Fundament erneuern um Verfall von Schwelle abzuwenden, aber wie?

23.04.2013 Deftik



Guten Morgen und Hallo,

Vorab auf meine Blog (www.Taunusride.de) findet ihr mehr zu meiner Fachwerksituation.

Hier eine kurze Zusammenfassung der Situation:

Ich und meine Freundin haben uns ein kleines Haus in Eppstein - Taunus gekauft und haben beim Renovieren der Zwischendecke festgestellt das doch mehr am Fachwerk kaputt ist als gedacht. Nun haben wir das Sichtfachwerk im Esszimmer gut in den Griff bekommen. Hier war die Schwelle komplett vergammelt und muss ersetzt werden. Die neue Schwelle liegt auf einem Stahlbeton Fundament welches mittels Horizontalsperre gegen zukünftige Nässe geschützt ist.

Nun zu meinem eigentlichen Problem:

Wir sind im Keller (hier ein Bild)

http://taunusride.de/wp-content/uploads/IMG_7417.jpg


Die Schwellen (Skizze - blauer Bereich) sind im Außenbereich. Unterkante Schwelle = Bodenniveau.

Die Schwellen zeigen erste Anzeichen von Verrottung. Aktuell sind sie auf einer Natursteinmauer gelagert die nun mal feucht ist. Nun soll diese Natursteinmauer abgetragen werden und eine Horizontalsperre eingezogen werden. Zuerst war angedacht dies in 50cm Abschnitten zu machen und dann auf dem Stahlbetonfundament die Schwelle mit Kanalklinker zu untermauern. Nun ist kein Land zu sehen wenn wir dies in 50cm-Stücken zu machen, da es einfach nicht möglich ist so das Fundament gescheit zu schalen und zu gießen. Nun meine Frage wie kann ich das Problem lösen. Durch die nähe zum Nachbarn und der enge Platz seh ich nicht so wirklich eine Lösung. Was ich mir jetzt überlegt habe ist Schwerlastpilze (kleine höhenverstellbare Spriesen) einzusetzen und am Ende einfach mit zu vergießen. Anschließend wenn die ersten Klinker vermauert sind werden sie abgeflext um dann die Rollschicht der Klinker hochkant durch zu Mauern.

Ist dieses Vorgehen OK, bessere alterativen, Kritik oder Rat sind erwünscht.

Ich hoffe das ich alle Fakten klar vermitteln konnte ansonsten besser ich gern nach.

Gruß

Christian aka Deftik



Schwelle



Haben Sie mal daran gedacht das diese Feuchte vielleicht nicht von unten sondern von außen kommt?
Das könnte z.B. Wasser sein das von außen die Wand bei Regen herunterläuft und/oder das an die Schwelle spritzt.
Was ist wenn sich dieses Wasser auf der Abdichtung staut und die Unterseite der Schwelle bewässert?

Viele Grüße





Das Wasser kann in diesem Bereich nicht von Oben kommen, da der Dachüberstand von Nachbarhaus und unserem sich überschneiden. Die Feuchtigkeit kommt von unten ,Natursteinmauer und an Schwelle anliegendes Erdreich (0,5-1cm Deckung an Außenseite). Die Fette ist nur in den ersten 2-3cm Feucht der Rest vom Holz ist trocken und stabil.

Dazu ist evlt. noch zu erwähnen das wir im Tal wohnen und wir in ca. 800m Entfernung zu einen Bach liegen.



Anamnese - Diagnose - Therapie



Hallo

Habe mir die Frage und die Blog-Seite etwas angeschaut … hm …
ich muss sagen, dass Sie sich mehr mit der Materie beschäftigen sollten als um die Gestaltung Ihres Blogs …

Ob das nun wirklich "in den Griff bekommen" wurde das Fachwerk … wage ich zu bezweifeln, denn die wirklichen Konstruktionsprinzipien fehlen m.E. völlig …

Ob die Sperre unter der Schwelle hilfreich ist … Zweifel …

Schon Herr Böttcher versuchte mal Ihre Gedanken in andere Richtungen zu lenken … es schaut mir nach einem etwas halt- und konzeptlosen Stückwerk aus …

So eine Sanierung sollte, wenn sie dauerhaft sein soll, auch von Grund auf geplant werden und die Prinzipien eines Fachwerkhauses sollten ebenso verstanden sein, wie die rudimentären Gesetzmässigkeiten der Bauphysik …

Wenn man dann einigermassen weiss was Sache ist kann man sich die Materialien besorgen und loslegen …

Versuchen Sie einen Reset um nicht noch mehr Schäden anzurichten und um dadurch auch noch Geld zu sparen.

