Tuffstein freilegen im Innenbereich.

02.03.2013 Nike512



Ich habe ein Haus erworben, dass mit Tuffstein gebaut ist. Um 1800 Jhd. Nun möchte ich den schönen Tuff im Innenbereich teilweise freilegt lassen.
Die Aussenwände sind ca. 30-40 cm dick.
Meine Frage ist, zieht vllt Nässe von aussen ganz durch, sodass ich das besser nicht machen sollte, ist es evtl zu kalt, wenn man den Tuff so lässt.
Und womit kann man die Fugen am besten (farbgleich) ausbessern?



Eifel-Tuffe ...



... sind ein recht poröses Gestein, stark saugend und nehmen bis zu 20 Masse-% Wasser auf. Dies wird zwar gut wieder abgegeben, so daß der Tuff als frostbeständig bezeichnet werden kann, aber die Gefahr der Durchfeuchtung bis zur Rauminnenseite besteht theoretisch. Vor allem bei einschaligem Mauerwerk ohne Schalfuge in der Mitte.

Der Tuff sollte also außen verputzt werden, allerdings in keinem Falle mit einem Zementmörtel oder baumarktüblicher Sackware. Der Putz muss auf die Härte des Steines abgestimmt und darf keinesfalls härter als der Stein sein, da es sonst zu Absprengungen durch unterschiedliches Temperaturdehnverhalten kommen kann.

Am besten geeignet wäre ein leicht hydraulischer Kalkputz, eventuell ein Trass-Kalk-Putz, aber eben auf den Stein abgestimmt. Je nach Herkunft (Weiberner-, Riedener oder Ettringer Tuff) kann das Gestein u.U. recht unterschiedliche MAterialkennwerte haben.

Innen können Sie den Tuff unverputzt lassen, vielleicht neu verfugen und sandstrahlen. Durch Zuschlagsstoffe aus der Gegend (Tuffsande) können farblich passende Mörtel angemischt werden.

Der Tuff hat zwar durch seinen hohen Porenanteil einen relativ hohen Dämmwert, aber der U-Wert Ihrer Wand bei 40 cm dürfte bei etwa 1,4-1,6 W/m2K liegen (U-Wert für Neubauten nach EnEv heute 0,24). Durch die Wand wird also das 5-6-fache an Energie eines vergleichbaren Neubaues abgegeben.

Unabhängig von der Überlegung, das Gebäude zu dämmen, um Energie/Heizkostenzu sparen, ist die Berücksichtigung der Behaglichkeit. Die Oberflächentemperatur Ihrer Tuffsteinwand kann im Winter (20° innen/-10° außen), ggf. bei 14°-15° liegen. Das ist physiologisch unbehaglich und kann bei hoher Raumluftfeuchte auch zu Kondensatausfall/Schimmelbildung in schlecht belüfteten/beheizten Bereichen führen.

Wo liegt den Ihr Haus im Bereich Ettringen/Rieden/Weibern?



Decke mit Lehm- Strohwickel sichtbar lassen, aber wie haltbar?



Hallo zusammen,
in unserem Haus sind zwischen dem Holzgebälk diese Lehm-Strohwickel,( ich weiß leider nicht wie man diese nennt), angebracht.
Die Decke war ziemlich durchgehangen, rissig und beulig, sodass wir den Lehmputz entfernen mussten und diese Wickel zum Vorschein kamen.
Sie sitzen sehr fest zwischen den Balken und sind kaum aus diesen herauszubekommen. Was aber auch nicht unsere Absicht ist.
Nun die Frage, kann diese "Wickel" sichtbar lassen, also keinen Putz mehr drauf, und wie bekommt man dieses Stroh "konserviert, sodass es nicht bröselt mit der Zeit?
Könnte man Plexiglas darunter befestigen oder ist das alles "Blödsinn".

Wäre dankbar für den ein oder anderen Tipp.



Plexiglas ...



... werden Sie sich allein vom Preis zzgl.- Montagekosten nicht ernsthaft leisten wollen. Abgesehen davon würde eine solche Deckenuntersicht nur in einer zeitgenösisschen"Avantgarde"-Architektur a la Rem Koolhaas/Zaha Hadid/Peter Eisenmann einen gewissen Reiz entfalten, nciht aber in einem historischen Altbau mit -vermutlich- niedrigen Decken.

Das einfachste, passendste und preiswerteste ist, den abgelösten Lehm wieder im Betonmischer aufzubereiten, die Lehmwickel gut vorzunässen = Oberfläche des Altlehms min. 5mm tief wirklich plastisch anlösen, das eingearbeitete Stoh als "Bewehrung" herauszulösen und in den neuen Lehmputz wieder mit einzuarbeiten.

Einfach nur das machen, was man früher auch gemact hat. Mehr ist nicht nötig. Auch kein Gang zum Baumarkt.