Ausbau Zimmer 2004 und 2010

29.04.2010



Hallo zusammen,
in den nächsten Wochen plane ich den Ausbau eines weiteren Zimmers meiner EG-Wohnung in unserem Fachwerkhaus.
Den letzen Ausbau hatte ich in 2004 (ca. 30m²) vorgenommen. Der Neuausbau liegt genau nebenan, grenzt also an den Ausbau von 2004 an
Ich plane ein Kinderzimmer ca. 13m², kleine Toilette und einen kleinen Gang als Zugang zu den Räumen. Alles zusammen ca. 20m².
2004 habe ich von innen größtenteils mit Isover Estrichdämmplatten EP1, Trennwandplatten EP1und Rockwoll Sonorock isoliert. Im Bereich des Betonsockels zum Garten und Terrasse hin unten mit Polystyrol Hartschaumplatten und Rigips. Den kpl. Wandaufbau siehe pdf-Dateien. Ich hoffe nicht zu verwirrend.
Bis jetzt sind keine Schäden und Feuchtigkeitsprobleme feststellbar. Habe letzte Woche mal die Sockelleisten innen zur Außenwand entfernt. Nur in der Ecke unten (Garten zur Terasse Nord-Ost Ausrichtung ) wo nie die Sonne hinscheint (ca. 0,5m² Wandfläche) ist die Innenwand unten, unter der Sockelleiste in sehr kleinem Bereich etwas kalt (ich vermute eine Kältebrücke zum Betonsockel) und leicht oberflächenfeucht, jedoch kein Tauwasserausfall vorhanden soweit ich das feststellen konnte. Holzboden alles in Ordnung. Kein muffiger Geruch feststellbar. Der letzte strenge Winter ist ja noch nicht lange her. Unbedenklich ? Was meint Ihr dazu ? Innenisolierung kpl. entfernen und neu aufbauen ? Oder langfristig beobachten ob sich etwas ändert ?

In den letzten Wochen habe ich mich mehr mit der Isolationsproblematik in Fachwerkhäusern befasst. Habe auch diverse Berechnungen (Glaser Diagramm) bezüglich Tauwasserausfall und Gefrierpunk durchgeführt. Möchte mich jedoch nicht nur auf rechnerische Werte verlassen. Ein Fachwerkhaus ist einfach zu komplex. Fachrat ist immer willkommen.
Da im Zuge der Ausbauerweiterung ca. die Hälfte der Aussenwand auch neu verputzt werden muss, habe ich auch mal überlegt die Außenwand zum Garten (Ost-Westausrichtung) von außen mit Holzfaserdämmplatten (8 cm dick) zu Isolieren um den theoretischen Taupunkt zurück in die Außenisolierung zu legen. Diese Seite wäre ohne Hindernisse gut von außen zu Isolieren. Die Nord-Ost Seite (ca. 10 m² reine Wandfläche) zur Terrasse hingegen wäre mit großem Aufwand verbunden (Balkonanbau oben, Regenrinnen umlegen, Blechverwahrungen ändern). Diese Seite ist auch von der Ausbauerweiterung nicht betroffen. Folglich möchte ich da auch nicht unbedingt etwas ändern (momentan ca. 2-2,5cm HWL-Platte und Putz)

Letztlich habe ich mich auch kurz mit einem Fachexperten unterhalten.
Er rät mir möglichst nur biologische Produkt in Zukunft einzusetzen.
Er hat mir geraten nur von innen ohne Dampfsperre zu isolieren und zwar mit Kalkputz und Kalziumsilikatplatten. Er hat mir auch den Rat gegeben von außen nicht zu Isolieren auch nicht mit Holzfaserdämmplatten. Das Fachwerk sollte nach Außen ungehindert austrocknen können. Jede zusätzlich von Außen aufgebrachte Isolierung sei sie auch noch so diffusionsoffen würde dieses behindern. Was meint Ihr dazu ?
Ich habe im Forum auch mal gelesen Lehmputz – Schilfplatten – Lehmputz einzusetzen. Soll günstiger sein als oben genannte Variante mit Kalziumsilikatplatten.
Wäre auch der Einsatz von Holzweichfaserplatten bzw. Lehmbauplatten und Lehm bzw. Kalkputz auf einer Holztragkonstruktion vorstellbar ?
Handwerklich bin ich nicht ganz unbegabt. D.h. Trägerkonstruktionen zur Plattenaufnahme kann ich selbst planen u. montieren. Nur für feinere bzw. schwierigere Putzarbeiten benötige ich fremde Hilfe. Da habe ich einfach keine Übung.
Blöd ist halt der Betonsockelüberstand unten auf der Wandinnenseite von ca.40mm. D.h oben muss aufgefütert werden um eine glatte Wandoberfläche zu erhalten. Zudem brauch ich natürlich auch etwas Platz für die Steckdosen unten (Installationsebene).

