Außenfassade Giebel Verblenden

31.03.2016 Herbert40



Hallo Leute,

Da ich innen nun fast fertig bin, wollte ich dieses Jahr nun endlich an die Außenfassade gehen. Die Giebel sollen mit Schiefer verblendet werden.
Zur Zeit habe ich noch Eternitplatten dran. Darunter ist eine Sparlattung von 3 x 5 in 30cm Abstand. diese ist noch sehr solide und sollte drunter bleiben.
Hierauf wollte ich nun OSB als Unterkonstruktion bringen dann eine Unterspannbahn und hierauf die Schiefer.
Meine Frage ist nun:
Wie stark muss die OSB mindestens sein? Wie am besten die Schiefer befestigen (Kupfernagel oder Schrauben)? Und auf was sollte ich unbedingt achten bei der Anbringung von den Schieferplatten?
Ich muss dazu sagen dass ich keinen blassen Schimmer hiervon habe bis auf den normalen Menschenverstand. ?
Wenn jemand damit schon Erfahrungen hat bin ich für jeden ratschlag dankbar?

Gruß Herbert





Die OSB-Platten sollten so gelagert sein, das sie beim Nageln des Schiefers nicht federn, also von der Befestigung der bestehenden Unterkonstruktion abhängig.
Hier schon der Ansatz zur Befestigung: Schiefer wird genagelt, mindestens ein Cu-Nagel pro Platte(Beständigkeit 100 Jahre).
Lässt sich aber auch Schrauben an schwer zugänglichen Stellen, aber mit Vorsicht, und bevorzug mit Edelstahlschrauben.

Holger Heerdegen
Tischlerei und Restaurierungswerkstatt



Außenfassade Giebel Verblenden



Hallo Holger,

das die nicht federn sollten ist mir schon klar. Da hier vorher Eternietplatten draufgenagelt waren werden die hoffentlich ok sein. Das muss ich aber noch genau prüfen. Vorher war aber auch der Ganze Dachboden offen, sprich es war keine Wand dahinter. Ich habe der weilen eine Lehmwand von innen Vorgemauert die bis an die Lattung heran geht. So wird das eventuelle federn weiter minimiert sein.
Zu den Kupfernägeln. Mein Nachbar hat auch mit Kupfernägel gearbeitet. Darunter Sparschalung. Nun lösen sich die Nägel aber nach und nach und das ganze fängt an zu Klappern.
Gibt es Unterschiede beim Schiefer? Ich meine z.B. von der Herkunft? Der schiefer aus Spanien ist z.B. wesendlich günstiger als der aus Deutschland.


Gruß Herbert



Naturschieferverlegung



Zur Technik, Befestigung etc findest du hier alle Infos:

http://www.rathscheck.de/images/download/de/Schiefer-Verlege-Bibel.pdf

Deren Schiefer ist sicher sehr gut- für eine untergeordnete Fassade ist günstigerer Schiefer aber auch geeignet.
Ich hatte teilweise welchen von Magog genommen.

In meinem Profil ist ein Schieferdach mit eingebundenen Gauben zu sehen.

Willst du nicht wenigstens vorher die Fassade etwas dämmen?
jetzt ists problemlos möglich.

OSB würde ich nicht verwenden, besser eine Sparschalung, oder wie bei unserem abgebildetem Dach 24 mm Rauhspund-Bretter als Unterkonstruktion verwenden.

Die Fensterlaibung würde ich mit einem weißen Holzbrett herstellen und die Schieferplatten darüber stehen lassen.
Vorher die Fensterbank befestigen und die Schiefer hier ausklinken.

Wenn du den Umgang mit Schieferhammer und Haubrücke nicht gewohnt bist die Ausklinkung besser mit dem Winkelschleifer herstellen.
Alles sichtbaren, unteren Kanten aber mit Schieferhammer schlagen, sonst siehts häßlich aus.

Andreas Teich



was



Spricht denn gegen OSB ? Der Giebel ist von innen mit Holzfaser isoliert.



Giebelbekleidung



OSB kann man nehmen, mindestens 22 mm stark.
Würde ich aber nicht nehmen. Geeignet ist entweder eine vollflächige Schalung oder eine Sparschalung. Einfaches Schalholz (TaFi ungehobelt, besäumt nach DIN 4071, Sortierklasse S10, Regelbreite zwischen 80 und 140 mm, Dicke 24 mm.
Die Hinterlüftung nicht vergessen.
Befestigung mit Decknägel in Kupfer oder verzinkt. Oder mit Edelstahlschrauben. Beides erfordert Übung.
Viel Erfolg.



OSB nur n Ausnahmefällen



Siehe S. 13 der verlinkten Verlegeanleitung, dort sind Holzwerkstoffplatten nur als Ausnahmefall angegeben.

OSB quillt bei Nässe sehr stark, hat einen variablen, meist unbekannten Sd-Wert, kann abschiefern, ist unhandlich auf dem Gerüst,
bei billigen Platten ist die Qualität fraglich- ohnehin sind für diese Anwendung nur OSB 3 oder 4 zugelassen.

Ich würde allenfalls 3-Schicht-Platten verwenden, die aber teurer und noch unhandlicher sind.
Am dauerhaftesten ist Lärche-vielleicht bekommst du die günstig-die optische Qualität ist nebensächlich.

