Wandheizung in Kombination mit Innen-UND/ODER Außendämmung

06.12.2012



Viele hier bauen eine Wandheizung ein und dämmen dabei von innen. Manche dämmen dann noch zusätzlich von außen.

Ist beides gleichzeitig notwendig? Was passiert mit dem Mauerwerk?



Wir



bauen regelmäßig Wandheizungen ein.

Oft wird von innen gedämmt, machmal aber auch von aussen.

Von beiden Seiten zu dämmen scheint mir sehr aufwendig und kostenintensiv.

Was ist das für ein Gebäude? Wie sieht das Haus von aussen aus?

Grüße aus Koblenz



Wandheizungen sind ...



... prinzipiell was Feines, haben aber bauphysikalisch gesehen so ihre Besonderheiten.

Die Frage, ob, wo, womit und in welcher Qualität gedämmt werden sollte ist immer individuell je nach vorhandener Bausubstanz festzulegen.
Ohne eine genaue Bestandsanalyse und eine den speziellen Bedingungen bei Wandheizungen entsprechend adaptierte Berechnung kann man sich eigentlich nie sicher sein, das richtige Konzept zu verfolgen.

Mit den herkömmlichen Rechenprogrammen kommt man hier allerdings nicht weiter, da bei diesen die in der Wand sitzende Wärmequelle nicht als Randbedingung eingegeben werden kann. So sind alle nach dem normierten Verfahren für Wandheizungs durchgeführten Wärmedurchgangs- und Dampfdiffusionsberechnungen schlichtweg falsch.
Möglich ist eine Berechnung nur mit speziellen Simulationspragrammen, bei denen die Wärmequelle an x-beliebiger Stelle im Wandaufbau platziert werden kann (z. B. WUFI in neuester Version).

Wer hierzu mehr wissen möchte, dem möchte ich folgenden Beitrag empfehlen:
http://www.meisinger-ingenieurleistungen.de/index.php/bauberatung/88-wandheizung-bauphysikalische-besonderheiten





Das Haus ist Bj 1935, doppelt gemauertes Ziegelmauerwerk. Der Luftspalt ist nicht mehr intakt.
Fenster teilweise Einfachglas, teilweise ältere Doppelglasfenster.

Sandsteinfundament, aber nicht durchgängig. Ein Teil des Hauses war früher Stall und ist seit den 50ern eine Wohnung.

Dort gibt es auch Feuchteprobleme ( auch an den innenliegenden Wänden), vermutlich durch die Salzbelastung.

Dämmung und Heizung müssen neu gedacht und umgesetzt werden. Ein Teil des Hauses ist beheizt durch eine Ölheizung. Viessmann Vitola von 1986.

Das Dach neu einzudecken wäre auch mal nötig, aber der finazielle Rahmen gibt alles auf einmal nicht her.



Hallo Anja ...



... schön, das ihr ein altes Haus zu eurem Wohntraum umbauen und aufrüsten wollt.
Man gibt meist für wenige Sachen so viel Geld aus, wie für die vier Wände in denen man leben will und sein zu Hause hat.

Leider hört sich aber euer Vorgehen nach dem was du hier geschrieben hast ein wenig ungeplant an.

Wanddämmungen und Wandheizungen sind im Moment in aller Munde. Sie verbreiten im Wohnraum auch eine angenehme Wärme und erlauben auch oft ein Wohlfühlen schon bei niedrigeren Temperaturen.

Wenn ich aber lese das es mehrere Baustellen (Salz, Feuchte/ Dach) gibt, hat man ein Angst das du ein eher planlos vorgehst. Es bringt wenig, wenn man mal hier ein wenig und da ganz viel "rumdämmt". Auch wenn man nicht alles sofort umsetzt sollte man ein Konzept haben und dann an der wichtigsten Stelle anfangen. Nicht immer ist das die Wand.

Lass dich da umfassend beraten. Die paar Euro sind da gut ausgegeben und sparen dir am Ende mehr als du für eine gute Beratung ausgibst.

Alles Gute für euren Traum vom Haus.

M.Mattonet
Ingenieurbüro Bergisches Land



Neder - woch



oder
Weder noch …

Aussen bauphysikalisch genauso fragwürdig wie im Innenbereich nur nicht gar so riskant …

Wandheizung ist zwar ganz gut aber warum so viele Rohre vergraben, wenn es einfacher auch geht - minimalinvasiv …

einfach mal unter www.thermische-bauphysik.de informieren …
Temperierung hat mehrere Vorteile …

Wie vor schon geschrieben …
Konzeptlosigkeit kostet mehr als Beratung …

Gutes Gelingen

Florian Kurz
www.slow-house.de





Ich bereite mich derzeit noch vor. Es ist noch nichts entschieden über irgendwelche Maßnahmen.
Aber wie es vielen wohl geht, je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr Fragen tauchen auf.

