Nasse Betonwand im Keller von außen zur Hälfte erdberührt

08.10.2009


Hallo,
meine Kellerwände sind komplett aus Beton 8innen und außen in keiner Weise verputzt) und größtenteils im erdberührten Bereich richtig Naß von innen. Von außen sind die Wände, Bau aus den 50er Jahren, in keiner Weise abgedichtet. D. h. der Lehmboden berührt bis auf einer Höhe von ca. 1 m die blanken Betonwände. Zwei Wände, es sind auch die feuchtesten, können von außen freigelegt werden. Auch ist teilweise die Verbindung Betonmauer zur Bodenplatte defekt, d. h. wenn es stark regnet dringt direkt Wasser von außen ein. Der Keller soll nur als Nutzraum für Heizung, Gartenmaterial und Waschküche sowie Trockenraum, genutzt werden. An den Innenwänden ist auch lange Zeit schon Schimmel und Salzausblühungen.

Ich habe mir ein Angebot machen lassen zur Kellersanierung und bin mistrauisch über die Kosten und die angebotenen Sanierungsmaßnahmen. Es handelt sich um 80 qm Kellerwandfläche insgesamt. Folgendes wurde mir angeboten:

Die 2 Wände die freigelegt werden können, sollen freigelegt werden, von außen soll an der Verbindung Bodenplatte zur Wand eine Hohlekehle gestemmt werden und mit Bitumendickschicht abgedichtet werden. Anschließend sollen die 2 Außenwände mit Bitumendickschicht und einer Noppenbahn verkleidet werden. Drainagerohre sollen verlegt werden und alles wieder mit Kies in verschiedenen Stärken aufgefüllt werden.

Von Innen soll ebenfalls eine Hohlkehle gestemmt werden und diese mit speziellem Mörtel abgedichtet werden. Poröse, defekte Stellen in der Betonwand sollen angebohrt werden und mit einer PU-Druckinjektion verpresst werden. Die schimmel- und salzbelasteten Wände sollen mit Sporenbinder vorbehandelt und gereinigt werden und anschließend mit Dichtschlämme und Klimaputz verputzt werden. Abschließend soll eine Silikatfarbe aufgebracht werden.

Der ganze Spaß soll rund 25.000 EUR Kosten, für 80 qm Kellerinnenwand und ca. 20 m Kelleraußenwand Abdichten (ohne ausbaggern!).

Mir stellt sich die Frage ob diese Maßnahme sinnvoll ist und der Keller dann wirklich dauerhaft trocken ist? Auch erscheint mir der Preis sehr hoch? Ist es sinnvoll die freigelegten Außenwände, wenn sie schonmal frei liegen, direkt mit einer Wärmedämmung zu versehen? Gibt es eine günstigere Alternative?

Schonmal vielen Dank für Eure Antworten.

Gruß
Li





Wie hoch gehen die Betonwände bevor (wahrscheinlich) Ziegelsteine kommen? Äußere Gelände Höhe? Ist dort oder/und, unter der Kellerdecke eine Horizontalsperre sichtbar. Wie sehen die Trennwände aus? Existiert ein Grundriss?





Die Betonwand geht von der Bodenplatte bis zur Decke. Alles Beton, keine Ziegel. Die Wandhöhe ist 2 m, von außen etwa zur Hälfte, also bis ca. 1 m Höhe im Erdreich (Lehm) bzw. erdberührt.
Die Außenwand ist aber auch im nicht von außen erdberührten Teil von innen leicht feucht. Eine Horizontalsperre ist nicht zu sehen. Ist eine Horizontalsperre überhaupt wirksam bei Beton? Habe mir sagen lassen, dass eine Horizontalsperre nichts bringt bei Beton?
Die Trennwände sind ebenfalls alle aus Beton und nur in den Ecken zur Außenwand feucht, sonst sind diese Wände trocken.Grundriss kann ich gerne per Email zusenden.

