Verputztes Fachwerkaus und Dämmfrage - was tun?

12.11.2012



Hallo,

wir haben Interesse an einem Fachwerkhaus in der Nähe von Eschwege.

Dieses ist von aussen komplett verputzt und 2 Seiten haben eine Holzlattenkonstruktion mit Plastikverkleidung.

Ich habe allgemeine Fragen, deren Antworten ich nur teilweise in diesem Forum gefunden habe.

Zum Putz:

Ich gehe davon aus, dass ein Putz auf einem Fachwerkhaus nicht zwingend schlecht ist. Er sieht noch gut aus, ist sehr sehr rauh, eine Stelle hat sich leicht abgehoben. Putz ist doch ein guter Wetterschutz? Oder ist Putz auf Fachwerk prinzipiell zu entfernen?

Was, wenn man das Fachwerk gerne - z.B. aus optischen Gründen - Freilegen und sichtbar haben möchte?

Unsere erste Idee war, den Putz abzuschlagen. Was darunter hervorkommt ist dann "die Katze im Sack", das kann die Verkäuferin auch nicht sagen.

Nehmen wir an wir wollen ein optisch hübsches Fachwerkaus, wie das in der Gegend üblich ist. Der Putz ist abgeklopft. Aus meinen Erfahrungen würde ich die Balken Abschleifen und mit Kreidezeit Standöl / Holzlasur für aussen streichen. OK??

Und was mache ich mit den Gefachen? Die sollen wieder verputzt werden. Welcher Putz ist sinnvoll??
Das hängt bestimmt von dem Material ab, mit dem die Gefache gemauert sind??

Im Forum habe ich gelesen, dass eine Innendämmung gerne abgeraten wird. Lieber einen etwas dickeren Lehmputz. Ist das so?

Was wäre z.B. eine Alternative - z.B. Außendämmung mit Isofloc mit Verbretterung ???... - klar, Genaues muss dann das Gesamtkonzept ergeben...

Der Dachboden ist ungedämmt. Kann man davon ausgehen, dass Isomaterial- z.B. Isofloc oder Homatherm Holzfaserplatten - auf dem Dachboden ausgelegt keinen Schaden bringen und doch eine nützliche Dämmwirkung haben?

ALs Heizkonzept haben wir an einen Grundofen gedacht und an ca 2 Einzelöfen in der 1. Etage. Event. noch einige Infrarot Heizungen. Im Moment sind Nachtspeicheröfen verbaut und 2-3 Einzelöfen.


Liebe Grüße, Felix



Putzbau



Hallo Felix,
Das sind ja ganz viele Fragen---ich fange mal mit dem Putz an:

Sie sollten versuchen herrauszufinden , ob das Haus als Putzbau geplant war.
Zu erkennen ist das daran , das der Maurer---oder wer auch immer---das schon zur Bauzeit wusste und die Gefache balkenbündig ausgemauert hat.

Weterhin kann mann auch am Gesamtbild des Hauses ablesen , ob es als Putzbau geplant war:

überkragende Geschosse uä.

Dürfen Sie denn Bauteilöffnungen machen??---also mit dem Hammer......

Ein Bild wäre auch nicht schlecht.

Ansonsten brauchen Sie ein Gesamtkonzept.

viele Grüße



Moin Felix,



wenn ich mich recht entsinne wird die Gegend dort auch "Hessisch-Sibirien" genannt.....von daher ist eine Verbesserung der Dämmung sicher kein Fehler.

Fakt ist: Dämmung rechnet sich nicht allein über die eingesparten Heizkosten und bietet sich eher an, wenn sowieso Dach, Fenster, Wand oder Heizung gemacht werden müssen.

Ein intakter Putz ist erstmal völlig i.O. unschöner finde ich da die Plastikverkleidung.

Wenn das Haus an sich bewohnbar ist und euren Vorstellungen entspricht, könntet ihr erstmal einziehen und dann sehen, wieviel Heizkosten ihr tatsächlich habt und ob's gemütlich ist. Aussen- und Dachdämmung geht auch, wenn man schon drin wohnt.

Sichtfachwerk ist zwar optisch schöner, an der Wetterseite aber nicht unbedingt erste Wahl. Für eine vernünftige Aussendämmung nach EnEv muss der Dachüberstand ausreichend sein, sonst kommen da noch Extra-Kosten auf euch zu.

Hier im Forum findest du genügend Fachleute, die dich für faires Geld vor Ort beraten, bzw. such' dir einen Zimmermann vor Ort für eine erste Einschätzung.

Dann kann man sich die Details anschauen.

Viel Erfolg, Boris



Hessisch-Sibirien



Wir waren am vorletzten Wochenende in Nordosthessen, da fiel mir auf, dass sehr viele und längst nicht nur alte Häuser an der Wetterseite mit Holzschindeln verkleidet waren. So kannte ich es sonst nur aus der Schweiz. In Fritzlar gibt es z.B. die Holzschindelmanufaktur von Markus Bischof.

Das könnte doch auch für Euch eine Alternative für die jetzige Plastikverkleidung sein: Funktionell, ortstypisch und hoffentlich auch bezahlbar.



Dämmen



Hallo,
Dämmen kann man Fachwerkhäuser von innen oder von außen.
Beides ist - wenn korrekt ausgeführt - kein Schaden für das Haus.
Die deutlich besseren Ergebnisse erzielt man von außen, der Aufwand ist aber auch höher.
Dafür entsteht am Fachwerk aber auch kein Schaden mehr durch das Wetter.
Gestern habe ich erst einen Kunden beraten bei dem warsch. drei Seiten von außen und eine von innen gedämmt werden.
Das hängt aber immer von den Gegebenheiten vor Ort ab.
Machbar ist fast alles. Frage: was macht Sinn...
LG
SB