Florian Kurz



Schwelle



Nun,
ich versuche mit den Informationen auszukommen die Sie geben, das ist Ihre Skizze.
Daraus kann ich nicht ableiten das die Schwelle außen komplett im Trockenen liegt weil sich Dachüberstände überschneiden. Eher das bei einer defekten oder verstopften Rinne sowie bei Treibschnee das Gegenteil eintritt.
Wie wollen sie den Keller später nutzen?

Viele Grüße





Die eigentliche Sanierung wird extern ausgeführt, hier wurden alle Vorarbeiten auf Anweisung ausgeführt. Ich habe jetzt erstmal dafür gesorgt das, dass Auflager der Schwelle trocken ist. Die neue Schwelle wird von eine Firma eingesetzt ebenso werden die defekten Eckverbindungen kraftschlüssig verzapft, etc.

Und ich versuche mir gerade Rat zu holen bzw. eine 2. Meinung, um eine nachhaltige Lösung zu schaffen.

Aber bis jetzt wurde mir leider noch nicht wirklich geholfen außer das mir vorgeworfen wird das ich keine Ahnung habe, was ja soweit korrekt ist, aber es ist ja jetzt nicht so, dass ich das nicht beheben will...

@ Herr Böttcher, da haben Sie recht das konnten Sie nicht wissen. Der Keller wird nachher nur als Lager (Konserven, Trinkkästen...)genutzt (Raumhöhe <1,50m)

Nachtrag: Beide Außenwände sind relativ Wettergeschützt da sie an einen Innenhof grenzen der durch hohe Mauern eingefasst ist.





Hier nochmal ein Bild zur Situation





Ursache, Planung und Ausführung sind weder ziehlführend noch
richtig. solche Probleme lassen sich sich kaum über ein Forum klären. Auch ist Ihre Überlegung falsch. Man kann einen morschen Schwellbalken nicht von der schlechten Seite her mit Zauberböcken stabillisieren (Punktbelastung). Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten. Lassen sie das planen, dazu finden sie hier die richtigen Leute!



Verschleißteil



Mir wurde gesagt, die Schwellbalken an einem Fachwerkhaus müssen alle 100 Jahre erneuert werden. Ich habe die neuen Schwellbalken auf reinen Kalkmörtel auf die Bruchsteinmauer legen lassen. In hundert Jahren dürfen sich dann andere darum kümmern.

Ihr Haus muß nicht falsch konstruiert sein wenn die Schwellbalken morsch geworden sind. Das ist nun mal so. Ich hätte große Bedenken, an einem an sich funktionierenden System einzelne Teile durch andere Materialien zu ersetzen.

Wenn etwas naß wird und kann wieder trocknen, ist das kein großes Problem. Wenn Ihre neuverlegten Schwellbalken naß werden, findet die Feuchtigkeit keinen Weg nach unten.



Vor allem



muß deine Schwelle aus dem Dreck raus,Oberkante Erdreich und Unterkante Schwelle in einer Höhe können gar nix,egal ob da noch ne Sperre vor ist und es da auch nicht hinregnet.

Schaff dir nach unten hin Platz ,bau die Schwelle aus,abbeilen und wieder einbauen und mit einer Rollschicht Klinker untermauern ohne Beton und Sperre.
Wenn du unbedingt meinst die Sperre muss sein,dann unter die Klinker aber nicht unters Holz.

Grüße Martin



Kann nicht so ganz stimmen



Mein Fachwerkhaus ist über 400 Jahre alt und hat noch die originalen Schwellen. Bis auf 1 Meter, der lag im Nassen. Das hat die Eichenschwele keine 10 Jahre überlebt.
Eine Schwelle unter dem umliegenden Bodenniveau, wie im Posting gezeigt, wird auf Dauer nicht funktionieren.

Viele Grüße,
Volker



@Christian



Auf den Bildern sieht es so aus als hättet ihr die Schwelle gegen Beton getauscht,seh ich das richtig?

