Metallscheiben an der Wand




Wir renovieren ein 200Jahre altes Bruchstein-Bauerhaus. Beim Stallausbau möchte ich gerne eine neue Decke mit Holzbalken (Douglasie und sichtbarer Eichenunterzug 30 auf 30)einziehen. Um die Balken nicht in der Wand (Tonschieferbruchstein) einlegen zu müssen und dabei die Wand zu sehr beeinflussen zu müssen, soll Innen ein Balken parralel an der Wand mit Gewindestangen befestigt werden, an dem dann die Deckenbalken angeschuht werden.
Nun zur Frage: die Gewindestangen gehen durch die Bruchsteinwand durch und sollen Außen durch große metallene Teller/Scheiben oder Kreuze ihr Widerlager erhalten. Wie nennt man diese Wiederlager die früher unter anderem auch als Buchstaben u.ä. an Gebäuden verbaut wurden. Ich glaube es wurden Balken oder auch Mauern damit auf Zug miteinander verbunden?

Schöne Grüsse
frank



Maueranker?



Schaut mal unter Wikipedia unter Maueranker, da ist das ausführlich beschrieben.



Genau das Wort habe ich gesucht.



Danke! So einen Maueranker brauche ich ;-), in meinem Kopf schwirrt ein Bild umher so etwas in rund schonmal gesehen zu haben. Ich habe unter dem Namen jetzt auch schon etwas gefunden, die Runden werden dann wohl Mauerscheiben genannt.

Unser Traum wären diese Maueranker/-scheiben in Tellerform Durchmesser minimum 20 Zentimeter und schmiedeeisern, gerne historisch. Innenloch für die Gewindestange sollte ca 3cm haben, kann man aber zur Not auch aufbohren lassen. Kan jemand so etwas anbieten oder hat jemand eine andere interessante Alternative?



Maueranker ...



... ist ist die übliche Bezeichnung. Wenn´s eine Ankerplatte aussen sein soll (verzinkt), ist ein Materialstärke von 15-20mm angemessen und Gewindestangen M20 mit Holzbau-Unterlegscheiben von größtmöglichem Durchmesser und 5mm Dicke innen.

Abstand der Gewindestangen ca. 1,00 -1,25m. Aber dazu wird sich bestimmt der Statiker schon geäußert haben. Auf diese Weise habe ich auch Wandauflager für einen Dachstuhl an eine Sandsteinwand angeschraubt. Hat tadellos funktioniert. Eine sehr kräftige Hilti für den Mauerwerksbohrer ist dabei sehr hilfreich.

Der Scheibendurchmesser von 20 cm ist nicht verkehrt, wahrscheinlich wären 30 cm -gefühlt- besser. Hängt vom Zustand des Mauerwerks ab. Fertigt der ortsansässige Schlosser an oder -geschmiedet und doch verzinkt- auch der ortsansässige Echt-Schmied, den´s bestimmt irgendwo in Ihrer Gegend gibt.



"gefühlt 30cm"



so "fühle" ich auch, da sie denke ich zum Haus passen würden können sie gerne an die 30cm sein und wuchtig aussehen, wenn sie historisch wären, hätte ich nichts dagegen, ansonsten lasse ich mir sie anfertigen. Gibt es eigentlich Edelstahlgewindestangen in M25.

Ein Hochbautechniker und gelernter Zimmermann und ein Maurermeister (sein Bruder)haben eine Firma, die hier in der Gegend viele solcher alten Bauernhöfe schon umgebaut haben, machen mir jetzt mal ein Angebot. Die Idee mit dem angeschraubten Balken kam, aber von mir ;-)





M25 gibt's wohl nicht, aber M24 oder M27

Wenn ich so "Exoten" brauch gugg ich immer hier:
http://www.wegertseder.com (ist ein Link)

Die liefern an Privatkunden und auch mal in Stückzahl 1.
Muss es wirklich Edelstahl sein? 24mm Stahl verrotten so schnell auch wieder nicht...



Statik selbst gestrickt



Von dem Vorhaben würde ich abraten, da es m.E. weder Hand noch Fuss hat.

