Putz für's Bad und gegen Schimmel

26.10.2009



...und wieder einmal das leidige Thema.

Ich (versuche) gerade unser Bad zu sanieren.
Vor der Außenwand befindet sich Erdreich. Eine Isolierung zur Außenwand besteht nicht - die Feuchtigkeit klatscht also ordentlich dagegen. Diese Grundproblem wollen wir im Früjahr beheben.
Dennoch stellt sich für mich die Frage, welchen Putz ich für diese Wand im Innenbereich verwenden soll, bzw. was für eine Zwischenisolierung (Dämmplatten) sinnvoll ist.
Nachdem die alten Fliesen an dieser Stelle abgeschlagen wurden, sagt Freund Schimmel bereits hallo. Anzumerken ist, dass ein Fenster vorhanden ist, da das Erdreich auf einer Höhe von ca. 2m aufhört.
Bei früheren Renovierungen der Voreigentümer wurde so eine Art geflochtene Matte eingebaut. An diesen Stellen gibt es keinen Schimmelprobleme.
Würde mich freuen, ein paar Tipps zu erhalten.

Dankeschön!





Hallo Rudi,

- ist der Schimmel nur an der Außenwand oder auch an den Innenwänden?
- aus welchem Material ist die Matte (Bild) und wo wurde die eingebaut (Außenwad/Innenwand)
- Wie sieht die Oberfläche draußen aus? Blumenbeet, gepflasterte Fläche, Schwimmteich, Fallrohr?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



...danke für das schnelle Feedback



Hallo Herr Kornmayer,

- der Schimmel ist nur an der Außenaufwand und nur (bis jetzt) punktuell an den Stellen, die offensichtlich feucht sind...was sich sicher ändern wird;
- Bild reiche ich noch nach. Sieht aus wie eine gepresste Platte aus harten Papierschnipseln (was es sicher nicht ist); ca. 5cm dick
- an die Hauswand grenzt eine Rasenfläche, kein Stein, keine Pflaster auch kein Fallrohr (Bild folgt auch hier); Westseite

Danke und Grüße,
Rudi



wenn



Deine Außenwand (Ziegel?) wirklich so feucht ist, wird es wohl lange dauern (ca. 2 Jahre bei 36cm), bis nach der Außensanierung die Wand trocken wird. Jeder Putz innen behindert die Trocknung. Vielleicht solltest Du mit Übergangslösungen arbeiten und erst nach der Trocknung die Wand putzen.



Hallo Olaf,



danke für Deine Antwort.
da ich noch andere Baustellen am Haus habe, wäre das nicht so tragisch...
Was wäre denn so eine Zwischenlösung?

Grüße,
Rudi



Zuerst Problem beheben, dann geeigneten Putz



wie z.B. Lehm- oder Kalkputz aufbringen. Zum Streichen natürliche, schimmelhemmende Farben ohne organische Zusätze verwenden. Silikatfarben, Sumpfkalk...



Sämtliche



Troccknungsmassnahmen machen erst dann Sinn, wenn das weitere Eindringen von Feuchtigkeit unterbunden ist. Also erstmal die Abdichtung fertigstellen. Oder zumindest die Wand von aussen freischachten.
Als provisorische Lösung einen Kalkputz und Sumpfkalkfarbe, das ermöglicht das austrocknen der Wand und verhindert Schimmel. Lehmputz wird durch die vorhandene Feuchtigkeit schimmeln.
Bei der beschriebenen Platte handelt es sich wahrscheinlich um Heraklith oder auch Sauerkrautplatte genannt.
MfG
dasMaurer



Heraklith...



...genau das ist es. Habe gestern gesehen, dass sich dahinter eine Bitumenbahn befindet. Frage mich nur, wo da die Feuchtigkeit hoch- oder runtersteigt, sollte diese nicht konsequent verlegt sein. :-)

Dann werde ich mich erst einmal mit Nachbars Rasenstück auseinandersetzen.

Noch zwei abschließende Frage:
Im Außenbreich: Bitumenbahnen und Aufschüttung, oder gibt es (bessere) Alternativen?
Innenbereich: Habe oft das ominöse Zauberwort Kalzium-Silikat-Platten gelesen und bin da auch auf die furchteinflößende Don't-Liste gestoßen: http://www.beckerpartner.net/Fehlerquellen-Klimaplatten.pdf
Auch hier im Forum gibt es den ein oder anderen Thread hierzu. Meine (weitere) laienhafte Frage: sinnvoll in meinem Fall?

Danke für alle bisherigen Antworten und Tipps!

Rudi



@dasMaurer



Schimmeln tun organische Bestandteile, die nicht abtrocknen können. Wenn also die Vorarbeiten geten sind (bis da sind wir uns einig) kann innen ein geeigneter Lehm- oder Kalkputz drauf.
Gruß
gunther



Sind denn



außer dem Schimmelbefall noch Salzausblühungen zu erkennen?



Heraklit ...



schrieb einst: "Die Natur liebt es, sich zu verbergen." Das ist eben hier auch gut möglich. Es ist noch nicht der Zeitpunkt über Klimaplatten, Chemieeinsatz, o. Ä. nachzudenken. Vor irgendeiner Maßnahme muss herausgefunden werden woher die Feuchtigkeit wirklich kommt.

