Überstreichen von unbekanntem Holzschutz

06.04.2010



Hallo Zusammen

Ich habe mit dem Haus ein Gartenhäuschen aus Holz erworben. Das Gartenhaus müsste zwischen 1965 und 2000 gebaut worden sein. Einfache Blockbohlen, wie in jedem Baumarkt ausgestellt.

Gestrichen ist das ganze mit etwas unbekanntem das dunkelbraun nachgedunkelt und an den exponierten Stellen verwittert oder ausgewaschen ist.

Die Frage ist nun ob ich das mit Öl imprägnieren und / oder mit Leinölfarbe überstreichen kann.

Eine ziemlich lange Suche im Archiv hat nichts ergeben, aber ich kann mir nicht vorstellen das ich der erste bin der mit unbekannten Voranstrichen konfrontiert wird.



Überstreichen von unbekanntem Holzschutz



Hallo,

lassen Sie bitte testen:
1965 und 2000 ist der Unterschied zwischen Giftcocktail und halbwegs unbedenklich. 1965 dürfte mit Sicherheit Xylamon drin gewesen sein (Markenname), das damals Chlornaphtaline enthielt; später kamen Lindan und Pentachlorphenl in die Rezeptur, weil sie nicht so stinken.
Aber lesen Sie selbst:
http://www.cbgnetwork.org/Ubersicht/Zeitschrift_SWB/SWB_1999/SWB01_99/Holzgifte/holzgifte.html

Grüße vom Niederrhein



Das Leinöl wird das Gartenhäuschen mit Sicherheit nicht noch mehr ...



... vergiften. Ein Versuch kann es ja wert sein:

Wenn die Oberfläche offenporig ist, also Flüssigkeit nicht abperlt sondern in das Holz einzieht, dann kann auch mit einer Lasur aus Leinöl gestrichen werden.

Natural hat jetzt eine besonders günstige "Zaunlasur" im Programm, die für so ein Gartenhäuschen interessant sein könnte.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Ich habe vergessen zu erwähnen



das die alte Farbe nur aussen ist. Innen sind ist das Holz gar nicht gestrichen.
Ich habe wegen des Arbeitsaufwands und der möglichen Belastung auch absolut keine Lust die Farbe außen irgendwie anzupacken (oder abzuschleifen).

Das Leinöl auch in offenporige Lasur einzieht habe ich mir schon gedacht. Aber wie kriege ich eine einheitliche Farbe hin?

Ich kann mir einfach nicht vorstellen das ich der einzige mit so einem Problem bin. Speziell Fachwerkbalken wurden doch früher mit allem gestrichen was flüssig ist. Von Karbolineum bis zu Altöl. Da muß es doch Erfahrungen geben was man im Zweifelsfall drüberstreichen kann.



einheitliche Farbe bei unterschiedlichem Untergrund...



nehme einfach ein kräftiges, dunkles Braun und gut ist.

Die helleren Stellen gleiche einfach vorher schon mal ein wenig an und dann wird alles noch zweimal überlasiert.

Das sollte, das muss für ein Gartenhaus reichen, wenn Du keine Vorbhandlung vornehmen willst.

Es sei denn, Du willst eine völlig andere Farbe erreichen. Dann musst Du Dich aber auch für etwas mehr Vorarbeit entscheiden.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Mit Grundieröl angefangen, aber wie geht es jetzt weiter???



Die Wetterseite und alle exponierten Stellen an denen die Farbe abgewittert war habe ich jetzt mehrmals mit rohem Leinöl "getränkt".
Der Regen beginnt abzuperlen, ich muss also wohl noch ein oder zweimal drüber.

Frage 1: woher bekommt man eigentlich billiges Leinöl. Ich habe bewusst rohes Öl genommen, keinen Firniß damit es einzieht. Halböl wäre noch teurer gewesen *seufz*

Frage 2: was mache ich mit den Stellen (z.B. unterm Dach) wo der alte Anstrich noch nicht angewittert ist. Ölfarbe (wie zum Beispiel von Frank empfohlen) gaaanz dünn drüberstreichen? Mit Firniß "grundieren"?



Holzschutz



Hallo Matthias ...

wenn es tatsächlich Ölfarbe ist, dann aber vorher leicht anschleifen, bevor Du einen Anstrich draufgibst.
Wir können uns auch telefonisch unterhalten, wenn Du noch
spezielle Fragen hast.

LG Christine



rohes Leinöl ist kein "Grundieröl"



Rohes Leinöl würde ich nicht als Grundieröl bezeichnen. Ein Grundieröl ist dünner eigestellt, damit es tief in die Holzfaser einziehen kann.

Die Zaunlasur hat folgende Inhalte:
Kiefernharz, Leinöl, Orangenschalenöl, Isoaliphate, Balsamterpentinöl, Kolophonium, Glycerinesther, Dammar, Leinöl-Standöl, Rizinusöl, Kieselgur, Kieselsäure, Quellton, Alkohol, bleifreie Trockner (Ca/Co/Mn).
Farbpigmente: Erd-, Eisenoxydpigmente.

