Boden,Wand,-Dachaufbau Bauwagen

19.12.2009



Hallo zusammen. Bin soeben dabei, meinen 8,00x2,50m großen Anhänger neu aufzubauen bzw. in Stand zu setzen und wär grad dankbar für ein paar fachlich Tipps. Bis auf Ständerwerk 60/60 und von aussen direkt aufgeschraubte Alu-Platten ist alles entfernt.

Zum Dach(norm. Schrägdach): auf den 60/60 Hölzern sind Schalbretter verschraubt. Diese sind nicht ganz gerade, so dass durch die entstehende Längsfuge Luft entweichen kann/könnte. Auf den Brettern ist eine Bitumen-Dachbahn genagelt. Dann Konterlattung, Traglattung, Bitumen-Wellplatten.
Unter der Bitumen-Dachbahn soll nun zwischen den "Sparren" gedämmt werden. Steinwollwe, Dampfbremse, Nut/Feder?

Die Wände: das von aussen aufgeschraubte Alu soll durch eine Stülpschalung (waagerecht) ersetzt werden. Gedachter Aufbau von innen: Nut/Feder oder osb, Dampfsperre, 60er Ständer mit Steniwolle gedämmt, Dampfbremse, Traglattung senkrecht, Stülpschalung?

Der Boden: die Konstruktionshölzer liegen im Abstand von ca. 60cm auf dem Fahrgestell des Anhängers auf. Hier wurde mir empfohlen, einfach von unten und oben osb-Platten aufzuschrauben und mit Perlite-Schüttung zu isolieren.

Da ich momentan etwas verwirrt bin, hinsichtlich einiger absolut wiedersprüchlicher Beratungen wär ich dankbar, vielleicht auf diesem Weg ein paar hilfreiche Tipps mitzubekommen. Mir gehts um den Aufau von Boden, Wand, und Dach. Geeignete Dämmstoffe, Dampfbremse ja/nein usw. ...

Vielleicht hat ja wer Erfahrung, die er bereit ist weiterzugeben. Würde mir sehr weiter helfen.

Grüße aus Franken......

P.S. der Wgen soll 6-8Monate im Jahr bewohnt werden. Auch im Winter. (zwecks Dampfbremse, Isolierung...)



Wagen bauen



Hallo,

ich kenn mich mit dem Bau von Häusern und auch ein wenig mit dem Bau von kleinen Booten aus, Wagen hab ich noch nicht gehabt. Deshalb vorab ein paar Fragen :
- wird der Wagen bewegt oder ruht er mittels "eigener Schwerkraft" auf untergestellten Böcken oder Fundamenten und fällt damit unter die Bauordnung ?
- wovon wird der Wagen denn gezogen ? Es macht einen Unterschied, ob er mit 80 kmh über die BAB gezogen wird oder von einem Pferd über Feldwege.
- welche Rolle wird das Gesamtgewicht spielen ? Welches Gewicht darf nicht überschritten werden ?
- muß alles in Holz aufgebaut werden (Gewicht) oder kann
mit kaltverformten Stahlprofilen (früher:Bandstahl-Leichtprofile) konstruiert werden ?

Grüße vom Niederrhein





Dieses Thema mit Bauwagenausbau hatten wir hier schonmal, wurd viel tamtam gemacht. Zum Schluß kam raus das der Elefant nur ne Mücke war.
Egal was man sich an so´nen Wagen baut, man sollte immer bedenken das der für zusätzliches Gewicht garnicht ausgelegt ist. Genauso wie für irgendeinen Dämmwahnsinn.
Es wird hier wieder darauf hinaus laufen, das unmengen an Tips,Normen,Vorschläge und kuriositäten zum vorschein kommen.

Pack ein wenig Dämmung rein, eine Dampfbremse,schöne Verkleidung und gut is.



