Aussendämmung Schilfrohr, wie verputzen, oder Alternativen?!

04.03.2014



Guten Tag,

laut Beispiel auf der Webseite des Herstellers (His Reet) sollte der Aufbau wie im Bild erfolgen.

Nach Rücksprache mit dem verarbeitenden Unternehmen wurden Bedenken geäußert, dass die 3cm Kalkputz wegen des Gewichtes ggf. zu Rissen führen könnten.

In einem praktischen Beispiel auf der Webseite wurde nur 30mm Kalkputz verwendet:

http://www.hiss-reet.de/bauen-mit-reet/naturbau/praxis/aussendaemmung.html

und in einem anderen Beispiel wurde als Ausgleich mineralischer Kleber und Armierungsmörtel verwendet und dann darauf Edelputz.

siehe:
http://www.hiss-reet.de/bauen-mit-reet/naturbau/praxis/aussendaemmung-schilf.html

Allerdings ist dort nicht ersichtlich, wie viel mm die Putzschichten betragen.

Die Schilfrohrplatten kosten ca. die Hälfte von vergleichbaren Weichholzfaserplatten. Trotz des etwas schlechteren Dämmwertes sprechen mich diese Platten mehr an.

Daher meine 2 Fragen:

1. Wer hat Erfahrungen mit dem Verputzen von Schilfrohrplatten als Aussendämmung?
Ist nach den o.g. Verarbeitungshinweisen mit Rissen zu rechnen?

und

2. Können die Platten direkt auf das "nackte" Mauerwerk gedübelt werden (ohne Unterputz).

Besten Dank für jede Antwort.
Michael



Wie wäre es...



...zweilagig zu verputzen, wie es üblich ist.
Mich würde interessieren wie jemand 30mm Kalkputz in einem Rutsch aufbringt, Gewebe einbettet und das ganze dann fertig für den folgenden Anstrich aussehen lässt.
Zusätzlich ist zu bezweifeln das der Kalkputz bei 30mm Dicke vernünftig durchkabonatisiert...

Wenn das darunterliegende Mauerwerk Plan ist (sprich kein "rumpliges" Natursteinmauerwerk) dann dürfte nichts dagegen sprechen direkt aufs Mauerwerk zu dübeln.

Beste Grüße, Christoph





Hallo Christoph,

auch der Hersteller schreibt man soll in 3 Vorgängen putzen.
In einem Rutsch wird das auf jeden Fall nie halten. ;)


Die Wand ist gerade und ich habe bei einem anderen Hersteller auch die Info gefunden, dass man die Platten direkt auf den "nackte" Wand dübeln kann.

Dann werde ich die Sache mal in Angriff nehmen.

Danke für deine Hilfe.



Nabend.



Mir fehlt bei dem Wandaufbau der Putzträger,auf der Schilfrohrplatte,meiner Meinung nach sind die Platten nicht griffig genug und der Putz kann sich ,grade in der Putzstärke,nicht gut daran verkrallen oder aufhängen.

Man kann ja im gleichen zuge auf die Dämmung mit den eh schon verplanten Tellerdübeln auch das 70 Stengelige Schilf mit befestigen,vielleicht n paar Dübel mehr ,aber auf der sicheren Seite.
Ich würde es nicht Riskieren den Kalkputz an die Dämmung zu Werfen,ohne 70 Stengeliges Schilfrohr als Putzträger.

Wenn mit Sumpfkalk gearbeitet werden soll ist 3 Cm Putzstärke unproblematisch.
man verarbeitet, so weit ich weiss,Unterputz und Oberputz Nass in Nass,das heißt von einem tag auf den anderen.

grüsse Flakes



Schilf ?



Ich bin da etwas vorsichtiger mittlerweile geworden.
Eine sehr gute Alternative zur Holzweichfaserplatte sind die magnesithgebundenen Heraklithplatten.
50 mm homogen in ein Lehmbett gelegt und mechanisch befestigt kann darauf problemlos mit jedem guten Kaltverputzsystem und vollflächig Glasfasergewebeeinlage gearbeitet werden.





Guten Morgen Herr Mühle,

weshalb sind Sie vorsichtig geworden?



Wärmebrücke



Hi Michael,
der in der Skizze gezeigte Aufbau ist nicht in Ordnung, da baut man sich eine Wärmebrücke ein und wundert sich anschließend über Schimmel.
SG
Paul





Hallo Herr Esztermann,

wo genau ist die denn?

Gruß
Michael



Wärmebrücke; Nachtrag



Hi Michael,
auf dem dargestellten Bild sind die Böden innen und außen auf gleicher Höhe.
Der Fußpunkt der Dämmung ist deutlich oberhalb des Bodens; der untere Teil der Wand ist ungedämmt: dort ist die Wärmebrücke.
Die Dämmung muss bis mindestens 50 cm unter den Boden erfolgen; ggfs. als Perimeterdämmung.
Sinnvoll wäre eine komplette Bodendämmung.
SG
Paul





Achso, ja das ist korrekt.

Der Hersteller gibt aber im Datenblatt an, dass erdberührende Bauteile mit Perimeterdämmung erfolgen soll.

Auf dem Bild ist dies nur nicht dargestellt.

Ich habe daher nicht gleich erkannt, was Sie meinen.



Sicherere nachhaltige Varianten





---Forenreferenz-----------
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Guten Morgen Herr Mühle,

weshalb sind Sie vorsichtig geworden? mehr ...
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Mir erscheinen diese Schilfsysteme zu verschnittreich, da sie nie auf das zu beleghende Gebäude gefertigt sind.
Kostenfaktor also.
Desweiteren kommt es gerade an Bauteilanbindungen sehr genau auf Anbindepräzission an und die bezweifle ich als Handwerker.
Und ob die wenigen guten Fachbetriebe, die mit diesem System umzugehen wissen, will ich jetzt mal nicht hinterfragen.
Und als Selbstbauer?
Hm!!!
Dann auch Qualitätsschwankungen bei Schilf usw.

Somit sind sicherere Lösungen magnesithgebundene Heraklithplatten.
Man hat wenig Verschnitt und eine hohe Anbindepräzission ist gewährleistet.
Kalkputzsysteme halten hervorragend darauf.





Hallo Herr Mühe,

danke für Ihre Antwort.

Was genau bedeutet: Anbindepräzission?