Dampfbremse innen bei Aussendämmung????

12.06.2009



Hallo Fachleute,
wir wollen eine Aussendämmung aufbringen:
(von aussen nach innen) Lärchenholz geölt
2,5 cm Luft
Vließ
Steinwolle (140)
Fachwerk teils ausgemauert,
teils Lehmgefache
Muß ich nun Innen eine Dampfbremse anbringen oder reicht ein Lehm- oder Kalkputz????
Ich habe hier gestern sowas gelesen, aber mein Mann wollte das fachwerk nicht so einpacken??? Entstehen Schäden, wenn man keine Dampfbremse innen einbaut???? Wir wollten ja auch an einer Aussenwand innen das Fachwerk zu Sicht lassen.. Geht das nicht????
Ich bitte um sachliche Antworten und wenn es möglich wäre mit Begründung...Auch möchte ich keinen Krieg auslösen zwischen Fachleuten.
Ich hoffe auf viele Antworten



Bei Fachwerkwänden



ist es wichtig, dass innerhalb des Wandaufbaus keine Hohlräume entstehen, dass die Diffusionsfähigkeit vo innen nach aussen zunimmt und ein kapillarer Feuchtetransport nach aussen erfolgt.
Mineralwolle behält immer ein wenig Restfeuchte.
Sicherer wäre hier statt der Steinwolle Holzweichfaserplatten vollflächig in Lehm- oder Kalkputz einzubetten. Dann sollte der Aufbau funktionieren und eine Dampfbremse auf der Innenseite kann weggelassen werden.
Auch sichtbar gestaltetes Fachwerk auf der Innenseite ist dann kein Problem.
MfG
dasMaurer



Leider



haben wir die Steinwolle schon zu hause...
Sie wurde mir hier ebenfalls empfohlen...Es ist halt leider ein beachtlicher Unterschied zwischen Holzweichfaser und Steinwolle im Preis.
Wenn ich Lehm auf die Innenseite mache kann dadurch die Feuchtigkeit nicht auch entweichen..nach innen??
Wenn doch eine Dampfbremse notwendig ist, welche?? und kann man darauf Lehm-oder Kalkputz anbringen??



Mineralwolle



lässt sich nur auf ebenen Flächen hohlraumfrei montieren, und das ist bei altem Fachwerk in der Regel nicht gegeben.
Ausserdem hält Mineralwolle immer ein wenig Restfeuchte, die für holzschädigende Organismen ideal ist.
Auf der Fachwerkwand einen Kalkputz aufbringen, der einerseits eine ebene Fläche bringt und andererseits den direkten Kontakt der Mineralwolle mit dem Holz verhindert.
Das fällt mir im Moment dazu ein.
MfG
dasMaurer



auch ein mehrfacher Kalkanstrich auf den Lehmgefachen außen



ist eine fungizid vorbeugende Schutzmaßnahme.



Kalkanstriche..



Bitte erklären sie..brauche ich dann keine Dampfbremse?? Hilft das gegen Feuchte???
Warum trocknet Steinwolle nicht mehr ab???
Mir qualmt der Kopf.....
Ich verstehe das alles nicht so richtig....nach außen kann Feuchtigkeit weg und auch nach innen (lehmputz, wieso sollte da das holz faulen???



Mineralwolle hält anfallende Feuchte (Wassertropfen) in



seinem Gefüge fest. D.H. Feuchte (auch Kondensfeuchtigkeit) wird nicht weitergeleitet bzw. kann nicht weitergeleitet werden und somit nicht abtrocknen. Bei schwülem Wetter entsteht ein "subtropsches Kleinklima" was widerum ideal für jede Pilz(Schimmelpilz) art ist. Deshalb sollte die Oberfläche zumindest fungizig vorbeugend mit Kalkprodukten behandelt werden.
Das alles hat mit evtl. Dampfbremse auf der inneren Wandseite nix zu tun. Die vhd. Ausfachung und der vhd. Innenputz wirken quasi wie eine großformatige Dampfbremse.



Genau



das ist des Pudels Kern bei der Mineralwolle. An den Fasern bleibt immer ein wenig Restwasser hängen, das nur sehr langsam abtrocknet. Da aber in einer Kerndämmung immer Kondenswasser anfällt, wird eine komplette Austrocknung nie erfolgen.
Für die fungizide Wirkung reicht natürlich ein Anstrich, allerdings entsteht in Hohlräumen auf der Innenseite der Dämmung verstärkt Kondenswasser. Deshalb rate ich zum Kalkputz zur Egalisierung der Fläche.
MfG
dasMaurer



Ich denke



mal Ihr habt Steinwolle von Rockwool gekauft.
FIXROCK für hinterlüftete Fassaden oder?
Der Herrsteller hat eine Fachberatung 02043-408-408
Wenn die nicht helfen können , wer dann?



Kerndämmung???



Ich habe immer gedacht eine Kerndämmung ist nicht hinterlüftet???
Aber wir wollen eine hinterlüftete Vorhangfassade.
Lärchenholz geölt und dann 2-3 cm Luft nach oben und unten offen zum zirulieren, dann Vließ und steinwolle dann Fachwerk und innen halt ein Kalkputz???? Diese Dämmung wird nur am Giebel angebracht. Rockwool sagt ja auch das sie diffusionsoffen ist. Müssen wir wirklich mit Bauschäden rechnen???? Leider kann man bei uns niemand fragen..alles die normalen Bauer...
Mit der Kalkfarbe das soll mal kein Problem sein.



