Fachwerkstützen verlängern

06.01.2011



Hallo zusammen,

nachdem ich bei unserem neu erstandenen Fachwerkhaus (kein Sichtfachwerk) etwas am schimmligen Innenputz geklopft habe, bin ich auf eine, teilweise nur noch aus Staub bestehende Schwelle mit unterschiedlich hoch gefaulten Fachwerkstützen gestoßen. Vermutlich hält das ganze nur noch aus Gewohnheit oder so.

O.K. die drei mäßig angefaulten Stützen absägen und wieder Verlängern, Schwelle austauschen.

Hier beginnen meine Unsicherheiten schon: ich gehe davon aus, dass die Schwelle nicht von außen feucht geworden ist, sondern Feuchtigkeit aus dem darunterliegenden Gewölbekeller der Schwelle zugesetzt hat. Kondensfeuchtigkeit zeigt sich auch an anderen Bereichen unter der Kellerdecke in der Nähe des Gewölbekellers. Momentan glitzert das Eis an der Innenwand richtig schön. Ist es hier sinnvoll, die Schwelle durch eine Feuchtigkeitssperre, die nach innen gezogen wird, vor Feuchtigkeit zu schützen und die Schwelle mit Kaltmörtel zu unterfüttern?
Drei Stützen könne mit einfachem Versatz verlängert und mit der neuen Schwelle eingesetzt werden, da hier die Verlängerung max. 40 cm lang sein wird. Die vierte Stütze ist, wie wäre es anders zu erwarten eine Eckstütze, die etwa 90 cm Faul ist. D. h. das halbwegs gute Holz liegt ca. 1 m über Boden. der erste Querriegel ist bei etwa 1,2 m. Die Überblattung sollte ja schon 25 bis 30 cm sein. Da kommt also der Querriegel in die Quere. Abgesehen davon, dass die Länge der Verlängerung auch nicht gerade wenig ist. Muss hier die gesamte Stütze ausgetauscht werden, oder gibt es noch eine andere Möglichkeit?

Vielen Dank und Gruß an alle die das alte bewahren!



Guude



Wenn Dein Eckpfosten, wie hierzuland meist üblich, deutlich stärker als die normalen Pfosten dimensioniert ist, zB. 26x26 oder mehr, stellt die Schwächung durch die Zapfenlöcher, kein Problem dar. Wähle die Blatt(Versatz)länge so, das Du ausreichend Verbindungsfläche erhälst.
Hier: Gesundholz unter Riegel(x) + Riegelhöhe(y) + Nochmal(x).
Natürlich kann ein Austausch in dem Fall effektiver sein.
Kommt auch darauf an, ob Du es selbst machst und ob passendes Holz vorhanden ist.
Ich habe jedenfalls schon bei 2 ähnlich zestörten Eckpfosten, einen neu eingebaut und aus den zwei Resten den anderen erstellt.
Noch ein Buchtipp:
Wolfgang Lenze, Fachwerkhäuser, restaurieren-sanieren-modernisieren, Fraunhofer IRB Verlag, ISBN978-3-8167-8104-2.
Da steht wirklich viel drin, für alle Bereiche der Fachwerksanierung, sehr anschaulich und gut verständlich.
Kann ich jedem Fachwerkhauseigentümer wärmstens ans Herz legen.
Mit handwerklichen Grüßen
ollerich



Faule Sache



Hallo

Wenn nur der Keller "schuld" wäre, würde das Haus schon gar nicht mehr stehen, denke ich.
Die URSACHE sollte vorab geklärt werden.
evtl. dichter Aussenputz, … ?????

Wenn die Ursachen sicher bestimmt sind, können Sie sicher sein, dass Ihre Sanierungsarbeiten auch nachhaltig Bestand haben.

FK



Stütze und Schwelle



Hallo zusammen,

danke für die schnellen Antworten.

Die Überblattung über den Riegel hinaus ist natürlich auch eine Möglichkeit. Mann sollte einfach mal über Grenzen (Querriegel) hinwegdenken. Die Stütze ist allerdings lediglich 12 x 12 cm und da hier der erste Querriegel wie gesagt bei 1,2 m liegt und der ums Eck bei 1,3 m, werde ich wohl die gesamte Stütze austauschen lassen müssen.

Thema Schwelle: Himmelsrichtung der betroffenen Wand: Nord-Nord-Ost. Daher eher nicht Hauptwetterlage. Sockel aus ca. 35 cm Beton. Niveau der Schwelle über Außengelände: ca. 50 - 150 cm (Hanglage). Die Schwelle ist, in den vorhandenen Berichen, innen mehr geschädigt wie außen, sie ist durch die Haustüre zweigeteilt. Der verfaulte Teil liegt direkt über dem Gewölbekeller, der andere Teil ist vom Keller durch einen Flur getrennt. Hier ist der Eingang zum Gewölbekeller. In diesem Bereich fällt feuchtigkeit an der Wand aus und gefriert. Die Schwelle ist in diesem Bereich aber in Ordnung. Das Sockelmauerwerk im unteren, Erdberührten Bereich, zeigt lediglich geringe feuchtigkeitswerte an.
Ich gehe davon aus, dass relativ feuchtwarme Luft aus dem G-Keller, immerhin 10 - 12 °C an der Innenseite der Außenwand kondensiert und gefriert. Im Flurbereich kann diese wieder abtrocknen. Die Schütung des G-Keller stellt einen "Feuchtigkeitsspeicher" dar, der direkt aufliegende Betonboden mit Fliesenbelag wird von mir als Feuchtigkeitssperre angesehen und die Feuchtigkeit sucht sich seinen Weg. So meine Erklährung.
Da es sich nicht um Sichtfachwerk handelt, beabsichtige ich, die Außenwand mit Hanf zu dämmen (wenn die Hütte mal brennen sollte freut sich der ganze Ort). Damit wäre die Feuchtigkeit von aussen auf jeden Fall gebannt.



Guude 2



Bei 12/12 mußt Du in jedem Fall austauschen. Da funktionuert mein Vorschlag nicht.
Ich nagle immer eine Kaltschweißbahn unter die Schwelle.
Achtung: 2cm von Vorderkante zurückbleiben, damit der Maurer einen sauberen Unterscchnitt hinkriegt und vorne eine Tropfkante entsteht!!
Und wenn die Scwelle so tief liegt, das sie auch von innen flächig mit Beton, Estrich, Mauerwerk, Speiß etc. in Berührung kommen Kann, ziehe ich die Kaltschweißbahn auch innen hoch. Das ist aber nicht Prinzip, sondern Fallabhängig.
Außerdem scheiden sich bei dem Thema eh`die Geister.

Woher solche Schäden kommen, ist aus der Entfernung nicht leicht zu Bestimmen. Vieleicht war da in der Nähe auch mal eine Wasserzapfstelle, die schon viel früher eine Vorschädigung verursacht hat(Nicht als Grund für die Eiskristalle gemeint). Längerer Leerstand macht aus Vorschädigungen auch schnell Ruinen. Die Möglichkeiten sind vielfältig und ich würde an Deiner Stelle einen Fachmann vor Ort hinzuziehen.
Mit handwerklichen Grüßen
ollerich