Aussendämmung Fachwerkhaus

20.04.2012



Hallo,

nachdem uns das Denkmalamt nach unserem Bauantrag aus der Denkmalliste gestrichen hat, suche ich nun nach einer Alternative zur bisher geplanten Innendämmung mit Holzfaserweichplatten.

Das bisherige Sichtfachwerk, 14cm mit Ziegelausfachung im OG vorn ist nicht mehr besonders ansehnlich, "gepfuscht". Die Giebel und die Hinterseite wurde von den Vorbesitzern bereits vor längerer Zeit verputzt, dort ist also kein Fachwerk mehr sichtbar.

Folgende Ideen sind derzeit für mich denkbar...

* Außendämmung mit hinterlüfteter Fassade - Balken Aufdoppeln und damit das Fachwerk optisch erhalten und nach vorne ziehen

* Außendämmung mit hinterlüfteter Fassade - Fachwerk geht verloren, die Fläche wird verputzt - ggf. Fachwerk "aufmalen"

- Fachwerkbalken entfernen, Aussenwand OG neu hochziehen, verputzen, Fachwerk andeuten

Welche Variante ist die idealste, günstigste, nachhaltigste und beste Lösung? Für Ideen bin ich dankbar. Gibt es gute fertige Lösungen eines Anbieters?

Grüße
Christian



Dämmung



Hallo Christian,
die Idee, das Fachwerk zu entfernen und die Wand neu hochzuziehen ist bestimmt keine gute Lösung.
(Das kommt ja einem Neubau gleich....)

Ich würde mal über eine Außendämmung in kombination mit einer Schieferfassade nachdenken.
Damit könnte man den Charakter des Hauses vielleicht erhalten.

Mit grüßen Danilo



Schiefer...



oder Holz, das wäre absolut nicht mein Fall, finde ich optisch nicht so schön und würde auch nicht wirklich zum Rest passen.



Kein Schiefer....



Vielleicht ist das was....?????

http://www.fassaden-dach.de/klinkerfassaden/klinkerfassade/index.html



So weit ich mich entsinne ...



... wurde die ganze Angelegenheit hier doch schon vor ein paar Monaten mehr als eingehend durchgekaut. Von wo sollen denn plötzlich bahnbrechend neue Erkenntnisse herbeigezaubert werden?



Link



Wenn du mir einen Link geben könntest wäre ich dir sehr verbunden, ich habe die Suche genutzt und nicht wirklich was für mich passendes gefunden...



Klinker...



...sieht zwar gut aus, würde aber bedeuten ich müsste alles klinkern und im Endeffekt passt es dann nicht zum Rest des Hofes, dort ist alles (wenns denn fertig ist) verputzt bzw. Fachwerk.

Ich hatte irgendwo mal einen Link zu einer Vorhangfassade die dann mit Putzplatten verschalt wurden, finde den Hersteller aber nicht. Irgendwo dazwischen muss ja auch noch eine Dämmung.

Isofloc wäre eine Option.



Die Quintessenz ...



... der damaligen Diskussion (der Thread hieß, glaube ich, "Fragen über Fragen") war doch, dass erst mal ein vernünftiges Konzept, also mit einem kompetenten Bauplaner zusammen, entwickelt wird.

Ist das geschehen?
Was stand denn überhaupt im Bauantrag bzw. wer hat ihn mit erarbeitet?
Ich wundere mich, wie einfach so ein Gebäude von der Denkmalliste gestrichen wird, obwohl das Sanierungskonzept noch nicht einmal detailliert steht, denn dann würde hier und heute doch nicht nach Vorschlägen gefragt.
Aber vielleicht irre ich mich ja und es kommen wirklich noch tolle Ideen, man darf gespannt sein.



Antrag...



