Beratungsanfrage

18.11.2009



ich bin gerade dabei mir ein Fachwerkhaus zu "basteln" (Siehe Fotos). Offensichtlich habe ich jedoch bei der Art der Ausfachung auf die falschen "Propheten" gehört und alles mit Porenbeton ausgefacht und mit Bauschaum verklebt. Um den Schaden nun so gering wie möglich zu halten benötige ich fachliche Hilfe.

Wer kann mir (ggf. auf Honorarbasis) weiterhelfen ?



Die



ersten Antworten gibt es auch gratis!

Beaschreibe doch mal den gesamten Wandaufbau.


Grüße





von aussen
18 cm Fachwerk / 17,5 Porenbeton mit Bauschaum eingeklebt

weiter bin ich noch nicht

geplannt war eine Innendämmung
aus 6 cm Holzwolle weich + 4 cm Holzwolle hart
Wandheizung
Lehmputz



Ich gehe



mal davon aus das das Fachwerk sichtbar bleiben soll.

Der Bauschaum ist wirklich die Katastrophe da hier das eindringende Wasser nicht mehr abtrocknen kann.

Der innere Aufbau hört sich gut an, wobei hier die Details wichtig sind.

Ich kann nur empfehlen den Bauschaum rauszunehmen. Ggf. muß dafür die Ausfachung auch raus!

Grüße



ja ...



... soll sichtbar bleiben.

Durch was erstetze ich dann den Bauschaum. Irgendwie muss doch der Porenstein fest und winddichtgemacht gemacht werden.
Ist es vielleicht sogar erforderlich den Porenstein auszutauschen.

Beim der Innendämmung wollte ich die weiche Holzwolle 6cm (Kronotherm Flex) gegen das Fachwerk pressen um Luftkammern zu vermeiden. Ist es hier vielleicht ratsam einen 2 cm Lehmputz aufzubringen um die Feuchtigkeit die bis ins Innere durchdringt aufzunehmen. Dann wie gesagt die Holzwolle und dann die Holzfaserdämmung 4cm Kronotherm indoor als Wandheizung- und Putzträger.

Vielen Dank und Grüße aus dem Norden



Üblicherweise



wird ein Lehmsteine mittels Dreikantleisten im Fachwerk vermauert. Der Stein selbst springt 2 cm in das Gefache zurückum noch Platz für den Putzaufbau zu haben.

Winddicht wird die Konstruktion z.B. durch ein innenliegende ins Lehmmörtelbett geklebte Weichholzfaserplatte.

Grüße aus der Mitte



Kernfrage ...



...ist ob der Porenstein ersetzt werden muss ? Oder reicht es das Gefach mit dem vorhandenen Steinen und Dreikantleisten zu erneuern.

Gruß Steffen



Fachwerk



Hallo Steffen,
wie sind denn die Steine jetzt in den Gefachen befestigt?
Nur mit Bauschaum oder sind auch Verleistungen drin?

Viele Grüße



Schaum ...



... Schaum und ab und an mal ein mauerwerksverbinder

Gruß



Ich



höre schon den Aufschrei der durch dieses Forum geht wenn ich rate, insofern es möglich ist den Stein im Gefache zu lassen.

Der Stein muss auf jeden Fall richtig befestigt werden. Auch der weitere Putzaufbau und Anstrich ist wichtig.

Geren kann ihc da nochmals ein paar Tipps geben.

Grüße



bevor der Schrei kommt ...



... von mir ein hoffnungsvolles Lächeln.

Und welcher Putz ist optimal ?

Vielen herzlichen Dank vorab

Gruß Steffen



Der Porenbeton



stellt nicht das Problem dar, aber der Bauschaum muss auf jeden Fall vom Holz weg. An diesen Kontaktflächen geht das Holz kaputt. Wenn keine Dreikantleisten eingesetzt wurden, die Fugen mit einer Säbelsäge aufschneiden, die Gefache mit dem Gebälk verankern und die Fuge dann zum Beispiel mit Stopfhanf ausstopfen.
Als Aussenputz einen Zweilagigen Kalkputz(Vorspritz, Unterputz, Oberputz), wobei bei Porenbeton ein vollflächiger Vorspritz zwingend erforderlich ist.
Als Anstrich dann Sumpfkalk.
MfG
dasMaurer



Ich als bekennender fundamentalistischer Lehmbaufuzzi



möchte jetzt doch einmal die Lanze für den PU-Schaum brechen.

Ich benutze das Material nicht, muß aber schlechtere Ergebnisse verzeichnen.

Beispiel: Fenstereinbau, Bauschaum ist formschlüssig, Hanfstopf mal zu stark verdichtet, mal Hohlraum...

Mein Fazit: Man muß nicht auf allen Neuentwicklungen rumtrampeln.

Gruß...J.



