Welche Dämmung

26.09.2010 willi



Hallo und guten Tag,
ich habe mal wieder eine frage an die geschätzte Community.

Weil die Mineralwolle im ausgebauten Dachgechoß durch eine Baupfusch Dampfbremse verschimmelt war habe ich diese komptett ausgebaut, auch die Dachschrägen in mühseliger Arbeit. Ursprünglich wollte ich den ganzen Aufbau rüchbauen lassen (sehr teuer) ein zugezogener Schimmelsanierer meinte: er würde es nicht machen, aber die Mineralwolle muss raus. Obwohl auch einige Konterlatten Schimmel haben, ich habe hier die Folie aufgeschnitten und die latten mit H2O2 behandelt, der Schimmel ist auf dem Holz nur an der Oberfläche. Nun habe ich alles Feingereinigt und mit H2O2 eingenebelt.

Die Dampbremse ist natürlich nach wie vor verpfuscht, Nach vielen Gesprächen mit Fachleuten und Unternetrechereche möcht ich die von mir sehr favorisierte Lehm-Hobelspan Schüttung einbringen, zum einen weil eine Schüttung auch in Ecken kommt die von Matten etc. nicht erreicht werden, das ist wichtig weil die Schüttung wg. der kaputten Folie die Feuchtigkeit von Unten wegpuffern muss, zum anderen weil der Arbeutsaufwand kleiner ist. Lehm-Hobelspanschüttung soll hoch diffusionsfähig sein, dazu mus ich dann noch auf dem Dachboden eine Ziegellüftung evtl. mit elektrischem Rohrlüfter einbauen.
Den Bodenberreich des Dachbodens möchte ich auf jeden fll mit erwähnter Schüttung machen, das Problem sind die Dachschrägen den das Dach hat keine Holzschalung sondern nur eine diffusionsoffene Unterspannbahn, die Schüttung sollte auf jeden fall durch stopfen verdichtet werden. Der Hersteller meint das evtl Späne an den den Überlappungen oder andern Spalten rauskommen könnten. Hat jemand Erfahrung mit dieser Art Schüttung?

Die andere Alternative für die Dachschrägen wären Hanf oder von Steico "Steicoflex" Holzfaserdämmung. Die Dachschrägentiefe ist ca. Meter, schon beim raufziehen der Mineralfaser hatte ich die größten Probleme es zerreißt alles, wie soll das erst beim runterdrücken sein, ist Hanf oder Holzfaser stabiler? Ich hatte auch schon mal angedacht Holzweichfaserplatten zu verwenden aber die werden nicht so diffusionsoffen sein.
Zudem ist bei Blockmaterial immer die gefaht von "Luftlöchern" weil das nicht 100% an Ritzen etc. anschließt.
Kann mir jemand einen Ratschlag geben was am besten zu tun wäre??

Gruß
Willi



Fotos



gehören auch noch dazu.



Dachboden



alles wurde gesaugt und desinfiziert.
Auf die Schüttdämmung möcht ich Rauspundbretter ohne Nut und Feder schrauben, damit Feutikkeit entweichen kann, von da aus dann wie gesagt über die Entlüftung nach drausen.



Die Dachschräge



konnte ich natürlich nicht saugen wie man sieht bleiben auch Reste der Mineralwolle zurück. Es geht hier 3 Meter in die Tiefe.



Dachgauben



Das fdacg hat 4 Gauben, diese sind ca. 1.80 Meter Tief, natürlich nicht so schräg sondern mehr Flach. Hier kann man sehen am ende hat man einfach ein Brett angenagelt, oben der helle Strich ist Tageslicht.





Ich kann Ihnen auf jeden Fall sagen, das Sie ganz schnell vergessen können auf einer Höhe von 3 Meter Weichfaserplatten oder Hanfmatten einschieben können.
Dazu muss die innere Verkleidung ab.
Vor dem einblasen von Zellulose in ein mit Schimmel befallenes Bauteil kann ich nur abraten.

Grüße aus Schönebeck



Hallo Herr Struve



Ich will auch keine Zellulose sondern Holz-Lehm Späne (klar Holz ist auch Zellulose) einbringen, das laut Hersteller Schimmelresistent ist. Leider kenn ich weder Hanf noch Steicoflex zu Verarbeiten und/oder wie es sich stopfen lässt.

Wegen den (evtl. verbliebenen) Schimmel habe ich mir auch schon Gedanken gemacht, allerdings bin ich mir sicher das (habe mich eingehend mit dem Thema beschäftigt)nach meiner Desinfektion wesentlich besser aussieht als in sehr vielen deutschen Dächern.

