Außendämmung mit Stopfhanf

12.11.2020 Addi


Hallo Liebe Fachwerkhaus-Community,

ich habe vor einem Jahr ein Fachwerkhaus (Bj. unbekannt) gekauft. Dieses würde ich gerne von Außen dämmen. Über die diversen Möglichkeiten habe ich mich schon über Recherche im Forum und andern Quellen informiert. Die Themen wie Sorptionsfähigkeit und Diffusionsoffenheit sind natürlich Gestetz! :), das zum Background.

Nun wundert mich aber, dass hier im Forum gar nichts und sonst auch im Netzt wenig zum Thema Außendämmung mit Stopfhanf zu finden ist. Nach einem sehr aufschlussreichen Gespräch mit einer Firma, welche meiner Meinung nach sehr viel wert auf den "richtige" Restaurierung uns Sanierung von Fachwerkhäusern legt, wurde mir diese Methode vorgeschlagen:

-Lattung auf die Außenwand
-Schilfrohrmatten von unten nach oben Anbringen und dabei die Hohlräume mit Hanf ausfüllen
-Anschließend kann unter Beachtung der oben genannten "Gesetze ;)" verputzt werden (Ich würde aber dann zu einer Holzfassade statt Putz tendieren )

Ich finde das eigentlich eine Super Idee:
-Positive Eigenschaften von Hanf
-keine ebene Lehmschicht notwendig wie bei der Verwendung von Holzfaserdämmplatten
-einfaches Vorgehen
-...

Was sagt ihr dazu? Hat jemand Erfahrung oder kennt vielleicht den Grund, warum das so scheinbar nicht auch öfters gemacht wird?

Beste Grüße,

Addi





Du hebst auf Produkte der Hanffaser Uckermark ab?

Das ist mehr eine philosophische Frage. Die beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit den Materialien und haben ein gutes Gefühl für Einsatzmöglichkeiten und -grenzen ihrer Naturfasern. Hanf hat in bestimmten Grenzen ein recht tolerantes Feuchteverhalten. Wichtig ist halt die genauen Bedingungen und Zusammenhänge zu klären.

Andere geben diese Materialverantwortung als "Anwendungstechniker" gerne an die Industrie ab und wähnen sich dann mit irgendeinem Zertifikat auf der sicheren Seite. Deswegen wirst du bei diesen Fragen hier auch immer eine Kontroverse ernten.

Das ist eine Frage von Geduld und Vertrauen.



Stopfhanf



ich halte Stopfhanf nach eigenen Versuchen in größeren Flächen nicht für optimal und zu kompliziert, da sich kaum eine homogene, gleich dichte Schicht aufbringen läßt. Die Gefahr von " Löchern" und Dünnstellen mit ungenügender Dämmwirkung ließ sich nur unter erheblichen Zeitaufwand vermeiden. Aufnahmen mit der Wärmebildkamera bestätigten dann auch mein subjektives Gefühl. Wir sind dann auf flexible Holzfasermatten umgeschwenkt und haben den Stopfhanf nur für Anschlüsse , kleinere Hohlräume und Ecken verwendet. Meines Wissens nach gibt es auch flexible Hanfmatten, die für diesen Zweck vielleicht besser geeignet sind.





In der Tat erfordert das Stopfen von roher Hanfwolle etwas Übung und ist auch nicht so rationell zu bewerkstelligen. Flexible Fasermatten sind aber durch thermoplastische Kunststoffe vernetzt und enthalten dann auch Flammschutzmittel (Ammoniumsulfat), was die Ressourceneffizienz und die Eignung für eine konsequente Kreislaufwirtschaft schmälert .




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