Aussenwand dämmen, alter Putz runter oder drauf lassen?

05.05.2009


Hallo!
Ich werd wohl früher oder später meine Fassade neu machen müssen, da an einigen Stellen der nun mitlerweile ca. 40 Jahre alte Putz nicht mehr halten will....
Da wollte ich dann gleich mit dem WDVS von Unger etwas dämmen und dann putzen (lassen). Nun stellt sich mir aber die Frage ob man den an manchen Stellen nicht mehr festen Putz drunterläßt (wie oft gesehen), oder lieber komplett abzuschlagen?
Dabei kommt dann gleich die nächste frage, wenn der alte Putz ab wäre, wird dann gleich aufs alte Mauerwerk gedämmt, oder ist es nicht besser dieses dann erst noch mal dünn zu Verputzen (Mauerverfestigung, Luftdichtheit usw....)?
Und zu guter letzt, was kostet sowas in etwa pro m²? Wären etwa 40m² mit 3 Fenstern und einer Türe.



Außenwand dämmen.alter Putz



Hallo,

der Untergrund muß tragfähig sein.Es gibt aber auch Systeme in Schienen, die ma auf einen nicht tragfähigen Untergrund montieren kann.
Persönlich würde ich die Sache von Grund auf aufbauen, also nicht tragfähigen Putz abklopfen, festen Putz dranlassen, einen Ausgleichsputz zur Egalisierung auf die abgeschlagenen Stellen aufbringen (zementfrei), dann die neuen Platten vollflächig Kleben und zusätzlich dübeln. Weiter wie in der Systembeschreibung.
Laden Sie sich mal die technischen Merkblätter runter !

Da es sich um eine kleine Fläche handelt, und die grundkosten ziemlich gleich sind, können Sie mit einem recht hohen Einheitspreis kalkulieren. Ich schätze um die 100 € / m² fix und fertig, also ca. 4.000 € insgesamt.

Grüße vom Niederrhein





Hallo Howie,

genau wie Herr Beckmann schreibt. Hohlräume im Fassadenaufbau vermeiden und vollflächig verkleben => keine punktuelle Verklebung! Bei den Dübeln gibt es thermisch getrennte Ausführungen. Der Anschluss am Traufpunkt muss absolut sauber ausgeführt werden. Das Gerüst bei der Kalkulation nicht vergessen.

Wenn die Endsumme dann ermittelt ist lohnt sich eine Überprüfung, ob sich die Maßnahme überhaupt rechnet. Ein paar tausend Euro innerhalb eines vernünftigen Zeitraumes mit einem WDVS alleine einzusparen ist nicht so einfach, man darf die Systeme auch nicht überschätzen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Fassade



Hallo,

na ja, ich würde eine neue Fassade in den meisten Fällen zur Hälfte auf Optik, Instandsetzung der Fassade in ihren ureigensten Fassadenfunktionen, nämlich Schlagregendichtigkeit, Schallschutz etc. rechnen, also bei der wärmetechnischen Amortisationsrechnung nur die Hälfte ansetzen. Sonst werden Sie noch zum Dämmskeptiker.
Selbst dann noch ist es viel.

Grüße





hallo Herr Kornmayer!

Das war ja auch der (Haupt)grund meiner frage, der Preis.
Den ~ 4000 Euro für die relativ kleine Fläche ist mir schon etwas heftig. Da wird es wohl doch "nur" ein normales verputzen werden.
Was ich nur immer nicht so recht verstehe warum man Zementlos Putzen soll. Das Haus wurde mit Zementputz verputzt und dieser hielt oder hält schon über 40 Jahre. Die Wände sind trocken und das Klima im Haus gefällt mir auch...

Howard





Woran lässt sich erkennen dass es ein Zementputz ist? Sandet er an Schadstellen ab wenn man mit der Hand drüber geht oder lösen sich schalenartig Stücke ab? Kalkzementputz? Die Glaskugel will gerade nicht .... :-))

Beim Neuverputzen zu mineralischen Produkten greifen, keine kunstoffhaltigen Produkte verwenden. Ebenso wichtig ist dann die abschließende Farbe. Wenn ein noch so guter diffusionsoffener Putz mit irgendeinem Kunstharz- oder Lotusprodukt vollgemalt wird war alles halt nicht gut, sondern nur gut gemeint.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Tja
"Sandet er an Schadstellen ab wenn man mit der Hand drüber geht oder lösen sich schalenartig Stücke ab? Kalkzementputz?"
Kann man das schmecken? ;o)
Sanden tut der Putz nicht, eher der Mörtel zwischen den Steinen, der Putz ist wenn er den locker ist, in größeren Stücken locker die aber in sich eigentlich fest sind.

