Fachwerkhaus auf Schimmel überprüfen ???

01.11.2010



Hallo zusammen!

Wie viele hier im Forum, habe auch ich mich in ein 1820 erbautes Fachwerkhaus verguckt. Das Haus sieht innen wie außen gut aus.

Doch meine Frage… wie kann ich sicher gehen, dass nicht irgendwo in den Wänden oder im Holz Schimmelbefall steckt?
Gibt es da Prüfmethoden? Oder muss man damit leben, wenn dem so ist???

Grüße Euch,
Tom



Schimmel



Hallo Tom,
also erst mal:
Schimmel sitzt auf dem Holz und nicht innen drin. Das wären dann andere, holzzerstörende Pilzarten.

Wie kann man Schimmel feststellen:
Lassen wir mal das ganze Laborgedöns beiseite. So was ist beim ersten Besichtigungstermin unpassend.
Verlassen Sie sich auf Ihre Sinne und Ihren Verstand, damit können Sie eine Menge abklären.
Schimmelbefall ist zu riechen. Leerstehende, ungelüftete Häuser riechen bei Befall nach Schimmel. Vorsicht, wenn der Makler/Verkäufer schon Stunden vorher da war und die Fenster zum Lüften geöffnet sind. Schließen Sie die Fenster und die Tür in einem Raum, gehen Sie zum Schluß der Besichtigung noch mal hinein.
Seien Sie sich nicht zu schade, auch mal auf die Knie zu gehen und im Bereich der Fußleisten zu riechen. Gewellte Tapeten sind ein Zeichen von Feuchte, hier kann Schimmel auch dahinter wachsen, also mal nachsehen. Manche Verkäufer wischen nämlich den Schimmelrasen vorher einfach ab.
Vorsicht bei Paneelen und Wandverkleidungen, vor allem an Außenwänden. Befragen Sie auch hier Ihre Nase.
Verdächtig sind frisch gestrichene oder tapezierte Wandbereiche, wenn der Rest noch unrenoviert ist. Fragen Sie nach dem Grund der Maßnahme.

Noch ein Tipp:
nehmen Sie eine gute Kamera mit und fotografieren Sie alles was zu sehen ist (Eigentümer vorher um Erlaubnis fragen), damit Sie das Ihrer Frau zeigen können.
Wenn die Erlaubnis rigoros verweigert wird dann stimmt etwas mit dem Verkauf nicht.
Die Fotos noch mal in Ruhe anschauen, vieles bemerkt man erst dabei. Im Zweifel einen Fachmann hinzuziehen, ein Foto sagt mehr wie hundert Worte.

Viele Grüße





Vielen Dank für die schnelle Antwort!

Nun, das Haus habe ich bereits von innen angesehen. Es sieht alles recht sauber aus. Holzparkettdielen, blank poliert und alt. Und die Wände des Fachwerkhauses sind mit Rigipsplatten (zumindest nehme ich an, dass es diese sind) verkleidet, sodass sie mit Rauhfaser oder Putz weiß sind.

Ob diese Verkleidungsart üblich ist, weiß ich nicht. Ich hoffe nicht (und gehe auch nicht davon aus) dass dort noch eine Innenisolierung drunter ist.
Das Haus wurde 1981 überarbeitet und dabei wurden die Ausfachungen mit Ytong-Steinen ausgemauert.

Auch dafür wäre ich für einen Rat sehr dankbar!!!

Grüße an Alle, Tom



Ytong



in der Wand - nicht so gut!

entweder Sie "retten" das Haus und machen alles gut und richtig
oder
lassen es bleiben!

Die Konstruktion: Ytong-Fachwerk und dazu noch Bri-Gibs Innenwand ist nicht so der Traum der nachhaltig keine Alpträume verursachen könnte!

FK



Moin Tom,



Rigips wurde gern genommen um "schöne gerade Wände" zu zaubern, weil man "das alte Gelumpp" satt hatte. Zwischen die UK-Latten kam manchmal Glaswolle als Wärmedämmung. Wenn das Ganze sauber ausgeführt wurde muss es kein Problem darstellen.

Aber wieso wurden die Gefache mit Ytong ausgemauert???? Das macht doch keiner freiwillig.........

Wenn der von Georg empfohlene "Nasentest" negativ ausfällt, würde ich auf ein Paar Probebohrungen mit der Lochsäge in den Zimmeraussenecken (kältester Punkt) bestehen.

Wie sieht das Fachwerk (Schwellen/Ecken/Wetterseite)von aussen aus?

Gruss, Boris



Isolation / Rigips



Danke Euch allen!!!

Nun, die Wetterseite ist von außen verkleidet. Es sieht nach einer sauber ausgeführten Außenisolierung aus, da die Fassade einen ca. 5cm starken Vorsprung vor dem Sandsteinsockel hat. Was unter dem verputzten Plattenmaterial ist, kann ich nicht sagen. Noch weniger, wie das Holz darunter ausschaut???

Andere Frage… ist denn eine Rigipsverkleidung im Innenbereich denn so schlimm??? Und warum???

Und die mit Ytong-Stein ausgefachten Bereiche??? Geben die denn nicht noch eine bessere(?) Isolation???

Grüße Euch,
Tom



Moin Tom,



die gründliche Beantwortung deiner Frage ergäbe ein nettes Büchlein....Auszüge daraus findest du mit der Suchfunktion unter z.B. "Innendämmung", "Rigips" , "Ytong", "Taupunkt", "Kondensatausfall", "Schimmel".

Schwierig ist immer die Kombination von traditionellen, diffusionsoffenen, kappillaraktiven Baustoffen (u.a. Holz, Ziegel, Lehm, Kalkputz) mit neueren Produkten, die diese Eigenschaften nicht oder nur teilweise aufweisen = Hauptursache aller Schimmelprobleme.

Ein unrenoviertes Haus ist da ehrlicher - man sieht was zu tun ist. Du müsstest den ganzen Rigips- und Plattenkram (für den du bezahlt hast) rausrupfen, um zu wissen was du hast (und evtl. feststellen "alles O.K., hätt' ich auch drauflassen können").

Frag mal nach Bildern von vor der Renovierung, konkretes kann dir aber nur jemand vor Ort sagen, oder mal mit nem Endoskop hinter die Pappe gucken.

Viel Erfolg, Boris

P.S. Meine Wetterseite war auch verkleidet, darunter massive Fachwerkschäden, da sie einfach zugebappt wurde, ohne die Substanz vorher zu richten......



Schimmelprobleme



sind oft nicht sichtbar im Anfangsstadium
erst wenn sich Fruchtkörper gebildet haben werden sie sichtbar.

Derartige Schäden lassen sich vermeiden, wenn man es "richtig" macht - und das ist meist das "altbewährte" Zeug!

FK