Gefache neu ausmauern, welcher Wandaufbau ist sinnvoll?

17.11.2010



Welches Material würdet ihr empfehlen, falls im Erdgeschoß
die (momentan bereits mit Ziegelsteinen ausgemauerten) Gefache bei einer Sanierung komplett neu ausgemauert werden müssten?
Das Haus wird während der Sanierung bewohnt und hat ca. 120m² Grundfläche.



Ziegelsteine!



Ziegelsteine würde ich sagen :-)

PS:
Dieselbe Frage hab ich vor ca. einem Jahr auch mal gestellt. Auch bevor ich angefangen hatte.
Zwischenzeitlich habe ich festgestellt, das der Materialwahl für die Gefache noch viele viele andere und durchaus komplexere Fragstellungen vorangehen.





...fände ich optisch auch am schönsten.
Unter dem Fassadenbehang sieht es aber bestimmt nicht so gut aus, dass man das Mauerwerk so lassen kann. Ich denke, mit kleinen Steinen neu ausmauern wird auch am teuersten sein.
Und selbst der begutachtende Zimmerman meinte, dass ich dann ja nur die dünne kalte Wand hätte.
Die eigentliche Frage ist:
Sind Porotonsteine sinnvoll und mit dem Fachwerk verträglich?
Die wurden mir jetzt zweimal empfohlen wenn man sowieso die Gefache Verputzen muß.
Entschieden wird das alles sowieso erst, wenn der Behang im Frühjahr runter ist. Aber bis dahin macht man sich ja schon viele Gedanken.

@Michael: Was stellte sich denn bei Dir als besonders wichtig heraus?



Neee



Holzweichfaserplatten!

Außen verputzen.

Innen noch eine Lage Holzweichfaser dagegen. Dann putzen.

So hast Du Dämmung und Wand in einem Aufwasch.

Gruß
Wolfgang



Das



klingt aber nur auf den ersten Blick ganz toll. Denn so eine Leichtbauwand bringt eine absolut "saumässige" Schalldämmung und Wärmespeicherung ist fast nicht vorhanden.
Wenn derzeit eine Vorhangfassade vorhanden ist, ich vermute mal eine Brettschalung aus Lärche, so ist es sinnvoll, die Gefache mit einem Leichtlehmstein auszumauern, die Dämmung aussen unter der Holzschalung zu installieren und innen dann einen Lehmputz einzusetzen.
MfG
dasMaurer



Dämmfachwerk



Doppelt geplusterte Dämmfachwerkfassade …
ich befürchte, Sie werden in Ihrem Leben noch einmal Sanieren müssen - evtl wird das dann richtig ins Geld gehen!

Einen entscheidenden Beitrag für ein intaktes Fachwerk-Gefach ist weniger der Stein - das Inlay - als der Mörtel der das ganze zusammenhält und verbindet.

Da ist die erste Wahl m.E. Luftkalkputz (www.solubel.de) und dann Lehmmörtel.

Was anderes würde ich nicht nehmen.

FK



die



HLZ-Steine eines kleineren Formates sowie ein Kalkputz beidseitig wäre eine Möglichkeit, bringt aber wenig Dämmung.

Zu Deiner Frage gibt es hinreichende Antworten im Forum, bitte mal weitersuchen. Es gehtja auch um die Anschlüssen an die Fachwerkbalken und anderes.



Danke für eure bisherigen Antworten



Dann wären die Steine(Poroton oder HLZ) im Grunde ja okay. Ich bin stutzig geworden, weil der Maurer bei mir erst von Poroton sprach und später meinte, für den bislang noch gar nicht ausgemauerten Giebel könne man auch Ytong nehmen.
Der Behang ist leider keine Lärche, sondern wunderschönstes Bitumen-Backstein-Imitat. Der hängt seit den 60er Jahren und ist mittlerweile auch spröde und rissig. Darüber bin ich fast froh, denn somit muß das jetzt definitiv runter, egal was uns darunter erwartet. In meinem Profil sind Bilder von dem Hof.
Die Volltextsuche hat mir nie Ergebnisse geliefert.
Bei der Kategorie-Suche funktioniert es jetzt aber und ich werde jetzt mal stöbern :o)





Hallo Schütte,

wie soll denn die Wand aussehen wenn Sie fertig ist? Soll wieder ein Behang an die Fassade? Wie ist die Wand zur Zeit aufgebaut? Was ist innen geplant? Erst einmal den Gesamtaufbau entwickeln, berechnen und dann zur Tat schreiten.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Fachwerkausbau



