Haus in Holzständerbauweise von 1947 kaufen?

28.01.2011



Hallo Liebe Leute,
ich habe da so ein Häuschen gesehen das mir eigentlich gut gefällt, nur leider halt ein altes 1947er Haus in Holzständerbauweise. Nun überlegen wir ob es überhaupt Sinn macht so etwas zu kaufen. Da habe ich bei meinen Recherchen das Forum hier gefunden wo anscheinend einige Leute Anung haben :o)

Der optische Zustand ist von aussen sehr gepflegt, lediglich ein paar Kleine Risse im Aussenputz aber wirklich nur sehr klein. Der Keller ist gegossen und sieht trocken aus. Das Haus wurde bis vor 3 Jahren bewohnt bis die Leute verstorben sind und erst jetzt zum Verkauf angeboten. Das Dach wurde neu eingedeckt und das Dach auf dem Boden isoliert.
Der Aufbau der Wände ist wie folgt angegeben von innen nach aussen.
Innenputz, Sauerkrautplatten (sehen aus wie Heraklit), Blähbeton, Sauerkrautplatten, Aussenputz.

Neu müssten natürlich der Heizkessel der ist fällig und die Elektroinstallation, die ich aber zum Grossteil selber machen will. Später kann dann über die Fenster und ne Dämmung nachgedacht werden?!

Der Preis liegt nur ca 25.000-30.000 Euro über dem reinen Grundstückswert. Macht da ein Kauf sinn oder was meint Ihr und falls ja, wie kann man so etwas wärmedämmen ohne das die Wände faulen.



na, das hört sich doch schon mal gut an,



wenn Dir das Haus gefällt, schlag zu.

Wenn alles soweit o.k. ist, besteht wohl kein dringender Handlungsbedarf:

Wärmedämmung: So, wie sich der Wandaufbau liest, ist mit viel Dämmung keine außerordentliche Heizkostenersparnis zu erwarten.
Elektrik: Ich musste damals meine Elektrik neu machen, da ich nirgendwo in der Bude den Staubsauger anwerfen konnte, ohne daß mir eine von drei Bakelitsicherungen rausgeflogen ist. Aber allein der nackte Zählerkasten hat ein dickes Loch in die Kaffeekasse gerissen.

Wenn Du dich baulich verwirklichen willst, dann denk mal über einen vollflächigen Lehminnenputz nach...da macht das Wohnen Spaß...

Gruß J.



"Sachverständigen mitnehmen"...



... ist mein Standard-Tipp. Und das nicht nur für alte, sondern auch neue Häuser... Als Laie ahnt man nicht, was alles im Argen sein kein - und ein guter Sachverständiger / Gutachter kostet nicht die Welt. Kleine Risse im Außenputz können völlig harmlos sein, oder sie sind Anzeigen dass sich das Haus senkt, dahinter alles modert, ...?

Viel Glück bei der Suche nach Deinem perfekten Traumhaus!

Dirk



Beraten lassen ist sinnvoll



Bild: Außenwand nach Entfernen der Tapete (Sandsteinwand von innen mit Styroprtapete "gedämmt", bei aufsteigender Feuchte)


Hallo KnolleP

Ich kann mich Dirk nur vollends anschließen.
Lieber noch ein paar € für'n Sachverständiger ausgeben.

Ich habe mir ein Haus gekauft; Bj um die Jahrhundertwende, war 3 Winter nicht beheizt. Der Wasserschaden war offensichtlich und abschätzbar.

Leider habe ich die Tapeten entfernt ...

Ein zu spät eingeschalteter Architekt meinte wohlwollend:
Abreißen.

Die Sanierungskosten übersteigen die ursprünglich veranschlagten 15000€ für die Renovierung um ein vielfaches.
Lt Architekt grob geschätzt 100 000. Aber mit viel Eigenleistung und ein paar Tricks, sowie mit vielen fachlich kompetenten Tipps dieses Forums bin ich bei weniger als der Hälfte der Kosten (Das ist immer noch 3x so hoch als veranschlagt).

Ich hoffe Du hast hier mehr Glück.

Laß Dich auch beim Notarvertrag beraten; von wegen versteckter Mängel und so.

Ich hatte das Haus von einem Rechtsanwalt mit Fachrichtung Miet- und Baurecht :-( gekauft.

Kompetente Beratung ist ihr Geld wert.

Viel Glück, Gruß Jürgen



Bild mit Titel versehen



Weiß jemand, wie ich zu den Bildern, die ich bei einer Antwort hochlade eine Beschreibung dazu machen kann?

Das Programm sucht sich ja wohl selbst einen Teil aus dem Text aus.

Gruß Jürgen



Billig



für Kölner Verhältnisse!
Geh doch mal mit jemanden der Ahnung von der Materie hat das Haus.4 Augen sehen mehr und 2 Nasen riechen mehr.



Die



ausführliche Besichtigung mit einem altbauerfahrenen Fachmann ist hier unbedingt anzuraten.
Nach der Beschreibung könnte es sich wirklich um ein Schnäppchen handeln. Bei dem beschriebenen Wandaufbau kann eine Dämmung der Wände erstmal hintenan gestellt werden. Besonderes Augenmerk verdient das neu gedeckte und gedämmte Dach. Offensichtlich wurde das als verkaufsfördernde Massnahme durchgeführt und deshalb auch "äusserst kostenbewusst" vergeben, sprich: hier waren Billigheimer am Werk, und leider gibts gerade in der Branche reichlich schwarze und dunkelschwarze Schafe.
Haarrisse im Aussenputz sind unproblematisch, viel wichtiger ist ein eventueller Fassadenanstrich. Bei Dispersionsfarben jeglicher Strickart kann das zu Feuchteschäden an der Holzkonstruktion führen.
MfG
dasMaurer





Hallo,

ohne besichtigung: Das ist der Typ RAD-Baracke, wertlos .
Das Ding hat Drittweltstandard, weswegen ich nicht mehr als den Grundstückswert + abgezinste Kosten des Kanalanschlusses ausgeben würde. Hat die Hütte überhaupt einen ?
Vorteil aber: eigenes Haus zum Nulltarif, in dem es zum Hausen langt. Aber jede Investition wäre weggeworfenes Geld.


