Außendämmung mit Styropor- ein absolutes Tabu?

22.06.2014 Meike



Hallo,
wir denken darüber nach, ein Fachwerkhaus in Solingen zu kaufen. Experten sagten uns jedoch, dass ein gewisses Risiko wegen der Dämmung besteht. Der obere Teil des Hauses ist verschiefert. Der untere Teil wurde von dem Eigentümer vor 13 Jahren selbst gedämmt. Leider hat er innen Gipsplatten genommen und außen hat er auf die verputzte Wand (er selber hat die Balken auch nie gesehen) Styroporplatten angebracht. Bis heute ist keinerlei Schaden in Form von Rissen außen oder innen zu sehen. Experten sagten, dass dies eigentlich nach 13 Jahren der Fall sein müssten. Trotzdem gehen sie davon aus, dass das Haus irgendwann Schaden nehmen wird.
Nun meine Frage: Kann man aufgrund der Tatsache, dass das Haus auch nach 13 Jahren noch keine Risse etc. zeigt, dass sich der Schaden in Grenzen hält?
Sollte man die Dämmung abnehmen und eine andere aufbringen oder kann man wegen der fehlenden Schäden darauf verzichten?
Kann eine Außendämmung mit Styropor auch gut gehen?
Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen.
Mit vielen Grüßen,
Meike Hitpaß



Styropor



Ich halte Styropordämmungen für keine Wanddämmung geeignet,in meinen Augen ist das Sondermüll!
Ob tatsächlich Schäden am Fachwerk entstanden sind oder auch schon vorher da waren ,kann man wohl erst sagen wenn man das Fachwerk sieht.
Setzt euch doch mit dem Solinger Forumsmitglied Markus Matonett in Verbindung,das ist dem sein täglich Brot,so etwas zu beurteilen.

Grüße aus Solingen
Martin



Styropor im/am FW-Haus



Sicher ist das tendentiell „problembehaftet“ und kritisch zu sehen, ein kategorisches „NO-GO“ ist das allerdings noch lange nicht. Schön, dass die Ratgeber das soweit erkannt haben, schade, dass sie nicht zu konkreteren Äußerungen in der Lage sind...



Fassadendämmung



Die allgemeinen Glaubensbekenntnisse der Ratgeber nützen Ihnen nichts. Man muß hingehen und nachschauen, es geht hier um einen konkreten Fall.



Keine Risse....



....besagt noch lange nichts darüber aus, wie die Konstruktion im Innern ausschaut.
Also Väulnisprozesse der Holzkonstruktion und somit auch statisch bedenkliche Situationen.
Sie schreiben ja selbst, dass unten beidseitig alles beplankt und somit verkleidet ist!
Also azch Schimmel und Pilzbefall kann unter der Gipsplattenbeplankung sein und sie somit später richtig Probleme damit bekommen können.
Lassen sie sich von einem guten versierten baubiologen bzw. Altbausachverständigen begleiten, bevor Sie kaufen.
In Solingen und Umgebung habe ich vor Jahren die haaresträubendsten Verkleidungsvarianten und auch aktuelle Arbeiten gesehen.
Kaum zu glauben!!!!!



Fachwerkbekleidungen ...



und Fachwerkdämmungen, die in Eigenregie ausgeführt worden sind, sollten immer äußerst kritisch untersucht werden. Auf jeden Fall, wenn das Fachwerk beidseitig eingebaut worden ist.

Bei der Verwendung dampfsperrender in Kombination mit feuchtespeichernden Materialien (EPS-Dämmung / Folien / Holzwerkstoffplatten vs. Gasbeton/Mineralwolledämmun/Holz/Lehm) können so am Fachwerk durchaus im Lauf der Jahre größere Schäden entstehen, die zunächst äußerlich nicht erkennbar sind.

Anhand der Materialkombinationen -sofern an einigen Stellen einsehbar- können allerdings bei einem Ortstermin das Schadenspotential abgeschätzt und die Sanierungskosten überschlägig benannt werden.

Der von Ihnen beschriebene Ausbauzustand macht ein genaue Begutachtung notwendig und ist prinzipiell nicht der günstigste Fall. Die Einschätzung von Herrn Mühle kann ich im übrigen aus vorangegangenen Begutachtungen nur bestätigen.

