Dämmqulaität dicke Wände

27.08.2008



noch eine andere Frage wie sieht es bei so einem Haus eigentlich mit dien Aussenwänden aus! Ich habe 60 -70 er Grundmauern! Lehmziegel und aussern noch klinkerziegel! bei dieser Wandstärke sollte doch auch eine gewisse Isolierung vorhanden sein auch ohne neue Materialien?? Also im sommer bleibt das haus schön kühl innen wirkt das umgekehrt auch im winter! Erfahrungen??





Hab das ding erst gut renoviert und momentan etwas geldknapp! von aussen islolieren ist doof geht der schöne klinkerbau weg! von innen angst des schimmelns bin eigentlich eher ein vertreter der "haus braucht auch etwas luft" einstellung hab das bei meiner schwester am massa fertig- niedrigenergie- haus gesehen, da hängen öfters mal die wassertropfen an den scheiben!

Wollt eigentlich nur wissen inwieweit die so dicke Grundmauern im vergleich zu neuen dämmstoffen geringerer dicke stehen! weil viele sagen " oha Altbau musst du dringend wände isolieren".....

Gruss thor



eine tonnenschwere Außenwand ist mit federleichten



Dämmstoffen nicht zu vergleichen. Eine Massivwand erwärmt sich tagsüber (wenn man außen nicht dämmt!!!)und gibt die Wärme des nachts langsam zurück. Bei plötzlichen Temperaturänderungen
paßt sich die schwere Wand nur sehr sehr langsam der neuen Außentemperatur an (Phasenverschiebung). Falls Sie in Ihrem Haus ein Strahlungsheizsytem haben/einbauen sind die schweren Außenwände ideale Wärmespeicher und Strahlen die Wärme obendrein gut ab. Leichte Dämmstoffe haben keine Speicherfähigkteit, schützen aber gut vor Kälte. Deshalb schwitzt sich`s im Sommer so gut im mit leichten Wärmedämmstoffen ausgebauten Dachgeschoß.





Hallo,

das Klima ist bei Ihnen am Main im Winter noch so mild, daß kaum einmal die minus 5 Grad erreicht werden. Alles was tiefer ist, steckt die Konstruktion über die erwähnte lange Phasenverschiebung weg. Aber stellen Sie mal exakte Daten ein, dann kann man ja mal kurz rechnen.

Grüße aus dem fast ebensowarmen Duisburg
Dietmar Beckmann





was heisst genaue daten???



Erfahrung mit dicken Wänden ...



kann ich liefern. Ich wohne in einem Backsteinhaus mit dicken Außenwänden. Da ist es im Sommer auch in langen Hitzephasen wunderbar kühl, aber meiner (laienhaften) Meinung nach ist das kein Dämmeffekt, sondern liegt an der leichten Feuchtigkeit, die in meinen weder vertikal noch horizontal gesperrten Wändern zweifellos drin ist. Im Winter geben die Wände aber nach innen ordentlich Kälte ab. Stört mich nicht, weil ich ohnehin bei 18 Grad anfange zu schwitzen und der Kölner Winter kein echter Winter ist, aber die Vorbesitzer hatten hinter den Sitzecken überall Styropor (natürlich nicht empfehlenswert) und beachtliche Heizkosten.

Viele Grüße



Daten Wand



Folgende Daten hätte ich gerne:

Außenwandverkleiung oder -schicht
Putz, Mauerwerk hart oder mittel bis weich und Dicke
Hintermauerung, Dichte in etwa geschätzt und Dicke
Innenputz Art und Dicke.

Gruß





Hm also,

die äussere Schicht: ca 12cm gebrannte Ziegelsteine (sehr hart)
danach: ca 55 cm rote ziegelsteine ungebrannte also die weichere variante (zerbröseln sehr schnell)
und innen: Zementputz und haftputz zur glättung ca 2-3cm

das ist so das was ich aus dem stehgreif sagen kann



Backsteinhaus



Hallo,

Werte Ihrere Wand (angenommen):
statischer u-Wert 0,672 w/m²K
Temperaturamplitudenverschiebung: - 2,74 h.
Dämpfung: 100%, d.h. eine Hitzewelle von 60°C kommt innen mit weniger als + 0,1 ° Temperaturerhöhung an.

