Lehmaußenputz reparieren

02.08.2008



Hallo,

ich bin neu im Forum, das ich sehr interessant finde, und schon kome ich mit einer Frage. Hoffe sie ist nicht zu naiv.

In unserem alten Haus in Bulgarien sind noch etliche Wände mit traditionellem Lehm-Außenputz versehen. Er besteht aus Lehm, Stroh und Mist und wurde früher wohl regelmäßig in Stand gehalten. Seit etwa vierzig Jahren allerdings wohl nur noch mit Brettern und Blechstücken abgedeckt. Nun wollen wir diesen Zierat entfernen und wieder den alten Außenputz herrichten. sollten wir das genauso machen wie früher? Oder hat man heute was Moderneres? - Hier in Bulgarien wird es allerdings keinen Markt für Ökobaumaterial geben. Aber wenn ich zum Binden was Besseres finde als Mist wäre es mir schon recht, sonst halten die mich im Dorf für noch verrückter als ohnehin schon...

Besten Dank
A. Hamburger



Verrücktsein hat doch was!



Ist doch schön, wenn Sie bereits für etwas verrückt gehalten werden.
Behalten Sie den Weg bei und suchen im Dorf oder der Umgebung nach alten Handwerkern, die dieses u.U. noch beherrschen könnten.
Natürlich ist es wichtig, wenn man erst einmal die Gesamtkonstruktion in Augenschein nimmt und dann sensibel Stück für Stück aufarbeitet. Und somit zeigen Sie den Dortigen, dass man nicht nur schnell mit Abriß und profanen Neubau, mit Zement und anderen Baumarktmaterialien, wieder einfach und nachhaltig erhalten kann.
Und so macht man sich sicherlich dann wieder interessant und wird vielleicht zum Ansprechpartner.
Mit Strohlehmmaterialien ist eine Außenputzsanierung in Eurem Fall sicherlich denkbar.
Hättet Ihr vielleicht ein paar Bilder davon?

Helfende Grüße
Udo Mühle



lehmputz aussen



es macht sinn aussen eine Kalkputz aufzubringen,ist bei weiten wetterbeständiger als ein lehmputz.
den kalkputz müßt ihr dann nicht jedes jahr erneuern und ausbessern.
wenn es kein Kalk gibt dann solltet ihr nach dem Lehmputz die Wetterseite verkleiden damit die Fassade geschützt ist.
viel spaß
thomas





Hallo

Derjenige de Das Haus gebaut und unterhalten hat, hatte sicher auch keinen Ökobaumarkt in der Nähe :) früher gab es in deinem Dorf bestimmt auch eine (Gemeindeeigene) Lehmgrube. Wenn du fragst kann es sogar passieren dass du da kostenlos deinen Lehm ausholen darfst. ( So funktioniert das jedenfalls bei uns im Nachbarort.)Am besten mal mit den alten Leuten reden die wissen vielleicht was darüber.
Gruß

Dorothée



Dank für die Tipps, aber was mache ich mit dem Mist?



Vielen Dank den zahlreichen netten WIllkommens-Schreibern und auch für die konkreten Tipps, die dabei waren. Die Recherche nach alten Leuten die noch etwas wissen, lief bereits und hat eben das Rezept ergeben, das ich genannt habe: Lehm, Stroh, Mist. Nun war meine Frage an die Fachleute aber vor allem, ob das Bindemittel Mist nicht durch etwas Appetitlicheres ersetzt werden könnte? Ich nehme an, der wirksame Bestandteil ist das Eiweiß, das beim Trocknen aushärtet und den Putz bindet, und ich frage mich (und Euch), ob man z.B. auch Kleister oder so etwas nehmen könnte mit dem gleuchen Effekt. Gibt es im Netz eine Quelle für solche Rezepturen?

Besten Dank
A. Hamburger





... ach ja, vergessen: Wetterseite verkleiden ist klar, das wird hier in der Regel mit querliegenden Eichenbrettern mit (als konstruktivem Holzschutz) schräg geschnittenen Kanten gemacht; alternativ auch mit dünnen querliegenden Eichenlamellen, die sich zwar verwerfen, aber das sieht gerade gut aus. Die Materialien sind zur Zeit schwer aufzutreiben, wird aber wieder so instand gesetzt werden. Meine Frage bezog sich auf die Seiten, die nicht direkt dem (ohnehin seltenen) Regen ausgesetzt sind.

Gruß AH