Hallo,
nun ich würde auch mit den Ziegeln ausmauern oder wie bereist beschrieben Leichtlehmsteine verwenden. Ich habe alles wieder mit dem Material ausgemeuert, welches vorhanden war, fehlendes Material habe ich mir aus Abrissen wieder besorgt. Mauern mit Lehm oder Kalkmörtel. Innen habe ich mit Pavatex gearbeitet. Ist nicht so ohne (wie im Forum oft beschrieben, muss genau und dicht mit Lehm verklebt werden). Anschließend soll Wandheizung dran.
Ich denke Du solltest Dir mal über den kompletten Aufbau Innen wie außen im klaren sein, dann wirst Du auch die richtigen Antworten bekommen. Ich habe sie mir übrigens fast alle hier im Forum oder/und bei den enstprechenden Fachmännern/-frauen geholt und bekommen.
Anzunehmen ist, dass unter diesen furchtbaren Platten ein wunderschönes Gesicht zu Tage kommt, dass in neuem Glanz erscheinen kann. Bin gespannt auf Deine Bauschritte und -erfolge.
Günter
PS: bin kein Fachmann habe nur so meine Erfahrungen gemacht.



Foto



Wir wollen natürlich die Fachwerkfassade wieder hervorholen und nur die Wetterseite behangen lassen.
Je nachdem wie es unter dem Behang aussieht, soll das Mauerwerk verputzt werden und die Balken geölt oder gestrichen werden. Am schönsten finde ich allerdings Ziegelsteine zusammen mit den Balken.
Ich habe an zwei Stellen den Behang abgerissen. Der Behang ist nass, die Wand selbst ist aber ganz trocken.Balken und Mauerwerk scheinen fest zu sein.
Habt ihr eine Meinung dazu?
Die Steine sind fast weiß verfugt. Hat jemand auch solche Fugen? Das sieht mir fast zu neumodisch aus und ich kann es mir kaum als ganze Wand vorstellen.



noch eins



Von innen wäre ich sehr froh, wenn man nicht alles neu machen müßte. Unten wohnt noch die ältere Generation und die wollen bestimmt nicht ein paar Wochen im Freien schlafen ;o)

Aber das kann man doch erst beurteilen, wenn die Wände freigelegt sind und danach müssen wir in Kauf nehmen was uns da erwartet.

Noch ein kleineres freigelegtes Wandteil





So hässlich so eine Vorhangfassade aussieht, dem Fachwerk hat sie gutgetan. Ist trocken geblieben.
Wenn von innen gedämmt werden soll halte ich Sichtmauerwerk für kritisch. Zu viele Fugen durch die Schlagregen kommen kann. Wenn verputzt werden soll - die Steine gleich 2cm von Balkenvorderkante zurückspringen lassen. Dann schließt der Putz bündig mit den Balken ab. Kellenschnitt nicht vergessen.



Klinker



Noch eine Frage:
Sind Klinker wirklich so schlecht für das Fachwerk?
Ich habe das jetzt mehrfach gelesen und die Steine bei uns hat der Maurer Klinker genannt.



Stein auf Stein



Hallo

"Einen entscheidenden Beitrag für ein intaktes Fachwerk-Gefach ist weniger der Stein - das Inlay - als der Mörtel der das ganze zusammenhält und verbindet.

Da ist die erste Wahl m.E. Luftkalkputz (www.solubel.de) und dann Lehmmörtel.

Was anderes würde ich nicht nehmen."

FK

Klinker ist besser als HLZ



Klinker



wird umgangssprachlich jeder Vormauerstein genannt. Fachlich korrekt bezeichnet "Klinker" einen hochfest gebrannten Stein, der praktisch kein Wasseraufnahmevermögen hat und auch als dampfdicht anzusehen ist. Diese Steine sind für´s Fachwerk ungeeignet. Es gibt aber eine Viehlzahl von gebrannten Vormauersteinen, die bei niedrigeren Temperaturen gebrannt werden, hier gilt es, einen Stein zu nehmen, der kapillar leitfähig und diffusionsfähig ist. Der sogenannte "Backstein" aus früheren Zeiten hat sich hier hervorragend bewährt, allerdings ist der fast "ausgestorben". Der "Westfalenbackstein" von Schüring ist der einzige mir bekannte. Die meisten "Holländer" haben ähnliche Eigenschaften. Alle Gitterziegel oder HLZ sind durch die grossen Hohlräume eingeschränkt in der kapillaren Leitfähigkeit.
MfG
dasMaurer



Ziegelstein: Backstein ist nicht Klinker



Prinzipiell sehe ich das wie Herr Kurz, jedoch sehe ich mehr Zusammenspiel zwischen Mörtel und Stein – diese sollten aufeinander abgestimmt sein. Ein guter Luftkalkmörtel beispielsweise ist problemlos in der Lage Feuchtigkeit aufzunehmen und abzugeben, der sehr fest gebrannte Klinker jedoch besitzt weit weniger von dieser Eigenschaft. Im Falle von großen Temperaturwechseln oder gar Frost kann dies zu Rissbildungen und auf Dauer zu Schäden führen.
Ebengleiches gilt für Mörtel der zu fest für das Mauerwerk gewählt wurde. Zementmörtel (auch für nachträgliche Verfugungen genutzt) bei weicherem Backsteinmauerwerk kann ebenso zur Rissbildung und im Frostfalle zu Abplatzungen führen.