Gruß,
Li





Bisschen aufwendig, wenn man nachher doch nur Gartengerät lagern will.
Wnn man die nassen Wände von aussen aufgraben und vom Kontakt mit nassem Erdreich befreien kann, würde ich nur das mal machen. Putz und all das würde ich noch nicht machen.
Dann hast Du im schlimmsten Fall nur noch aufsteigende Feuchtigkeit, im Sommer eventuell noch etwas Kondenswasser.
Und dafür sorgen, dass Oberflächen- und Dachwasser nicht von aussen an die Mauer kommt.
Was Verpressen nur der porösen Stellen soll, erschliesst sich mir nicht - wenn aussen die Noppenbahn da ist, kommt da eh' kein Wasser hin, das man mit Verpressen fernhalten müsste, und wirklich wasserdicht wird es auch niemals werden.
Drainage nützt, aber nur wenn sie aussen tiefer als die Bodenplatte zu liegen kommt und wenn die Noppenbahn oder was immer man verwendet so verlegt wird, dass das Wasser, das der Wand nach nach unten fliesst, nicht zwischen Drainage und Wand gelangen kann. Und dann sollte sie auch noch entwässern. Das ist beim Bau am Hang leicht, in der Ebene nur schwer zu erreichen.
Als Wärmedämmung kann man die Wände mit Polystyrol oder Schaumglas dämmen, man sollte dies dann aber nicht nur dort machen, wo nachher wieder Erde ist.
Wenn die Sache nachher trocken ist, kann man innen immer noch verputzen.





Vielen Dank Jens,

na ja, nur als Abestellfläche für Gartengeräte will ich dne Keller ja nicht nutzen. Es soll hier auch Wäsche gewaschen und getrocknet werden, außerdem möchte ich einen Teil des Kellers als Vorratsraum nutzen. Auch sind ja alle vier Außenwände feucht, und nur zwei Wände kann man freilegen, die anderen zwei sind aus verschiedenen Gründen absolut nicht freizulegen, und diese müssen ja auch irgendwie behandelt werden.

Kannst du irgendwas zum Preis sagen, sind 25.000 EUR für das Komplettpaket in Ordnung? Wenn der Preis ok ist, dann werde ich das Geld wohl dafür ausgeben wollen. Mir erscheint der Preis aber sehr hoch. Zumal mir ein Bekannter die zwei Wände freilegt, weil dieser einen Bagger hat ;-) Also das Ausbaggern ist nicht Bestandteil des vorliegenden Angebots, sondern nur die reinen Sanierungsmaßnahmen an den Wänden von innen und außen.

Gruß
Li





Zum Preis kann ich gar nix sagen, aber hole ein paar weitere Offerten ein, dann wirst Du sehen.



Nasse Betonwand im Keller von außen zur Hälfte erdberührt



Hallo, prinzipiell würde ich die angebotenen Leistungen auch nur schrittweise ausführen und nicht alles auf einmal machen lassen. So kann man den Erfolg der einzelnen Maßnahmen prüfen (oder eben auch den Mißerfolg).
Im erdberührten Bereich rate ich vom Polystyroldämmung ab, also keine weißen Styroporplatten verwenden. Aufgrund der Porogkeit kann sich dieses Material mit Wasser vollsaugen. Dann ist nichts gewonnen. Besser Sie nehmen das sog. Styrodur oder auch Perimeterdämmung. Das hat eine andere Porigkeit. Auf jeden Fall darauf achten, daß die Dämmung für Erdberührung zugelassen ist. Auch wenn noch eine Schutzbahn zwischen Dämmung und Erdreich kommt.
Aufsteigende Feuchtigkeit: Da wird leider viel erzählt, aber das wenigste stimmt. Sofern nicht direkt drückendes Wasser ansteht (das wäre ohnehin zu prüfen) kommt die aufsteigende Feuchtigkeit auch in einer monolithischen Betonwand kaum höher als 50 cm. In den meisten Fällen handelt es sich um Kondensat, das sich aus der Raumluft an ungedämmten und damit erdkühlen Kellerwänden niederschlägt. Wenn Sie schon in der Vergangenheit im Keller Wäsche getrocknet haben, wissen Sie auch, wo es her kommt.
Womit wir bei der zukünftigen Nutzung sind: Beim Trocknen von Wäsche müssen Sie für eine dauernde und ausreichende Be- und Entlüftung sorgen. Ob nun Fenster auf und zu oder Lüftungsanlage sei zunächst dahingestellt. Aber beim Fensterlüften kommt noch hinzu, daß gerade im Sommer sämtliche Kellerfenster geschlossen bleiben müssen. (Feucht-warme Sommerluft transportiert jede Menge Feuchte ins kühle Kellergeschoss).
Also: von außen dichten und dämmen ist sicher erstmal sinnvoll. Im Inneren würde ich erstmal abwarten. Ggf. kann auch eine Beheizung der Räume sinnvoll sein. Klingt erstmal schwachsinnig, aber es sollen ja auch nicht 22° Raumtemparatur herrschen. Doch dazu später gerne mehr.




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