Der Liter kostet Dir bei dieser Abmischung 8,-- Euro.

Bitte wäge selbst ab, ob sich da das eigene Abmischen von Pigmenten, Leinöl und evtl. Verdünner noch lohnt.

Die Lasur kannst Du ohne Grundierung direkt auf das Holz auftragen. Bei der Giebelwand unterm Dach mal nachprüfen, wieweit der Untergrund offenporig ist. Wenn ja, dann geht der Auftrag problemlos - evtl. vorher mal mit einem groben Pad abwaschen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Rohes Leinöl ... kein Grundieröl ?



Meine Güte Frank ...
was redest Du denn eigentlich da?
Und die "8 Euro-Lasur" mit diesen Inhaltsstoffen, ohne eine vorherige Aussättigung des Holzes? Fröhliches
Verspröden. Wir wollen doch langlebig sanieren oder?

Ich finde Deine Produkte übrigens gut, aber was Du
gerade hierzu beigetragen hast, hätte ich jetzt von Dir nicht erwartet

LG Christine



warum sollte hier etwas...



verspröden? Die Inhaltsstoffe reichen für eine Sättigung des Holzes - es braucht kein Grundieröl.

@Christine
Sorry, dass ich Deinen Erwartungen nicht entspreche.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Lasur!



@frank ...
das ist doch Quatsch ... hat doch mit DIR persönlich nichts zu tun.
Ich habe diese Lasuren ja auch ... aber ich kann nur empfehlen, im Aussenbereich trotzdem eine Grundierung zu machen und da ist nunmal kaltgepresstes rohes Leinöl die
beste Aussättigung, die man dem Holz geben kann... braucht ja bekanntlich länger zum trocknen, aber so lange es trocknet, so tief wird es auch einziehen...logisch. Es kommt natürlich immer auf die Holzart an. Bei Leichthölzern z.B. vermeidet man durch die vorherige Grundierung, dass das Holz bei entsprechendem Bedarf der Lasur den Ölanteil nach unten entzieht ... ist doch logisch.
Wir wollen doch nach 4-5 Jahren nicht schon wieder nachstreichen müssen ...genau das unterscheidet doch sowohl Dich, als auch mich von dem üblichen Baumarktkäse, oder?

... wünsch Dir frohes Schaffen
LG Christine



Sättigung mit Rohleinöl im Außenbereich bei leichten Hölzern...



Sachbezogen haben wir ja ein bereits behandeltes Holz. Da bleibt die Frage wieviel Öl überhaupt noch einziehen kann.

Die Holzfaser kann ich nur einmal richtig sättigen. Bei Leichthölzern zieht selbst Rohleinöl relativ gut ein, bzw. die lange Trocknungszeit lässt das zu. Allerdings ist die Faser dann eben mit dem Leinöl gesättigt und mit nichts anderem. Gerade bei Leichthölzern würde ich da aber eine Anreicherung mit Naturharzen vorziehen. Hinzu kommen noch Pigmente die so fein gerieben sind, dass sie z.T. auch in die Faser einziehen. Damit erreiche ich einen besseren Schutz als mit dem Rohleinöl und einem anschließenden Pigmentauftrag auf der Oberfläche.

Ein Trennung von Harz und Öl kann ich eigentlich nicht erkennen. Das Harz ermöglicht aber auch eine leichte Schichtbildung auf der Oberfläche.

Dennoch würde ich nach 4 - 5 Jahren auch bei der Natuharzlasur eine Nachpflege in Erwägung ziehen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Grundieren



An den Stellen die der Witterung ausgesetzt sind konnte ich beim ersten mal gar nicht richtig streichen. Das Holz hat den Pinsel beim einfachen dagegenhalten leer gezogen. Nach nunmehr 3 (mehr als deckenden, eher "einweichenden" :-) ) Anstrichen saugt es immer noch.

Die Stellen an denen der Originalanstrich noch Intakt ist habe ich noch nicht gestrichen. Ich bin gespannt wie da das Aufnahmeverhalten ist.

Danke an alle für die Tips.



... ohne Grundierung ?



... das war zu erwarten ... und ich rede mir hier den Mund fusselig.

LG ... frohes Schaffen

Christine



_Bei_ der Grundierung



Habe ich unklar ausgedrückt, die drei Anstriche waren rohes Leinöl.
Farbe oder Lasur habe ich bisher gar keine verwendet. Damit wollte ich warten bis die Grundierung richtig eingezogen ist.



Grundierung !



Hallo, Matthias ...
ja, dann hast Du ja bisher alles richtig gemacht.
Lass es gut durchtrocknen, bevor Du mit den
übrigen Anstrichen beginnst.

Frohes Schaffen
LG Christine