Neu Verputzen einer "Multilayer"-Wand in Fachwerkhaus

05.07.2008


Hallo zusammen,

vor einiger Zeit haben wir ein Fachwerkhaus (ca. 280 Jahre alt) erworben, das Teil einer größeren Sanierungs- und Umbaumaßnahme wurde. Das Fachwerk ist - leider - rein innenliegend, das Gefach im EG irgendwann vor geschätzt 120~100 Jahren komplett mit Backstein ausgemauert worden. Wir haben schon wegen Bodenfeuchte einige Balken, die nicht mehr zu retten waren ausgetauscht und u.a. eine neue Bodenplatte im größten Teil des EG einziehen lassen. Naja, die meissten Leute, denen wir das vorgestellt haben, bescheinigten uns eine gewisse Verrücktheit und hätten wohl eher die große schwarze Birne geholt ,-)
Im Innenbereich möchten wir selbst tätig werden, u.a. auch, weil der Trockenbauer wenig Ahnung von Altbau zu haben scheint und weil wir selbst viel Spass am Werkeln haben. Mein aktuelles Projekt ist ein Raum mit einer Aussenwand, die ich irgendwie neu Verputzen möchte:

- Die Wand besteht aus Backstein
- Im Innenbereich ca. 4 cm eher grober Putz auf dem Backstein, praktisch vollständig noch sehr fest, im Sockelbereich möglicherweise stellenweise mit Zementputz ausgebessert
- Das Fenster hat von innen noch ein Vorsatzfenster ("Kastenfenster"), das ist im Bild jedoch schon abgenommen; wird überarbeitet und wieder aufgesetzt
- Links und rechts von der Wand sind neue Wände gezogen & maschinell verputzt worden -> sollen Weiss gestrichen werden
- Ich habe mehrere Lagen Tapete & Farbe spachtelnd entfernt, teilweise ist noch etwas sehr dünnes Papier der untersten Lage zurück geblieben.

Meine Frage bezieht sich jetzt auf die Sanierung der Wand, ich würde hier gerne nur einen dünnen Feinputz auftragen, die Wand ist ja noch relativ eben. Eine Tapete soll es später nicht mehr geben. Optional könnte ich auch mit einer Fassadenfräse ein paar mm wegnehmen und egalisieren.
Mir ist der Solubel Luftkalkmörter in der Feinputzvariante über den Weg gelaufen, ggf. auch in der Variante SP20, wobei ich nicht weiss, ob der Unterschied für Innenputz relevant ist.
Muss ich die wenigen Papierreste absolut restlos entfernen? Und: muss ich einen Putzträger aufbringen oder ggf. einen Haftgrund, damit mir die dünne Schicht nicht abfällt?

Verputzen von Hand habe ich anderer Stelle schon ausprobiert, das funktioniert handwerklich; nur ist mir hier die richtige Wahl der Materialien nicht klar.


Vielen Dank vorab,
Sören Gerlach



Wandputz



Was soll der Begriff "Multilayer" eigentlich im Zusammenhang mit der Wand ausdrücken?

Viele Grüße



Multilayer??



Hallo ,
Ich möchte mich der Frage von Georg Böttcher anschließen.
Weiterhin:
Ist die Backsteinwand von aussen wärmegedämmt?
Wenn nicht :
Denken sie bitte über eine Innendämmung nach.
Die EnEv lässt grüßen.
Auch von mir viele Grüße



Feinputz



Hallo!

Ich habe alte Farbschichten und Tapeten mit einer hartmetallbestückten Scheibe auf Betonschleifer unter Verwendung eines Staubsaugers abgeschlieffen. Die Wände habe ich dann mit einem selbstgemachten Kalkfeinputz verputzt. Das war vor einem Jahr. Bisher ist der Putz noch an der Wand.

VG

Chistian





Hallo Georg: "Multilayer" kam mir so in den Sinn, nachdem ich angefangen habe, die diversen Schichten spachteltechnisch zu entfernen ,-) Zugegebnermaßen kein bautechnischer Begriff.

Hallo Robert: Eine Außendämmung ist zur Zeit nicht drauf; eine Innendämmung kommt für mich nicht in Frage, weil das erstmal wenig bringt, da ich ausser dieser einen nur noch eine zweite [Zimmer-]Wand vom gesamten Haus (2 Etagen + Dach) bearbeite. Das ist in meinen Augen ein wenig Stückwerk, wenn überhaupt wird irgendwann mal komplett von außen gedämmt.

Christian: Ihr Beitrag macht mir Mut, in etwa mein bisheriger Plan ,-) Haben Sie einen Träger wie Innenputzgewebe oder Haftgrund vorher aufgebracht?


Danke allen,
Sören Gerlach



kein Haftgrund



Hallo Soeren!

Haftgrund habe ich keinen verwendet. Das wäre mE auch kontraproduktiv, da ein Haftgrund meines Wissens die Dampfdiffusion unterbindet, mir aber ein diffusionsoffener Aufbau wichtig ist. Als möglicher Haftgrund wäre meines Wissens aber stark verdünnte Kalkmilch möglich. Die Diffusionsfähigkeit würde in diesem Fall nicht eingeschränkt. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich ein bautechnischer Laie bin. Hier ist es sicher vorteilhafter die Bautechniker hier zu befragen.

Ein Gewebe habe ich nur dort eingespachtelt, wo Risse in der Wand zu sehen waren.(Unter dem Grobputz sind Sauerkrautplatten, daher die Risse)

Nur Mut

Christian



Danke für die Infos



Vielen Dank sowie für die Antworten, ich werde in den nächsten 14 Tagen das Verputzen umsetzen und mich danach mit Kommentar und Bild von der - hoffentlich - fertigen Wand bedanken!


Grüsse,
Sören Gerlach