Schimmel - Balkon als Kaeltebruecke?

24.01.2009 Olf



Hallo,

leider ist meine Ursprungsfrage abhanden gekommen. Da wir zur Zeit in Australien sind, kann ich das Problem nur erklaeren, da ein Foto zur Zeit nicht moeglich ist.

Bausituation:

Wir besitzen ein Mehrfamilienhaus mit 3 Vollgeschossen und unausgebautem Dachgeschoss. Dieses ist rechts und links angebaut. Ein Nachbarhaus ist ca. 1965 erbaut und hoeher und tiefer als unser Haus. Es wurde damals ohne eigene Brandwand erbaut, so dass eine duenne nichttragende Wand zu unserem Haus errichtet wurde. Dieses Nachbarhaus wurde vor ca. 4 Jahren kpl. von aussen waermeisoliert. Ob unsere Brandwand und die duenne Nachbarwand von oben abgedichtet sind, weiss ich nicht genau.

Problem:

An der Rueckseite unseres Hauses sind 2 Balkone angebaut, die aus Beton gegossen sind - ca. 4,5 x 1,2 x 0,25m gross. Die Schmalseite/Querschnitt trifft jeweils auf die nichttragende Wand des Nachbarhauses, da dieses tiefer ins Grundstueck gebaut ist (diese Aussenwand ist die Begrenzung unserer Balkone. Zwischen den Balkonen und dieser Wand gibt es keinen Schlitz oder Risse. Der obere Balkon ist ueberdacht und beide Balkone sind von unten und oben brottrocken. Beide Balkone sind nach vorne offen und haben somit keinen Ablauf oder aehnliches.
Nun erklaert mir mein Nachbar, in zwei seiner Wohnungen seien schwarze Flecken aufgetreten, ungefaehr genausogross wie der Querschnitt der Balkone. Die betreffenden Zimmer werden jeweils als Schlafzimmer genutzt. Diese Flecken seien erst nach der Januarkaelte (bis -18,5 Grad C.) entstanden und vorher noch nie da gewesen.

Frage:

Woher koennen diese Flecken stammen? Kaeltebruecke?

Im voraus vielen Dank nach Deutschland.

Sonnige Gruesse

Michael





Wenn dieses Haus, so wie sie schreiben komplett von außen isoliert wurde, dann wird man die Isolierung um die „Balkonbrüstung“ herum angebracht haben. Also eine astreine Wärmebrücke.

Natürlich ist das Nachbarhaus mit dieser Maßnahme bauphysikalisch gravierend verändert worden.

Infolge dessen „abeitet“ dieses Haus nicht mehr als Gesamtsystem gegenüber dem in Abhängigkeit zur Außentemperatur im Winter erhöhtem Wasserdampfdruck. Das schlägt dann gerade auf eine solche „kalte“ Stelle nieder. Tauwasser > (vermutlich) Schimmelbildung. Ein Kollateralschaden.

Mir fallen 4 Lösungen ein, aber ernsthaft nachdenken würde ich nur über 2.

1. Sie kümmern sich nicht darum, und genießen weiterhin ihren Aufenthalt in Australien
2. Sie dämmen ihre Balkonbrüstung
3. Sie koppeln den Balkon von der Wand ab, dass geht praktisch nur, in dem dieser Balkon von der Nachbarwand abgetrennt wird. Mit einer Trennscheibe zum Beispiel. Diese Maßnahme ist allerdings nur mit dem hochoffiziellen Segen eines Statikers, und der Ausführung durch einen Fachbetrieb zu empfehlen
4. Im Innenbereich des Nachbargebäudes wird in dem Bereich der Fügung innengedämmt. Auch hier ein Fachmann für die Planung und Ausführung zu empfehlen. Mit dieser Maßnahme wäre das Problem praktisch durch Milderung zu beseitigen, im zweifachen Sinne, zum einen wäre das extreme Temperaturgefälle gepuffert, und zum anderen dieses gepufferte Gefälle zudem auf eine größere Fläche verteilt.
Der Spax





Das Problem gehört dem Nachbarn und dem bleibt nur die betreffenden Wände innen zu Dämmen.

viele Grüße



Wenn ich



die Beschreibung richtig verstanden habe, ist wohl der durchbindende Beton die Wärmebrücke, die aber nur durch die unsachgemässe Ausführung des Nachbargebäudes zum Tragen kommt. Und durch die nachträgliche Dämmung des Nachbargebäudes schlägt sich auf der Innenseite Kondenswasser nieder. Zum einen ein Baufehler aus den 60er Jahren, zum anderen die nachträgliche Wärmedämmung. Beides vom Nachbarn gemacht, da würd ich sagen: "garnich um kümmern".
MfG
dasMaurer



Heizen und Lüften...



...ist auch im Schlafzimmer unerlässlich. Wenn das nicht genügt, könnte als 5. Lösungsansatz die Fläche etwas besser erwärmt werden, z.B. indem statt des üblichen HK unter dem Fenster eine Sockel-Heizleiste über die gesamte Wand installiert wird.

Grüße

Thomas



Schnipp schnapp



Hallo Michael,

ich schätze das genauso ein wie Herr Warnecke. Das Problem des Nachbarn erscheint hier hausgemacht.

Eine fachgerechte Beseitigung wäre wohl das abschneiden der Balkonplatte um etwas mehr als die Außendämmung des Nachbarn, dann die Herstellung der homogenen Dämm- und Putzebene des Nachbarn - und auf dessen Kosten, jedoch nicht ohne Statiker.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer