Terrassensanierung mit sog. Steinchenteppich

17.07.2009



Hallo.

Evtl. kann mir ja hier jemand freundlicher Weise weiterhelfen.
Also: Vor rund 40 Jahren hat mein Vater an unserem Haus eine Terrasse von ca. 100 m² gebaut. Die gesamte Pfeffer und Salz-Fläche besteht aus weißem Marmorsplitt mit ein paar Anteilen schwarzem Splitt, (wahrscheinlich Basaltsplitt) in einer Körnung von ca. 2-4 mm. Nun gibt es fast überall diesen Splitt zu kaufen aber immer in Verbindung mit Epoxitharzen oder Polyretanharzen die den Splitt sozusagen verkleben und elastisch und wetterbeständig halten. Diese sog. Steinchenteppiche sind aber sehr teuer. Der m² kostet zwischen 50 und 110,- €, je nachdem von welcher Firma.

Nun meine Frage: Womit lässt sich der Splitt noch wetterfest und frostsicher verbinden???

Einige sagen man könne den Splitt mit weißem Fliesen- bzw. Natursteinkleber vermischen und dann großflächig auftragen und anschließend wie Waschbeton auswaschen.

Andere sagen man könne das auch mit Weißzement machen und dem Zement entsprechende wasserbeständige Stoffe wie Ceresit zumischen usw.

Keiner weis aber wirklich ob das eine oder andere wirklich langfristig wetterbeständig und frostsicher ist.

Wer kann mir bitte sagen wie ich das bewerkstelligen kann, das meine Terrasse wieder so schön wird wie noch vor rund 10 Jahren. Die hat also mehr als 30 Jahre super gehaltuen und ausgesehen. Mein Vater hat seinerzeit, vor ca. 40 Jahren, ziemlich sicher keine chemischen Harze verwendet, also muss das auch anders gehen. Aber wie???

Für jede Hilfe bin ich wirklich sehr dankbar.

MfG



Steinchenteppich



Hallo,

Weißzement mit Ceresit klingt plausibel.
Ich hab mal die bauhaus-Seiten gelesen: die machen es mit irgendwelchen Kunststoffen. Es scheint aber kein Epoxy dabeizusein, weil die Warnhinweise zum Arbeitsschutz fehlen.

Grüße vom Niederrhein





Danke für die prompte Antwort.

Die Bauhaus Steinchenteppiche kenne ich natürlich, nachdem ich schon lange nach einer günstigen Lösung recherchiere, auch.

Leider kostet von deren Material eben auch der m² rund 60 bis 70 €. Für rund 10,- € pro m² bekomme ich das, wenn ich mir den Marmorsplitt kaufe und den mit weißem Zement mische und auftrage. bei ca. 50 € Unterschied pro m² hört dann bei mir der Spaß auf, zumal ich mehr als 100 m² Terrasse habe.

Danke nochmals für die Antwort

MfG



Hallo Udo



wenn du Zemente nimmst, dann lass es lieber sein. Starre Systeme sind eben nur mit hohem Aufwand (speziellen Aufbau) dauerhaft zu realisieren.
Gerade wenn es um große Flächen geht, brauchen starre Systeme entweder eine Entkoppelung oder Dehnfugen.
Deswegen hat sich eben im Aussenbereich eine Mischung von Natursteinen (Quarz oder Marmor) in Verbindung mit Harz durchgesetzt.
Allerdings sollten im Aussenbereich nur PU- Harze verwendet werden. (UV- beständig und dauerhaft dehnfähig). Epoxiharze sind für aussen nicht geeignet, da nicht flexibel und nicht UV- beständig.
So eine Fläche allerdings selber herzustellen, ohne Erfahrung, da bin ich skeptisch. Meine Mitarbeiter müssen mind. 1 Jahr mit einem erfahrenen Verleger mitgemacht haben, bevor ich sie alleine eine Fläche ausführen lassen.
Seit neuestem bieten wir diese Materialien als Fliesen an (40cm x 60cm oder 50cm x 50cm). Billig ist das allerdings nicht. (79,00€/m² inkl. Steuer) Siehe www.marmorix.de

Gruß H. Köhler





Auch hier bedanke ich mich für die nette Antwort. Wir haben sogar gestern noch telefoniert. Welch ein Zufall. Naja, wie auch immer, die Terrasse meines Vaters, ohne Harze, hat immerhin mehr als 30 Jahre gehalten und ist auch heute, nach mehr als 40 Jahren, immer noch recht ansehlich. Wie ich bereits erwähnte hat mein Vater das sicher nicht mit Harzen gemacht. Meiner Meinung nach hat er ziemlich sicher, Dickerhoff Weißzement verarbeitet.

Nun bin ich leider trotz eurer vielen Bemühungen immer noch nicht wirklich weiter, außer das ich genau weis, dass ich keine 50,- bis 110,- € pro m² ausgeben möchte.

Evtl. gibt es ja noch jemanden der mehr zu dem Thema zu sagen hat.

MfG.





Hallo,

selbst vor 40 Jahren wurde für diese Steinteppiche (Fachbegriff Terrazzo für den Außenbereich) Chemie eingesetzt.
Zu der damaligen Zeit nannte man dies Mischöl (Luftporenbildner). Für die Dauerhaftigkeit an der Oberfläche wurde nach Fertigstellung meistens grob geschliffen, dann Kaliumwasserglas im Mischungsverhältnis 1:10 bis 1:15 im Flutverfahren aufgebracht.
Oder es kam Steinöl zum einsatz.

