Teerfarbe

23.03.2010



Auf den Fachwerkbalken (außen) befindet sich ein sehr hartnäckiger Anstrich aus Teer. Fön und Spachtel haben wir schon ausprobiert. Die Teerschicht ist aber zu dick. Hat jemand eine andere Idee wie man den Teeranstrich weg bekommt. Vielen Dank



Teer



Hallo,

Trockeneisstrahlen soll sehr gut funktionieren.

Achtung, Teer ist Sondermüll und muss entsprechend entsorgt werden.

Viele Grüße



Auf keinen Fall...



...solltet Ihr selbst mit dem Heißluftföhn weitermachen (mögliche PAK-Belastung). Ich halte Trockeneis ebenfalls für die geeignete Variante.

Grüße

Thomas



Klauenscheibe



Hallo, hatte ein ähnliches Problem mit "Elefantenhaut".
Hat beim Bürsten geschmiert, Abkratzen mit Stechbeitel war sehr mühsam und hat nicht viel gebracht. Habe mir eine Klauenpflegescheibe im Landhandel (Siepmann <20€) besorgt. Ist eine Metallscheibe mit aufgelöteten Hartmetallstücken und wird zur Klauenpflege bei Rindern verwendet. Kommt auf die Flex. Achtung! sehr abrasiv. Vorsichtig anwenden, sonst zeigt die Holzoberfläche Spuren der Scheibe. Unbedingt vorher Nägel entfernen, sonst fliegen die Hartmetallstücke durch die Gegend. Schutzbrille und Atemschutz sind ein MUSS. Farbreste ornungsgemäß entsorgen.Eine Scheibe hat für ein ganzes Haus gereicht.
Gruss Elvis



Das war...



...ziemlich mutig. Der Atemschutz sollten nicht nur Staub betreffen, sondern Kohlenwasserstoffe zuverlässig herausfiltern können. Das abfliegende Gekrümel sollte auch noch irgendwie aufgefangen werden, sonst schmecken die Tomaten danach vielleicht nach Teer.

Wikipedia: "Zahlreiche PAK sind nachweislich karzinogen (krebserregend), da sie bei der Metabolisierung im Körper epoxidiert (zu Epoxiden oxidiert) werden und diese Epoxide in einer nucleophilen Ringöffnungsreaktion mit der DNA reagieren können."

Eine Teersanierung mit PAK-Belastung ist ein aufwendiger Job für spezialisierte Firmen.

Grüße

Thomas



Danke



Vielen Dank für die Antworten. Auf jeden Fall ist die Entfernung der alten Teerschicht nicht so einfach wie ich mir das vorgestellt habe. Vielen Dank auch für die Sicherheitshinweise, die ich natürlich beherzigen werde.

Viele Grüße aus dem Murgtal
Hartmut



Nicht mutig...



sondern nicht pienzig.
PAKs haben einen Schmelzpunkt > 80°C und einen Siedepunkt jenseits von Gut und Böse. D.H. die springen niemanden an, der auf dem Gerüst steht. Eine Exposition findet über Hautkontakt(Schornsteinfeger!)sowie sublimierte (langsam verdampfende) PAKs statt. Dies ist auch das Problem, wenn Menschen über Jahre hinweg auf einem PAK-haltigen Parkettkleber leben. Dieses Sublimieren ist stark von der Temperatur abhängig. Beim Abfräsen, im Gegensatz zur Drahtbürste, ist der Wärmeeintrag gering. Weiterhin ist für ausreichende Lüftung (Teerfarbe aussen) gesorgt. Ein P2 Partikelfilter sollte an Staubpartikel gebundene PAKs abhalten. Das man auf dem Dreck keine Tomaten zieht is klar.
Meine Einschätzung: Bei der Kippe danach oder dem gegrillten Steak nimmt man mehr PAKs auf.
Gruss Elvis



@ Elvis



Mit solch putzigen Vergleichen entfernt man sich denn aber ein Stück von der Realität. Wer bloß mit sich selber spielt, kann das so hemdsärmlig machen, der Rest darf auch etwas vorsichtiger sein. Und als allgemeingültiger Ratschlag taugt das nicht.

Der Wärmeeintrag einer Fräse, in Verbindung mit einem schnellaufenden Trennschleifer, ist nicht unerheblich. Damit findet eben auch eine weitaus größere Sublimation statt, als es der Umgebungstemperaturen nach zu vermuten wäre. Bei den Schutzmaßnahmen sollte denn der gasförmige Part nicht vernachlässigt werden. Heute gibt es die Toilettensteine aus Napthalin nicht mehr, vermute ich. Das Zeug wurde recht flink auch von alleine bei Raumtemperaturen weniger.

"Das man auf dem Dreck keine Tomaten zieht is klar." Schön. Und wohin fliegt der Dreck, wenn keine Folien ausgelegt werden? Auf's Beet an der Hauswand.

Viel Spaß beim Steak und der Kippe danach.

Thomas