Außen- und Innendämmung

29.11.2018 Oli

Außen- und Innendämmung

Hallo Gemeinde,

ich baue im Moment ein Dachgeschoss eines Fachwerkhauses aus. Dabei stellen sich mir zwei Fragen, bei denen ich gern euren Rat hätte:

1. Im Fußboden ist zwischen den Balken eine (fast geschlossene) Lehmdecke - siehe Foto. Das Dachgeschoss soll zukünftig als Wohnzimmer genutzt werden. Ein relativ großer Teil der Decke wird offen sein, weshalb die Dämmung eigentlich ausschließlich zur Geräuschminimierung gedacht ist. Auf die Balken sollen nun OSB-Platten und darauf ein Vinyl-Fußboden verlegt werden. Nun die Frage: Wie dämme ich den Zwischenraum zwischen OSB-Platten und Lehmdecke sinnvoll?

2. Die Außenwände sind im Moment gar nicht gedämmt, es sind lediglich Ziegelsteine zwischen den Balken, direkt dahinter kommt bereits der Außenputz. Ich habe mittlerweile viel gelesen und gehört und bin nun ein wenig verwirrt. Daher auch hier die Frage: Wie dämme ich die Außenwände (nicht das Dach) sinnvoll ohne die Bausubstanz zu schädigen?

Vielen Dank für eure Hilfe.



Dachausbau



Bei solchen Vorhaben ist es sinnvoll, sich ein Gesamtkonzept zu erarbeiten. War der Dachraum schon Wohnraum oder ist es eine Umnutzung? Dann Wär u.U. ein Bauantrag nötig. Wie soll geheizt werden, wie wird die Dachschräge gedämmt, sind Vorgaben der EnEv zu beachten etc. Ich persönlich finde Wandheizungen gut, wie sieht da die Schlagregenbelastung der Außenfassade aus ? Da sollte alles vor Ort begutachtet und geplant werden.



Kein Wohnraum



Danke für die schnelle Antwort. Also bisher war das Dach kein Wohnraum. Genau deshalb habe ich gefragt, weil ich mich damit nicht auskenne und scheinbar jeder eine andere Ansicht hat. Das geht von Styropor bis so lassen - abgesehen von der Dämmung im Dach. Und da hätte ich gern die Meinung der Community, was in beiden Fällen sinnvoll ist. Um Genehmigungen (bei uns nur für das Fenster nötig) kümmere ich mich natürlich.



Styropor?



... wenn du dein FWH liebst lässt du die Finger von Styropor.
Das wirkt wie eine Dampfsperre und schädigt dein Fachwerk. Ich würde im Wandbereich immer diffusionsoffen dämmen, um den Feuchteaustausch zu gewährleisten. Feuchtigkeit muss gut wieder abtransportiert werden können. Diffusionshemmende oder dichte Lagen verlangsamen oder verhindern das. Da du den Dachraum bewohnen möchtest und ich davon ausgehe, dass eine Aussendämmung nicht infrage kommt.empfehle ich die Aussenwände mit einer Innendämmung zu versehen. Hierbei kommen Holzfaserdämmplatten und Lehm zum Einsatz. Aufbau wie folgt: Putzträger(Schilfmatten) auf den hölzernen Fachwerk-Bauteilen > Lehmschlämme als Haftgrund > Lehmunterputz oder Strohlehm (hohlraumfreie Füllschicht zwischen FW und Dämmplatten, Dämmmaterial wird in den nassen Lehm gedrückt) > 60mm Holzfaserdämmplatte > (nachbelieben Wandheizung) > Lehmunterputz > Lehmoberputz(armiert) > Lehmfeinputz > reine Lehm- oder Kalkfarbe.
Zum dämmen des Fussbodens Rieselschutz(diffusionsoffen) > Schüttung



Danke!



Leider etwas spät: Danke für die detailierte Anleitung. So ähnlich werden wir das machen, denken derzeit intensiv über die Wandheizung nach.

Und ja: Wir lieben unser Fachwerkhaus.