Innendämmung bei Sandsteinwänden

23.12.2012 Maddin



Hallo liebes Forum,
meine Frau und ich haben Mitte diesen Jahres ein Sandsteinhaus von 1905 erworben. Nach einigen frostreichen Wintertagen ist uns erst so richtig klargeworden, dass die Sandsteinaussenwände auch von innen stark auskühlen und in einem Raum der wenig beheizt wurde auch die ersten Kondenswasserspuren mit Oberflächenschimmel aufwiesen.
Nachdem wir uns ein wenig belesen haben wurde uns klar, dass von einer kommerziellen Aussendämmung bei Sandstein abgeraten wird. Da wir jedoch ein recht kleines Reihenhaus haben und somit eine allzu breite Innenwanddämmung zu viel Platz rauben würde sind wir auf eine Innendämmung mit Holzweichfaserplatten mit Lehmputz als Ausgleich und als Oberputz gekommen. (CaSi Platten zu teuer!)

Jetzt zu meinen Fragen:

Wie soll ich eurer Meinung nach die Holzweichfaserplatten Lückenlos mit der Ausgleich Lehmputzschicht verbinden, damit der Taupunkt nicht unter der Platte verbleibt?(Einfach nur mit Tellerdübeln?)

Wäre eine zusätzliche Anbringung einer Selfmade Wandheizung auf der Holzweichfaserplatte sinnvoll, oder würde zuviel Wärme in die dahinterliegende Sansteinwand entweichen?

Über neue Anregungen bin ich sehr dankbar!



"Ungeheizt" ist das Problem.



wenn der Raum nicht regelmäßig geheizt wird (womit auch immer), wird sich an den kalten Wänden auch mit Dämmung nichts ändern, es wird nur etwas länger dauern, bis der Raum auf das alte Maß auskühlt.

Ob zuviel Heizungs-Wärme verloren geht, muss natürlich jeder selber ausrechnen (lassen):
Entweder Kosten für mehr Heizung oder Kosten für mehr Dämmung.

Eine Innendämmung in einem kleinen Haus würde ich mir aber gut überlegen: nicht nur weil der Platz verloren geht, sondern auch weil im Anschlussbereich an die "Nachbarwand" in der Ecke eine Kältebrücke bleibt und wegen der Fensterlaibung.
Eine Wandheizung auf einer Dämmung ist eigentlich eine interessante Idee, die muss man aber auch laufen lassen. Wäre es dann aber nicht einfacher, die bisherige Heizung regelmäßig anzustellen?

Hier muss man immer aufpassen, dass man nicht mit dem Schinken nach der Wurst wirft!

Schließlich kann ich mir gar nicht vorstellen, dass es keine geeignete Außendämmung für diese Problem geben soll.
Wie siehts denn beim Nachbarn aus?
Das hätte den Vorteil, dass die Sandsteinwände als Speichermasse für Wärme im Winter und für Kälte im Sommer zu Verfügung stehen würden.

gruß G



oder



das Zimmerchen wird regelmäßiger gelüftet!
unser Schlafzimmer ist ebenso ungeheizt, hat aber im Winter durch das ständig offene Fenster aber eine geringere Luftfeuchte - da ist auch nach 20 jahren noch kein Kondensat und Schimmel zu bemerken.
Einige vertreten hier die Meinung, daß massive Wände die beste Dämmung wären - ich habe gute Erfahrung mit einer Außendämmung gemacht und würde von einer Innendämmung als Einzellösung abraten (ist aber eine subjektive Empfehlung).
Die Möglichkeiten einer Außendämmung müssen natürlich vorher abgeklärt werden (Nachbarbebauung, Denkmalschutz, Kosten, Detailanschlüsse - z.B. Dach)
Über Kosten/Nutzen kann man übrigens erst nach 20 Jahren wirlich reden, wenn wir fürs Heizmaterial vielleicht das 4-fach des heutigen Preises zahlen und nur noch 80% von heute verdienen .....jetzt sind das nur Schätzungen !!



