Sanierung und Dämmung Giebelwand mit eingemauerten Holzbalken (Ytong von Innen)

16.02.2010



Hallo Community,

ich hab mich schon desöfteren hier informiert und möchte nun mal meinen Wandaufbau vorstellen um eure Meinung zu hören.

Ich möchte das Dachgeschoß unseres Hauses (Bj 1905) sanieren. Dazu hab ich mich nach langem Ringen mit meinem Energieberater für eine Aussendämmung entschieden. (vorher war Ytong Multipor von innen im Gespräch)

Da ich nun die innere Wand eh gerade bekommen muss und einige Balken verstecken möchte wollte ich innen ca. 17,5 cm Vormauern. Empfehlung vom Energieberater sind Porotonsteine. Die Lücke zur bestehenden Wand soll randvoll (Luftschichtfrei) ausgefüllt werden mit Mörtel. (auch rund um die Balken (siehe Foto) Ich hätte am liebsten einen Poroton T12 genommen, wegen der besseren Wärmedämmeigenschaften. den gibt es aber erst ab 30cm Stärke. Da kommt dann Ytong ins Spiel, den es in 17,5cm Stärke gibt.

Also Wandaufbau von innen nach aussen:
1cm Putzzschicht Kalkputz, eigene Mischung mit lehmreichen Sand aus der Kiesgrube um die Ecke (9 Teile Sand, 3 Teile Kalk, 1 Teil Zement)
17,5 cm Ytong (steht dann direkt auf dem äußersten Deckenbalken)
1-2cm Spalt mit Putz ausgefüllt (siehe oben)
24cm vorhandenen Mauerwerk (teilweise Vollziegel, teilweise Hohlziegel)
10cm WDV mit Mineralwolle-Dämmstoff (vorr. Sakret)
1cm Mineralputz.

Nun meine Fragen:
1. hat Ytong in diesem Fall schlechtere Feuchteleitiegenschaften als Poroton?
2. Können die Balken (siehe Foto) Feuchteschaden erleiden wenn ich Ytong verwende?
3. Was sollte ich zwischen Deckenbalken und erste Ytongschicht legen?
4. Soll ich die Dampfbremse von der Dachschräge nebenan unter die innerste Schicht putzen oder an die Wand des Altbestandes (und damit hinter die Ytongwand)
5. Stört ein bischen Zement im Kalkputz?

Schon jetzt riesigen Dank für eure Beiträge.





Hallo Ralf,

Zu 1.Ytong ist diffusionsoffen und kapillar aktiv, von daher keine Nachteile gegenüber Poroton.
Zu 2. nein
Zu 3. nichts
Zu 4. die Dampfbremse sollte an die innenseitige Oberfläche angebracht werden.
Zu 5. ohne Zement ist der Putz diffusionsoffener und nicht so spröde.

Die Frage ist, ob eine mit 100mm WDVS gedämmte 24er Wand noch eine 17,5er Ytongwand braucht.
Wie sollen die schrägen ausgeführt werden.

Eventuell macht eine 50mm Schilfrohrdämmung+ Wandheizung an Stelle der Ytong Wand Sinn.
Und dann alles, auch die Schrägen mit Lehm verputzen.

Grüße aus Schönebeck



Giebelsanierung



Ich ergänze noch:
Lehmreichen Sand für den Verputz zu nehmen ist ein Fehler.
Das ergibt eine erhöhte Neigung zu Schwindrissen im Putz. Besser ist Sand mit möglichst geringem Mehlkornanteil.

Viele Grüße



irgendwie nicht gut



Hallo Ralf,

da möchte ich auch noch etwas hinzufügen:

Labormäßig mal kurz eingegeben ergibt sich da ein U-Wert von 0,21 ... je nach genauem Material. EnEv übererfüllt! Klingt gut, aber doch nur in der Theorie, da die Knackpunkte am Wandaufbau ganz wo anders liegen:

- Die Porenbetonwand steht direkt auf dem äußersten Deckenbalken auf. Ich wage mal zu sagen: Das wird nichts. Hier ist mit Bewegungen zu rechnen, die im Laufe der Zeit zu Rissen in der Porenbetonwand oder - wenn miteinander gut verklebt - zur Ablösung von der Vollziegelwand führen wird. Hier entstünde ein Hohlraum der zum Kondensatausfall einlädt.
Wenn es denn sein muss lass Dir lieber von Deinem Energieberater eine zarte Innendämmung rechnen, die fest mit dem Außenmauerwerk verbunden ist und nicht auf dem Holzbalken aufliegt; Diesen brauchst Du ohnehin noch um die Dielen aufzulegen. Der Vorschlag von Herrn Struve ist gar nicht so schlecht.
Warum willst Du überhaupt da von Innen etwas machen, wo doch schon eine Außendämmung angebracht werden soll?

- Ob die Außendämmung dauerhaft und nicht nur rechnerisch funktioniert hängt vom Material der Dämmung, vom Außenputz und nicht zuletzt von der Außenfarbe ab. Die gewählten Materialien sollten entweder aus einem System stammen oder von den jeweiligen Herstellern füreinander zugelassen sein. Wenn beispielsweise eine hydrophobierte Putzlage mit einer Kunstharzfarbe zugestrichen wird ist das natürlich absurd. (müsste die Farbe nicht eigentlich ohnehin abperlen?)

Ich schildere das einmal etwas genauer, da der von Dir benannte Hersteller eben auch hydrophobierte Putze vertreibt. Als ähnlich absurd erweist sich aber hydrophobierter Putz an sich besonders in Verbindung mit nicht passendem Dämmmaterial.

- Mineralwolle ist nicht kapillar aktiv. D. h., dass einmal dort eingedrungene Feuchtigkeit, sei es durch Schaden, Regen, Diffusion, Konvektion usw., den Dämmstoff ausschließlich in der Dampfphase wieder verlassen kann. Hydrophobierter Putz als Abschluss kann das Problem sogar noch verschärfen, da dieser i.d.R. im Winter kälter ist als die Dämmlage selbst und ggf. Feuchtigkeit (in der erwünschten Dampfphase) aus der Dämmlage erneut an der Putzinnenseite auskondensieren lässt. Der hydrophobierte Putz selbst kann auch wieder nur in der Dampfphase passiert werden. Wenn ein solch hydrophobierter Putz aus einem Plattendämmstoff verarbeitet ist sollte es in einem solchen Falle besser keinen Frost geben.

Hydrophobierte Oberflächen können zudem nach einer Weile zur Verschmutzung neigen.

Welche Maßnahmen hat der Energieberater noch vorgeschlagen?


Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Hallo,

also nur um die Wand zu begradigen braucht man nichts davor mauern.
Gerade Wände erreichen Sie auch durch mehrlagies verputzen.

Grüße aus Schönebeck