Solche Stabförmigen Maueranker waren immer nur Zugelemente (wie Sie selbst schon richtig bemerkt haben) und keine Lastübertragungsteile, da ja nur die Leibung oder ein kraftschlüssiger Verbund hier wirkt.

Balken brauchen ein "Auflager" oder einen statischen Halt!

Vorne und hinten eine Beilagscheibe und dann mit zwei Muttern den Balken an die Wand schrauben geht vielleicht bei einer betonierten Wand aber nicht bei einer Tonschiefer Bruchsteinwand.

Das Problem bei diesen Ankern ist, dass dort die "Kälte" hereinkriecht und dort ein vermehrter Feuchteausfall bzgl Kondensation anfällt. Wenn dann "versteckt" wird oder falsche Materialien verwendet werden kommt es zu Schäden.

Edelstahl hört sich zwar wichtig an, ist aber meist Blödsinn am "Normalbau"!

Ratschläge sollte da ein Fachman machen, der das gesehen hat, Ahnung hat udn die Verantwortung übernimmt!

Selberstrickstatik - Nein Danke!

FK



Danke für die Kritik...



..., die mich natürlich zum Nachdenken anregt. Wir haben natürlich auf unserem Weg zur Meinungsfindung verschiedene Alternativen überlegt:
-Innen eine Wand davor setzen (schafft Hohlräume und noch tiefere Fenster)
-Balken in die Wand einlegen (beeinflusst die Wand in ihrer Stabilität noch mehr)
-Innen liegendes Ständerwerk errichten ( würde zwei unterschiedliche Systeme verbinden, die unterschiedliche Eigenschaften hätten, wäre optisch schwierig in Einklang zu bringen)

Die Wände tragen jetzt auch eine Decke, die aber leider nicht mehr erhalten werden kann und zusätzlich viel zu niedrig ist. Der Unterschied ist nur die neue Decke setzt höher an und die Kraftübertragung zur Wand passiert über die Gewindestangen in eine 50cm mächtige Wand.

Gebt uns gerne weitere Bemerkungen auf den Weg um unseren Eigenen zu finden ;-

Die Selbststricker



nur Pfusch



und die Kraftübertragung zur Wand passiert über die Gewindestangen in eine 50cm mächtige Wand

Viel Erfolg

FK

von den ALTEN lernen



für "Slow"...



ganz schön "fast" im unkonstruktiven Urteilen. Die Sache ist ja die: Es muss eine neue Decke rein. Die Frage "Wie" ist diskutabel.
Ich möchte mir auch nicht vorwerfen lassen, ich würde nicht von "den Alten" lernen wollen. Den ich schlucke gerade viel Dreck, den ALTE an dieses Haus drangebaut haben um das was noch ÄLTERE gebaut haben wieder herauszuarbeiten. Ich möchte aber auch nicht wie die ganz ALTEN in einer Höhle wohnen, auch wenn durch einen Sprengsatz die Möglichkeit bestände meinen Stall in einen Steinhaufen zu verwandeln und dann eine Höhle zu reinzugraben. Meinten sie das mit ihren unbedachten "fasten" Urteilen. Wie ALT sollen die Leute den sein von denen man lernen soll.

Ich bin übrigens 29 und stecke gerade viel Liebe, Arbeit und Geld in ein erhaltungswürdiges Objekt und finde es schade und entmutigend von ein angeblichen Experten mit pauschalen Urteilen wie Selbststricker und "Pfusch" abgetan zu werden, der darüber hinaus "Nachdenken" predigt und sich beschwert das die Leute keine Beratung annehmen.
Also wenn sie keine Zeit haben vernünftig zu antworten, lassen sie es bitte. Ich danke aber euch anderen schonmal für die konstruktiven und überlegten Tipps!



meine Gedanken



Hallo Frank!
Die Konstruktion mit den Gewindestangen gefällt mir selbst in Edelstahl nicht.
Die Wand-/Maueranker in herkömmlicher Konstruktion werden nur auf Zug belastet,bei Deiner Idee aber mehr auf Abscherung. Und im Fall verringerter Vorspannung (durch Trocknung des angebolzten Balkens z.B.) wird sich dieser durch die Auflast senken und kippen,die Gewindestangen mindestens verbiegen,Edelstahl könnte sogar reißen.