Bretter mindestens 24 mm dick und 12 cm breit (sonst zu instabil und auch Nagelung im Fugenbereich bzw zu dicht an den Kante wahrscheinlich)

Besser Nageln statt schrauben, anderenfalls lassen sich im Reparaturfall die Platten nicht mit dem Nagelzieher lösen.


Andreas Teich



Manchmal hatten die Altvorderen schon gute Lösungen



Auf der Wetterseite und klassischen deutscher, Universal oder englischer Deckung keine Sparschalung. Das wird mit Kupferstiften immer zum Klappern führen und damit zu einer deutlich herabgesetzten Nutzungsdauer.
Schrauben ebenso. Die Schraube hält, aber der Schiefer geht kaputt.
Vollschalung mit diffusionsoffener Unterspannbahn und Kupferstiften ist die dauerhafteste Lösung.

OSB läßt sich besch... nageln mit Kupferstiften.
Wetterseite, insbesondere bei zu erwartet hohen Windlasten, auch nicht schrauben.
Zunächst wird man einen höheren Schieferverbrauch haben, weil man beim Schrauben zu viel kaputt macht.
Zweitens scheint der Schiefer zwar besser befestigt, wird aber mit der Zeit sich freiarbeiten und dann an der Schraube ausbrechen.

Back to the roots. Vollschalung, diffusionsoffene Unterspannbahn und dann Kupferstifte. Am Ende auch nicht teurer aber dauerhafter als mit OSB und Schrauben.



Rathscheck ist gutes Stichwort



Schaut mal auf http://www.rathscheck.de/
Da erscheinen mittig auf dem Bildschirm 5 Punkte zum Bilder durchklicken. Drückt mal auf Punkt 2. Das mit der Rechteck-Doppeldeckung an Wand und Dach hat der gute alte Methusalem gebaut. Unter dem Reiter Einfamilienhäuser sind noch mehr Bilder davon. """Ende der Werbedurchsage



Schieferdeckung



@ Methusalem
Sehr schön.

Hier sind noch ausreichend Infos zum Nachlesen

http://www.dach.de/eindeckung/schiefer/schiefer-verlegung-stand-der-technik/



Ich bin immer wieder



sehr beeindruckt, welches Wissen hier im Forum, im Gewerk Dach und Wand übermittelt wird.....

Zum Thema Schiefer kann ich da nichts mehr beitragen....

( Zur Schieferbearbeitung gibt's da noch die Schieferschere mit Locher, als bessere alternative zur Flex....)
Befestigung mit verzinkten Schiefernägeln geht auch.
Schieferplatten vor Befestigung, eventuell noch durch Klangprobe testen, so lassen sich defekte Platten frühzeitig erkennen.
Weiterhin sollte noch auf Plattenwölbungen, Spaltdicken und Wassereinträger sowie Einschlüsse geachtet werden.
Nur genagelte Schieferfassaden werden immer nach ein paar Jahren anfangen zu klappern, da macht der klevere Heimwerker unter jede Platte etwas Silicon....

So und jetzt mal im ernst, Schiefer ist eigentlich zu anspruchsvoll für jemanden ohne blassen Schimmer davon.
Holen Sie sich einen Dachdecker dazu.

Mir persönlich würde ein Behang mit Hohlfalzdachziegel an ihrem Giebel besser gefallen .

Zum Foto sag ich jetzt mal nichts.

Mit besten Grüssen Danilo



Schieferwandbekleidung



@ Danilo
Die Wandbekleidung gefällt mir.
Der Ortgang aber nicht;-)



Unterkonstruktion



Erstenmal vielen Dank für die ganzen Infos. Ich weder mich dann wohl für eine 24 er Schahlung entscheiden. Ich habe ja nun eine Latten schon dran. Die will ich gleich als Hinterlüftung lasseb. Diese ist aber wagerecht. Ist das ein Problem wenn ich die Schalung senkrecht anbringe?
Gruß Herbert



Warum nicht einfach eine Holzfassade?



Hallo Herbert,
warum den Aufwand mit den Schieferplatten?
Wie wäre es mit einer simplen Boden-Leisten odern Boden-Deckel-Schalung aus Lärche? Würde sicher auch gut zu deinem Schlössschen passen.

Grüße von vor´m Deister.
Ist das OG schon wohnfertig?



Lärche am Giebel



Hat mein Nachbar und das sieht aus wie ne alte Scheune. :-(. Nein oben ist noch nicht ganz fertig. Da ich aber nicht weiß wie das Wetter dieses Jahr wird werde ich jeden schönen Tag für außen nutzen. Wenns regnet gehe ich halt rein und mach oben weiter. Gruß auch an die bessere Hälfte :-)





in unsere Breiten gibts auch oft einen Gielbelbehang mit Tonziegeln,

allerdings erscheint mir insgesamt der Dachüberstand zu knapp.
Die Tropfkante vom Behang (wie auch immer) sollte ja das Wasser nicht dierekt an die Fassade leiten, insbesondere wenn das FW sichtig bleibt.
Wenn verputzt wird, oder gar gedämmt fehlen nochmals ein paar cm.



Hinterlüftung



Die waagerechten Latten sind nicht für die Hinterlüftung geeignet.
Dazu mindestens 30-50er Latten senkrecht montieren und darauf die 24er Schalung waagerecht. Den offenen Raum unten und oben mit Lochblech verschließen; dabei auf die Mindestlüftungsöffnung von 0,1% unten und 0,125% oben der Wandfläche achten.