Feuchtes, 100 jahre altes Dach

24.01.2012



Liebes Forum,

wir haben ein Problem. Ende Oktober 2011 sind wir in ein verschiefertes, 100 jahre altes Haus gezogen. Ins Dachgeschoss.Bereits bei Besichtigung fielen 5 bräunliche Flecken auf, die von inzwischen getrockneter Nässe kamen. Zwei im Wohnzimmer an der Decke, einer im Büro kurz unter der Schräge und zwei im Hausflur rechts und links vom Fenster. Wir haben vom Vermieter die Zusicherung bekommen, das sei alles kontrolliert, überprüft, und inzwischen absolut dicht. Schneeverwehungen und ähnliches hätte diesen Schaden gemacht. Wir haben drüber lackiert und dann mit normaler Dispersionsfarbe drüber. Optisch ist das also behoben.

Eine Woche nach Einzug dann der erste Frost. Verbunden mit einem neu aufgetretenen feuchten Fleck. Diesmal im Schlafzimmer. Ok, noch kein Drama. Wenige Tage später..der nächste Frost, der nächste Fleck. So gings weiter. 5x mal Frost = 5 feuchte, sehr nasse Flecken im Schlafzimmer an der Dachschräge. Inzwischen steht fest: Das Dach hat folgenden Inhalt: Dachkonstruktion aus Holz, sehr alte und überall eingerissene Teerpappe, Ziegel. An manchen Stellen von oben bischen Glaswolle reingestopft. Sonst nix. Ausser mindestens zusätzlich 6-7 Stck alte Wespennester vom letzten Jahr, gegen die auch nichts unternommen wurde. Man kann vom Spitzboden aus durch die gerissene Teerpappe ins freie greifen. An unzähligen Stellen. An all diesen Stellen wohnen wohl Jahr für Jahr Wespen.

Die vorhergehenden (vor unserer Zeit) Wasserschäden die ja laut Vermieter in Ordnung gebracht wurden, traten laut Vormieter bereits 2009 auf und es wurde laut seiner Aussage gar nichts daran gemacht. Tatsächlich kommen bereits durch den Lack erneut braune Stellen durch.

Neuerlich haben wir nun auch noch ein Fleck im Badezimmer, wobei hier ein Flachdach ist und relativ neu.

Die neuerlichen Flecken treten nur bei Frost auf, bleiben ca. einen Tag lang nass und verschwinden wieder. Hinterlassen aber bei jedem "feucht werden" tiefere Verfärbungen an der Tapete.

Wir betteln seit nun mehr drei Monaten um Abhilfe. Es passiert nichts. Woran können die Schäden liegen, was ist zu tun und wieviel Mietminderung wäre sinnvoll um den Vermieter zu motivieren?

Immerhin verschwinden die Flecken ja zwischendurch wieder?!!!!?

Die allgemeine Luftfeuchte im Raum liegt bei ca. 65 %. Unabhängig von Lüften und heizen. Die Flecken selber haben laut Messgerät meist zwischen 30-40% Feuchtigkeit. Wenn sie direkt nach dem Abtauen gemessen werden, reicht das Messgerät nicht aus... dann tropft es dort ja auch

Was sollen und können wir tun?

Danke im vorraus für ein bischen Hilfestellung



steter Tropfen



Hallo Finchen,

eine genaue Beschreibung des Dachaufbaues wären wichtig. Verstehe ich das richtig, das hier nur eine Holzbeplankung der Sparren mit einer Bitumenlage existiert? Keine Ziegeln? Bilder von innen und außen wären hilfreich.

Irgendwie kann ich es mir kaum vorstellen, dass die Bitumenlage freibewittert von Sparren zu Sparren gespannt ist, deshalb nehme ich eine Bretterverschalung an. Bilder.

Vermuteter Aufbau:
- Bitumenlage
- Holzverschalung
- Luftraum zwischen den Sparren
- Heraklithplatten oder verputztes Schilfrohr?

Es gibt auf den ersten Blick zwei Möglichkeiten, weshalb es zur Feuchtigkeitsbildung bei Frost (also kein Regen) kommen kann:
1. Möglich ist, das warme, feuchte Raumluft in die Dachkonstruktion gelangt (Konvektion) und dort an der bei Frost deutlich kälteren Holzverschalung kondensiert, auf die Heraklithplatten/Schilfrohr tropft und so im Innenraum transportiert wird (kapillar) und sichtbar wird. Die bräunliche Verfärbung stammt aus dem Naturmaterialien des Dachaufbaues.
2. Möglich ist auch, dass Fugen zwischen Platten existieren und eine Auskühlung bis an den Raumabschluss selbst stattfindet, das ist aber selten und eher unwahrscheinlich.

Die Luftfeuchtigkeit erscheint mir sehr hoch.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Hallo Christoph,

ich bin kein Profi. Ich habe Fotos und versuche diese Später noch hochzuladen. Der Dachaufbau ist Laienhaft ausgedrückt so: Grundgerüst aus Holz mit Sparren, Zwischenverstrebungen ect, alles was zu einem "nackten" Dachgerüst dazu gehört. Von aussen liegen die Dachziegel / Ziegelsteine auf. Von innen sind die einzelnen Holzverstrebungen mit Teerpappe "verkleidet" ( mit Nägeln befestigt, es ist nichts miteinander verklebt ) Zwischen Teerpappe, Holzgerüst und Dachziegeln ist grösstenteils nichts. Früher war da mal Stroh. Danach wurde an manchen Stellen bischen Glaswolle reingedrückt (von oben reingeschoben durch die Fuge zwischen Teerpappe und Holzgerüst). Dazwischen hängen auch noch überall Wespennester. In der Teerpappe, in dem bischen Glaswolle.... überall :-( Gerade will ich auch ein Schreiben aufsetzen, bin mir aber nicht sicher was genau ich vom Vermieter fordern kann, soll usw? :-(

Ja, die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch. Ein Dachdecker der bereits mal "geguckt" hatte meinte, es fehle jede Menge in dem Dach. 1. die Teerpappe sei an vielen Stellen gerissen, 2. es fehlt Dämmmaterial, 3. es fehlt ein Dampfstopp. Weiterhin verklebungen. Er würde am liebsten das ganze Dach machen. Der Vermieter möchte am liebsten nix machen.

Sobald auch nur ein bischen Frost auf den Dachziegeln ist, haben wir augenblicklich alle schon bekannten flecken nass und meistens noch einen weiteren dazu...