Ich werd's tun, und ich hab ne Menge Fragen ;-) (viel blabla ..)

19.03.2011



Hallo,

mittlerweile ist mehr oder weniger die Entscheidung gefallen, dass ich das Haus übernehmen werde. Ich habe mich jetzt mal genauer umgeschaut, un dabei sind ne Menge Fragen aufgekommen.

Vorweg, ich erwarte keine Bauberatung, und alles, was statisch oder von der Substanz her kritisch ist, werde ich mit Fachleuten ansehen, bevor ich mit irgendwas anfange. Das wird aber noch eine Weile dauern, weil ich erst mal ausräumen muss, damit man überhaupt überall hinkommt. Ich scharre aber schon jetzt mit den Hufen, also muss ich einfach fragen.

1. Ich habe eine schematische Zeichnung des Fachwerks an der Vorderseite angefügt. Eine Einordnung des Bauweise(des Haustyps würde mich brennend interessieren. Erbaut wurde es um 1860.

2. Bei der "Begehung" bin ich diversen Bausünden begegnet. Das Haus ist ca. 1985 hauptsächlich in Eigenarbeit innen aus/-umgebaut worden, also zu Zeiten von Bauschaum und Glaswolle. Meine Hauptsorge gilt der Zwischendecke. Über dem Wohnbereich (der weit weniger als die Hälfte der Grundfläche einnimmt) ist ca 75 cm unter dem Heuboden eine Decke aus Leichtbauplatten an einer Lattenkonstruktion eingezogen, darauf liegt Glaswolle, darüber nichts. Darunter sind "hübsche" 70er-Partykeller-Style Holzpaneele verschraubt. Das muss raus, schon allein, weil es potthässlich und ziemlich düster ist. Die eigentliche Decke wird das nicht unbeschadet überleben, an einer Stelle ist wohl mal ein Marder o.ä. durchgebrochen, also muss dass ganze Zeug weg. Meine Fragen: spricht etwas dagegen, das raumweise zu machen? Ich denke an Lehm-Trockenputzplatten mit Dämmung drüber, ist das ne sinnvolle Richtung (das könnte ich mit Hilfe von Freunden in Eigenleistung machen)? Würdet Ihr die aktuelle Raumhöhe beibehalten (ca. 2,40) oder sollte ich bis zum Heuboden hochgehen und unter/zwischen/über den tragenden Balken Isolieren (die Bohlen auf dem Heuboden müssen über kurz oder lang getauscht werden)?

3. In mindestens zwei Räumen muss innen der Putz runter (ein ziemlich angegriffener Kellenputz), und wenn ich das mache, dann sollte ich wohl auch gleich dämmen (oder?). Schilfmatten und überputzen? Auch Lehmtrockenputzplatten? Hanfdämmung dazwischen? Günstige alternativen?

4. Zur Diele hin sind in einer Wand Glasbausteine (urghs) und vom Bad aus eine Brandschutztür. Wer auch immer sich das ausgedacht hat... ich würde gerne die Tür im Bad wegrationalisieren und dort wo die Glasbausteine sind (ziemlich mittig in der nachträglich eingezogenen Wand) eine zweiflügelige Tür einbauen. Ich denke, dass muss auch eine Brandschutztür sein. Weiß da jemand was genaueres? Der Sicherungskasten ist auf der Deele. Wo bekomm ich eine zum Haus passende Tür her?

Damit hätt ich für den Moment genug gefragt, um wieder ruhig schlafen zu können. Ich hab schon meine Arbeitsklamotten plus Sicherheitsschuhe aus'm Keller gekramt, obwohl es mindestens noch nen Monat dauert, bis wirklich was losgeht, aber ich bin ja soooooo aufgeregt. Ich hoffe daher auf Euer Verständnis für diesen Beitrag... Danke!



Brrrrr..... stop!



Hallo Chris,

aus Deinem Artikel wird klar: Dich hat's voll erwischt ;-) Damit bist Du hier wirklich nicht allein - und es ist echt schwer, da den Kopf wieder einzuschalten...

Was heisst Du wirst "das Haus übernehmen"? Es gehört Deiner Familie oder Dir bereits - es geht also "nur" darum wie Ihr es saniert? Oder: Du willst es kaufen?

Wenn es noch nicht Deins ist - aber eigentlich auch wenn Ihr schon Eigentümer seid - hol' Dir einen Experten. Jetzt. Vor dem Ausräumen. Ja, man sieht später sicher mehr, aber bevor Du etwas falsch machst (Du bist vermutlich wie ich Amateur und nicht vom Fach?), dann lass' Dich besser vor der Arbeit beraten.

So was wie "vielleicht oder auch nicht Brandschutztüren" ist nicht unwichtig - je nach Situation ist das Murks der raus kann / muss oder sehr wichtig damit Ihr keinen Ärger bekommt... eventuell kannst Du hier im Forum dazu Infos bekommen, dann geht das aber nur, wenn Du Fotos und genauere Informationen einstellst.

Viel Glück und Spaß mit Deinem Traumhaus

Dirk



Moin Chris,



ich kann mich dem Rat von Dirk nur anschliessen....das Haus hat jetzt bestimmt nicht 150 Jahre auf den nächsten Hibbel gewartet, der planlos darin rumrockert....;-)

Wir haben solche Holzpaneelen z.B. dereinst schlicht weiss lackiert, die waren nämlich noch gut in Schuss und wir hatten keine Lust die wegzumachen......wenn die Glaswolle nach oben luftig liegt, kanns ja auch nicht so schlimm sein......hol dir aber gleich den passenden Sack vom Entsorger, bei uns nehmen sie dat Zeug sonst nicht an.

Das wichtigte ist, dass ihr wisst was ihr im Endeffekt haben wollt, auch wenn die Ausführung manchmal vielleicht noch warten muss, bis das Geld dafür da ist.

Auch wenn du jetzt mit den Hufen scharrst, zweimal machen wolltest du's auch nicht, oder?

Viel Erfolg, Boris



*Brems*



Hallo!

Also, das Haus gehört mir zum Teil, und ich könnte es zu Konditionen komplett übernehmen, die selbst dann noch günstig wären, wenn man es abreißen müsste. Der Hintergrund, Ihr werdet es ahnen, ist ein Todesfall, und mir wäre es überhaupt nicht recht, das Haus weg zu geben.

Mit ausräumen ist nur gemeint, die Unmengen an Zeug, die sich in den letzten 25 Jahren angesammelt haben, je nachdem zu entsorgen oder so zu lagern, dass sie nicht Unmengen an Platz weg nehmen. Auf der Diele steht soviel Kram, dass man im Moment nicht mal auf den Dachboden kommt. Da hätt ich den Architekten aber schon auch gerne ;-)

Mit (Um-)Bauarbeiten fange ich erst an, wenn es einen Plan gibt, den ich auch mit/vom Architekt machen lassen werde. Das ganze wird in zwei Schritten passieren: zunächst das Notwendige, um die Substanz zu sichern, durch Fachleute ausführen lassen und einen Teil des vorhandenen Wohnraums mit möglichst viel Eigenleistung herrichten. Dann selbst nutzen und abschnittsweise fachmännisch sanieren. So ist das ganze einfacher finanzierbar.

Meine Fragen im Eingangsbeitrag beziehen sich einfach auf Dinge, die mir gerade so im Kopf rumschwirren. Und je mehr ich im vorhinein weiß, desto besser kann ich mich mit dem Architekten abstimmen, oder?



Moin Chris,



leerräumen hört sich gut an: Erstmal muss der Muff raus, damit man was sieht und du dir die Räume besser vostellen kannst.

"Und je mehr ich im vorhinein weiß, desto besser kann ich mich mit dem Architekten abstimmen, oder?"

Jein. Solche Details wie Brandschutztür oder Decke raus kommen eigentlich erst nachdem du dir überlegt hast, wie es werden soll (und sagen wir mal die nächsten 20 Jahre euren Bedürfnissen dient). Also wohin das Bad, Küche, Wohnräume, Kinderzimmer,späterer Ausbau des Dachbodens/Scheune/ELW etc.

Dann kann dein Archi dir Vorschläge machen, wie man das am besten umsetzt und wo man jetzt schon Leitungen legt etc.

Zum Thema "Innendämmung" findest du hier reichlich Infos über die Suchfunktion, "Wandheizung" ist in dem Zusammenhang auch noch ein gutes Stichwort.

Aber zuallererst würd' ich mir überlegen, ob du wirklich solange auf der Ecke bleiben willst. Je nach Lebensplan, kann so eine Grossbaustelle auch ein ziemlicher Klotz am Bein sein.......

Gruss, Boris

P.S. Ein Monat für Planung und Vorbereitung is' nich viel.....



Auf gehts ;-)



Hallo Chris,

ok, das gibt ein bisschen mehr Hintergrund. Was ich aber noch nicht in Deinen Infos gefunden habe: Wo steht das Haus denn? (Vom Typ her irgendwo im Norddeutschen...?) Und: Steht es unter Denkmalschutz? (... nicht unwichtig für Ausbaupläne!) Steht es im Außenbereich? (... falls es doch weg muss, dann dürft Ihr da vermutlich nie wieder ein Haus bauen!)

Schau' doch mal auf der Webseite der Interessengemeinschaft Bauernhaus (http://www.igbauernhaus.de/ ) ob es bei Euch in der Gegend eine Außen- oder Kontaktstelle gibt (Liste findest Du hier: http://www.igbauernhaus.de/index.php?id=234 ). Dort findest Du Gleichgesinnte, die der Fachwerkhaus-Virus mindestens genauso heftig erwischt hat wie Dich ;-) Die kraxeln auch mal durch vollgeräumte Häuser und können Dir vor Ort viel bessere Tipps geben als wir hier im Forum.

Viel Spaß und Erfolg bei Deinem Projekt!

Dirk



Ah, supi!



@Boris
Ob wir uns praktisch für immer in der Gegeng niederlassen wollen, haben wir ausgiebig diskutiert. Da ist die Entscheidung gefallen. Und wie weit wir in einem Monat sind, wird man sehen. Im Zweifel fang ich erst mal im Aussenbereich an, da gibts von Zaun über Wiese bis zu Bäumen und Sträuchern auch genug zu tun... Praktisch stehe ich nicht wirklich unter Zeitdruck, aber diese Unruhe ;-)

@Dirk
Das Haus steht in Ostwestfalen, und siehe da, es gibt gleich um die Ecke eine Aussenstelle der IGB. Prima!
Das Grundstück ist lt. Bebauungsplan Bauland für Wohnbebauung und liegt am Rand einer Siedlung. Das Grundstück wäre sogar teilbar und meine Bank hat mir geraten, aus Gründen der Bewertung eine Bauvoranfrage für den unbebauten Teil zu stellen. Nach mündlicher Auskunft des Bauamtes ist das unproblematisch, den Papierkram erledige ich kommende Woche. Kein Denkmalschutz.



Ruhig Brauner........



is grad Vollmond, also tob' dich erstmal im Garten aus, das entspannt.....:-)))

Ansonsten, Herzlichen Glückwunsch: Vom Hibbel zum vorausschauenden Bauherrn in nur drei Postings!!!! Rekordverdächtig, sach' ich.........

;-) Boris