Verschleißteil Schwelle ,stimmt schon ,da muß aber nicht jede pauschal alle Hunderte Jahre getauscht werden.

Grüße Martin





Das täuscht. Die Schwelle wird Später auf auf den Beton gelegt und vermörtelt und mit dem Fachwerk verzapft, gibt es hier noch nen Tipp welcher Kalkmörtel am besten geeignet ist?



Betonschwelle



Das soll ich glauben,Sorry ! Aber komplizierter geht s doch gar nicht,bevor der Beton da hin kam ,war Platz um die Schwelle von unten wieder einzubauen und mit Ständern und Streben zu verbinden.

Jetzt musste die Ständer und Streben kürzen und alles mit falschen Zapfen verbinden,was ungemein fummeliger und nerviger in der Einbausituation sein wird.

Kopf kratz Grüße Martin





Ja, wurde so empfohlen und auf Anweisung ausgeführt. Ständer und Sträben müssen eh gekürzt werden

1. Da sie feucht und vergammelst sind 10cm
2. Um die Schwelle anzuheben damit Sie sichtbar wird wenn der fertige Boden drin ist.

wie gesagt alles auf Anweisung einer Fachfirma.
Mein Frage hier im Forum habe ich ja nur gestellt um evtl. noch eine alternative aufgezeigt zu bekommen, die "besser" und "nachhaltiger" ist. ICH bin nicht der Fachmann.



Hmmm



diese Lösung finde ich sehr Zeitintensiv,so ne Handwerkerstunde kostet ja auch.

Ich hätt den ganzen Stahlbeton sein gelassen,in der Zeit wo du Eisen gebogen hast ,Schalung gebaut und Beton gemischt hast,hätteste das ganze zweimal aufmauern können,vorher die Schwelle gewechselt und mit dem Klinker spak drunter gemauert ,fertig.

Ich würde mir da Gedanken über die Fachlichkeit der ausführenden Firma machen...

Grüße Martin





Jetzt sind wir bei dem Punkt angekommen, warum ich mich hier nochmal Rückversichern wollte und gefragt habe wie würde es man auf der anderen Seite ausführen. Damit es für mich auch einfacher wird und ich noch mal ein Feedback bekomme von einer Seite, wo keine finanzielles Interesse dahinter ist.

Die Frage die ich mir halt Stelle mit meinem Halbwissen ist:

Wenn ich die Schwelle auf der anderen Seite (Skizze blau) neu Untermauer (mit Horizontalsperre), wie gehe ich da am Besten ran?

Ein Teil des Bestandes sollte ja zur Kraftaufnahme immer bestehen bleiben, nur wie bekomme ich dann einen Gescheiten Mauerverband hin? - Ich hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt





Steif die Schwelle ordentlich ab,räum drunter alles auf dein Steinmaß raus und Mauer neu auf.
Oder stell die Schwelle auf Klötze und Keile ,die Zwischenräume ausmauern ,Klötze weg und den Rest ausmauern.

Bei der zweiten Möglichkeit musst die Sperre stückeln und entsprechend überlappen.

Mörtel aus Sand ,Weiß/Trasskalk und nen Schippchen Zement.

Auf dem Bild hab ich es genauso gemacht ,Schwelle auf Keile gestellt und die Zwischenräume ausgemauert,amschließend Keile gezogen und diese Zwischenräume ausgmauert,rechts sitzen die Keile noch.

Grüße Martin



Kalkmörtel



Ich habe reinen Kalkmörtel von Solubel genommen. Die haben eine homepage und man wird auch telefonisch beraten. Mein Wissen ist nur aus zweiter Hand. Mir wurde gesagt, weder Trass noch Zement soll beigefügt werden. Ich weiß, wie schlimm das ist, wenn selbst die Fachleute verschiedener Meinung sind. Deshalb habe ich mich entschieden, möglichst die alten Materialien zu nehmen und den Materialverbund nicht durch moderne Baustoffe zu stören.



@Beate



ich möchte mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen,aber ich bezweifle das die Solubelprodukte REINE Kalkmörtel sind.

Irgendein hydraulisches Bindemittel müsste bei den angepriesenen Eigenschaften mit drin sein.