Bauwagen



Ich kenne mich mit so was auch nicht aus, aber wenn ich lese, das der Wagen aus einem hölzernen Ständerwerk mit Alubeplankung besteht, dann weiß ich das diese Beplankung den Wagen zusammenhält und versteift.
Eine Stülpschalung kann das nur in begrenztem Maße.
Fahrzeugaufbauten verzichten auf diffusionsoffene Bauweise, bei den kleinen Kubaturen muß die Feuchte durch Lüftung herausgebracht werden und nicht durch Diffusion.
Rein gefühlsmäßig würde ich an der Außenhaut nichts machen, solange die dicht ist.
Innen Dämmung zwischen die Holzprofile, dann stabile Platten aufbringen, die das Tragwerk zusätzlich räumlich versteifen und die dampfdicht sein müssen, wenn keine Dampfsperre eingesetzt wird.
Das Raumklima kann ich nur über Heizung/Lüftung regeln, nicht über die Wand.
Deshalb versuchen Sie nicht, daraus ein rollendes Fachwerkaus zu machen.
Bei den paar m³ umbautem Raum ist die Dämmung und damit der Energieverbrauch ohnehin kein Thema.
Zum Status eines Fahrzeuges hat Dietmar schon geschrieben.
Auf keinen Fall sollten Sie einen Rauchmelder und einen leistungsfähigen Feuerlöscher vergessen aufzustellen!

Viele Grüße



Bauwagen



Bilder des demontierten Bauwagenschmuckstücks wären nicht schlecht, da kann man sich vielleicht etwas mehr vorstellen was Sie tun wollen.

Grüsse



Moin Miteinander,



da haben wir ja mal wieder eine schöne Gerüchteküche hier:

@Lieber Fragesteller: Bitte erstmal 2-3 Fotos, damit man sehen kann, was für ein Wagen das mal war, vorher keine Tips von mir, ätsch...;-)

@Sascha: Ein Zirkus- oder Packwagen hat (je nach Bauart) mit 6-20 to normalerweise kein Problem - da kannst du auch mit Bleiplatten dämmen....am Berg wirds dann halt zäh zum ziehen....

@Georg: Alte Zirkuswagen waren durchaus diffusionsoffen, solange sie noch mit Öllack gestrichen waren. Vor Bitumen- bzw. Blechdächern war sogar die Dachkonstruktion diffusionsoffen aus Leinen-Plane mit Ölfarbe gestrichen. Hier wurden dann oft dieselben Fehler gemacht, wie typischerweise bei Fachwerkhäusern auch....innen offen, aussen dicht, dazwischen irgendwann morsch....

Die Dämmstoffdicke macht hier essentiellen Wohnkomfort, oder du kannst bei derzeitigen Temperaturen mit Wollmütze schlafen.....Problem sind die maximalen 2,50m Breite, d.h. je Dämmung desto Innenraumverlust.

Der Energieverbrauch liegt logischerweise deutlich über dem eines vergleichbaren Zimmers, da ein Wagen 6 Aussenwände hat, keine Nachbarn drunter oder nebendran, geschweige denn nennenswerte Speichermasse. Bei Gasheizung bedeutet das ca. 11Kg/ Woche, bei derzeitigen Temperaturen auch gern das doppelte und dann isses noch nicht wirklich kuschelig.....

Rauchmelder halt ich für Unsinn, das gibt nur laufend Fehlalarm, Feuerlöscher is ne Frage des persönlichen Sicherheitsempfindens - ich bin die 6 Jahre im Wagen bestens ohne ausgekommen (wie übrigens auch ohne Ofenblech, aber das schreib' ich hier natürlich nicht rein ;-)

Grüsse, Boris



Boden,Wand,-Dachaufbau Bauwagen



Hallo, erst mal danke für die schnelle Anteilnahme.

Der Wagen soll einmalig per Tieflader transportiert werden.Rangiert wird mit Unimog oder Allradschlepper. Beweglich/Fahrbar muss er also bleiben.Das mit dem Gesamtgewicht ist so eine Sache. Grundsätzlich so leicht wie möglich. Da das Fahrgestell des Anhängers(2Achser,8fach bereift) aus "massivem" Stahl geschweißt ist, sollte diesem allerdings doch auch etwas zuzumuten sein.Der Wagen war vorher in 3Räume geteilt: 4-Bett SZ,Küche,Wohnraum samt Sitzecke, Ofen, Türen etc, mit undefinierbarem, schwerem Material gedämmt und bis auf den Boden(Rauhspund) mit N/F Brettern verkleidet.In deisem Zustand lief er wunderbar einem 7,5t hinterher(80km/h).
Innen möchte ich mit Holz arbeiten (osb-N/F). Aussen ist mir das prinzipiell egal. Ich dachte Holz, da sich das jetzige Alu-Blech im Sommer furchtbar aufgeheitzt hat. Lässt sich ja bestimmt mit einer Hinterlftung verbessern..?