Grüße



Danke für die "aufbauenden" Kommentare...



Bin ja froh das es also Sinn macht sich damit weiter zu beschäfitigen.
Also erst mal danke für die schnelle Hilfe.
Fachmann werden wir dann suchen. Wenn ich hier im Forum schaue, dann finde ich allerdings meistens Tips zu Leuten die sich warscheinlich eher mit klassischen Fachwerkhäusern mit Lehm und Stroh usw. auskennen.

Der Preis für das Haus ist natürlich nicht nur 30.000 da das Grundstück schön gross ist, aber eben 30.000 über dem reinen Grundstückswert.

Von wegen Wärmedämmung, die Wände sind allerdings nicht sehr dick. Ich habe das leider nicht nachgemessen.

In einem Raum im ober Geschoss war allerdings Styropor Tapete da kann man natürlich schön Mängel verstecken aber da war ein Loch in die Wand geschlagen worden um ins Innere zu schauen und ich habe da mal die Nase rein gehalten und nichts gerochen.
Ich habe mal ein Foto angehangen von dem Loch. War nicht nass und roch nicht auch wenn es abenteuerlich aus sieht.
Die Sauerkrautplatten waren wohl auch doppelt übereinander.
Der Balken sah aus wie neu, ebenso die Balken under dem Dach. Bin aber noch nicht rauf geklettert wegen der dummen Isolierung.

Noch eine Frage zum Verständniss. Grundsätzlich ist doch eine Styropor-tapete eher schlecht für das Gebälk wegen fehlendem Feuchtigkeitsaustausch oder doch nicht? Denn bei neuen Häusern ist innen ja auch eine Dampfsperre direkt unter der Vertäfelung?


So jetzt werde ich erst mal weiter lesen und mich weiter schlau machen, damit ich nicht noch mehr dumme Fragen stelle die womöglich schon zig Fach beantwortet wurden.
Also nochmals danke für die Hilfe, die ich (falls wir kaufen) sicher noch häufiger in Anspruch nehmen werde.
Gruss, KnolleP
PS:
Tips von wegen Sachverst. sind natürlich dennoch auch hier willkommen :o)



Neu oder alt ist egal



Hallo KnolleP,

genau wie für alte Fachwerkhäuser gibt's hier sicher auch Experten für jüngere Traumhäuser :-) Ansonsten einfach im Bekanntenkreis rumfragen, ob da nicht jemand einen guten Bausachverständigen oder Architekten kennt.

Loch in der Wand: Das klingt verdächtig danach, dass da jemand vor Euch auf die gleiche Idee gekommen ist da mal nachzusehen - und das Haus NICHT genommen hat.

Falls das Haus "durch" ist, kann ein fairer Kaufpreis auch Grundstückswert MINUS Abrisskosten MINUS Entsorgung eventuell schädlicher Materialien sein.

Zum Vergleich: Wir haben unser Haus mit kleinem Grundstück für einen Euro gekauft - fairer Preis für den Zustand, kein Schnäppchen! Uns kommt das Haus nach der Sanierung teurer als ein 08/15 Neubau. Und ja: Wir wussten das bevor wir gekauft haben (wobei wir hoffen, dass die Kostenschätzungen am Ende tatsächlich halbwegs hinkommen.......).

Viele Grüße

Dirk



Haus kaufen



Ich kann Ihnen eine Immobilienkaufberatung inkl. Bauzustandsbesichtigung anbieten. Weitere Infos sende ich an Ihre email-Adresse.



Wenn die Nase nichts riecht, muss das noch nichts bedeuten...



Bei einem Holzständerhaus BJ 1947 würde ich eine Schadstoffanalyse anstreben. Selbst wenn das Holz gut aussieht, kann dies durch toxischen Holzschutz erreicht worden sein.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



1947



1947 selbst waren die "guten Mittelchen" noch nicht auf dem Markt - da gab es ja gerade eben mal DDT, und auch das hatten nur die Amis. Holzschutz allenfalls mit Arsen/Chrom/Kupfer (das riecht man wirklich nicht, aber farbliche Veränderung am Holz, kann man sehen). "Moderne" Chlorchemie also höchstens im Nachhinein (PCP und Lindan gab es erst ab den Sechzigern).

Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass 1947 hochwertig gebaut wurde - damals war doch ganz Deutschland einig Ruinenland! Woher sollte denn da gute Ware kommen?

stt



Der Holzschutz muss ja nicht sofort aufgebracht worden sein....



... gerade weil in dieser Zeit aus Mangel alles verbaut wurde, was irgendwie noch etwas Konstruktives hergab, kann es durchaus sein, dass man später um so mehr mit Imprägnierungen, etc. gearbeitet hat.

Wenn z.B. Schwarthölzer mit Rindenanteil noch wie neu wirken, dann liegt das nicht immer an der optimalen Umgebungsfeuchte sondern evtl. an einer aufgebrachten Chemiekeule.

Grüße

Frank