Ausführung:
Einbringen der Rohbetonfläche. Die Oberfläche wurde nur grob abgezogen, nicht gescheibt, jedoch intensiv verdichtet.
Am darauf folgenden Tag wurde die Oberfläche mittels Kratzbrett (gleiches Werkzeug wie beim Kartzputz)intensiv aufgerauht. Das dadurch gelöst Material wurde sofort mittels grobem Besen, ohne darauf rum zu laufen, entfernt.
Anschließend für 5-8 Tage feuchtgehalten.
Nach ca. 3-4 Wochen wurde die gesamte Fläche mittels rauhem Besen und Wasser intensiv gereinigt.
In der mattfeuchten Oberfläche wurde als Haftbrücke Weißzementschlämme intensiv eingebürstet.
Darauf wurde frisch in frisch eine erdfeuchte Mischung aus gebrochenen Steinen, je nach farblicher Oberflächengestaltung, und Weißzement ca. 5 cm stark grob verteilt.
Die Mischung bestand aus gebrochenem Material. Mischungsverhältnis 1 Teil Weißzement, 3 Teile Zuschlag, jedoch keine Feinstanteile unter 2 mm.
Wichtig hierbei war die Zugabe von 2 % Mischöl auf die verwendete Zementmenge.
Anschließend hieß es stampfen. Der Stampfer hatte eine Fläche von 10x10 cm und wog ca. 20-25 kg.
Das Einstampfen wurde solang durchgeführt bis eine einheitlich mattfeuchte und gut verdichtete Fläche erreicht war.
Darauf wurde dann, frisch in frisch, Weißzement mit Quarzmehl gepuder. Mischungsverhältnis 1:1.
Dies wurde mittels Holzscheibe intensiv in den Untergrund eingescheibt.
Die Abdeckung erfolgte mittels nassen Jutesäcken und wurde sofort nach Fertigstellung der gescheibten Fläche (immer wenn sie Sackgröße erreicht hatte) abgedeckt.
Die Jutesäcke wurde über 5-10 Tage immer feucht gehalten.
Nach 4-5 Wochen wurde die Oberfläche maschinell geschliffen.
Nach Beendigung der Oberflächenbearbeitung und Reinigung wurde im Flutverfahren, wie zuvor beschrieben, das Kaliumwasserglas oder das Steinöl aufgebracht.

Auf Grund meiner Tätigkeit weis ich, dass diese Flächen mehr als 40 Jahre überleben. Teilweise sind hier Flächen von mehr als 100 Jahren bekannt.


Solche Flächen werden von mir wie folgt saniert:
-Fläche mittels Hochdruckreiniger mit selbstabsaugender Reinigungsbürste (300 bar) reinigen. Hierfür verwende ich Gerätetechnologie der Fa. Falch oder Putzmeister
- starke Beschädigungen an der Oberfläche werden nach oben genanntem Rezept, jedoch unter der Zugabe von Silikaten, gemäß Betoninstandsetzung ausgebessert. Jedoch ohne zu Hilfenahme von kunststoffmodifizierten Produkten.
- Danach werden die so reparierten Flächen während des Abbindeprozesses aufgerauht damit kein Zementleim mehr an der Oberfläche vorhanden ist (kratzen).
- Danach wird die gesamte Fläche mattfeucht vorgenässt. Es erfolgt nun ein Überzug aus Weißzement und Quarzmehl im Mischungsverhältnis 1:1 mittels Hartgummispachtel.
Es ist darauf zu achten das dass Quarzmehl keine Eisenanteile enthält. Sonst kann es zu Rostflecken kommen.
- Die so überzogene Fläche wird sofort mit einer PVC-Folie absolut dicht abgedeckt und beschwert. Es darf auf keinen Fall Luft zwischen die Folie und die Oberfläche kommen.
- Zusätzlich ist die PVC-Folie immer mit Wasser zu benetzen
- Nach ca. 4-6 Wochen wird die Oberfläche geschliffen. Je nach gewünschtem Erscheinungsbild
- Nach intensiver Reinigung der Oberfläche wird dann im Flutverfahren das Kaliumwasserglas, wie zuvor beschrieben, aufgebracht.

Bei fachgerechter Ausführung und Pflege der Oberfläche erreicht eine solche Sanierung wieder eine Lebensdauer von mindestens 20 Jahren.


Gutes Gelingen
Dieter Neff

Edit: Es heisst natürlich "Kaliumwasserglas". Schreibfehler verbessert bevor ich öffentlich gesteinigt werde ;)





Danke für die wirklich mehr als ausgiebige Antwort. Von mir als Laie sind Ihre Beschreibungen der Vorgehensweise leider sehr schwer zu verstehen und wahrscheinlich noch viel schwerer umzusetzten.

Daraus ergibt sich meine Frage: Könnten Sie mir nicht meine Terrasse neu machen oder mir jemanden im Raume Essen empfehlen?

Eines befürchte ich allerdings. Das es vom Preis her auch nicht viel günstiger ist als es mit den heute moderneren Methoden zu machen bzw. machen zu lassen.

Es wäre nett, wenn Sie mir zu den Kosten nochmal schreiben könnten damit ich eine Preisvorstellung bekomme. Ggf. schreiben Sie mir doch Ihre Telefonnummer, e-Mailadresse oder Webseite. Ich werde Sie umgehend kontaktieren.

Vielen Dank im Voraus.

MfG.





Hallo Herr Bednarz,

auf meiner Homepage sind sowohl Telefonnummer (auch gerne am Wochenende) als auch E-Mail Adresse hinterlegt.

http://www.fachplanung-bauhermetik.de

Ich denke alles weitere können wir dann persönlich besprechen.


mit freundlichen Grüßen
Dieter Neff





Sehr geehrter Herr Neff,

jetzt wo Sie es sagen, fällt es mir auch auf. Ich werde Sie spätestens Übermorgen anrufen.

Noch ein schönes Wochenende.

MfG.