Zu den Wandisolierungen (innen oder Aussen) bräuchte ich deshalb einfach noch mehr Erfahrungswerte bzw. Ratschläge. Eine möglichst gute Wärmedämmung (dem Fachwerk angepasst) wäre mir schon wichtig. Natürlich möchte ich das Bauwerk dadurch langfristig nicht schädigen. Im neuen Zimmer möchte ich einfach den gleichen Isolationsfehler nicht noch mal begehen.

In meiner Wohnung war früher ein Zimmergeschäft meines verstorbenen Opas. Deshalb sind auch noch größere Wandöffnungen in dem geplanten Ausbauzimmer vorhanden. Diese sind momentan nur mit Nut-u. Federbretter und durch eine sehr breite Tür von außen geschlossen. D.h. diese Öffnungen muss ich noch schliessen. Ich würde gerne zur besseren Isolation, Schallschutz und leichten Bearbeitung Gasbetonsteine 150mm Dicke (gute Qualität Hebel oder Ytong) nehmen. Spricht da was dagegen ? Ich habe mal gelesen, dass Gasbeton sehr schnell Feuchtigkeit aufnimmt, jedoch aber auch wieder schnell abgibt ?
Ist das ein Nachteil ? Die Ausmauerungen haben keine tragende Funktion.

Für weitere Ratschläge wäre ich sehr froh. Recht herzlichen Dank.

Liebe Grüße aus dem Schwarzwald

Christian



Moin Christian,



destillier das Ganze doch mal auf max. 10 Sätze und stell dann deine Frage....

Nur mal als Tipp, Boris



Ausbau Zimmer 2004 und 2010



Sorry für meinen langen Roman. Ich wollte möglichst alles genau beschreiben.
Die Angelegenheit ist doch etwas komplex.
Das ganze nochmals in Kurzform
2004 habe ich bereits mit Isover Trennwandplatten akustic TP1-Glaswolle 60 mm - von Innen ohne Dampfsperre isoliert. Im Bereich unten Betonsockel mit Styropor.
Mir ist bewusst, dass meine Isolation von damals wohl nicht ideal war. Bis heute sind jedoch keine Schäden ersichtlich.
2010 plane ich nebenan einen erneuten Ausbau.
Nun stellt sich für mich die Frage einer erneuten Innenisolierung z.B mit Kalziumsilikatplatten (anscheinend sehr teuer) oder z.B. Holzfaserdämmplatten z.B.von Pavatex Pavadentro mit Kalk oder Lehmputz.
Da ich die Aussenwand im Zuge des Ausbaues sowieso neu Verputzen muss und um den Taupunkt in die Außenisolierung zu legen, habe ich evtl. daran gedacht von Aussen zusätzlich zu isolieren z.B. Pavatex Diffutherm Dämmplatte (Holzfaserdämmplatten) speziell für Fachwerkhäuser laut Pavatex. Macht das überhaupt Sinn von Innen und von Aussen und nur eine Wandseite ? Die Zugänglichkeit wäre auf dieser Seite sehr einfach.
Die Außenwand ist seit Jahrzehnte momentan mit HWL-Platten (20-25mm) verputzt.

Ich werde natürlich noch zusätzlich einen Bausachverständigen direkt vor Ort um Rat bitten.
Ohne Fachkompetenz direkt vor Ort macht das mit Sicherheit keinen Sinn.
Ich kenne da jemanden.

Trotzdem bin ich für eine zweite Meinung immer offen.

Gruß

Christian



Moin Christian,



is ja schonmal etwas klarer, nur fehlen die basics:

Was ist "nebenan"?

Istzustand dort und geplante Nutzung.

Wieso nur eine Wand dämmen?

Was ist mit dem Rest vom Haus (gedämmt/ungedämmt)?

Vor allem ein paar Fotos, sonst bleibts theoretisch.

Lies dir vielleicht mal ein paar Beiträge aus dem Forum zum Stichwort "Innendämmung", "Dämmung" bzw. "Taupunkt" durch.

Solche Sandwichaufbauten müssen nicht unbedingt schlecht sein und erreichen in manchen Fertighäusern sogar erstaunlich gute Dämmwerte.

Andere Besitzer stellen lediglich fest, dass sie einen Haufen Sondermüll gekauft haben und müssen sehr aufwändig sanieren.

Da jetzt nur eine Wand diffusionsoffen zu gestalten, muss nicht unbedingt sinnvoll sein, besser einen Stil konsequent durchziehen sach ich aus der Ferne.

Gruss, Boris



Ausbau Wohnung 2004 und 2010



Hallo Boris,
danke für Deine Nachricht.
Nebenan ist ein ausgebautes Wohnzimmer mit ca.29m² Wohnfläche. Ausbau in 2004 mit bereits beschriebenem Wandaufbau. Angrenzende Terrasse Nord-Ost Ausrichtung.
Nun möchte ich ein nebenstehendes Zimmer mit ca. 20m² Wohnfläche zusätzlich ausbauen.
Siehe Bild altes Holzfenster linke Seite bei dem Behälter. Das ist auch die Seit welche ich evtl. von außen isolieren möchte (bis unter die Schindeln).Das sind nur, ca. 11m² reine Wandfläche ohne Fensterfläche gerechnet. Ausrichtung Süd-Ost
Die Nord-Ost Seite (Terrasse) wäre nur sehr umständlich von außen zusätzlich zu isolieren.
Ist meines Erachtens den Aufwand nicht wert.

Der Rest des alten Fachwerkhauses ist auch gedämmt. Jedoch nur von innen mit Polystyrol (Styropor) 4 cm und Rigipsplatten (wurde uns 1995 so empfohlen, einfach und kostengünstig). Ausrichtung Süd-West
Wände alles ohne Dampfsperre. Bis heute keine ersichtlichen Schäden feststellbar.
Der neue Anbau ist aus dem Jahre 1995 mit 30cm dicken Außenwänden Poroton 6 Type TE / LM21 – ohne zusätzliche Dämmung ausgeführt.
Der kleine angebaute Hauseingang aus 2001 an der Terrasse mit 24 cm dicken Gasbetonsteinen Y-Tong oder Hebel
Ich wohne Im Erdgeschoss. Mein Bruder im Ober-u. Dachgeschoss.

Bilder und Wandaufbau Ausbau 2004 siehe meine Fotogallerie. Ich hoffe Du kannst diese einsehen.

Grüße aus dem Schwarzwald / Gernsbach

Christian



Innendämmung



In Ihrem Fall würde ich die Keim iPor-Mineraldämm System vorschlagen.

Grüsse Thomas



Gibts wohl Profision ?



Wieso KEIM-System und nicht vielleicht von Knauf, Schwenk , Remmers oder Anderen Herstellern ?



Ausbau 2010-Innendämmung Fachwerkhaus



Recht herzlichen Dank für die Infos.
Mineraldämmplatten gibt es von zahlreichen Anbietern. Z.B. Auch von Ytong
Werde wohl diese Fabrikat nehmen, da ich ja teilweise größere Wandöffnungen mit Ytong Steinen ausmauern möchte.
Eine Frage hätte ich noch.
Das Fachwerkhaus ist auf einem Betonsockel aufgebaut. Innen steht der Betonsockel ca. 35mm über.
Auf der Gartenseite ist der Betonsockel ca. 1100 mm hoch und bis auf ca. 800 mm hoch mit Erdreich angefüllt. Zur Hofseite beträgt die Betonsockelhöhe ca. 400mm
Ich plane im Bereich des Betonsockels 50mm dicke und oben 80mm dicke Mineraldämmplatten anzubringen. Unten würde ich dann auch die Steckdosen in die Dämmplatte mit einbringen. Gartenseitig sowieso frostfreie Zone. Also keine zusätzliche Installationsebene.
Da ich einen neuen Holzbodenaufbau (gesamt ca. 125mm hoch) machen muss, würde ich die E-Verkabelung in den Bodenbereich legen.
Spricht was gegen diese Ausführung ? ich denke wohl nicht.
Oder sollte ich im Bereich des Betonsockels anders dämmen ?

Zur zusätzlichen Außendämmung so denke ich wird wohl generell abgeraten ?
Werde hierzu jedoch noch Fachrat einholen

Für eine Rückantwort recht herzlichen Dank.

Grüße aus Gernsbach

Christian