Aussendämmung




Wir haben an unserem Fachwerkhaus einen kleinen Anbau, in dem sich ein Zimmer befindet. Gebaut müsste er mit normalen Ziegeln sein. Leider was es in dem Zimmer letzten Winter sehr kalt. Da von Innen im Moment keine Dämmung in Frage kommt, hatte ich die Idee, von Aussen einfach eine zweite Wand mit Lehmsteinen hochzuziehen. Der Anbau ist lediglich 2,40m hoch. Wäre dies sinnvoll und machbar? Oder doch lieber aussen Schilfmatten anbringen und diese verputzen?

Vielen Dank für alle Ratschläge, Alexander Süß



Eine Aussendämmung ...



... ist einer Innendämmung immer vorzuziehen, da diese bauphysikalisch anspruchsvoller zu realisieren ist. Lehmsteine aussen gehen aber 1. überhaupt nicht, da Lehmbaustoffe frei bewittert nicht für den Aussenbereich geeignet sind und 2. Lehm als massiver Baustoff einen hohen Wärmeleitwert d.h. einen sehr geringen Wärmedämmwert hat.

Schilfmatten im Aussenbereich sind prinzipiell machbar; allerdings ist Schädlingsbefall nicht generell ausgeschlossen. Der Wärmedämmwert ist auch nur ca. 50% von dem anderer Dämmstoffe wie z.B. Holzfaserplatten.

Dämmstoffe für aussen auf Massiv-MW sind z.B. Holzfaserplatten, verputzt oder mit hinterlüfteter Holzschalung. Schauen Sie sich die Konstruktionsempfehlungen der Hersteller an oder nutzen Sie deren technische Beratung (www.gutex.de oder www.steico.com)





Hallo Herr Pickartz,

danke für die Ratschläge. Schade mit dem Lehmsteinen, denn davon hätte ich noch welche rumliegen.

Ich habe mal auf der Herstellerseite nachgelesen, die Steine haben einen Wärmeleitwert von 0,11 W/mK. Die Holzfaserdämmplatten wohl 0,04-0,06 W/mK, klingt natürlich viel besser.

Kann ich diese Platten dann einfach mit Kalkputz verputzen?



wie kommen Sie zu der Aussage, dass Schilfplatten 50% schlechter



dämmen als Holzfaserplatten? Schilfplatten gehören zur WLG 050 bis WLG055. Holzweichfaserplatten WLG 040 bis WLG 045.
und...wo soll bei einer mit Kalk in 2-3 Lagen verputzten Schilfplatte (selbstredend professionell in guter Qualität hergestellt) der Schädlingsbefall herkommen?



Warum Herr Schillberg?



Es ist nicht unrichtig, dass Schilfmatten im Aussenbereich prinzipiell machbar sind; allerdings ist ein Schädlingsbefall nicht generell ausgeschlossen.
Etwa um 1880 hat selbst das Preußische Landwirtschaftsministerium Stukkaturrohr nicht mehr zur Verwendung in den Zuchgestüten kommt, da es in wiederholten Fällen durch Abfallen von Mörtelstückchen zu Schädigungen ds Augenlichtes der Tiere kam. Es wurde festgestellt, dass es bei Stukkaturrohrgewebe und Luftkalkmörtel zu Abbröckelungen von Putzteilchen kommen kann und diese die Ursache darin haben, dass bei zellulosehaltigen Putzmörtelträgern -- durch die hygrokopischen Eigenschaften der selben -- es zu feinen Haarrissen kommt welche sich in den Stallungen durch aufsteigende Amoniakdämpfe verhältnismäßig rasch erweitern und solche Übelstände verusachen kann.

Grüsse



historische Schriften zitieren ist ja okay, doch



hier handelt es sich um keine "Stallungen mit aufsteigenden Ammoniakdämpfen", sondern um eine ganz normale Fassadendämmung. Es geht auch niocht um Stukkaturgewebe sondern um in der Regel 3-5cm dicke Schilfrohrplatten.





Danke Herr Schillberg.

Eine Lösung mit Schilfrohr würde mir auch zusagen, denn davon habe ich noch welche übrig :-) Welche Stärke sollte ich denn verbauen? 5cm, oder würde auch 2x2cm reichen?



als Mindestdicke würde ich Ihnen



- unabhängig von ENEV-Vorgaben - gesamt 7-8cm empfehlen. Optimal wären 10cm Schilfplattendämmung.