Aussendämmputz Fachwerk

09.03.2011


Hallo,

wir haben vor einem Jahr ein Fachwerkhaus gekauft (mittelalterlicher Kern, große Umbauphase 1607/08). In Absprache mit den Behörden, dürfen wir die Aussenwände dämmen, zumindest in geringen Stärken und folgenden Auflagen:
Es muss ein Material sein, dass die Verformungen der Aussenwände mitmacht und NICHT ausgleicht, möglichst keine oder nur wenige Dübellöcher o.ä. benötigt. Innendämmung kommt auf Grund der erhaltenen Lambris und Stuckdecken nicht in Frage. Da es sich um Fachwerkwände handelt, sollte das System natürlich dampfdiffusionsoffen sein.

Wir würden gerne wissen, welche Möglichkeiten es hier gibt. Aussendämmputz? Wenn ja, gibt es hier Produkte OHNE Zement? Hat jemand Erfahrung damit gemacht? Wir hätten gerne eine möglichst ökologisch vertretbare Lösung..

Vielen Dank schon mal im Voraus für Hinweise und Tipps :-)





Hallo,

selbstverständlich gibt es zementfreie Produkte.
Alle hydraulischen Kalkutze (P II), die "für die Denkmalpflege" angeboten werden, erfüllen dieses Kriterium.
Ich weiß nicht, wer bei Ihnen in BW Marktführer ist.
Weber-Broutin liefert z.B. den weber.cal 172 zu einem vernünftigen Preis.

Wärmedämmputze als Unterputze sind extreme Leichtgewichte.
Sie werden mehrlagig aufgetragen, wenn sie wirken sollen:
Von Weber kann man den montenovo 507 als Unterputz verwenden, darauf Zwichenschicht mit Gewebe, z.B. den erwähnten 172 und abschließend ein Edelkratzputz, z.B. weber.top 200 oder 204.
In jedem Fall. Fachberater hinzuziehen, weil das ziemlich teuer ist und schade wäre, wenns in die Hose ginge.

Grüße



Hallo Katrin



War das Fachwerk im original ein Sichtfachwerk? Da es sich wie du beschreibst um ein Mittelalterliches Haus handelt, mit einer Umbauphase 1607/08, dass heist noch nicht Barock sondern Renaissance.Das bedeutet die typischen barocken Verputzfachwerke sind noch nicht Mode.Daher würde ich evtl. eine Holzverschalung (Zierbrettschalung) mit hinterlegter Dämmung empfehlen, da sie bessere Dämmwerte erreichen als mit Dämmputz, eine Schalung weniger anfällig für Wetter ist und diese besser in die Stilepoche passen würde.



Außendämmputz



Hallo,

der Weber 507 ist leider ein Kalk-Zementputz mit Polystyrolzusatz, wenn es denn ein Dämmputz sein soll würde ich eher zu dem HP9SL von Hessler raten, einem rein mineralischen Produkt ohne Zementzusatz.





Schilfmatten mit Kalkputz.

Such mal hier im Forum, da gibt's ein paar, die haben das gemacht, einer bietet das, glaub ich, auch an.
Die Schilfmatten gibt es in einer Stärke von 5 cm, kann man auch doppelt verwenden. Wird auf die Wand gedübelt, wie sie ist, dann mit Kalkmörtel verputzt. Gar nicht so üble Dämmeiegenschaften, und diffusionsoffen.
Und: Passt sich der Form der Wand gut an, ist elastisch.



Nachtrag



Wie gesehen hier:


http://www.oekonomologisch.de/naturbau/LehmBauInfos&Ratgeber/SchilfMatten/Schilfmatten_a.pdf



Vielen..



..Dank für die Antworten!!

@ Hieronymus: Das Haus war im Giebelbereich sicher mal Sichtfachwerk. In den unteren Zonen wissen wir es nicht genau, weil das Haus noch zum größten Teil mit dem Putz des 19.Jahrhunderts versehen ist und wir diesen nicht abnehmen möchten. Wir sind uns mit den Behörden einig, dass wenn überhaupt nur der Giebel wieder fachwerksichtig sein wird. Wir haben wir uns das mit der Holzverschalung vorzustellen? Kommt die in die Gefache?