Es erscheint zunächst als logisch, dass im erdberührten Bereich die Feuchtigkeit von Außen eindringt. Was mich bei der ganzen Sache etwas stutzig macht, ist, dass im Bereich der Heraklithplatten kein Schimmel auftritt.

Heraklithplatten sind Holzfaserplatten, Zement- oder Magnesitbeschichtet, diffusionsoffen, kapillar leitfähig und in gewissem Maße etwas wärmedämmend. Die Oberflächentemperatur der Wände im mit Heraklithplatten belegten Bereich ist mit Sicherheit höher als als die im normal verputzten Bereich.
Hier ist ebenso Kondensatbildung möglich/wahrscheinlich. Auch ein Zusammenspiel verschiedener Ursachen ist denkbar.

Sinnvoll wäre gewiss auch einmal eine Feuchtigkeitsmessung in verschiedenen Tiefen, bevor man das Haus aufgräbt. Auch mit zu betrachten ist der Komplex der Nutzung:

- In welcher Häufigkeit wird das Bad genutzt (1x, 3x, 4x täglich, Gästebad, etc. ...)
- Wie wird das Bad geheizt (permanent, nur bei Benutzung, ...)
- Wird das Bad gem. der Benutzung ausreichend belüftet? Wie wird es belüftet?

Es wäre Schade, wenn man etwas unternimmt, was nicht zum gewünschten Erfolg führt. Das Beste wäre es würde sich mal jemand das Bad ansehen, leider ist Passau nicht in meinem "Beritt".



Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Salzausblühungen...



...gibt es keine.

Und wie ihr richtigerweise alle sagt, muss erst einmal das Grundübel weg, bevor man an weitere Maßnahmen denkt.
Versuche nur schon mal einen Überblick über die dann folgenden Möglichkeiten zu erhalten.
Um die Feutigkeitsmessung werde ich mich wohl nicht drücken können.

Das Bad wird in der Regel zum Duschen oder Baden 5x die Woche benutzt. Bevor jetzt ein Aufschrei kommt: wir nutzen sportbedingt die Duschvorrichtungen im Verein öfters ;-).
Ansonsten das Waschbecken für die schnellen Erledigungen.
Ein Fenster ist vorhanden und gelüftet wird, wie es geraten wird...auch einmal am Tag unabhängig vom Duschen auf Durchzug.
Das Heizen ist allerdings ein Problem. Im Bad haben wir nur einen Nachtspeicherofen, da wir ansonsten mit Holz- und Kohle heizen. Eine gewagte Ofenrohrkonstruktion, die ich mir erdacht hatte (durch die Wand und ab in den Schornstein), wurde vom Kaminkehrer abgelehnt, da bereits in dem Stockwerk zwei Einzelöfen am Kamin hängen. Mein Einwand, dass ja nie alle Öfen permanent am Laufen sind, wurde mit dem Verweis auf meine Versicherung (im Falle eines Falles) niedergeschmettert :-).

Ursprünglich hatte ich das Bad auch von drei unterschiedlichen Firmen ansehen lassen. Drei deswegen, da die ersten zwei völlig unterschiedliche Meinungen hatten. Aber die dritte diente leider auch nicht dazu, Nummer eins oder zwei zu bestätigen. Zu diesem Zeitpunkt waren allerdings die Fliesen noch an der Wand, sprich Schimmel war keiner zu sehen. Modrig roch es auch nicht.
Der Grund, warum ich vorerst den Auftrag nicht erteilt habe, war, dass mir keine Firma versichern wollte, dass ich danach keine (bauchtechnisch! - nicht selbstverschuldeten) Schimmelbildung haben werde. Den Außenbereich hat sich aber auch keine der drei Firmen angesehen. Das Thema wurde nur nach meinem Hinweis kurz verbal erörtert - ohne Maßnahmenkatalog. Kurzum - es war nicht überzeugend. Ganz wild war auch eine Variante mit einer vorgezogener Rigipswand (Hohlraum zur bestehenden) mit Belüftungsschächten. Aber ich schweife ab.

@Herrn Warnecke:
"Oder zumindest die Wand von aussen freischachten."
Bedeutet das, erste einmal weg mit der Erde? Auch wenn man nicht sofort die Aufschüttung machen kann (denke da an Regen und Schnee)?

@Herrn Kornmayer:
Wer wäre da der richtige neutrale Gutachter, Ansprechpartner?

Dankeschön,
Rudi



Gutachter gesucht!



Hallo Rudi,

vielleicht findet sich ja hier im Forum jemand der eine Empfehlung aussprechen kann.

Wichtig ist hier die Unparteilichkeit, die Objektivität und vor allem die Weisungsfreiheit. Jemand der Dir das Produkt gleich mitverkauft wird die Ursache so betrachten, dass nahezu einzig sein Produkt als Lösung in Frage kommt.

Die Bezeichnung Sachverständiger ist nicht geschützt, darauf kann man sich ebenso wenig darauf verlassen wie einzig irgendwelche Verbandszugehörigkeiten o. Ä.

Leider geht nur seriöse Empfehlung oder ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornamyer