Wärmedämmung innen mit Porenbetonsteinen ?




Hallo zusammen,
ich habe mal eine Frage zur Dämmung eines Fachwerkhauses von innen.
Erbaut wurde es laut einem Datumsstein im Gemäuer 1870 im Eichsfeld. Das Fachwerk ist meist Eiche und mit Vollziegel ausgemauert, aussen unverputzt. Habe mir nun von einem ortsansässigen Handwerker ein Angebot eingeholt, um die Fassade richten zu lassen.Diesen habe ich auch nach Möglichkeiten zum dämmen von innen gefragt, da Denkmalschutz. Er hat mir vorgeschlagen Porenbetonsteine innen hochzumauern und genug Platz zur Luftzirkulation dahinter zu lassen (so 3cm zur Aussenwand). Ist das ein durchführbarer Vorschlag ? Da ich davon so gut wie keine Ahnung hab muß ich mich leider darauf verlassen was mir von Fachleuten vorgeschlagen wird und kann dann nur anhand der Kosten entscheiden was gemacht werden kann.





Hallo Andy,

genau dieser Hohlraum kann Ihnen, oder besser Ihrem Haus zu Verhängnis werden.
Hier kann Kondensat ausfallen das die Holzkonstruktion massiv schädigen kann.
Wenn Sie eine Innendämmung mit Porenbeton einbauen möchten muss diese Kraftschlüssig (ohne Hohlraum) auf die Außenwand aufgebracht werden.
Besonderes Augenmerk muss hier auch auf Details wie, Fensterleibungen, Boden- und Decken Anschlüsse gelegt werden.
Idealerweise sollten solche Dämmungen durch die Geschossdecken gezogen werden.
Weiter ist auch besonderst die Statik zu berücksichtigen.


Grüße aus Schönebeck



Eine Innendämmung



ist auf jeden Fall kritisch zu prüfen.
Mögliche Dämmungen wären z.B. I-por Platten mit vollflächigem Kontakt zur Wand, Holzweichfaserplatten in Lehm gebettet und mit Lehm verputzt.

Im Aussenbereich bietet sich an, mit Ziegelgewebe (Fassadengewebe oder Edelstahlgewebe abhängig vom Putz) die Ausfachungen zu überspannen und zu verputzen.
Alternativ mit normalem Edelstahlputzträger.

Grüsse Thomas



Dem Handwerker....



der Ihnen Porenbeton als Innendämmung vorschlägt, sei es nun mit oder ohne Luftschicht, sollten Sie auf jeden Fall meiden. Denn dies zeugt leider von einem fehlendem Feingefühl und Sachverstand für die Fachwerksanierung. Es gibt Fachbetriebe die sich darauf spezialisiert haben... Möglichkeiten währen z.B. Holzweichfaserdämmung, Leichtlehmschüttung oder Vormauerung mit Leichtlehmsteinen.
Eine falsche Vorgehensweise oder Materialwahl kann hier zu großen Schäden führen...

Viele Grüße und viel Erfolg



Innen auflatten und Hanf direkt an die Fachwerkwand



Hallo, auf keinen Fall Porenbetonsteine von Innen vor das Fachwerk setzen. Von Außen nach Innen muss es "weicher" werden. Bitte nicht wörtlich verstehen, sondern statisch. Ich empfehle an die Fachwerkkonstruktion Latten als Dämmungsgerüst montieren Stopf-Hanf-Dämmwolle rein,
was Sie wollen innen als Abschluss. Das beste wäre eine Schilfmatte und Lehmputz, es geht auch Holzweichfaserplatte und dünner Lehm-Dekorputz, Heraklithplatte und Kalkputz oder (billig aber nicht gut) Gipsplatten.



Ich würde eine abgewandelte Variante von Herrn Felix empfehlen:



Die Schilfrohrmatten mit Strohlehm an die Wand pappen. Idealerweise dazu die Wand vorher einmal komplett dünn mit Strohlehm Verputzen um die Hohlräume im Fachwerk zu verschließen.

Auf die Schilfrohrmatten anschließend wahlweise mit Strohlehm- bzw. Lehm (ggf. auch Kalk - je nach Wunsch) verputzen.

Die Arbeit mit der Auflattung würde ich mir nicht machen wollen. Ebenso halte ich die Hanfwolle für überflüssig, wenn nicht gar für problematisch.

Sind Ihre Fächer mit Lehm ausgefacht, würde ich sogar die Schilfrohrmatten weglassen und die Wand mit einem Lehmputzaufbau versehen (Strohlehm, Lehmunterputz, ggf. Lehmoberputz) Möglichst nicht mehr als sechs bis acht Zentimeter aufbringen.

Viele Grüße
Achim Hecke