Leider kenne ich auch keine schimmelresistente Schüttung die a) so diffusionsoffen, b) so Schallhemmend, c) so gut gegen den sommerlichen Hitzestau hilft wie Holz (in seinen veschieden Produkten) oder Hanf.

Auch möchte ich, nur der informationhalber, anmerken dass das entfernen von Mineralwolle aus der "geschlossenen" Dachschräge hier im Forum auch schon mal für Unmöglich erklärt wurde. Sicherlich gibt es angenehmere Tätigkeiten seine Lebenszeit zu verbringen :-)





Hallo Willi,

allein die Diffusionsfähigkeit nutzt Ihnen nichts.
Hoch diffusionsoffen ist Miwo auch, weil der Wolle aber die kapillare Leitfähigkeit fehlt, kann sie eventuell anfallendes Wasser nicht an die Oberfläche transportieren wo es dann verdunsten könnte.
Darum haben Sie ja den Salat.

Das,…

>>“ das entfernen von Mineralwolle aus der "geschlossenen" Dachschräge hier im Forum auch schon mal für Unmöglich erklärt wurde.”<<

kann sein, aber nicht von mir.

Grüße aus Schönebeck



Danke Herr Struve



sie haben Recht, deshalb war auch die Mineralwolle auf der zur Dampfbremsfolie gelegenen Seite schwarz und verschimmelt.

Welches Material aber hat dann die kapilare Leitfähigkeit? Holz oder Hanf denke ich dürften die Feuchtigkeit doch nach oben geleiten?



Moin zusammen,



wie wärs mit Perlite o.ä? (schimmelresistent, rieselfähig, nicht brennbar)

Habs selbst aber noch nie in eine Dachschäge eingebracht.

Gruss, Boris

P.S. Die restliche Miwo könnte man wohl höchstens von aussen holen: Abseilen/Leiter/Hublift, Dachziegel weg, Folie schlitzen, raus mit, Folie wieder zu, Ziegel wieder drauf. Den "Versaufpunkt" unten so zu lassen würde mir nicht behagen.....gleichzeitig kann man dort den Schimmelbefall begutachten/desinfizieren.





Hallo Willi,

bei der Suche nach kapillar aktiven Dämmstoffen müssen Sie in der Regel den Hersteller befragen.
Angaben hierzu werden in den seltensten Fällen in den technischen Merkblättern gemacht.
Ab und zu findet sich ein Verweis wie, “hoch Sorbtionsfähig” oder
“stark Feuchteregulierend”
Aber was ist schon hoch oder stark?
Speziell Holzfaserplatten sind oft alles andere als Sorbtionsfähig, diese sind sehr oft mit Latex, und/ oder Parafin durchsetzt so das sie, z.B. als Fassaden- oder Aufdachdämmung, für die Bauphase Wasserabweisend sind.

Die Feuchtigkeit wird auch nicht nur nach oben, oder außen abgeleitet sondern eben auch nach innen.

Grüße aus Schönebeck



Test_1



Da ich nicht weiß wie das geht wirds etwas länger.
Habe hier Glaswolle in gefärbtes Wasser getaucht, das Foto ist ca. nach 3 Minuten gemacht worden.



Test_1.1



Die gleiche Glaswolle einen Tag später.



Test_2



Hier besagte Lehm-Hobelspandämmung, ebenfalls in eingefärbtes Wasser und nach ca. 3 Minten Foto gemacht.



Test_2.1



Gleiches Reagenzglas am nächsten Tag (ca. 14 Stunden später)
Es bedarf wohl keiner Worte. Jetzt ist mir auch klar warum eine Dampfbremsfolie bei verwendung von Mineralwolle gut abgekelebt und dicht sein muss. Es können wohl geringe mengen Dampf durchdiffudieren, sobald es aber mehr wird packt es die Dämmung nicht mehr und säuft ab.
Für diese Erkenntnis hat die Bauindustrie Jahre gebraucht und abertausende Häuser mussen sich jetzt mit dem Schimmel herumschlagen. Ich lach mich schlapp, wenn's mich nicht auch getroffen hätte. Solche Pissnelken.



Genau!



Und wenn man sich noch die ganzen anderen Nachteile dieses Mistzeugs dazu betrachtet (ich meine die künstlichen Mineralfasern, sprich Glaswolle und Co.), kann man sich nur wundern, daß es nach wie vor massenhaft verkauft wird.