Letzteres ist auch der Grund, warum es im Sommer kühl ist.
Der Verdacht auf Feuchtigkeit wird von da nicht genährt.

Der u-Wert entspricht den Mindestanforderungen der DIN 4108-2: 2003 und den Anforderungen der EnEv für die nachträgliche innere Bekleidung von Außenwänden bei Gebäuden mit niedrigen Innentemperaturen (sie schwitzen ja über 18 Grad).

Weiterhin angenehmen Sommer



Bin Laie



Danke mal für die Info, aber klingt für mich als laien, da ich auch die normvorschriften nicht kenne sehr speziell.

Können Sie mir das etwas unfachmännischer näher bringen???

Wichtig für mich wäre:Was bedeutet das für den Dämmwert des Mauerwerks????
Ist das Mauerwerk akzeptabel oder verliere ich dadurch sehr viel Energie im winter???

könnte man von innen ohne bedenken isolieren??

gruss Thorsten



Kleiner Irrtum



Lieber Herr Beckmann,

ich war das mit den 18 Grad, aber von mir waren weder die Frage noch die Daten zum Wandaufbau. Ich will ja Thor nicht zu meiner kälteliebenden Lebenweise verurteilen.

Viele Grüße





@Christiane: oh, das tut mir leid.

Zur Dämmqualität:
Sie ist "mittel", man darf auch heute
einzelne Bauteile noch so erstellen (DIN 4108), bei einer Sanierung für Innentemperaturen unter 19 Grad darf man diesen Wert anstreben.

Sie können die Wandoberfläche im Winter durch Anbringen einer innenliegenden Wärmedämmung wärmer gestalten.
Dabei haben Sie die Auswahl unter allen möglichen Plattenwerkstoffen und können sich ganz nach Ihren Vorstellungen richten.

Grüße



danke



Hallo,

vielen Dank für die ganzen Infos

Dann wohne ich wohl nicht in einem völlig unterisolierten haus.
Kann man eine evt Innendämmung direkt auf die wand machen? oder sollte ein Zwischenraum sein (wand atmen lassen)

gruss Thorsten



Backsteinhaus



Soll man sogar ! Einfach mit der Zahnkelle vollflächig ankleben, verputzbare Seite zur Innenseite hin.

Gruß



Herr Beckmann: Wie kann die tagsüber erwärmte Außenwand



ihre Wärme nachts nach Innen abgeben, wenn eine Innendämmung angebracht wird?



Dicke Wände



An Klaus Schillberg:
Warum soll eine dicke, massive Wand die tagsüber gspeicherte Wärme nachts nach innen abgeben?
Das macht sie nach außen, an die kühlere Nachtluft.

Viele Grüße



Jau...



...denn dann müßte es nachts drinnen kälter als draußen sein, wenn bei fehlender Innendämmung die größere Energiemenge nach innen geht. Ich denke, das wäre an ca. 95 % der Tage innerhalb eines Jahres etwas unangenehm...

Gruß Patrick.



Wand und TAV



Was habe ich zur TAV geschrieben ?
richtig: 100%, genau 99,9%

Grüße



Zum TAV gar nix...



...nur zur Dämpfung.

Gruß Patrick.



Nachdenken?



Also meine Meinung nach all dem was ich hier so gelesen habe:
1.) Wand Dick - gut um SCHNELLE Temperaturgefälle zu dämpfen. Das nutz nix wenn es 4 Monate um die 0 Grad hat da ist die 24h dämpfung nutzlos
2.) Wand Dick - gut im Sommer weil es dann kühl bleibt. Die Temperaturdifferenzen zwischen Tag und Nacht sind auf der Sonnenseite einer Mauer recht hoch - dadurch "greift" die Dämpfung.
3.) Temperaturgefälle und wärmeabwanderung / starhlung geht nur von Warm zu kalt! Deshalb stahlt die Warme (süd)wand im Sommer Nachts die Wärme wieder nach aussen ab
4.) An sonnigen Wintertagen wärmt sich eine Mauer auch auf jedoch dürfte es in 99.99% der Fälle auch drinnen wärmer sein also stahlt da gar nix nach inen ab. Es hilft nur ein wenig das nicht so viel Wärme von innen nach aussen "weitergefördert" wird was wiederum Heizkosten spart.
5.) Innendämmung ist bei einer dicken Wand meines erachtens völliger Blödsinn. Denn:
Winter:
Innenlufttemp 20°C
Aussenlufttemp 0°C
Innenwandoberflächentemp 18°C
Aussenwandoberflächentemp 1°C
Das Temperaturgefälle wird bei einer homogenen Wand (hier ist quasi alles Ziegel) mehr oder weniger linear von 18 auf 0°C sinken bei einer 50cm Wand wird also so ca. alle 3 cm die Temp um ca. 1 °C niedriger liegen.

Jetzt dämen wir innen mit irdendwas:
Winter:
Innenlufttemp 20°C
Aussenlufttemp 0°C
Innenwandoberflächentemp 10°C
Aussenwandoberflächentemp 1°C
Wandoberflächentemperatur NACH der Dämmung z.B. 10°C
Also haben wir nun nur noch 9°C Temperaturgefälle - die ganze Wand ist kalt und nass.

Na ja was soll ich sagen - entweder aussen dämmen oder gar nicht.
Machs so wie es am besten ist: Heize nur den Raum der bewohnt ist. Die Gute Stube und die Küche. Basta.

Übrigens: Tauwasser und somit Schimmel kann man mit einfachverglasten Fenstern sehr gut vorbeugen. Denn an den kalten Scheiben schlägt sich die Feuchte schnell nieder - und schon hat man sie nicht in der Bude......





Sorry - es sollte heissen
Innenlufttemp 20°C
Aussenlufttemp 0°C
Innenwandoberflächentemp 20°C
Aussenwandoberflächentemp 1°C
Wandoberflächentemperatur NACH der Dämmung z.B. 10°C
Also haben wir nun nur noch 9°C Temperaturgefälle - die ganze Wand ist kalt und nass.





Generell ist dämmen quatsch denn es ist wie beim Autofahen:
Sie fahren umweltfreundlich weil Sie ien Auto mit KAt haben und der nur 6 liter Diesel braucht?

Humbug!

Denn:

Die Frage ist nicht wieviel Energie sie für 100km brauchen sondern wie lange noch Öl da ist um es zu verbrauchen - Für die Herstellung Ihres neuen Autos hätten sie im Vergleich zu Ihrem 11 l schluckenden alten Benziner noch 27 Jahre fahren können (15000km /Jahr)

Genauso ist es beim haus. Die Frage ist doch folgende:
wenn sie es drinnen warm ahben wollen und draussen ist es kalt und die Wand ist dick und hat eine hohe Wärmespeicherkapazität. Dann brauchen Sie ben ewig bis die Wand und somit der Raum warm ist weil eben auch die Warnd "was ahben will".
Ergo. Die Frage ist nicht wieviel Energie sie brauchen sonder ob!



Lieber 30er Jahre Backstein...



...warum soll denn eine innen gedämmte Wand automatisch die Oberflächentemperatur 10° C haben?
Ob man ca. 20.000 Liter Kraftstoff, bzw dessen Energiegehalt, brauch, um ein neues Auto zu erzeugen, weiß ich nicht (was für eins überhaupt, gibt ja verschiedene).
Der Rest im Anschluß ist mir dann etwas zu wirr.

Gruß Patrick Neika.