Vorgestellter Ytong

07.09.2013 Lilly


Das Haus in dem ich ausbauen möchte ist ein längerer Gebäuderiegel, in dem noch andere ausbauen möchten.
Die Wände sind aus Sandstein, unterschiedlichste Steingrößen und -formen mit Mörtel aus Lehm. Sie sind alles andere, als gerade. Sie neigen sich auf Raumhöhe ca. 15 cm nach außen, was insofern keinen bedenklichen Eindruck macht, weil die Mauer selbst etwa 90 cm dick ist.
Die Decken sind Holzbalkendecken.
Von mir aus kann die Wand ruhig so schief bleiben, die Diskussion ist aber: schief/gerade?
Wie können die Heizkosten klein gehalten werden?
Kann eine Wand dieser Stärke überhaupt gedämmt werden?
Was ist der richtige Weg?
Die anderen schlagen vor, eine Ytongwand innen davor zu stellen.
Was soll ich davon halten?
Was ist mit dem Hohlraum, der dahinter entsteht?



Eine Vormauerschale ...



... aus normalem Porenbeton geht nicht, vor allem nicht mit einem Hohlraum zwischen Schale und MAuerwerk. Sie sollten dann das dafür konzipierte Ytong-Multipor als mineralische Innendämmung verwenden und zwar hohlraumfrei. Das muss gewährleistet sein, sonst bekommen Sie Probleme mit unkontrolliertem Kondensatausfall aus der Raumluftfeuchte an der kalten Innenseite der Aussenwand.

Diese Feuchteansammlung trocknet nicht oder nur sehr langsam weg, reichert sich prinzipiell eher an und kann einen Nährboden für Schimmel bilden. Der "Wärmedämmwert" des Sandsteins verschlechtert sich zudem durch die anwachsende Feuchtigkeit, Es entsteht also eine permanent schlechter werdende BAuteilsituation. Ein weiteres Detail ist die prinzipell nicht gegebene Schlagregendichtigkeit einer außen unverputzten Bruchsteinwand bzw. die Auflager der Deckenbalken in der Bruchsteinwand. DIese sind auf ihren Erhaltungszustand zu kontrollieren, da auch hier durch den Kondensatausfall oder die Regenbelastung der Balkenkopf über die Jahrzehnte vermorschen kann.

Wenn´s nur um die Energieeinsparung geht, sind andere Gebäudeteile effektiver zu dämmen: die oberste Geschossdecke oder das Dach bei Ausbau.

Auch neue Fenster in einer ungedämmten Aussenwand sind kritisch zu betrachten. Der U-Wert der Fenster darf nicht besser sein als der der Wand, da sich das Kondensationsproblem dann ebenfalls Richtung Wand verschiebt.

Bei all Ihren Sanierungsüberlegungen sollten Sie immer den Gesamtzusammenhag aller Maßnahmen im Gebäude im Auge behalten. Keine dieser MAßnahmen darf isoliert ausgeführt werden, da sich sonst Probleme an anderer, nicht sanierter Stelle ergeben.

Machen Sie eine sehr detaillierte und sorgfältige Bestandsaufnahme, verzeichenen Sie alle Bauschäden, vor allem Feuchtebelastungen und planen Sie die Sanierungsmaßnahmen ebenfalls sehr sorgfältig. Auch die Abweichung der Bruchsteinwand von 15cm zum Lot sollte einmal betrachtet werden. Bezogen auf eine Raumhöhe ist das schon beträchtlich- Mögliche Ursachen können Fundamentsenkungen sein durch Grundwasserabsenkung, manchmal auch durch starken Baumbewuchs in Mauernähe (Wurzelentwässerung), aber auch Schub aus dem Bauwerk, z.B. aus dem Dachstuhl, bei 90cm dicke Wänden allerdings eher seltener, oder einem Gewölbe. Jedenfall sollte sich ein Statiker die Situation vor dem Sanierungsbeginn anschauen. Ggf. muß ein Bodengutachten angefertigt werden.

Ggf. ist es für Sie von Vorteil, einen erfahrenen Planer (Architekt/Ingenieur) mit hinzuzuziehen, bereits bei der Bestandsaufnahme, der Ihnen die die Ergebnisse der Aufnahme interpretiert und Ihnen die notwendigen Sanierungsmaßnahmen konzipiert. Am meisten Geld sparen Sie mit einer fundierten Planung, auch bzw. gerade, wenn Sie viel in Eigenleistung schaffen möchte. Hier ist die Wahl der richtigen baukonstruktiven und bauphysikalisch stimmigen Details und die Materialwahl entscheidend.



Schiefe Bruchsteinmauer



Hallo Lilly,
die Wand sollten Sie einmal von einem Profi begutachten lassen. Sicher war die Wand nicht immer so schief... Bruchstein kann da unberechenbar sein, Auf dem Bild eine eingestürzte Hausrückwand. In diesem Fall war eine defekte Dachrinne die Ursache...
Das muss nicht heißen, das bei Ihnen zwingend Einsturzgefahr besteht, Ich rate Ihnen aber an, das ganze einmal von einem erfahrenem Statiker, Maurermeister etc. begutachten zu lassen.

