macht eine verputzte Fassade schon etwas aus. Die größere Oberfläche einer unverputzten Bruchsteinwand mit tiefen Fugen wirkt in einem kalten Wintersturm wie eine überdimensionale Kühlrippe.

Viele Grüße



weitere angaben und noch eine frage



Habe die Angaben, die ich weiß jeweils dazugefügt.
Tatsächlich bin ich Mieterin und weiß nicht alles
1. Baujahr des Hauses: 1855
2. Anzahl Vollgeschosse Wohnung und 85 m2 Raum ebenerdig mit der verlegten wandheizung, darüber kalter, nicht eingeschalter Dachboden, zischenboden mit Dämmung aus 20cm Schüttung
3. beheizte Wohnfläche: 105 m2 wovon nur 27m2 mit der Wandheizung auf 18 Grad geheizt werden, rest auf frost gestellt, zusätzliche Holzöfen, dieser Teil ist mit Reichsformat gebaut,der 85m2 Raum nur mit Wandheizung auf Frost und mit rausteinmauern
4. Wohneinheiten
5. Raumhöhe: 2,40m
6. direkt anschließende Nachbargebäude oder freistehend: freistehend
7. Grundrissform
8. Dach
9. Keller: kein Keller
10. Fenster: neue Kunststoffenster
11. Baujahr der Heizung: 2011
12. WW-Versorgung: über den Gasbrenner
Dann habe ich noch Fragen zur Wandheizung:
13. Wie dick sind die Kupferrohre? weiß ich nicht
14. Wie groß ist die belegte Wandfläche? jeweils die Aussenwände Schleifen bis fenster und über fenster
15. Wieviele Kreise sind das? hmmm Regler in jedem Zimmer im 85m2 raum 3 regler, insgesamt ein heizkreis
Hoffe Sie können jetzt mehr damit anfangen
Ich kann dem vermieter nichts vorschreiben, mich interessiert vor allem, ob der Verbrauch gerechtfertigt ist, ob der Verbrauch evtl nächsten winter runtergeht, da das Haus vorher lange Zeit leer gestanden ist und vor Bezug saniert worden ist: Putz innen runter, neue Fenster, neue Böden, Schotteraufbau
wie ist es zusehen, daß die heizungsrohre zuerst durch den auf frost eingestellten 85 m2 raum geht (ca. 8m Wandlänge), dann durch ein auf frost gestelltes Zimmer, wo sich aber ein Holzofen befindet, dann das eine auf 18 grad beheizte zimmer, dann zimmer auf frost mit holzofen, dann das zweite auf 18 grad beheizte zimmer.
würde es sinn machen, lieber eher gleichmäßig zu regulieren? also zB alle zimmer auf eins? wäre das effizienter?
geplant ist jetzt auch für den großen raum 85m2 ein zusätzlicher Holzofen? der wenigstens auf 12 Grad aufheizt?
wird das viel einsparen????

Achja und für die unterschiedlichen Dämmungsansichten. das Haus wird keinesfalls gedämmt werden, so viel ist klar.

Vielen Dank und ich hoffe ihr könnt mir jetzt genaueres sagen



So...



... jetzt noch Datum des Einzugs mit Gaszählerstand und aktueller Gaszählerstand und die Info ob WW auch über Gas gemacht wird und für wieviele Personen.
Und die ungefähre Region, in der die Wohnung wohnt...

MfG,
sh



Energieausweis



Existiert denn ein Energieausweis?
Wenn ja haben Sie diesen?
Im Energieausweis steht der errechnete Energiebedarf, den kann man ,sofern er stimmt, als Grundlage für den bisherigen Verbrauch ansetzen und mit dem tatsächlichen Verbrauch vergleichen.

Bevor wir hier jetzt weiter auf der Enev herumreiten und spekulieren, wäre es wichtig zu wissen was der Eigentümer in Auftrag gegeben hat.

Die EneV ermöglich durchaus ein Abweichen von den bauteilbezogenen U-Werten, wenn beim sanierten Gebäude nachgewiesen wird, dass der Primärenergiebedarf und der Wärmeschutz der Gebäudehülle den Anforderungen für neue Gebäude um nicht mehr als 40% überschreitet.

Was den Verbrauch anbelangt,
hier kommt es darauf an, welchen Verbrauch man senken will?
Unterm Strich wird der Heizenergiebedarf nicht gross sinken.
Die Kosten für Heizmaterial werden nur verlagert.
Sie heizen mit Gas und Holz was Sie an Gas einsparen brauchen Sie an Holz wiederum mehr.

Ein gleichmäßiges temperieren der Wandheizung in allen Räumen ist sicherlich eine gute Lösung, aber wie sich der Verbrauch dann verändert lässt sich nicht genau sagen.
Der Außenputz wird mit Sicherheit eine Verbesserung bringen aber wieviel kann man nicht in zuverlässige Zahlen fassen.

Grüsse Thomas



Heizkosten bei Wandheizung



Hi Christina,
ich habe nach Ihren Angaben einen Bedarf von etwa 240 kWh/m2a ermittelt.
Das sind rund 1500€ im Jahr für 105 m2.
Sie brauchen etwa 4000kWh/Monat (˜240€); das liegt deutlich außerhalb. Aufgrund der Angaben ist eine genauere Einschätzung nicht möglich.
Die Wandheizung scheint nicht in Ordnung zu sein.
Ein Heizkreis sollte 10 m2 Wandfläche nicht überschreiten.
Und in diesen 10 m2 sollten mindestens 70, besser 100 m Rohr verbaut sein.
Die durch ungedämmte Heizungsrohre entstehenden Wärmeverluste kommen dem Raum, durch den sie führen, zu gute. Wenn dieser Raum nur frostfrei gehalten werden muss, ist das u.U. ok.
Eine Verbesserung ist nur durch eine Außendämmung möglich; das gilt grundsätzlich für alle Heizungssysteme.
Der gelante Außenputz wird die Situation – wenn überhaupt – nur marginal ändern.
Eine Wandheizung sollte grundsätzlich auf einer Innendämmung installiert werden.
Fazit: Da Sie Mieterin und nicht Eigentümerin sind, müssen Sie entweder mit den hohen Heizkosten leben, den HE überzeugen etwas zu tun oder sich eine andere Bleibe suchen.
Was sagt denn der Energiepass? Oder haben Sie keinen?