Energieberatung



Hallo maddin.

Das Thema Dämmung ist hochkomplex. Zudem gibt es quasi unendlich viele Möglichkeiten.

Im ersten Schritt empfehle ich dir einen auch im Altbau erfahrenen Energieberater. Der kann dir vor Ort ein auf die Situation angepasstes Konzept erstellen.

Zudem kann er dich beraten welche Zuschüsse es für solche Maßnahmen gibt. Die Energieberatung wird ebenfalls bezuschusst. Je nachdem was man macht sind bis zu 25t€ möglich.

Bei bedarf kann ich dir eine Empfehlung für deine Region aussprechen.

Grus

Peter



frohe Weihnachten



Auf diesem Wege nochmal allen fleißigen Postern mein Dank!
Bei Thema Dämmung von Sandsteinhäusern wird es mit Sicherheit keine Goldrandlösung geben. Nur eins steht fest, ich möchte auf keinen Fall der Substanz des Hauses schaden.

Dank eurer Meinungen bin ich mittlerweile auch ein wenig skeptisch ob die Innenraumdämmung vielleicht, aufgrund der problematischen Übergänge zu den Seitenwänden, nicht in Frage kommt. Ich denke ich werde mich mit natürlichen/preisbewussten Aussenwanddämmungen ausseinandersetzen und mich gegebenfalls rechtzeitig mit einem Energieberater zusammensetzten, damit man auch jar keine Förderung verschenkt.
Momentan könnte ich mir vorstellen die hintere Hauswand(Reihenhaus)von aussen zu dämmen, die Haustüren zu wechseln und in Zukunft die alte Ölheizung gegen eine Pelletheizung zu wechseln.

Hat jemand von euch eine Idee womit man eine Sinnvolle Aussenwanddämmung bei einem Sandsteinhaus erreichen könnte?

Über eine Energieberaterempfehlung wär ich dankbar!

Grüße Maddin



Innendämmung, uuhhhh



Gesundes neues Jahr und das bitte ohne Innendämmung.

Ich bin kein Freund von Innedämmung und saniere oft genug diesen Baufehler (in mein Profil mal die Bilder anschauen).

Ich imprägniere und trockne dauerhaft aus. Luft und Gase sind schlechte Wärmeleiter, Wasser ist ein sehr guter Wärmeleiter. Was ist die Folge? Nun Kälte bleibt draußen und Wärme drin.

Teildämmung sind auch rausgeschmissenes Geld weil die Feuchtigkeit die Außendämmung unterwandert und dadurch die Kälte transportiert was Kondenswasser innen verursacht. Die Wand verliert vornehmlich die Feuchte durch Windbewegung was bei gedämmten Wänden schwierig wird. Leider saugt die Wand aber das Regenwasser auch begierig auf. Um das saugen zu beenden und trotzdem die Wasserentsorgung zu gewährleisten imprägniere ich die Wand außen mit einer Piko Hydrophobierung.

ja, ein nasser Pullover wärmt nicht auch wenn man einen trocknen drüber zieht, ein trockener schon und wenn ich noch einen drüber ziehe wird es sicher noch besser.Und so funktioniert eben auch Wärmedämmung an Gebäuden.

Weniger ist manchmal mehr.



und



nur eine imprägnierte dünne Jacke wärmt ebensowenig :-).
Wände kühlen von innen nicht aus, wenn der Raum hinreichend geheizt wird, aber die Wärmeleitzahl bei Sandstein ist eine schlechtere als bei modernen Ziegeln. Da kann es dann schon passieren, daß die Wandoberflächentemp unter den Taupunkt (im Schnitt 10°C) fällt. Was soll da eine Imprägnierung auf der Fassade bringen ????
Hast Du mal ein Thermometer auf die Wand gehalten ? Temperatur und Luftfeuchte wären mal interessant, um die Situation einschätzen zu können. Auch ein Foto von der Fassade wäre gut - dazu bitte anmelden.