Grüße Martin



Solubel - Volldeklaration



Hallo Martin,

auf der Solubel-Seite findest Du unter "Technische Merkblätter" die Volldeklaration. Ich habe keinen Grund, daran zu zweifeln, daß auch das drin ist, was draufsteht.

Gruß aus dem Frankenwald

Beate



Kalkphilosophie



… nur gut, dass immer ein "bischn" Zement dabei ist …

dann kann man die Gewähr dazu haben, dass es auf lange Sicht Schäden gibt am Holz …

Und um ganz sicher zu gehen nimmt man auch noch Trasskalk … den kapiert zwar keiner, kann auch fast keiner mehr Verarbeiten … aber nur immer rinne damit …

Warum die Umstände, wenn doch der billige Baumarktmörtel das selbe macht … ?

Die Kunst einen guten Mörtel zu machen oder zu haben ist nicht leicht … vom richtigen Kalk, dem richtigen Sand mit der richtigen und stimmigen Kornverteilung der Sieblinie … und das im richtigen Verhältnis … da sag ich mal: DAS kann HIER keiner!

Aber DER kanns … 

Viel Erfolg weiterhin

Florian Kurz



@ F K



Ein bisschen Zement....schädigt das Holz auf lange Sicht...ist so pauschal daher gesagt barer Unsinn....und bei Solubel geht es nicht nur um den richtigen Sand,den richtigen Kalk ,die richtige Sieblinie...da ist noch einiges anderes drin.....ich will hier keine Diskussion zur reinen Kalklehre einleiten ,aber für mich ist reiner Kalkmörtel,Kalk(Weißkalk/Branntkalk),Sand,Wasser und sonst nix!

Grüße Martin



nicht "Baum" sondern "Irr"-Läufer



Wenn SIE das meinen, dass das pauschaler Unsinn ist werden Sie schon recht haben … da bilde ich Blödel mir halt ein, dass ich recht hab …

Die Zeit und die "Zementchemie" wird Ihnen schon die Antwort geben mit der Zeit …
Ich halte mich da raus … ist ja auch ein bisschen Psychologie dabei … wer gibt schon gerne Fehler zu … die nur mühsam wieder zu entfernen sind …

Zu Ihrem Statement: Reine Kalklehre: Kalk - Sand - Wasser ist nichts einzuwenden … aber ich behalte mir die Einwände vor, dass Sie und die allerwenigsten hier einen guten von einem schlechten Kalk bzw. Sand unterscheiden können und das Mischungsverhältnis den Wand oder Fugenansprüchen richtig einstellen können … geschweige denn wissen wann und wie man den Zaubertrass anwenden kann …

und dann können Sie ja nachlesen was in dem Solubel-Zeug drinnen ist und versuchen zu verstehen warum das drin ist und warum in den Quantitäten … und da werden halt mal 20 Jährchen ins Land gehen …

Wie gesagt: ich habe nichts gegen die "reine Kalklehre" …

in diesem Sinne …

Florian Kurz



Natürlich



mache ich Fehler lieber Florian ,das zu zugeben fällt manchmal leicht, manchmal nicht,das ist menschlich...

Ja und die Aussage das man bei Zementverwendung die Gewähr hat,das ,das Holz geschädigt wird ist Blödelei.
In Zusammehang mit Feuchte/Nässe ja ,aber davon haste nix geschrieben,Hauptsache der böse Zement...Schlagzeilen.

Im obigen Fall muss der Mörtel noch nicht mal mit dem Holz in Kontakt kommen.
Mein ältester selbstgemachter Mörtel hier im Haus ,ist drei Jahre alt,müssen wir noch siebzehn Jahre warten....

Ich bin mit Sicherheit nicht in der Lage einen reinen Kalkmörtel ,der wirklich dauerhaft ist,für den Aussenbereich herzustellen,viele hier wahrscheinlich auch nicht.

Wie stehts da mit dir? Ich hab nix gegen Solubel!Ich hab was dagegen ,wenn jemand ständig die reine Lehre predigt ,anscheinend selber aber nicht in der Lage ist diese anzuwenden und deshalb ein Industrieprodukt empfiehlt ,welches genau genommen dieser Lehre garnicht entspricht.

Grüße vom Irrläufer





Danke Martin für deinen Input. Für die die es Interessiert habe die Ausführung mal Dokumentiert und ist hier: http://taunusride.de/?p=305 zu finden.

Gruß