Viele Grüße
Achim Hecke





Netter Versuch Willi,

wenn Du es genau machen willst darf der Dämmstoff aber nur ganz minimal auf einem Wasserfilm liegen.
Es soll ja die Kapillareigenschaft gemessen werden und nicht die Tränkbarkeit.
Das ganze wird dann auf einer Fläche von einem m² in der Zeit von 0,5 Stunden in kg gemessen.

Grüße aus Schönebeck



Schöner Versuch!



Danke für die sehr anschaulichen Fotos



Hat das schon jemand verarbeitet?



OK da ich immer noch auf der Suche bin habe ich das gefunden.

http://www.steico.com/produkte/daemmstoff-holz/steicoflex/ueberblick.html

Habe mir beim Händler 2qm geholt, das material ist relativ fest also, hoffe ich, geeignet nach unten geschoben zu werden.
Die Stärke ist 14 cm, meien Sparren sind aber 15,5 cm d.h. die Matten würden vermutlich nicht an die Unterspannbahn heranreichen, ist das nun gut oder schlecht?
Habe schon 2 verschiedene Versionen hier gehört.

Was meint der Fachmann dazu ??


Gruß


Willi





Wie gehabt, zur kapillaren Wasseraufnahme auch hier keine Angaben, also Hersteller fragen oder selbst testen.

Und das mit dem reinschieben… versuch, und vergiss es, glaubs mir.




Grüße aus Schönebeck



Nächstes Problem



Also, da ja wie gesagt die Dampbremsfolie quasi gar nich angschloßen ist frage ich viel rum. Nach Meinung eines, wie mir scheint recht guten, Beraters von Steico ist das bei unserer Konstelation aber nur wegen einem schlecht und zwar wegen den Randabschlüßen Wand-(Rigips) Decke, da Dampf eigentlich nicht durch die Platten selber (speziell wenn mit Styropor hinten drauf) diffudiert.

Der Schwerpunkt sind immer Löcher und Risse hier kann Damp in größerem Umfang hinter die Platten gelangen.

Ich habe gerade in einem Kinderzimmer die Tapete entfernt und siehe da es stimmt wirklich, da die Holzkonstrucktion auf der die Rigipsplatten aufgebracht sind natürlich arbeitet haben sich Risse gebildet obwohl ich damals vor 10 Jahren die Fugen mit Acryl ausgespritzt habe.

Was kann ich machen um die Fugen dauerhaft dicht zu bekommen?
Silikon wäre zwar gut,geht aber nicht da ich die Wände mit Mineralputzgrund vorstreichen und mit Kalkrollputz von Haga dann Streichen will.
Acryl ist zwar überstreichbar aber eben nicht sehr elastisch.
Gibt es vielleicht ein Klebeband o.ä. was man verwenden könnte?
Werkann mir einen Ratschlag geben?

Hier man ein Foto wie das aussieht.



Moin Willi,



Acryl gibt es in unterschiedlichen Qualitäten auch für beanspruchte Dehnungsfugen, zur Rissüberbrückung gibt es z.B. Gittertape, das erfordert dann aber mehr Spachtelei, wenn du eine ebene Wand erstellen möchtest.

Da du nach deinem Plan sowieso keine geschlossene Dämmfläche hinkriegst, bleibt dein Aufbau trotzdem riskant.

In der Zeit die du rumgoogelst, telefonierst und hier fragst, hättest du's richtig machen können......

Gruss, Boris



Danke Boris



...und was wäre hier richtig????

Gruß

Willi



Moin Willi,



"richtig" heisst, dass dir det Janze nicht nochmal passiert, d.h. du alle Baufehler die bisher gemacht wurden in Ordnung bringst.

Dazu solltest du wissen, wie die Feuchte in deine Dämmung reingekommen ist, das kann bekanntlich auch von aussen gekommen sein. Guckst du z.B. hier:

http://www.u-wert.net/tauwasser-im-sommer-umkehrdiffusion/

Da dein Bau bisher mangelhaft ausgeführt wurde, kannst du dich nicht auf die vorhandenen Einbauten verlassen - also raus damit.

Wieso fragst du dann wie du das am besten zuschmieren kannst???

Wir können dir hier nur Anregungen geben, frag' also eine Zimmerei/Dachdeckerei etc. vor Ort, die können sich's live und in Farbe ansehen.

Du kannst dabei eine Menge in Eigenleistung machen und so Kosten sparen bzw. deren Aufbauvorschläge nochmal hier posten, um weitere Meinungen einzuholen.

Gruss, Boris