Viele Grüße



schief oder Ydong ;-)



Hallo

Von mir aus kann die Wand ruhig so schief bleiben, die Diskussion ist aber: schief/gerade?
- ich würde 2krumm" lassen

Wie können die Heizkosten klein gehalten werden?
- z.B. hier weitere Infos: www.thermische-bauphysik.de

Kann eine Wand dieser Stärke überhaupt gedämmt werden?
- "Können" kann man das sicher dämmen … aber ich halte es weder hier noch anders für sinnvoll geschweige denn als "nachhaltig"!

Was ist der richtige Weg?
- "nicht dämmen"
- individuelles Gesamtkonzept, das aufeinander abgestimmt ist …

Die anderen schlagen vor, eine Ytongwand innen davor zu stellen.
- "die Anderen" … wenn Sie sich weiter umhören, wird es noch x "Andere" geben mit y "anderen" Möglichkeiten

Was soll ich davon halten?
- … also ICH halt nix davon … aber was man in dieser Situation machen SOLLTE steht noch in Frage, weil ich keine Gesamtschau davon habe: Nutzung, Fußboden, Decke, Ausstattung … etc. -> GESAMTKONZEPT … 

Was ist mit dem Hohlraum, der dahinter entsteht?
- der ist als äusserst kritisch zu beurteilen, da er meist unkontrollierbar ist und bleibt … Es wird dadurch nur kaschiert … nicht unbedingt "verbessert" … und wird ein Eingriff ins "Gesamtsystem" sein … und weitere Maßnahmen mit sich ziehen . Fundament. Balkendurchdringungen etc . …

Gesamtkonzept!!!!!

Florian Kurz



Nachfrage! Vielen Dank für Ihre Ratschläge bis hierher.



Sie sind für mich in dieser Klarheit und Prägnanz sehr hilfreich.
Mir ist klar, dass Hohlräume absolut zu vermeiden sind.

Trotzdem denke ich noch über eine gewisse Dämmung nach.
Ja, Florian Kurz, ich habe Ihre Bedenken und Zweifel an der Nachhaltigkeit gelesen und auch verstanden, danke, dass es schon mal geäußert wurde.
Aber für mich nochmal zur Information und zur Überlegung:

Der Boden der zu bewohnenden Etage liegt etwa 1,5 m über dem Erdboden. Durch den Sandstein ist es im Haus immer sehr kühl, was sicher durch die Dicke der Mauern und
die Verdunstung kommt, in diesem Haus wird Brot nie wirklich hart.
Was auch immer ich mache, Putz/Dämmung, es muss diffusions- und kapillaroffen sein, das ist mir klar.
Ist die beschriebene Situation so dass Dämmung gar nicht geht, gehen Holzweichfaserdämmplatten oder Multipor?
Welcher Putz ist richtig, Lehm- oder Kalkputz?



Nachfrage! Vielen Dank für Ihre Ratschläge bis hierher.



Sie sind für mich in dieser Klarheit und Prägnanz sehr hilfreich.
Mir ist klar, dass Hohlräume absolut zu vermeiden sind.

Trotzdem denke ich noch über eine gewisse Dämmung nach.
Ja, Florian Kurz, ich habe Ihre Bedenken und Zweifel an der Nachhaltigkeit gelesen und auch verstanden, danke, dass es schon mal geäußert wurde.
Aber für mich nochmal zur Information und zur Überlegung:

Der Boden der zu bewohnenden Etage liegt etwa 1,5 m über dem Erdboden. Durch den Sandstein ist es im Haus immer sehr kühl, was sicher durch die Dicke der Mauern und
die Verdunstung kommt, in diesem Haus wird Brot nie wirklich hart.
Was auch immer ich mache, Putz/Dämmung, es muss diffusions- und kapillaroffen sein, das ist mir klar.
Ist die beschriebene Situation so dass Dämmung gar nicht geht, gehen Holzweichfaserdämmplatten oder Multipor?

In den Laibungen ist natürlich nicht so viel Platz, dass, wenn überhaupt, eine Dämmung in der gleichen Stärke angebracht werden könnte. Ist das Problematisch oder geht das?

Welcher Putz ist richtig, Lehm- oder Kalkputz?



DämmMuss



Hallo

Warum denken Sie: "Dämmen muss sein!" ?

Viele Fragen sollten Sie noch genau klären:
Warum kühl?
Warum feucht?

Wollen Sie innen oder aussen dämmen?

Mit was soll geheizt werden?
Temperieren?

Was ist die angedachte Nutzung … ?

FÜr so ein Projekt ist es m.E. unabkömmlich sich Gedanken über ein oder DAS Gesamtsystem zu machen … das aber nicht aus "Einzelteilen" bestehen sollte, die keinerlei Synergien aufweisen … sondern eben Hand in Hand dafür sorgen, dass es nachhaltig bleibt oder wird … 

Sie haben nun durch das Lesen und das Auseinandersetzen so einige Sachen in sich aufgenommen und gemerkt … von der Dämmung … der kapillaren Offenheit … Lehm oder KalkHolz oder Beton … etc. aber das Verständnis von den Zusmmenhängen ist wichtig und wird mE immer mehr in den Hintergrund gedrängt, weil meist nur noch Verkauf werden will und es so "praktisch" ist sich an Kennwerten zu "orientieren" … 

Ihre Frage: ob nun Kalk oder Lehmputz das RICHTIGE wäre kann man auch nicht einfach SO beantworten … man kann sehr gut Lehm sehr viel verwenden … und auch der Kalk hat seine Vor- und Nachteile … es kommt halt immer drauf an … 

Patentrezepte sind meist kontraproduktiv … 

Florian Kurz