Alte Backsteine, neue Wände und Lehmputz

05.02.2009



Hallo zusammen,
ich plane gerade den Aus- und Anbau einer 60 Jahre alten Backsteinscheune. So wie es aussieht ist das Projekt doch etwas komplexer als zuerst geplant und im Zusammenhang mit den Wänden tauchen immer wieder Fragen auf. Da wir im Bestand eine neue Brandschutzmauer zum Nachbargebäude hochziehen müssen geht es jetzt darum welche Möglichkeiten wir haben die bestehenden und die neuen Wände zu verputzen. Im Moment schlägt uns die Baufirma vor sowohl die neue Wand im Bestand als auch alle neuen Wände im Anbau mit GKB zu verkleiden. Aus Kostengründen erscheint mir das sinnvoll, aber kann ich dann noch Lehmputz für diese Wände verwenden ?
Welche Alternativen gibt es, wir müssen nämlich auch noch eine bestehende Backsteinwand mit einer Innendämmung versehen. Freue mich auf viele Antworten
der Paul



Sollte eigentlich



von dem geklärt werden der dir den Bauantrag macht. Der weiß wo welche Brandschutzklassen einzuhalten sind und welcher Wandaufbau somit zulässig ist.

Gruß Marko



Marko Lindner hat natürlich recht,



es muss einen Planer geben, der ein Gesamtkonzept erstellt, dass alle einzuhaltenden Bedingungen wie Statik, Brandschutz, Schall- und Wärmeschutz berücksichtigt. Man kann sich leicht vorstellen, dass man eine solche Frage nicht pauschal in einem Forum beantworten kann.

Ich möchte aber folgendes sagen. Um eine bestimmte Brandschutzklasse zu erreichen kann es sinnvoll sein Gipsbeplankungen auszuführen, schon alleine um den Nachweis der Brandschutzklasse erbringen zu können. Warum man dann aber alle Wände mit Gipsplatten bekleiden soll, wenn man eigentlich in Lehm arbeiten will, erschließt sich mir nicht.



Sorry, schlechte Fragestellung



der Planer macht natürlich genau das was er soll, er kümmert sich darum, dass alle Bedingungen eingehalten werden. Ich allerdings würde gerne Lehmputz an die Wände bringen und finde keine eindeutige Aussage dazu, wie sich das mit den GKB verträgt.
Also deshalb hier Frage deutlicher: Kann ich Lehmputz auf normalen GKB verwenden, welche Gefahren oder Bedenken gibt es, wie sieht es bei den grünen GKB aus. Mein Planer hat damit keine Erfahrung und kann diese Fragen nicht beantworten.

Gruß und Dank für die Unterstützung
der Paul



Wie schon gesagt,



ich kann noch nicht nachvollziehen, warum die GK-Platten angebracht werden sollen. Wenn ich einen Ziegelwand habe, kann ich diese doch direkt mit einem Lehmputz versehen.
Darüber hinaus die Frage, wie die Wand gedämmt werden soll.
Und die 2. Frage, wie soll die Brandschutzwand gestaltet werden? Ziegelwand, dann habe ich quasi sofort den Brandschutz erschlagen (wenn es keine Brandwand sein soll), oder Trockenbau, dann ist es natürlich am einfachsten, eine geprüfte Wand eines Herstellers zu verwenden. Es gibt dann auf jeden Fall noch Mögflichkeiten einen dünnen Lehmputz aufzubringen. Dieser ist aber nicht vergleichbar mit einem 15 mm starken Putz auf Mauerwerk oder Putzträgerplatte.



Längere Beschreibung notwendig



Hallo alle zusammen,

erst mal vielen Dank an Fred Heim wegen der schnellen Antworten. Ich muss wohl die geplanten Um- und Anbauten genauer beschreiben. Der Bestand ist eine Backsteinscheune die ohne eigene Brandschutzwand an die Brandschutzwand des Nachbarn angebaut wurde. Hier werden wir natürlich aus Ziegeln (geplant KS) eine Brandschutzwand errichten. Der Neu bau ist in Holzständerbauweise geplant. Wandaufbau von aussen nach innen: Putz, Putzträger, diffusionsoffene Unterspannbahn, OSB als Dampfbremsebene, Ständerwerk mit Mineralfaser, OSB, Installationsebene mit Mineralfaser, GKB.
Eine Backsteinwand wird durch den Anbau zur Innenwand - bleibt also so wie sie ist. Eine Backsteinwand muß innen gedämmt werden, eine Backsteinwand aussen.
Und jetzt nochmal die Frage: Kann ich Lehmputz auf GKB Platten verwenden? Wenn ja, was muss ich beachten.
Das hat definitiv nichts mit den Backsteinwänden zu tun sondern bezieht sich nur auf die neuen Wände inkl. der Brandschutzwand aus KS die nicht zwangsweise mit GKB verkleidet wird.
Ich hoffe das die Frage jetzt klarer ist.
Gruß, der Paul