Da das Ständerwerk gut verarbeitet wurde (traditionelle Holzverbindung) und auch zwei "Stichwände" eingezogen wurden, ist das Ganze in sich schon stabil.

Was gibts denn für Vorschläge in Sachen Material für den Wandaufbau? (osb,N/F,Steinwolle,Glaswolle....)

Danke für die schnellen Antworten. Bilder gibts leider keine.

MfG



hi



ich würde Mineralwolle höchstens für nen Standwagen nehmen - hier bei verwendung von Dampfbremse/Sperre aber dann zwingend eine Hinterlüftung verbauen (Löcher in den Boden, abstand zur Aussenhaut)

In FAhrzeugen würde ich PE35 oder ähnlich vollflächig verkleben (ohne Dampfbremse, etc...)

Gruss

Micha



Moin FFFFB,



das mit dem einmalig ist vielleicht etwas kurz gedacht....schon öfter haben unvorhergesehene Ereignisse Wagenbewohner zum Umzug gezwungen. Wenn irgend möglich also einen fahrbereiten Zustand erhalten = sauber am Rahmen aufbocken = Federung und Reifen entlasten - nicht grossartig über die 2,50 breite hinausbauen.

Mit Zwillingsbereifung auf beiden Achsen dürftest du dir ums Gewicht keine Sorgen machen. Vielleicht findest du an der Deichsel noch ein Typenschild was dir Hinweise auf das zulässige Gesamtgewicht gibt.

Bauweise entweder ganz dicht oder dampfdiffusionsoffen. Wenn du das Alu dranlässt innen Folie rein und alle Ritzen und Kanten akribisch dichten. Dann würde ich aber eher Styro nehmen: ist angenehmer zu Verarbeiten und sackt garantiert nicht nach.
Boden mind. 10cm dämmen - nach unten hast du ja Platz.

Decke brauch' unbedingt Folie nach innen und willst du wirklich die Miwo über Kopf verarbeiten...?

Gegen sommerliche Hitze hilft zuallererst ein weisses Dach - ich hab mein Bitumendach damals einfach gestrichen - hält nicht ewig, tut aber.

@Micha: Wozu soll die Hinterlüftung gut sein?

Gute gelingen, Boris



.



hab schon viel Mineralwolle in Fahrzeugen gesehen - da wo hinterlüftet aufgebaut war oder ganz ohne Dampfbremse war die Wolle auch nach 30Jahren augenscheinlich noch ok - Mit Folie hats meist "geschwommen" da die Aussenhaut diffusionsdicht ist.

Gruss

Micha



Wagen



Hallo,

ich würde aus der ganzen Kiste erst einmal Gewicht herausnehmen, und zwar wie im Bootsbau da, wo es zu Instabilitäten führt, nämlich oben.
Als Dämmstoff käme ausschließlich Multi-Foil-Isolierung in Frage, weil nahezu gewichtslos im Vergleich zu bauüblichen Dämmstoffen. Darunter versteht man Aluminiumfolie und Isolationsfolien im Wechsel. Besonders hochwertige Folien haben Silberbedampfte Folien und Aerogel-Zwischenlagen.
Der u-Wert liegt bei 10 bis 30% eines bauüblichen Dämmstoffes. Entsprechend spart man Dicke und Gewicht.
Die Folien sind im selbstdurchgeführten Feuerzeugtest selbstverlöschend. Gleichzeitig sind sie Dampfsperre.

Holz halte ich als Spant bei einem Wagen auch nicht für das nonplusultra. Kaltverformte Stahlbleche sind wesentlich effizenter. Und als Innenbeplankung käme kein OSB in Frage, sondern allenfalls 5 mm - Birkensperrholz, wenn ich geizig sein will, als Wegerung, in Form einer Sparschalung.
Außen ist Aluminium in Ordnung und steift auch richtig aus.
Auf Stahl würde ich Nieten (Edelstahlnieten).

Viel Vergnügen !



Äh Dietmar,



was hast du denn die ganze Zeit für ein Gewichtsproblem? Die Kiste soll doch garnicht fahren......

Und wat kost dat dolle Zeug auf Maß pro qm?

Fragende Grüsse, Boris