Wenn der Vorbesitzer schon (leider!) außen am Fachwerk mit Styropor gedämmt hat,

29.01.2009



wie sollen die Innenseiten der Außenwände aufbaut werden?
a) Badzimmer
b) Schlafzimmer
c) Spitzboden Giebelwand

Ich überlege für b) und c) Lehmputz, evtl 20mm HWFPlatten darunter als Putzträger. Allerdings erst nach Entfernung vom alten Putz.
Für c) Kalkputz vom Profi, um die Badewanne (wird auch geduscht) Fliesen bis halbe Zimmerhöhe, plus Feuchtigkeitsgesteurte Lüftung direkt nach außen. Hier habe ich ein schlechtes Gefühl wenn sowohl innen (Fliesen) als auch außen (Styropor) dicht wäre. Evtl. Hinterlüftung?
Dampfbremse?
P.S. Warum sind solche Dämmsünden nicht strafbar?
Grüße aus den Süden



Wenn man



sich in den Finger geschnitten hat, kann man natürlich ein Pflaster schlucken, helfen wirds nicht. ;-))
Die Schäden, die am Fachwerk durch ein WDVS verursacht werden, lassen sich durch Massnahmen auf der Innenseite nicht unterbinden. Also runter mit dem Zeug, und zwar schnell, denn Erfahrungen haben gezeigt, dass bereits nach 10 Jahren das Fachwerk, das ja hier statisch relevant ist, gravierend zerstört war.
Entweder eine geeignete Aussendämmung wählen oder eine geeignete Innendämmung. Entscheidend ist ein diffusionsoffener und homogener Aufbau.
MfG
dasMaurer



Wenn's außen schon so ist...



...dann eher über die Beseitigung dieser Dinge erst einmal einen Plan machen.
Styropor am Fachwerk fällt früher oder später eh auf die "Füße".

nachdenklicher Gruß,
Udo



Danke für die Antworten aber...



Da wir vielleicht in zwei Jahren wieder umziehen müßten, bin ich nicht bereit das Haus komplett neu zu sanieren.
Was würde es grob kosten ein 100m2 REH in EG, OG, und DG vom Styropor zu befreien und womöglich Ausfachung verbessern und dann eine passende Außendämmung und Putz aufbringen zu lassen?
Ich als einzige in der Reihe habe den Sandsteinsockel wieder befreit (bei uns 4cm Zementputz), aber irgenwann hört es auf.
Da die Innenwände eh an manchen Stellen beschädigt sind und ich eine Entscheidung treffen muß, möchte ich wissen, ob es besser wäre, die Wände wieder dicht zu machen/lassen (=Glasfasertapeten und Dispersionsfarben), oder an diesen Wänden die Tapeten vollends runter zu reißen und diffusionsoffen zu gestalten (z.B. Lehmputz).
Wäre dankbar für Meinungen.
Ian



Wenn in 2 Jahren



ein Umzug geplant ist, wird jede bauliche Massnahme viel zu teuer. Eine vernünftige Wärmedämmung braucht schon ein paar Jahre, um sich zu amortisieren. Und eine Wertsteigerung, die sich beim Verkauf rechnet, wird sich gegenüber dem jetzigen Zustand nicht realisieren lassen. Es wäre rausgeschmissenes Geld.
MfG
dasMaurer



Und troztdem muß ich irgendwie entscheiden



wie die Giebelwand von innen aussehen soll. An manchen Stellen ist die (Glasfaser!)Tapete so beschädigt oder mit 10 Schichten Dispersionsfarbe darauf, dass ich es so nicht lassen will. Also nochmal: diffusionsoffen oder dicht?



Difussionsoffen!!!!!



Immer difussionsoffen und dann aber so, dass es noch ästhetisch und etwas ansprechend wird und auch eben nicht zu teuer.
Habe ich Sie da richtig interpretiert?
Vielleicht ein Bild von der Situation mit dazu, bitte.

Ist es eine Mietwohnung?

Grüße Udo Mühle



Foto von DG Giebelwand



Danke vielmals für die Antwort.
Das Haus gehört uns!
Hier ein Bild als Beispiel. Leider auf der Seite gedreht. Wegen Arbeit an der Elektrik ein Schlitz um alte Kabeln abzuklemmen. Ca. 5-6 cm. Putz, Kleber, 0,5 cm Kork, Kleber, Glasfasertapeten, Dispersionsfarbe. Rechts ist die DB+ von den Dachschrägen zu sehen.