@ Klaus: Wir hatten uns auch schon mal überlegt mit Schilfmatten zu dämmen. Aber taucht da nicht das gleiche Problem auf, wie mit WDVS aus Holzfaser.. nämlich die Dübellöcher? Durch die Befundöffnungen wissen wir, dass zum Teil noch die Renaissance-Gefache mit Fassungen erhalten sind und in diese möchten wir lieber keine Dübel versenken. Weiß jemand, wie viele Dübel pro m2 ca nötig sind?



noch ein Nachtrag..



..gibt es eigentlich Kalk-Hanf-Dämmputze auch für den Aussenbereich? Wenn ja, wer stellt den her? Hat jemand Erfahrung damit?

Danke schon mal :-)



Hallo Katrin



Die Schalung kommt auf das Fachwerk. Diese sitz auf einer Horizontallattung, die man im Zwischenraum mit Dämmung hinterfüllen kann. Klaus hat bestimmt die Frage als Innendämmung verstanden.
Organische Materialien sind bei "Putzen" im Außenbereich Tabu. Wenn dan, der Vorschlag des Herrn Beckmann mit Dämmputz aus Mineralischen Bestandteilen.



Dübellöcher



Wenn es nur um das Vermeiden von Schrauben und Befestigungsmitteln geht ist der Dämmputz keine Alternative, da man auch hier einen Putzträger wie Schilfrohr, Ziegeldraht oder ähnliches benötigt und nicht direkt auf das Fachwerk putzen kann



Spezielle Daemmputz



Hallo , schreiben sie mich an dann sage ich ihnen wo sie so einen speziellen Daemmputz in Deutschland bekommen.

rico.1970@web.de



@ Rico



Können Sie mir das nicht auch hier schreiben?





Hallo, ich wollte hier keinen link reinsetzen , aber ok,
wwww.say-thermoplast.de das ist gleichzeitig ein Dämmputz , wenn man mit diesem putz (aussen/innen und auch als Estrich zu haben) arbeitet braucht man auch kein Styropor, zu dem ist es viel leichter als ein normaler putz oder estrich, sehr interessant wegen der statik. sehr geeignet für Altbausanierungen, und ideal gegen Feuchtigkeit. ist sogar als einziger putz auf der Welt mit dem green apple zertifiziert. Hier ein bericht im deutschen ingenieuerblatt http://www.raumundconcept.de/say/files/Eigenschaften_und_Nachhaltigkeit_des_Daemmstoffs_Thermopor.pdf . Mein freund hat dafür die Deutschland und österreich Rechte. Gruss.



Werbemüll



Lieber Rico,
das hier ist keine Plattform um massenweise kostenlos Werbung unters Volk zu bringen.
Halten Sie sich wenigstens einigermaßen an die Frage, es ging um Kalk-Hanf-Dämmputz und nicht um Kalkzementputz mit Bims als Leichtzuschlag!

Viele Grüße



Die "kostenlose Werbung"..



..war dann wohl meine Schuld! Ich wollte keine privaten Mails verschicken und hatte daher um Nachricht innerhalb dieses Forums gebeten. Aber der Hinweis, dass wir nach Putz OHNE Zement gefragt hatten, ist natürlich berechtigt. DEN möchten wir ja gerade NICHT am Haus haben..
Also bleibt es immer noch offen, wie wir an unserem Haus verfahren.. Oder hat noch jemand eine gute Idee?



Schilf



Guck dir das mal an, Katrin, wie die das hier gemacht haben. Wenn ich das richtig lese: Ein Lehmputzbett als "Kleber" plus Schrauben in Ständern und Gefachen. Ich denke, soviel muss da nicht rein, zu das haltbar zu machen.

http://www.hiss-reet.de/bauen-mit-reet/naturbau/praxis/aussendaemmung-schilf.html

@Hieronymus: Ich meine das durchaus als Auissendämmung. Mein Haus hat aussen ja auch organisches Material (Schilf als Putzträger), und das seit 270 Jahren...