Dann kann ich nun antworten



Zur Wand zum Nachbarn. Ich gehe davon aus, dass eine F90 Trennwand erforderlich ist und schlage ihnen statt KS-Mauerwerk Ziegelsteine vor. KS geht auch, Ziegel passt aber besser zum Altbau und zeigt geringere Schwindmaße. Ziegelmauerwerk kann man problemlos mit einem Lehmputz versehen. Bei KS ist das nicht ganz so einfach.
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Die Ständerwand würde ich so nicht empfehlen. Die äußere OSB-Platte und die diffusionsoffene Unterspannbahn sind überflüssig, wenn man mit den richtigen Putzträgerplatten arbeitet (z.B. Unger Diffutherm). Die Dampfbremse und die statische Aussteifung wird durch die innere OSB-Platte hergestellt. Als Dämmung empfehle ich Zellulose statt Mineralwolle (preislich identisch).
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Auf die innere Gipsplatte würde ich verzichten und statt dessen eine Putzträgerplatte einsetzen. Das kann sein, Lehmbauplatte, Schilfmatte oder Heraklith. Der Lehmputz auf einer Gipsplatte kann nur ein dünner Spachtelputz sein, der nicht die gleiche Wirkung auf das Raumklima haben kann, wie eine richtige 15 mm starke Lehmschicht.
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Ziegel Innenwände müssen gar nicht gedämmt werden. Welche Backsteinwände müssen innen oder außen gedämmt werden. Außen ist bauphysikalisch besser.



Na, das nenn ich spontane Hilfe



vor allem erst mal eins: DANKE.

Mit der Antwort kann ich schon extrem viel anfangen. Was die zu dämmenden Backsteinwände angeht: Eine Wand muss innen gedämmt werden (Heraklith?) da die Aussenseite direkt an den Bürgersteig anstößt und wir keinen Keller haben. Die gegenüberliegende Backsteinwand wird aussen gedämmt (da werde ich mich mal über die Platten von Unger informieren) und dann von innen mit Lehmputz verputzt.
Ansonsten wünsche ich allen ein schönes Wochenende.
Gruß, der Paul



Noch ein kleiner Tipp



es gibt gesetzliche Regelungen, dass man bei Dämmmassnahmen die Grenze zum Bürgersteig überschreiten darf, so dass vielleicht auch hier eine Außendämmung ausführen kann. Man muss das allerdings mit den örtlichen Behörden abstimmen und der Bürgersteig muss natürlich ausreichend breit sein.
Für eine innendämmung würde ich eher Holzweichfaserplatten (Dämmwert 045) einsetzen statt Heraklith (bestenfalls 065). Schilfmatten sind auch noch möglich (055).



Vieles ist möglich und der Markt überschwemmt!



Fred Heim hat da bereits eine Fülle an positiven Informationen gegeben, die wir ebenfalls so mit teilen würden.

Eine innenseitige Beplankung mit Lehmbauplatten ist eine gute und schöne Alternative zu den belasteten GKPl.
Die Dämmung könnte dazu dann auch noch mit Homatherm Holzfaserdämmplatten erfolgen.
Was Unger Diffutherm betrifft, so ist dies dann schon der Mercedes unter den Systemen.
Alternativ dazu könnte man DHD Doser andenken.

Lehmputz ist problemlos auf fast sämtliche Untergründe auftragbar.

Unterstützende Grüße
Udo Mühle



lehm anstatt gkb



lass dich mal von einen lehmbauer beraten was alles machbar ist mit Holzrahmenbau und lehm.
oft ist ein lehmputz nur gering teuere als gipskarton.
gruß thomas





Hallo Paul Du kannst alle wände mit Lehmputz verputzen, Püsikalische Haftung auf allen rauhen oberflächen, Lehmputz Grob und Lehmpuzt Fein.Heist GKB Platte Gips-Karton-Bauplattee? Ich rate ab von GK-Platten an Ausenwänden ab; GROB FAHRLÄSSIG. Wermedemisolierung bringt man außen an sonst moss mann aufpassen "Wärmebrücken-Kondenswasserbildung". Gruß Jakob Karell Restaurator