Einfach ausgedrückt: harter Stein => fester Mörtel; weicher stein => weicher Mörtel

Schlussfolgerung: Welcher Stein passt besser mit welchem Mörtel ins Gefach => .......

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer

Mörtel und Stein bilden sollten in ihren Beschaffenheiten ein möglichst homogenes Gefüge bilden. Auf der Rechnung des Maurers sollte stehen, welcher Stein genau verwendet wurde.



grau oder blau



ist jede Theorie

Das mit fest und fest
und weich und weich
kann schon in manchen Ebenen richtig sein…
aber der Mörtel macht die Feuchteverarbeitung nicht der Stein.

Wenn Sie Granitsteine nehmen und mit Zement in ein Fachwerk verbauen wir das FW nicht lange leben.

Wenn Sie Granit in Luftkalkmörtel im FW verbauen werden 3 Generationen sich keine Sorgen machen müssen (oder mehr)

Und wenn Sie weiche Lehmsteine mit Zement in ein FW vermauern wird sich Ihnen doch ein Holzschaden einstellen
Und das gleiche dann mit LKM - Kein Schaden.

Herr Kollege!
Ich kenne das "System-Immanente Denken" - Normen und Fachbücher haben aber mittlerweile nicht mehr viel mit der Bau-Realität zu tun!
Leider!
Diese "Thesen" hören sich zwar gut an - sind es aber leider nicht!

idS

FK



blau oder grau



ist manche Theorie

Wenn man sich selbst eine zuweilen abgeschlossene Welt, eine Struktur schafft, deren Regeln vom eigenen, selbstgewählten /-geschaffenen System bestimmt und nicht veränderbar (weil nicht sein kann was nicht sein darf) sind, ist dieses - systemisch betrachtet - eben unveränderlich/unreformierbar. Eine Systemimmanenz schafft man sich letztlich selbst.

Ich verbaue mehr Luftkalkmörtel – ebengleichen Herstellers übrigens – als Sie glauben mögen, doch weder einen Granit noch einen Klinker würde ich je in einer Fachwerkwand verbauen. Mögliche Wasseraufnahme und Wärmeleitfähigkeit sind in solch einem Falle vollkommen unterschiedlich. Dies kann im Wandgefüge zu unterschiedlichen "Verhalten" der Baustoffe hinsichtlich Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen führen.
Gerne morgen mehr,

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Bitte nicht streiten...



Danke für die zahlreichen Antworten.
Wahrscheinlich sind die Rückseite und die Strassenseite so ausgemauert (Ende der 60er Jahre) wie auf den Fotos.
Die Stirnseite wurde schon früher ausgemauert und sieht auf einem alten Foto anders und sehr, sehr gut aus.
Von meiner Oma bekomme ich leider immer nur die Aussage, dass sie die Gefache ausgemauert haben, dann hätten sich teilweise Gefache rausgedrückt(???) und daraufhin haben sie den Behang davor gemacht. Meine Eltern können auch keine genaueren Infos geben (bin übrigends 34 und nicht zwölf ;o)
Da ich natürlich nicht möchte, dass wir das Mauerwerk verputzen und sich danach wieder etwas löst oder sonstwie Schaden nimmt, wollte ich wissen, ob das an den Steinen oder auch am Mörtel gelegen haben kann. Denn dann sollte ich mich mit dem Gedanken anfreunden, dass diese zwei Seiten doch komplett neu gemacht werden müssen.
Und es ist für mich als Laien sehr schwer herauszufinden, welche Handwerksfirma so sanieren würde, dass sich tatsächlich die nächsten drei Generationen keine Gedanken mehr machen müssen.
Ich bin also wirklich für jede Info sehr dankbar :o)



ist kein Streit



ohne mehr gesehen zu haben kann man da schlecht etwas genaues sagen. Die fotografierten Wandbereiche sehen fest aus, weshalb Kalksandstein in einem Bereich eingebaut wurde sollte festgestellt werden. Interessant wäre der Bereich, in dem sich die Gefache rausgedrückt haben sollen.
Kalksandstein und Klinker sind im Verband, Wettereinflüssen ausgesetzt, nicht immer die nettesten Nachbarn. Wettergeschützt – wie bisher – funktioniert das aber.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Fotos von früher



Aufnahmejahr vor 1932, genaueres momentan leider unbekannt



Neuer Eingang



und zwei neue Fenster 1932



eins noch



auch nach 1932 aufgenommen