Ich sehe das ganze etwas...



...entspannter als Udo und Ulrich (das Haus meiner Schwester müßte ja nach eurer Theorie schon eingestürzt sein oder seine WDVS auf dem Bürgersteig liegen), aber mal ne Frage:
Wenn die Bude von euch nur noch zwei Jahre bewohnt werden soll, ist nicht nur wie Uli sagt eine große Baumaßnahme nicht lohnenswert, selbst kleinere Sachen wie ein Bad komplett erneuern sind da schon überlegenswert.
Kleiner Tip aus der Nachbarschaft (Kreis Esslingen) , die Anschlüsse des WDVS an Fenstern, vor allem an der Wetterseite beobachten. Die sind aus meiner Sicht die größte Gefahr für ein mit PS zugemachtes Fachwerk. Wobei andere WDVS dasselbe Problem haben, wenngleich die es vielleicht eine Idee besser wegtransportiert bekommen.
Wandbeschichtungen immer offen gestalten, nicht weil ein Haus "atmet", sondern weil es für ein gutes Wohnklima eine Pufferung von Feuchtespitzen bedarf.

Gruß Patrick.



Foto von Spitzboden Giebelwand



Vorher war 100mm alukaschierte Mineralwolle und 30mm Spanplatten darüber, allerdings sehr Lückenhaft montiert. Außen sind 100mm Styropor.
Zu beiden Zimmern überlege ich, wie ich den Taupunkt möglichst weg von Fachwerk bekomme, ob es von Vorteil wäre, zusätzlich zu einem diff. offenen Putz 20mm HWFPlatten (schon vorhanden)reinzupressen. Oder bringe ich damit den Taupunkt vom Styropor ins Holz??

Ja es geht mir nicht drum das Haus zu sanieren, sondern wo ich sowieso was mache, es möglich gut zu machen. Zeit und Kosten müssen im Rahmen bleiben. Momenten geht es darum, aus dem großen DG ohne Tür, zwei Kinderzimmer mit Türen zu machen. Ein Dachfenster habe ich eingebaut, und die alte MW sah so schlecht und Lückenhaft aus, dass ich doch die eine Dachhälfte mit Hanf usw. ersätz habe. Ja, so bleibe ich geistig und körperlich fit, und versuche mein Wissen an anderen weiterzugeben, da ich alte Häuser sehr schätze.
Grüße,
Ian Hawes



Danke,



Patrick, das ist sehr beruhigend. Und ich dachte wir müssen das Haus sofort verkaufen, bevor es auseinander fällt.
Die Wetterseite ist zum Glück das Nachbarreihenhaus, die große Giebelseite hat keine Fenster und ist nur 1,3m vom anderen Nachbar, also kaum Schlagregen.
Die Erklärung der Diffusionsoffenheit war auch Hilfreich!
Grüße,
Ian



Das blau Papier



ist von mir, DB+, und deckt die Hanfdämmung zwischen den Sparren ab. Ich ziehe sie lückenlos in den Spitzboden hoch und mache sie an den Furstbalken fest. Dann kommt die Lattung, und dann Heraklith Magnesium 25mm. Ich hätte noch HWFP 20mm als alternativ.

Der Vorbesitzer hatte alukaschiertes 100mm MW, 25mm Heraklith mit Styroporkern, 15mm Sperrholz, Glasfasertapete, Diffusionsfarbe. Ein 1m2 MW hat in einer Ecke komplett gefehlt! Die MW war an vielen Stellen sehr schwarz, Schimmel oder Luftbewegung, weiß ich nicht.

Der Boden vom Spitzboden ist auch mit dieser MW gefüllt, ich überlege sie rauszunehmen, um die Temperatur im Spitzbodenraum zu erhöhen und damit Feuchtigkeitschaden am Holz oder die gelagerten Sachen zu verhindern. Ich weiß, das ist ein etwas anderes Thema, aber vielleicht mag sich jemand dazu äußern.

Zum original Thema sieht es so aus, dass ich die Giebelwand mit Lehm verputze, ohne HWFP, damit das Fachwerk möglichst warm bleibt.
Also Grüße und ein schönes Arbeiten.