Howard



40 qm?



Was ist denn das für ein Haus?
Übrigens, ordentlich ausgeführt wird der Neuputz auch nicht gerade einen Bruchteil kosten. Da reicht unter Umständen nicht der Ausgleichsputz. Anbieten lassen! Und wie schon erwähnt, das Gerüst muß ohnehin erstellt werden.

Gruß Patrick.





Foto einer Schadstelle wäre gut.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Bild



kann ich noch machen, aber da sieht man leider nicht viel.
Bis jetzt ist es eine " Beule" in der Wand die ich auch nicht abschlagen werde, es ist die Strassenseite des Hauses.

Und an Patrick, Reihenmittelhaus, siehe Profil...
Und nur die Vorderfront

Howard



Korrektur von meiner Antwort:



Gerüst wird gestellt, nicht erstellt :-)

Gruß Patrick.



Warum Dämmen?



Die erste Frage ist, wie dick ist das Mauerwerk?
Zweitens, "Sie sagen die Wände sind trocken und das Klima im Haus gefällt mir auch". Mit einem WDVS und dichten Fenstern wird dieses Klima leiden.
Wenn es manche auch nicht wahr haben wollen, ein WDVS ist das zwar zur Zeit "modischste" System, aber auch das unwirtschaftlichste, unästhetischste und unnatürlichste System. Schauen Sie sich in Ihrer Umgebung um, wie viele solcher Fassaden nach nur wenigen Jahren aussehen!
Anbei ein Foto aus dem Leinebergland. Ein Jahrzehnte alter Kratzputz fast ohne Makel. Das Rezept des Putzes beinhaltete sicher keinen oder kaum Zement! Er wird noch Jahrzehnte halten, wenn nicht gerade eine "hochwertige" Farbe aufgebracht wird.
Viele natürliche Grüße aus dem Leinebergland



Warum nicht kosten splitten



alten Putz belassen, Putzfassade vorhängen, Dämmung kann wenn überhaupt auch noch später eingebracht werden.

Grüsse



Dämmung



ist eigentlich auch nicht notwendig.
Werde also nur putzen lassen. Welches Material als Putz und nachfolgendem Anstrich (oder farbiger Putz) sind den am besten geeignet und auch Atmungsaktiv?
Wollte mir einige Angebote einholen und dort aber gleich angeben was es für Putz sein soll...

Danke schon mal aus Nordsachsen

Howard

PS: Wäre ein Silikatputz ok? Und gibt es den auch gefärbt oder ist der zb mit Silikatfarbe (aussen?) überstreichbar?



Warum Silikatputz ?



Wie wäre es mit trad. Putz aus Sand, Kalk und etwas Zement - der gehört eigentlich immer zur Mischung eines Außenputzes - das habe ich vor 30 Jahren gelernt - und meine erste Gesellenstücke sind noch immer dran. Ich verstehe ganz ehrlich nicht die grundsätzlich Abneigung gegen Zement in diesem Forum. Man muß ihn nur richtig dosiert verwenden und bei mehrlagigen Putz die Regel - außen (oben drauf) weicher als der Unterputz - beachten. Das sicherste ist sogar als erstes ein Spritzbewurf aus reinem Zementputz - bei feuchter Witterung aufgebracht. Würde ohnehin nicht im Sommer putzen lassen. Zur Farbe - warum nicht ohne Farbe. Das bischen "Bauernblind" ist dorch nur Kosmetik. Oder man will einen bestimmten Farbton - Rot, Grün, Gelb. Aber nicht wegen der Witterung ! Kosten ? - ca 30 €/m2 + 5-10€ fürs Gerüst.




Aussenwand-Webinar Auszug


Zu den Webinaren