...habe ich erstellt, 15 Seiten mit Bildern, Grundrissen, Skizzen. Abgelehnt wurde wegen der anzubringenden Wärmedämmung an der Rückseite und am Giebel. Und bei einer 14cm Wand ohne vernünftige Dämmung...nein danke, zumal die Dämmung an die ohnehin verputzte Hausseite sollte und das Haus lediglich ein paar cm "dicker" wäre. Und dort wollte ich auch nicht innen dämmen.

Mir wurde dann angeboten aufgrund des aktuellen Zustands (viel verbastelt) auf den Denkmalschutz zu verzichten.

Aus dem Grund suche ich nun nach Alternativen zur Innendämmung, da ich rein bauphysikalisch lieber aussen dämmen will.



Hinterlüftete Außendämmung?



Was ist das?

Sie könnten, ohne Hinterlüftung, mit Holzweichfaser zwischen Latten dämmen, davor eine Schalung.

Gemalte bzw. gebrettelte Pseodofachwerke sollten Sie sich und Ihrer Umwelt nicht antun.

Eine Schalung ist, wie auch eine Verschieferung, eine historisch korrekte Fachwerkverkleidung. Schaun Sie sich doch 'mal in Ihrer Umgebung um, da gibt es sicher geeignete Vorbilder.

WEnn Sie Ihrer Fassade etwas Gutes tun wollen, schmeißen Sie besser das überbreite Fenster im EG links 'raus und bringen stattdessen wieder 2 Fenster im Maß der Achsen.

Grüße

Thomas



Schalung



Eben diese "Schalung" will ich vermeiden, egal ob Holz oder Schiefer. Fachwerk wieder aufbauen indem man die Balken quasi aufdoppelt und die Ausfachung quasi dicker macht oder eine Vorsatzschalung davor, dann irgendeine Art Putzplatte und diese dann verputzen. Das wären meine vielleicht laienhaften Ideen.



Beispiel



Isofloc mit Lambda iplusi

http://isofloc.de/index.php?fassadendaemmung-mit-lambdaiplusi

Also etwas auf die bisherige Fassade aufbringen, dazwischen dämmen...



Das ist Murks,



mehr ist dazu nicht zu sagen.



Ein gute Planer würde sicher helfen.



Ich würde mir einen Planer suchen, der sich mit der Sanierung solcher Objekte auskennt. Das würde dann Ihrem Motto "Nachhaltig sanieren" gerecht werden. Uns hat dies bereits bei der Suche und Besichtigung entsprechender Objekte sehr geholfen und wir haben viel gelernt.

PS:
Wir wären froh gewesen, wenn wir bereits ein Objekt mit Denkmalschutz gefunden hätten. Dies ist steuerlich nicht uninteressant und außerdem wäre noch die ILE-Förderung gewesen. Ein guter Planer nimmt einem auch den Schrecken vor dem Denkmalschutz.



fertige Lösungen



Einen individuell einsetzbaren (ich nenne es mal) Dämmbaukasten gibt es schon.
Sowohl mit als auch ohne Hinterlüftung, die Fassade kann von Ihnen selbst gestaltet werden.
Ohne Hinterlüftung sind die Möglichkeiten Konstruktionsbedingt etwas begrenzt, aber mit Hinterlüftung sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Verschiede Materialien können entweder miteinander kombiniert werden oder es wird nur ein Material (z.B.Putz) verwendet. Eine Systemabhängigkeit oder Systemgebundenheit wird hier auf ein minimum reduziert.Selbst Eigenleistungen sind möglich.

Grüsse Thomas



Denkmalschutz



Denkmalschutz wäre auch okay gewesen, wir hatten dazu auch schon Kostenvoranschläge etc. aber unser Haus ist doch schon etwas verbastelt, sieht man ansatzweise auch schon auf dem Bild, das Sichtfachwerk sieht nicht mehr soo schön aus, von hinten und der Seite sieht es aus wie ein 60er Jahre Haus und von innen ist es eine Mischung aus allen Epochen.

Ein Hinweis auf geeignete Systeme wäre für mich hilfreich. Auch Planer haben meist den Fokus auf Produkten die sie kennen, selbst vertreiben, häufig nutzen.