Meine Idee: binde Kragsteine in das Mauerwerk ein,auf denen der Balken vor der Wand aufliegen kann. Für den Abstand und die Dimensionierung der Steine sowie des Holzes müßtest Du einen Statiker,Architekt,Bauingenieur oder Meister zu Rate ziehen,der zum örtlichen Lastfall Berechnungen anstellen kann.

Gruß Oliver



Das mit den Kragsteinen..



..klingt interessant, danke für die Gedanken. Und es wären wahrscheinlich nicht alle 50cm ein Loch für einen Balken zu machen, sondern vielleicht nur alle 100cm einen ordentlichen Kragstein einzulegen. Vielleicht wäre eine Kombination aus beiden auch interessant. Wenn die alte Decke raus ist und der Putz komplett runter ist, wird die Situation wahrscheinlich auch nochmal klarer. Ich werde jetzt mal abwarten was der Techniker sagt und mich dann eventuell von weiteren Experten beraten lasse.



Deckenauflager



Hallo Eifelläufer,
die Argumente von Florian Kurz sind nicht von der Hand zu weisen.
Unabhängig davon ist die Ausführung heikel.
Einem Profi kann man die Bemessung und Ausführung zutrauen, einem Laien nicht.
Schon das Bohren durch so eine dicke, inhomogene Wand wird nicht zu einem sauberen, passgenauen Bohrloch führen. Das wird ein mehr oder weniger großes, ausgefranstes Loch mit einem Ausbruch am Austrittspunkt des Bohrers und einer Abweichung im cm- Bereich. Die eingesetzte Stange muß mit Zementmörtel verpresst werden damit sie auch wirklich tragen kann.
Die Idee mit den Kragsteinen klingt zuerst einmal gut, ist praktisch in einer vorhandenen Bruchsteinwand kaum befriedigend umsetzbar. Die Steine müssen passgenau in so eine zweischalige Wand mit Hilfe einer Stützschalung eingesetzt werden, auch hier gibt es ein Kippmoment. Da das in der weichen regellosen Wandfüllung wirkt würde ich weder für einen rechnerischen Nachweis noch für einen sicheren Halt als Planer den Kopf hinhalten. Kragsteine funktionieren sehr gut wenn sie im Zuge des Aufmauerns einer regelmäßigen Quaderwand mit eingebunden werden. Ich glaube kaum das die Wand so aussieht.

Eine gangbare und einfach umzusetzende Lösung sehe ich in Stützenpaaren, die vor beiden gegenüberliegenden Wänden stehen und mit Unterzügen zwei oder drei Joche bilden. Darauf kann dann die Balkenlage aufgelegt werden. Die Einzelfundamente für die Stützen sind einfach herzustellen.
Ich denke das so eine zünftige Lösung auch besser wie angeschuhte Balken und Edelstahl- Gewindestangen zu einem alten Gebäude passen wird und billiger ist.

Noch was zum Thema Pfusch:
Nur weil Sie 29 Jahre alt sind und mit viel Liebe an dem Haus arbeiten schützt Sie das nicht davor, Pfusch zu produzieren.
Der beste Schutz davor ist, neben fachlichen Kenntnissen und handwerklichem Können, sich nicht selbst zu überschätzen.

Viele Grüße
p.s. Das Foto zeigt Kragsteine im Saal der Haute Koenigsburg im Elsass. Darauf lag einmal eine Holzdecke.



Basteln auf Zuruf



Ich habe ja schon viel gerhört und gesehen, aber dieses Vorhaben ist definitiv basteln auf zuruf.

Konsultieren Sie einen vernünftigen Statiker der Ihnen diese Konstruktion rechnet-

Ich kann Herrn Kurz nur beipflichten Pfusch hoch x





Ich denke auch das die Zuganker im Mauerwerk früher nur dazu dienen sollten "kippende" Wände zusammenzuhalten und Löcher im Bruchstein in der Regel zigmal so groß werden, wie beabsichtigt.

Also entweder doch vorsichtig Löcher ins Mauerwerk brechen und Balken einlegen oder Holzbalken davorstellen, die einen querliegenden Tragbalken stützen.