Ja, schon richtig.



Aber bei einer Dämmung laufen die physikalischen Prozesse bis zum Kontakt mit der Aussenluft gleich ab. Insofern bleibt sich das gleich. Verzeiht mir bitte die falsche Begriffswahl.
Aber warum wollt Ihr Lärchenholz ölen??
MfG
dasMaurer



Ich möchte es nicht grau....



diffusionsoffen..was bedeutet das??? heißt das nicht sie transportiert Wasserdampf nach draußen??? Der Wasserdampfdiffusionswiderstand liegt bei 1. Geht unser Fachwerk nun kaputt oder nicht??? Man sagt doch immer Aussendämmung ist gut...Diese scheiß Dämmerei ist nicht einfach...



Vermutlich wieder mal Einer von der Sorte :



---
http://de.wikipedia.org/wiki/Troll_(Netzkultur)



Also,



diffusionsoffen bedeutet dampfdurchlässig, bei dem Vlies vor der Dämmung wichtig. Zum einen soll der Wasserdampf nach aussen Transportiert werden, zum anderen soll verhindert werden dass kalte Aussenluft in den Bereich der Dämmung kommt( Winddichtigkeit). Und es verhindert das Eindringen von Wasser von aussen. Im Fachhandel gibt es die entsprechenden Unterspannbahnen.
Und durch ölen wird das vergrauen des Holzes nicht verhindert, denn das wird hauptsächlich durch UV-Licht verursacht. Und auf Lärche wird das Öl erst in einigen Jahren haften.
Wie sagte der alte Zimmermann:
Lärche? Streichste, hälts nen halbes Jahrhundert.
Machste nüscht, is in 50 jahren schon kaputt.
MfG
dasMaurer



soweit so klar...



Aber Steinwolle ist doch auch diffusionsoffen...also und zwar mit dem gleichen Wert wie Luft...Was kann daran denn falsch sein???

Ach und Herr Andreas Milling....
mir ist die Sache sehr wichtig....ich bitte darum solche Kommentare zu lassen...Das ist schlicht beleidigend...

Zum Ölen..Ich möchte ein Öl benutzen mit Pigmenten und ein UV-Blocker Öl. Da wird hoffentlich nix grau...



Steinwolle benötigt zwingend Dampfbremse



Eine Dämmung mit Steinwolle braucht dringend eine Dampfbremse. Steinwolle ist nicht sorptiv, die Faser kann Wasser nicht in sich aufnehmen. Steinwolle ist nicht kapillarfähig - kann also Wasser nicht zum Austrocknen weitertransportieren.

Der Lamdawert bei Steinwolle wird mit einer ganz geringen relativen Baufeuchte gemessen. Solbald dieser Wert durch zuviel Kondenseintrag beeinträchtigt wird, verschlechtert sich dieser Wert überproportional.

Deshalb ist eine Dampfbremse Pflicht - besser eigentlich noch eine Dampfsperre - denn warum soll ich Feuchtigkeit in ein Materialgefüge einbringen, das damit nicht umgehen kann?

Die Anbringung einer voll funktionierenden Dampbremse oder Dampfsperre bei einer bestehenden Fachwerkswand ist in meinen Augen Wunschdenken. Wer will dafür gerade stehen, dass diese fachgerecht eingebaut wurde?

Deshalb spricht hier in meinen Augen viel gegen die Steinwolle in Verbindung mit der Fachwerkswand.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Fachwerk und Steinwolle vertragen sich nicht wirklich,



warum das so ist wurde hier schon sehr gut erklärt.
Auf beigefügtem Bild wird gerade ein Fachwerk für Fassadendämmung vorbereitet. Heir werden Gefache geschaffen und dann mit Naturdämmung ausgeblasen. Die Fassade wird mit Holz und Putz kombiniert. Die Wände im Innenbereich werden teils mit Ziegelgewebe bespannt und teilweise bleibt das Fachwerk sichtbar und die Gefache werden mit Kalk verputzt.

Grüsse



Was Lorenz...



...da beschreibt ist eine Außendämmung. Seit wann braucht man bei einer Außendämmung irgendwo eine Dampfbremse???
Lorenz, dein Aufbau ist schlüssig, wenn das was du "Vließ" nennst eine diffusionsoffene Bahn ist, die ein Abtrocknen von eventuell eingedrungenem Wasser aus Regenbelastung ermöglicht.
Wasser-"mengen" aus dem Inneren kannst getrost vergessen. Die Anschlüsse deiner Schalung sauber ausführen, an den Fensterlaibungen mit Kompriband arbeiten.
Und keine Bange, auch feucht gewordene Mineralwolle kann wieder trocken werden. Der Trocknungsprozeß eines "flauschigen" Materials ist nicht nur an eine kapillare Leifähigkeit geknüpft. Wasser kann auch verdunsten Leute, schonmal davon gehört? Wie werden sonst eure Klamotten auf dem wäscheständer trocken? Habt ihr ausschließlich "kapillar leitfähige" Textilien?

Gruß Patrick.



Aus Steinwolle besteht...



meine Kleidung nicht. Ich kann das tatsächlich bestätigen: Ich verwende nur kapillar leitfähige Textilien, wenn es um die "Dämmung" geht.

Was das Fachwerk mit der Außendämmung angeht: Jeder mögliche Feuchteeintrag in die Steinwolle ist kontraproduktiv und eine Gefahr für die tragende Wand.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de