Dämmung - Diskussion meines Dämmkonzeptes

09.11.2008



Hallo,

wir haben uns Anfang des Jahres ein Haus Bj. 1950 gekauft. Mittlerweile habe ich die Innenwände von Styropor, Kleber und sonstige Stoffen befreit. Vor mir stehen die nackten Wände, z.T. abgeschliffen und ziemlich uneben. Die Elektroinstallation ist jetzt fast fertig.

Seit Monaten zerbreche ich mir den Kopf über das Thema Wärmedämmung und komme einfach nicht zum Ende. Deswegen würde ich das hier gerne diskutieren und mir Eure Meinung einholen. Vorwiegend geht es mir um die Dämmung der Süd- und Ostwand. Hier ist das Mauerwerk zweischalig aufgebaut. Von Innen nach außen:

2 cm Kalkputz
11,5 cm Bims
7 cm Luftschicht
11,5 cm Kalksandstein
3 cm Kalk-Zementputz

In der Luftschicht sind Mauerverbinder aus dickem Draht.
Das Haus hat kaum Dachüberstand, aber ein Gesimse, das 8cm übersteht.

Zunächst einmal habe ich die Luftschicht zwischen den Mauerschalen unter die Lupe genommen und im Erdgeschoss, das sich ca. 1m über dem Erdboden befinden, unten ein Loch gestemmt. Dort ist es trocken. Im ganzen Haus ist es trocken. Der Keller ist mit Bruchsteinen gemauert.

Jetzt habe ich schon öfter so etwas gelesen wie "Finger weg von der Luftschicht", finde es aber schade diesen Zwischenraum nicht zur Dämmung zu nutzen. Ich habe mir ein Programm der Firma Sto ("Sto Archiphysik") heruntergeladen und da mal meinen Wandaufbau eingegeben. Dann habe ich die Luftschicht durch Perlite ersetzt, da ich diese evtl. dort einfüllen möchte. Konsequenz: Das Programm sagt Wandaufbau nicht in Ordnung und meldet 0,90 kg Feuchtigkeit pro m2/Jahr.

Im Endeffekt möchte ich gerne einen U-Wert von 0,30 erreichen. Außen wäre eine Dämmung von 5cm+Putz möglich, ohne den Dachüberstand zu vergrößern. Den Dachüberstand möchte ich gerne so lassen wie er ist. Auch die 5 cm Außendämmung kann ich jetzt nicht machen. Der finanzielle und Kraft-Aufwand ist mir jetzt zu hoch. Später vielleicht besser.

Jetzt habe ich daran gedacht, die Dämmung zwischen den Mauerschalen mit einer Innendämmung zu kombinieren. Diese Gedankenexperimente habe ich mit dem Programm "Sto Archi Physik" gemacht um herauszubekommen, ob das mit der anfallenden Feuchtigkeit funktioniert.

Ich nehme jetzt mal an, dass der Mauerzwischenraum mit 7cm Perliten gefüllt wird.
Wenn ich eine 5cm Innendämmung mit Holzweichfaser, Schilfrohrmatte etc. machen würde, würde sich an der Kondenswasserproblematik nicht viel ändern. Zuviel Wasser in der Wand.

Bezüglich Innendämmung habe ich mich dann von den "Leichtmaterialien" zu den etwas massiveren Baustoffen hinbewegt. Ich bin auf einen Dämmputz gestoßen, der aus Hanfschäben, Kalk und Sand hergestellt wird. Er hat ein Lambda von 0,12 W/mk und kann in Schichten von 4 - 5cm aufgetragen werden. Zwei Schichten übereinander ergeben 8-10 cm. Damit habe ich etwas herumgerechnet. Als Mü (um den SD-Wert auszurechnen) des Hanf-Dämmputzes nehme ich 15 an. Das ist das Mü von Kalk-Putz. Dem Putz werden sehr gute Feuchtigkeitsausgleichende Eigenschaften zugesprochen.

Wenn ich mit dem Programm Sto-Archi-Physik zur Zwischenschalendämmung mit Perliten noch 8cm Innendämmung mit Hanf-Dämmputz (mit den o.G. Materialkennwerten) dazunehme, komme ich auf einen U-Wert von 0,34 W/m2K. Die Feuchtebelastung liegt laut Programm bei 0,46 l/m2 pro Jahr.

Das Programm sagt: Wandaufbau OK.

Ich möchte auf Nummer sicher gehen und in die erste Schicht, die ich innen auftrage, (=4cm) Hanf-Dämmputz Leinöl in den Putz geben um den SD-Wert etwas zu erhöhen (eine Art "natürliche Dampfbremse") habe ich mir gedacht. Bei Kalkfarben wird z.T. ja auch Leinöl zugesetzt. Frage: Wieviel Leinöl könnte ich zusetzen?

Was haltet Ihr von meinem Vorhaben?

Grüße,
Jörg





Hallo Jörg,
egal was irgendein Prog. sagt, Dämmung sollte immer von innen nach aussen sein, also ich würde, wenn ich im Moment kein Geld zur Verfügung habe, eien 4-5 cm Aussendämmung machen mit einem Wärmedämmverbundsystem (sollte vom Dach Überstand reichen). Nun ist dein Maueraufbau doch gut, mit dem KS-Stein aussen, dem Bims innen und der Luftschicht, die würde ich denn auch so lassen, damit keine Überfeuchtung entstehen kann. Von innen einen mineralischen atmmungsaktiven Putz.
Ich habe mein Haus mit einem System Weber-Dur (mit Hinterlüftung) eingesetzt, bin sehr zufrieden.



Dämmung



immer von aussen nach innen sein, (also aussen Dämmen)

sorry verdreht





OK, danke.

Ich bin momentan auch hin- und hergerissen. Die Kerndämmung scheint so einfach. Aber Durchfeuchtung wäre sicher schlecht.

Gibt es noch mehr Meinungen? Würde mich freuen.



Danke



OK, ich weiß jetzt wie ich's mache.