Ich biete Immobilienkaufberatungen speziell für Fachwerkbauten an. Bei Interesse sende ich Ihnen gerne nähere Informationen zu. Solingen liegt noch in meiner Region. Meine Kontaktdaten finden Sie unter "pickartz.architektur"



Danke für die vielen Beiträge



Hallo,
ich bedanke mich für die vielen Tipps. Ich hatte mit einem Fachmann für Fachwerkbauten aus Solingen zum Ortstermin am Haus. Leider ist es ja nicht möglich, innen oder außen die Verkleidungen abzumachen, da es ja nicht mein Haus ist und die Eigentümer noch in dem zu verkaufenden Haus leben.Nicht desto trotz hat der Fachmann weder außen an der Fassage noch im Haus einen erkennbaren Schaden gefunden (Risse, Verfärbungen etc). Er sprach davon, dass er sicherlich davon ausgeht, dass irgendwann Schäden durch die falsche Verkleidung auftreten. Allerdings sollte in seinen Augen nach 15 Jahren Styroporverkleidung jetzt schon Schäden aufgetreten sein...In seinen Augen scheint die Dämmung "einigermaßen zu funktionieren". Bin nun beruhigter und würde das Haus gerne kaufen, da es uns sehr gut gefällt.
Ich bedanke mich für die Hilfe,
Gruß,
Meike Hitpaß



Hallo Meike



Warum du jetzt beruhigter bist ,verstehe ich nicht ,du gehst immer noch das Risiko ein ,eine schön verputzte Ruine zu kaufen!
Ich wäre da jetzt eher beunruhigt.
Schau dir mal in meinem Profil an was unter einer verkleideten Fassade zum Vorschein kommen kann.

Grüße Martin



Styropor Außendämmung- Restrisiko Außendämmung abreißen?



Hallo,
ich fühle mich nun etwas sicherer, weil ein Fachwerkexperte mit mir durch das Haus gelaufen ist und keine Schäden feststellte, die aber nach 13 Jahren da sein sollten. Ich kann die Platten nicht vor dem Kauf abreißen. Es bleibt ein Restrisiko, aber der Mann gilt als bekannter Fachwerkexperte. Ich kann ihm wohl halberlei vetrauen??? Mir bleibt auch nichts anderes übrig. Natürlich hab ich Schiss....
Nun die Frage: Alte Styropor-Dämmung abreißen und diffunsionsoffene anbringen?
Viele Grüße,
Meike Hitpaß



Konstruktive Fragen



Solange nicht ansatzweise geklärt ist, wie sich die Außen- und Innenverkleidung des Fachwerks im Detai zusammensetzen, würde ich auch keinesfalls eine Kaufempfehlung aussprechen. Die Schäden am Fachwerk sind nicht an "Rissen" in der Fassadendämmung zu erkennen. Die stammen höchstens von Bewegungen der gesamten Fachwerkkonstruktion. Die EPS-Fassadendämmung ist jedenfalls nichts was verbleiben sollte, wenn Sie das Haus kaufen.

Bei zwei Fachwerkhäusern im Westerwald und im Oberbergischen, die ich in den vergangenen 3 Jahren nach Kauf (!) begutachten durfte, haben sich nach Abnahme dieser ganzen dubiosen Innen- und Außenverkleidungen beträchtliche bis massive Fachwerkschäden durch Vermorschung gezeigt. Teilweise aus eingedrungenem Regenwasser im Traufe-, Fensterbrüstungs- und auch im Sockelbereich, teils ganz klar erkennbar aus Kondensatbildung in
falsch aufgebauten Innenverkleidungen in Kombination mit relativ dampfbremsender Außenbekleidung. In letzterem Fall mußte die Fachwerkkonstruktion einer ganzen Fassadenseite in einem Stockwerk erneuert werden.

Das FWH im Oberbergischen war im übrigen ein stattliches Gebäüde, außen komplett verschiefert und optisch in scheinbar gutem Zustand. Das FWH im Westerwald war ein "Schnäppchen" für gerade mal € 60.000,- in schöner Lage. Der neue Besitzer wollte eigentlich nur ein wenig renovieren und dann einziehen, hat aber schlußendlich zwei Jahre auf der Baustelle gewohnt und Fachwerkinstandsezung betrieben.

An Ihrer Stelle würde ich das Haus ernsthaft nur kaufen wollen, wenn Sie sich ggf auf ein ähnliches Szenario als "worst case" einlassen können und über genügend zeitliche und finanzielle Reserven für den Ernstfall verfügen.



Danke!



Hallo,
wir haben uns sehr gequält und sind nach ewig langem Hin- und Her doch zu dem Schluss gekommen, dass wir das Haus nicht kaufen. Danke für die vielen Antworten.
Vielleicht taucht ja wieder einmal ein ähnlich schönes Haus im Raum Solingen auf....
Viele Grüße,
Meike Hitpaß



Hallo Meike



In Solingen-Meigen stehen zwei Fachwerkhäuser zum Verkauf,da wo Steinacker endet und die Meigenerstrasse anfängt.
Ich hätt da auch noch ne Haushälfte,das ist aber noch nicht Spruchreif.

Grüße Martin



Fachwerkhäuser in Solingen



Hallo Martin,
danke für deinen Hinweis.
Da ich hier neu bin, ist mir nicht so recht klar, wie ich nun an "deinen Kontakt" komme. Habe Interesse, die Häuser kennen zu lernen......
Gruß,
Meike Hitpaß





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