Ist das aufsteigende Feuchtigkeit? woran kann ich es erkennen

12.12.2010



Hallo, also in einem Zimmer sieht man an der Tapete so leichte grauen punktförmige Flecken. Alle sind ca. auf der gleichen Höhe.

Von Aussen sieht das etwa so aus, wie im Bild.

Dann kann es nur aufsteigende Feuchtigkeit sein, oder?
Komischerweise, würde ich es so verstehen, zeigt auch eine andere Wand diese Flecken, obwohl die Seite von Haus 100% überdacht ist. Wasserrohe etc. werde dort nicht ins Reich abgelassen.

Trotzdem aufsteigende Feuchtigkeit möglich?

Was kann ich dagegen tun.


Grüße



Nach der



Beschreibung, würde ich auf Schimmel tippen.
Mach doch mal ein Bild davon.



Tja,



und Schimmel braucht Feuchtigkeit ;-)).
Ich tippe hier mal auf einen Zementputz und eine "schöne, dichte" Fassadenfarbe. Und schon kann das anfallende Kondenswasser nicht mehr ausreichend nach aussen abtrocknen und im Lauf der Zeit kommt es zur Durchfeuchtung der Wand.
MfG
dasMaurer





Durchfeuchtung der Wand, wie von Herr Warnecke beschrieben und dazu noch die derzeitige Witterung machen den Rest.

Feuchtes Mauerwerk kann nicht mehr warm werden und somit folgt Kondeswasserausfall an der Wand.



dann werde ich



wohl durch ein Injektionsverfahren versuchen, die aufsteigende Feuchtigkeit zu stoppen?? oder.

Viele Grüße & Danke



pardon



aber eine Mumifizierung des Mauerwerks denke ich ist hier nicht notwendig, zumal ein solches Verfahren nicht mehr rückgänig zu machen ist.
an ein Putzaustausch ist dann nicht mehr zu denken.



Falsch verstanden ;-))



Die aufsteigende Feuchtigkeit ist nicht das Problem. Den Aussenputz und den Anstrich entfernen und erstmal trocknen lassen. Und frühestens in einigen Wochen mit einem Kalkputz und diffusionsoffenem Anstrich wiederherstellen. Und dafür sorgen, dass auf der Innenseite die Möbel mindestens 10 cm von der Aussenwand weg sind.
MfG
dasMaurer





Hallo Sandra,

beschreibe doch mal den tatsächlichen Wandaufbau:
- Welcher Innenputz ?
- Welches Mauerwerk ?
- Welcher Außenputz ?
- Welche Farbe ?

Gibt es dieses Schadensbild noch an anderen Stellen am Haus oder nur hier am Pflanzbeet? Mit mehr Bildern - auch von weiter weg - lässt sich die Lage besser einschätzen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Ich würde



auch empfehlen den Putz erst mal zu entfernen und abzuwarten.

Grüße





Bevor Sie hier rumdocktorn empfehle ich Ihnen eine Feuchtebilanz anfertigen zu lassen. Dann wissen Sie wie das Mauerwerk instandgesetzt werden muss oder sollte.


Grüße aus Schönebeck



Nun habe ich Fotos...



Hallo, nun habe ich mal Fotos gemacht.
Einmal von der Aussenwand, und wie es von innen aussieht.

Bitte um Tipps - warum sind innen die dunklen Flecken?

Grüße & Danke



von Innnen sieht es so aus



von Innen so:





Hallo Sandra,

die fotografierte Stelle ist eine andere als auf dem ersten Bild. Hier scheint es sich um Zement- oder Kalkzementputz zu handeln.

Wichtig sind die Materialien, die hier verbaut wurden:
- Welcher Innenputz ?
- Welches Mauerwerk ?
- Welcher Außenputz ?
- Welche Farbe ?

Ohne Kenntnis über die Materialien kann man nicht sagen was in der Wand passiert und ohne es gesehen zu haben ist eine genaue Diagnose schwierig. Die Wand ist feucht und muss abtrocknen. Ich würde beginnen die Tapete und den Sockelputz abzunehmen. Eine chemische Behandlung der Wand kann den Schaden noch vergrößern.

Die empfohlene Erstellung einer Feuchtebilanz wird keine wesentlichen Informationen zur Instandsetzung liefern.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Herr Kornmayer,

warum soll eine Feuchtebilanz keinen Aufschluss auf die notwendige, oder besser Zielführende, Instandsetzung liefern?
Schließlich liefert eine solche Bilanz die verlässlichsten Angaben über die Ursachen von Feuchteschäden.

Grüße aus Schönebeck





Bei der Erstellung einer Feuchtebilanz werden Feuchteströme und Feuchteproduktion innerhalb eines Raumes ermittelt. Also =>
- Wasserdampf-Diffusionsstrom durch Bauteile
- Feuchteaustausch durch Lüftung
- Produktion aus Waschen, Kochen, Menschen, Pflanzen
-

Bei der Durchführung der Bilanzierung werden die zu- und abgehenden Ströme/Mengen berücksichtigt. Es werden immer stationären Randbedingungen angenommen. Das Ergebnis wird wie alle Komponenten in kg/s ausgeworfen und sagt nichts über dem Umgang mit den Bauteilen aus. Bei der Bilanzierung gehen Parameter wie Bauteiltemperaturen (Kondensatbildung), Heizen und Materialien nicht in de Wertebildung ein, das ist auch nicht das Ziel.