Die Wahl eines Planers hängt dann doch von der Art der Ausführung ab. Die Vielfalt unter den Fachleuten z.B. hier im Forum ist ja sehr groß.
Das macht die Entscheidungsfindung nicht einfacher, aber es bringt mir immer mehr neue Erkenntnisse.



Hallo anjazuhause,



wo liegt denn das Bauvorhaben.

Auch ein Foto von aussen wäre schön.

Grüße



Wandheizung und Dämmung



Wichtig ist das man den Taupunkt bestimmt. Super hierfür ist www.u-wert.net
Die Oberflächentemperatur ist naklar 30°C und nicht 20°C
Dann sollte man nur Diffusions offene Dämmstoffe verwenden. Daher erst Simmulieren dann entscheiden.





Das Haus liegt in Nordhessen.

Leider habe ich grad kein gutes Bild vom Haus. Für einen ersten, flüchtigen Eindruck habe ich das folgende gefunden.

Es zeigt die Längsseite zur Hoffläche. Nordwestseite. Die Fachwerkscheune im Hintergrund gehört nicht dazu.( Das ist das Problemobjekt meines Nachbarn!)



Innendämmung , Wandheizung



Hallo anjazuhause

Hier mal was aus meinem "Fundus":
Bei der energetischen Sanierung von Bestandsbauten muss man die Gebäude immer ganzheitlich betrachten.
Das gilt besonders für Fachwerkhäuser.
Je besser ein Bauteil gedämmt wird , desto größer wird der Unterschied zum „Nachbarbauteil“. Die warme, gesättigte Raumluft sucht sich dann immer die kälteste Stelle im Raum um zu kondensieren: Gefahr von Schimmelbildung.

Innendämmung der Aussenwände.
Die energetische Aufwertung von Gebäuden richtet den Focus immer stärker auf den Bestand.

Insbesondere bei denkmalgeschützten Fachwerkhäusern kann in der Regel nur von innen gedämmt werden.
Eine sehr gute Möglichkeit ist die kapillaraktive Innendämmung.
Stand der Technik ist aber auch noch die diffusionsbremsende Methode mit konventionellen Dämmstoffen. Hier ist aber 120% Ausführungsqualität gefragt??
Geeignete Materialien:
Leichtlehmvorsatzschalen mit den verschiedensten Zuschlagstoffen: zb. Holzhackschnitzel, Holzspäne, Perlite, Liapor, Stroh, Kork usw.
In Lehm eingebettete Schilfrohrmatten . Holzweichfaserplatten , Korkplatten
Magesitgebundene Holzwolle-Leichtbauplatten.
Calziumsilikatplatten
Platten aus gepresster Perlite
Mineralschaumplatten, hydrophil eingestellt.

Verarbeitungsgrundsätze
Beim Einbau der Materialien ist darauf zu achten, dass keine HOHLRÄUME eingebaut werden.
Kapillare Anbindung ist der Fachbegriff. In Hohlräumen würde ein „Kleinklima“ entstehen. (Nebel, Wassertropfen ungebunden) Die Systemhersteller bieten einen Kleber an ,der einen größeren Diffusionswiderstand hat als die Platten: kontrollierte Kondensationsebene.

Beschreibung der Wirkung

Wandkonstruktionen bedürfen laut DIN 4108-3 eines Feuchteschutznachweises zur Begrenzung des Tauwasserausfalls innerhalb der Konstruktion. Für den rechnerichen Nachweis bedient man sich des „Glaserverfahrens“. ( U-Wert- Rechner)
Das ist aber ein vereinfachtes Verfahren, das nur Wärmeleitung und Dampfdiffusion unter stationären Randbedingungen berücksichtigt. Wärme- und Feuchtespeicherung werden ebenso vernachlässigt, wie der Flüssig-und Kapillartransport.

Wirkweise der kapillaraktiven Innendämmung

Das Glaserverfahren ist für die Berechnung kapillaraktiver Innendämmungen ungeeignet!!
Geeignet sind nummerische Simulationsverfahren, die von der DIN 4108-3 ausdrücklich zugelassen werden.

Weil dieser Nachweis rechnerich kompliziert ist, versuche ich es mal mit einer „philosophischen“ Betrachtungsweise: Aufgrund des Dampfdruckgefälles will die warme gesättigte Luft immer auf die kalte Seite. Der „Motor“ ist die Temperaturdifferenz. Irgendwann trifft sie auf die „kalte Wand“ und es kommt zur Wasserdampfkondensation.
Es entsteht Wasser in flüssiger „Tröpfchenform“ und es entsteht WÄRME.
Dieser „Nebel“ wird von den diffussionsoffenen, kapillaraktiven Dämmstoffen schadensfrei eingelagert. Das ist der erste Feuchtefluss. Siehe Kühlakku.

Der zweite Feuchtefluss beruht auf Kapillarität und verläuft genau entgegengesetzt. Siehe Zuckerstein und Kaffee. Die Feuchtigkeit verdunstet nach innen und es entsteht KÄLTE.

Da im Winter immer etwas Kondensat in der Dämmung verbleibt, gibt es im Winter einen „latenten“ Wärmegewinn. Im Sommer verdunstet das „Restkondensat“ und es entsteht Verdunstungskälte.

Bei kritischen Einbausituationen kann man die Verdunstung beschleunigen, indem man eine Wandheizung einbaut.

Fazit

Diffusionsoffene, kapillaraktive Dämmsysteme haben den Vorteil dass sie das Raumklima aufgrund ihrer Feuchtepuffereigenschaften positiv beeinflussen können. Bei richtiger Ausführung sind sie als fehlertolerant zu bezeichnen. viele Grüße



Ich möchte nochmals ...



... ausdrücklich davor warnen, mit "herkömmlichen" Rechnenprogrammen, wie z. B. auch dem U-Wert-Rechner, an eine Berechnung von Wandaufbauten mit einer Wandheizung heranzugehen.
Erst recht, wenn um die höhere Wandtemperatur zu simulierendann statt 19 °C dann 30 °C als Raumluft / warmseitige Temperatur eingegeben werden. - Die Ergebnisse können nie und nimmer richtig sein - die Folgen u. U. katastrophal!

Gerade bei Wandheizungen sollte immer mit einem dafür geeigneten Programm gerechnet werden. - Und das hat nun mal nicht jeder.
Ich denke, wenn man sich schon eine Wandheizung gönnen möchte, die ja von den Kosten her nicht zu den niedrigpreisigen Systemen zählt, sollte es auf eine fundierte Berechnung nicht ankommen.



Begriffsallerlei oder Dämmphilosophiesolianka



Aber Hallo

bei manchen Beiträgen wird mir ganz übel …
da les ich zwei … drei Mal das Ganze und der Magen beruhigt sich nicht …
obwohl es mir ja nichts ausmachen wird, denn "meine" Gebäude bekommen nur einen homöopathischen Anteil an DIN verabreicht …

Wenn man sich als Planer und oder Handwerker auf die DIN verlässt - ist man verlassen: denn die DIN hat anscheinend IMMER recht - aber nur so lange der Anwender die Konsequenzen zu tragen hat …

Hierzu:
http://www.din.de/cmd?level=tpl-unterrubrik&cmssubrubid=47433&languageid=de

der Absatz:
DIN-Normen sind jedoch keine Lehrbücher. Deshalb muss jemand, der sie anwendet, soviel Sachverstand haben, dass er die Verantwortung für sein Handeln selbst übernehmen kann.

Gleiches gilt für "narrensichere" Web-Module, die das "Rechnen" und das "Verstehen" anscheinend so einfach machen und auch noch dazu "kostenlos" sind … in meinen Augen leider wirklich "umsonst" … ausser bunte Bildchen ist doch nichts drin …

Wenn dann die Konstruktionen nach Jahren abgesoffen sind wird dem Bauherrn der Betreiber der Seiten nicht nachweinen, wenn die dann Bauschäden haben dass es den Geldbeutel sprengt …
… aber wie hiess es denn letztens in einer namhaften Zeitung:
"Die Deutschen sparen sich zu Tode!"

Ein Tipp an alle Frager und Sucher:
Wägen Sie gut ab was Sie glauben, wem Sie glauben und hinterfragen Sie eigentlich JEDE Stellungnahme hier und überhaupt …

in diesem Sinne

Florian Kurz
www.slow-house.de



Wo dämmen bei Wandheizung?



Hi Anja,
grundsätzlich ist die Außendämmung vorzuziehen.
Aber: bei Häusern, deren Äußeres erhaltenswert ist, dämmt man sinnvollerweise von innen.
Von innen und außen dämmen rate ich ab, das funktioniert i.d.R. nicht.
Bei jeder Dämmung gilt: man muss wissen was man tut, dann funktioniert es auch. Dazu muss sich ein kompetenter Fachmann, eine kompetente Fachfrau das ganze vor Ort ansehen.
Eine Wandheizung ist eine sehr sinnvolle Sache.
Die aufgezeigten Bedenken teile ich nicht, sie sind nicht nachvollziehbar.
Temperierung ist etwas für Museen, aber nichts für Wohnhäuser.
Und als letztes: Wenn man es gemütlich warm und die Kosten in Grenzen halten will, muss man heizen und dämmen; niemand, der bei Verstand ist, geht im Winter mit Sommerkleidung nach draußen.
Viel Erfolg
SG
Paul