Alte Sandsteinmauer im Außenbereich dämmen.

07.07.2008



Hallo,

wir sanieren gerade eine alte Scheune. Eine Wand besteht aus alten Sandsteinen. Im Innenbereich soll der Sandstein
natürlich erhalten werden. Um überhaupt ein Dämmung zu erreichen, wollen wir im Außenbereich (kein Sichtbereich)eine 125iger Hohlziegelwand vorsetzen,
Die Sandsteinwand ist zwischen 150 und 200 mm stark, davor die 125iger Blockziegelwand. Ist dieser Aufbau als Dämmung ausreichend oder muss und kann ich z. B. zwischen beiden Wänden nochmals z.B. eine mineralische Dämmung einbringen.
Freue mich auf auf viele Tipps
Matthias Putscher



Zwei Fragen:



1. Ist die Sandsteinwand tatsächlich nur 15-20 cm stark ? Nach meiner Erfahrung eher ungewöhnlich dünn für eine Bruchstein(?)-Wand.
2.Warum soll vorgemauert werden? Es gibt auch vernünftige Dämmsysteme mit hinterlüfteter Verkleidung, wenn aussen gedämmt werden soll.

Beste Grüße aus der Pfalz
Marc Sattel





Hallo,
ich habe die dünnsten Stellen gemessen. Manche Quader sind
auch 35 cm stark.

Zur 2. Frage: An der zu errichtenden Wand hängt die nächste Scheune, Da ein Fundament bis Frosttiefe bereits
vorhanden ist, denke ich, daß eine Mauer am einfachsten und schnellsten zu realisieren ist.

Viele Grüße

Matthias Putscher



Wandstärke...



von 15 bis 35 cm ? Das ist wirklich eine krumme Bruchsteinwand, scheint ja fast eine gegen anstehenden Boden gemauerte Kelleraussenwand zu sein...

Die normalen 11,5er HLZ sind nicht besonders effektiv als Wärmedämmung. Bedenken habe ich immer bei ungefüllten Hohlräumen im Wandaufbau. Da weiß man nie, was in einiger Zeit damit passiert (Feuchtigkeit, Schimmel etc.).

Ist ausserhalb der Wand kein Aussenraum, sondern ein unbeheizter Innenraum, ist die Temperaturdifferenz nicht so groß wie bei einer normalen Aussenwand - das relativiert natürlich den Dämmbedarf und die Problematik mit dem Tauwasser etwas.

Vielleicht sollte der Hohlraum mit einem feuchtigkeitsbeständigen Dämmmaterial ausgefüllt werden (z.B Perlite).
Bin mir aber nicht ganz sicher. Vielleicht hat hier noch jemand einen besseren Vorschlag ?



Mit Liapor vormauern



Dämmung Bruchsteinwand



Die Innenschale mit Liaporsteinen homogen vormauern. Doch bitte nicht die Großformate wählen, sondern Klein- bzw. Mittelformate.
Eine fluchtige Wandanlage ist denkbar und der entstehende Zwischenraum wird homogen mit Liaporwärmedämmmörtel verfüllt.
Zu weiteren Fragen stehen wir gern bereit.

Handwerklicher Gruß

Uudo Mühle





Hallo Udo, hast du das Bild auf einer meiner Baustellen gemacht??? (Rieske/Scholl in Altstetzsch) :-) oder geht Ihr auch mittlerweile diesen Weg? Wäre super.

Seit vielen Jahren haben wir mit Blähtonsteinen sehr gute Erfahrungen auch bei vielen hochwasserbetroffenen Häusern gemacht. Der Baustoff ist genial, mann muss nur die richtigen Steine verwenden, denn da gibt es auch große Unterschiede. Prinzipiell ist eine Vorsatzschale am besten geeignet. Aber auch dort sollte man nicht drauflosmauern. Aber es gefällt mir, wenn Erfahrungen übernommen werden. Wo habt Ihr so saniert?

Sandsteinwände außen zu dämmen kann man tun, jedoch sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass es diffusionsoffene und kapillar leitfähige Baumaterialien sind. Mineralwolle, Schaumstoffe, Porenbetone, erfüllen dies nicht. Wenn man Backsteine (stärker gebrannte Ziegelsteine) als Hohlwand vormauert und diese mit Dämmung lose ausfüllt, so wird dies auf jeden Fall an der Innenseite der Backsteine zur Kondensaterscheinung führen. Wenn diese Variante durchgezogen wird, dann nur mit einem dämmenden Baustoff der auch mit Wasser umgehen kann und dieses kapillar nach außen weiterleiten wird. Spannende Aufgabe.

Wenn der Nachbar unmittelbar angrenzt, wo soll da eigentlich außen die Vorsatzschale vorgemauert werden. Baurechtlich wäre dies zu hinterfragen. Was hat Ihr Planer eigentlich bisher vorgeschlagen?

Viele Grüße aus radebeul
Michael Reisinger