Eine positiver Wert einer Bilanzierung gibt den Hinweis dass man das Lüftungsverhalten ändern sollte. Bei feuchten Bauteilen zu dieser Jahreszeit ist das immer ein Hinweis die Feuchte der Raumluft zu kontrollieren und vernünftig zu lüften.
Um hier wirklich etwas sagen zu können muss man die Wandmaterialien, Raumnutzungen der betroffenen Räume, Raum- Bauteiloberflächentemperaturen, Heiz- und Lüftungsverhalten, etc. kennen. Alles andere ist trübe Glaskugeldiagnose.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Herr Kornmayer,


dann lassen Sie sich mal am 25. und 26.03.2011 im HBZ Münster eines besseren belehren.
Das ganze Programm kostet 350,- + Tüv Prüfungsgebühr 250,-

http://www.dhbv.de/index.php?menuid=0&reporeid=80

Grüße aus Schönebeck





Verehrter Herr Struve,

wenn Sie dort waren haben Sie das Thema vielleicht nicht bis zum Ende durchdrungen. Der Begriff Feuchtebilanz ist feststehend. Eine Bilanzierung kann nur ein Teilaspekt der Betrachtung sein. Eben dies geht auch aus der Aufstellung des von Ihnen benannten Seminars hervor. Das ist Stoff aus meinem Grundstudium.

Möglicherweise meinen Sie ja etwas ganz anderes?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Warum denn so stachelig Herr Kornmayer?

Ich meine so was hier, und ich meine das Thema auch schon soweit begriffen zu haben und das ganze auch ohne Studium und ohne Besuch dieses Lehrgangs.

http://www.baufachinformation.de/denkmalpflege.jsp?md=1988017185238


Grüße aus Schönebeck

[pubimg 23962]



stachelig



Zitat:"... empfehle ich Ihnen eine Feuchtebilanz anfertigen zu lassen. Dann wissen Sie wie das Mauerwerk instandgesetzt werden muss..." => hilft da halt nicht wirklich weiter.

Bevor man eine Maßnahme empfiehlt sollte diese auf die Sinnhaftigkeit im Kontext überprüft werden und das erfordert einfach genaue Kenntnis über den Sachverhalt. Die liegt in diesem Fall nicht vor.
So gesehen habe ich dann tatsächlich einen Igel in der Tasche. Der sitzt dann auf dem Portemonnaie des Auftraggebers.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Herr Kornmayer,

eine Feuchtebilanz ist ohne die genauen Kenntnisse nicht möglich, diese erlangt man ja bei der Bilanzierung.
Sonst wäre es nämlich keine BILANZ.

Im übrigen habe ich keine Maßnahme empfohlen, sondern einen recht wichtigen Teil der Diagnose.

Alles andere ist stochern im trüben.



Grüße aus Schönebeck



also dahinter habe



hallo,
ich habe mal hinter der Tapete geschaut und habe eine Rigipsplatte mit Styroporisolierung gefunden.

Soll ich mal den ganzen Rigips da rausschmeissen, Lüften abtrocknen lassen und dann neu tapezieren?

Grüße



Ja



unbedingt!



und dann



meint Ihr und dann wäre das Problem erledigt??
Ohne Hellsehersiche Fähigkeiten zu fordern :-)

2.Frage: Kann ich problemlos Rigibsplatten (imprägniert) ohne Styropur wieder notfalls davor anbringen?

oder wieder schimmelgefahr?

Grüße



Voraussichtlich wieder Schimmelgefahr



Es bleibt die Frage nach dem Wandaufbau. Jetzt kommt Rigips und Styropor zutage, was befindet sich für ein Putz dahinter? Aus welchem Material wurde die Wand gemauert, wie dick ist diese etc. ...

Zum einen kann sich Kondensat zwischen der gedämmten Gipskartonplatte gebildet haben zum anderenbefindet sich außen möglicherweise ein sperrender putz mit sperrende Endbeschichtung. Auf Dauer kommt dann mehr Feuchtigkeit in die Wand als diese wieder aus ihr heraus kann. GK-Platten gehören dort nicht hin.

Eigentum oder Miete?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



es handelt sich um Eigentum



Hallo, es handelt sich um ein Eigentum.

Ich werde mal die Rigipsplatten abmachen und dann ein Foto einstellen. Vielleicht könnte Ihr mir dann weiterhelfen?

Danke und sehr viele Grüße



komisch



Hi, also hinter der Tapete war wie gessagt Styropor.

Jedoch am Styropor waren keine Pflecke. Sondern nur auf der Tapete, was heisst das nun? Kein Schimmel?





Hallo Sandra,

dies war dann nun der erste Schritt. Ohne es gesehen zu haben könnte das ein rein oberflächlicher Befall sein, was auf Kondensat schließen lassen kann. Es ist aber einfach zu wenig bekannt um etwas genaues sagen zu können.

- Seit wann gibt es die Flecken
- Wie dick ist das Styropor
- ....

Auch verbleiben noch immer die gleichen einleitenden Fragen nach den Materialien und den jeweiligen Schichtstärken:

- Welcher Innenputz ?
- Welches Mauerwerk ?
- Welcher Außenputz ?
- Welche Farbe ?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer