variable dampfbremse für fachwerk

09.08.2012



Guten Tag,
Nun habe ich einiges über Baufehler, den Sinn und Unsinn von Dampfsperren bei Fachwerkhäusern gelesen und komme nicht weiter: ich habe eine 200 Jahre alte Scheune die ursprünglich eine Lehm-Holzfachwerkwand hatte den Lehm habe ich entfernt, die alten Balken so gut es geht geputzt.
den angrenzenden Raum möchte ich als Musikstudio, wichtig
für (!) gelegentliche Nutzung ausbauen.
die Fachwerkwand wollte ich im Trockenbau als Sandwich
rigips-mineralwolle-rigips dämmen.
die eine empfehlen vehement den raumseitigen Einbau einer Sperre/bremse, die Fraunhofers raten davon ab, weil das alles noch schlimmer macht, und empfehlen ihrevariable Bremse (isoover) als sichere Lösung.
nun die Gretchenfrage: der Raum (45qm) wird im Winter nicht durchgeheizt (Infrarotpanels) da nur etwa 1 mal wöchentlich genutzt, soll man dennoch die variable Bremse einbauen oder ist Isoover hier oversized, alle Wände sind übrigens gut überdacht und belüftet es kann kein Regen direkt dagegenprasseln.

Nun im ich gespannt auf die Expertenratschläge





Ich denke nicht, dass dieses Vorhaben so gelingt. Es gibt zwei Möglichkeiten zum Wandaufbau, entweder absperren oder diffusionsoffen. Bei beiden Varianten wird vom Grundansatz davon ausgegangen, dass Räume bewohnt / beheizt werden, denn sonst wäre das Dampfdruckgefälle kaum zu beachten.

Wenn beispielsweise im Winter draußen wie drinnen -10°C herrschen wird die einmal wöchentliche Nutzung kaum zu bewegenden Effekten führen.

Im unbeheizten Bereich würde ich den Einsatz von Gipskartonplatten kategorisch ausschließen, das quillt auf und fault irgendwann weg.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Was ist mit den Gefachen?



Sind die Gefache leer und möchtest du sie mit Mineralwolle füllen, aussen und innen das Ständerwerk mit Rigips zupappen?

Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik





Über den Einbau einer Dampfbremse in Kombination mit einer Innendämmung aus Miwo ist mittlerweile so viel geschrieben worden, die Nachteile möchte ich nicht schon wieder aufführen. Ich stelle mal einen unverfänglichen Link ein:
http://www.u-wert.net/innendaemmung-von-fachwerk/

Wenn Sie meine Meinung wissen wollen? Diese Variante mit Dampfbremse wird langfristig nicht funktionieren, die Schäden kann ich fortlaufend seit über 20 Jahren immer wieder begutachten. Mit diesem Barackenklima werden Sie auch nicht glücklich.
Ich verstehe auch nicht ganz, was sie mit, „den Lehm habe ich entfernt, die alten Balken so gut es geht geputzt“, meinen? Haben Sie den Lehm aus den Ausfachungen genommen? Wollen Sie die Ausfachungen mit der beschriebenen Variante ausführen?
Was meinen Sie mit „Musikstudio“?
Ich bitte um Aufklärung!

Bernd Kibies



Warum...



... hast Du denn die Gefache geleert? Ich bin entsetzt...

Ach ja, Wärmedämmung und Frostschutz...
Pustekuchen... die Scheune wird doch nicht dadurch frostfrei, dass Du da Glaswolle zwischen das Ständerwerk reinstopfst...

Gipskarton im Außenbereich geht zwangsläufig schief... auch die "grünen Platten" nutzen da nix...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Moin Kagel,



dein angedachter Aufbau macht weder akustisch noch bauphysikalisch Sinn und dein Portemonnaie freut sich auch nicht lange daran.

Das einfachste wäre mit Lehmsteinen neu auszufachen, den alten Lehm kannst du noch zum einmauern verwenden.

Das macht das beste Raumklima auch unbeheizt, bringt wenigstens etwas Masse und wenn du's unverputzt lässt, hast du auch keine Hallenakustik.

Gruss, Boris



ein paar Details



1. die 200 Jahre alten Lehm/Stroh"masse" habe ich entfernt da diesen zum Teil in sehr schlechten Zustand war, ausserdem wollte ich Balken wenigstens einmal putzen und von faulem Holz befreien bevor ich weitermache.

2. die Fachwerkwand ist übrigens keine Aussenwand sondern
tragende Wand innerhalb einer Scheune in der auf Seite der angrenzende Raum in dem bislang nur Traktoren standen
ein isolierter Raum entstehen soll, mit Infrarotpanel beheizt. Im Winter möchte ich ihn, wie gesagt nur etwa an 4-5 Tagen pro Monat als Proberaum/Musikzimmer genutzt.

3. Die Fachwerkwand 3*7m besteht aus etwa 15cm dicken Balken.
Mir wurde geraten diese Wand im Trockbau in einer Sandwichkonstruktion zu isolieren:
1.Rigips - 2.Balken mit Glaswolle in den Zwischenräumen (statt dem Lehm und dann wieder 3. Rigips.

Nun habe ich gelesen das die Wolle so schnell mit Feuchtigkeit aufnimmt und die umliegenden Balken gammeln.
Andere schreiben dass raumseitig ein Dampfsperre anzubringen ist
die Fraunhofer raten hier zu einer variablen Sperre und im zweifelsfall lieber keine sperre damit die wand nach beiden seiten atmen kann.
Der Temperaturgradient zwischen aussen und Innenwand wird nur temporär hoch sein, deshalb Frage ich mich ob es überhaupt eine sperre braucht.

Wenn ich Eure Beiträge so lese, habe ich den Eindruck dass der (grüne) Rigips für eine (überdachte) Aussenwand eh nicht die richtige Lösung ist

Andere Varianten die ich mir überlegt habe:
mit Porenbeton zwischen den Balken mit zugeschnittene Plansteinen auszufüllen,

Untervariannten:
3Schichten: innen Porenbeton- Fachwerk mit Porenbeton- aussen porenbeton
2Schichten: innen Porenbeton- Fachwerk mit Porenbeton nach aussen offen -
Fachwerk mit Porenbeton nach innen offen - aussen porenbeton

Platzprobleme gibt es übrigens keine, so ist jede Variante innen/aussendämmung möglich

Porenbeton habe ich statt Backsteinen favorisiert da sie besser isolieren

Wenn ihr bessere Ideen habt bin ich dankbar um jeden tipp bevor ich mir etwas verbaue





Wie sehen denn die Konstruktionen der Aussenwände aus? Wollen Sie die Innenwand dämmen und woanders pfeift Ihnen die Energie nach draußen? Das Bauteil nicht allein betrachten! Ich würde die FW-Wand mit Lehmsteinen ausfachen und mit Lehm verputzen. Von den ganzen Krücken, die Sie angedacht haben, halte ich nichts. Allerdings ist eine Betrachtung aus der Ferne immer schwierig.

Bernd Kibies



Moin Kagel,



ein kleiner Besuch deinerseits auf www.u-wert.net könnte dir klarmachen, wieso bei deinen Vorschlägen hier bisher noch keine Begeisterung aufkommt. Du zählst quasi die Liste bevorzugter Baumaterialien von hinten auf....;-)

Wenn ihr da losrocken wollt, brauchen die Wände Masse, um den Schall wenigstens etwas zu dämpfen.

Wenn euer Equipment da in der feuchten Jahreszeit stehen soll, wär's auch gut, wenn da nicht euer Schweiss nach dem Proben drauftropft und die Bude schon nach der ersten Probe riecht wie W-II-Bunker.

Was du im Kopf hast wäre für schnell und billich wärmedämmen, für die Gedachte Anwendung aber m.E. ungeeignet.

Gruss, Boris



Tonstudio



Hier mein Vorschlag.
Ich gehe davon aus das der Traktor nichts gegen gelegentlichen Lärm hat, also keine Berücksichtigung von Schallschutz!
Aufbau von außen nach innen:
- Unterspannbahn als Winddichtung, fixiert mit Lattung bzw. Sparschalung auf den Balken,
- Mineralwolle- Dämmkeile in den leeren Gefachen,
- Traglattung,
Gipskarton 12,5 mm.

Viele Grüße



noch ein paar Ergänzungen



Ich weiss das eine Ferndiagnose schwierig ist, wenn man die Randbedingungen nicht kennt, aber so langesam kommt mann der
Sache näher, nun noch ein paar Infos wegen Eurer Kommentare:

1. Obwohl ich Tonstudio geschrieben habe, ist Schallschutz ist kein Thema, da die angrenzende Nachbarschaft recht weit weg ist und ich nicht beabsichtigt in ACDC-Lautstärke Krach zu machen. Wäre das anders, hätte ich auch nicht Trockenbau sondern massiveres Material erwogen.

2. Der Raum ist anderweitig über dickes Mauerwerk Backstein/Bruchstein von der Aussenwelt abgeschirmt, so dass hier anderweitig keine kalte Luft "reinpfeifen" kann sobald die Decke und eben die besagte Fachwerkwand isoliert ist.

3. Meine ganze Fragerei zielt letztlich darauf ab, eine Lösung im Trockenbau oder wenn nötig Massivbauweise zu finden, um nicht in Bezug auf Staunässe oder Schimmel in einigen Jahren böse Überraschungen zu haben

Der letzte Beitrag von Herrn Böttcher

- Unterspannbahn als Winddichtung, fixiert mit Lattung bzw. Sparschalung auf den Balken,
- Mineralwolle- Dämmkeile in den leeren Gefachen,
- Traglattung,
Gipskarton 12,5 mm.

klingt noch gut. Wenn man so keine Probleme mit Feuchtigkeit in den Gefachen bekommt, wäre das was.
Als interessierter Laie entnehme ich diesem, dass die raumseitige Sperre nicht nötig ist, die Glaswoll statt anderem Isoliermaterial doch für Fachwerk anwendung finden kann, und die "Atmung" zur Verhinderung der Feuchtigung, vor der ich Angst habe über äussere Schicht

Unterspannbahn als Winddichtung, fixiert mit Lattung bzw. Sparschalung auf den Balken,

erfolgt. Das wäre kostengünstig und einfach realisierbar ?
und konsistent mit schon gehörten Empfehlung keine (!) Rigipsplatten im Aussenbereich zu verwenden





Gipskarton würde ich in zeitweise nicht bzw. unzureichend geheizten Räumen einer Scheune nicht wählen (siehe auch ersten Beitrag). Vielleicht beplanken Sie die Wand mit Holz, tut der Akustik außerdem gut. Optik und Material scheinen Ihnen ja ohnehin egal zu sein.

Bernd Kibies