Fachwerk



Tja, Steffen,
den Bauschaum kann man entfernen, aber das Hauptproblem ist der nicht winddichte Einbau der Gefachausmauerung.
Es fehlt die Verleistung, die so etwas trotz Schwindrissen sichert. Bei Sturm entstehen an Ihrem Haus erhebliche Druckunterschiede zwischen Luv- und Leeseite und zwischen innen aund außen. Es wird ziehen, das ist das Mindeste. Schlimmer wird es, wenn noch Innendämmungen ins Spiel kommen.
Einen nachträglichen winddichten Verschluß der Gefache herzustellen traue ich mir nicht zu.
Alles, was mir dazu einfällt, erscheint mir nicht sicher.
Am besten davon wäre wohl noch:
- ein großzügiges Ausräumen der Fugen von außen,
- ein Kompriband,
- dann ein Ausstopfen mit mineralischem Leichtmörtel vor
- dem Verputzen mit Kalkputz.
Innen würde ich die Gefache durch weitere Verbinder versuchen zu sichern (Steine schlitzen, Winkel aus Trockenbau- Direktabhängern schneiden, anschrauben), dann wie üblich Innenputz darüber.
Darauf dann eine kapillaraktive Innendämmung aus Holzweichfaser oder Schilf in Lehmputz.
Trotzdem ist das keine optimale Lösung, genauer gesagt es ist auch nur Murks.
Aber eine komplette Herausnahme der Ausmauerung, die Verleistung mit und eine neue Gefachausmauerung dürfte wohl die finanziellen Möglichkeiten übersteigen, oder?

Viele Grüße



eine ...



... gute Idee mit dem Kompriband.
Aber ich habe mich schon damit abgefunden die gefache rauszunehemen.
Meine Idee ist das Gefach im ganzen rauszunehmen, dann die Fugen für die Dreikantleisten einsägen - denn ganzen Block in der mitte schräg durchschneiden - einsetzen und dabei in der Mitte wieder mit Mörtel verkleben. Anschliessend die Fugen mit Stopfhanf abdichten.

Was meint Ihr ?



Die Dreikantleiste



schließt das Gefach auch nicht winddicht ab. Hier wirkt z.B. die innenliegende Mörtelschicht in die die Platte geklebt wird als Winddichtung.

Beim Aussenputz schließe ich mich der Empfehlung von dasMauer an.

Nach innen würde ich ein durchgehende Weichholzfaserplatte verwenden die möglichst vollflächig ins Mörtelbett geklebt wird. Die Wandheizung wirkt hier nicht nur positiv auf die Bauphysik sondern auch auf das Raumklima und die Energiekosten.

Grüße



ich ...



dachte der Stopfhanf sorgt für eine gewisse winddichte oder ist das Bausphysikalisch gesehen auch zu dicht ?

Ist es sinnvoll von innen einen Lehmputz vor den Holzwolleplatten aufzubringen ?

Gruß Steffen



Eine Mörtelschicht



in die die Platten geklebt werden ist zwingend notwendig!

Zusätzlich werden die Platten auch im Untergrrung verschraubt oder verdübelt.

Grüße



Wenn



die Gefache rausgenommen werden, dann die Steine mit Kalkmörtel vermauern und nicht kleben. Der Stopfhanf sorgt für relative Winddichtigkeit von aussen, lässt aber im Gegensatz zu Bauschaum, Silikon oder Dichtbändern die eingedrungene Feuchtigkeit zügig vom Holz abtrocknen.
MfG
dasMaurer



Beim rausnehmen.....



... der Gefache würde ich sogar über ein anderes Ausfachungsmaterial nachdenken.

Gruß Ronny



ojeoje



Ideal ist wirklich der Austausch der Gefache und ein fachgerechtes Ausmauern mit Lehmsteinen und einer innenliegenden natürlichen Dämmung. (HWF, Hanf, Schilf, Stroh)
Alles andere bleibt ein herber Kompromiss.



eine Lösung ...



wäre doch den Porenbeton zu behalten, mit Edlestahlstiften von innen im Fachwerk zu verankern. Von aussen den Bauschaum durch Stopfhanf erstezen und von Innen mit einen Kalkmörtel.
Dadürch könnte doch auftretende Feuchtigkeit im Gefach einfach abgeleitet werden und vernünftig entlüften.

Mit welchem Kompromiss muss ich denn leben, wenn ich dem Porenbeton im Gefach lasse und nicht durch Lehm austausche ?

Liebe Grüße aus dem Norden , Steffen



...und nun ich auch noch!



Wenn außen ein Sichtfachwerk, also ein Gefachputz aufgebracht werden soll, dann muss die Ausfachung mindestens 25mm zurück sitzen.
Und hier beginnt das erste Problem!!
Wenn nun der Bauschaum entfernt wird, werden alle Felder klpperig!
Was nun?
Alle Interimslösungen mit nachträglicher Befestigung, Ausstopfung etc., wird Bauschäden hervorbringen, die Sie heute noch nicht absehen können.
Feuchteeintritt an den Gefachkanten und dann wohin?
Bei Gasbetonausfachungen kommt zusätzlich hinzu, dass die Verputzfelder über kurz oder lang wie Kuchenbleche abfallen werden.
Speziell auf den Hauptbewitterungsseiten!!!!!
Also hier sollte allumfassend neu nachgedacht werden, dass man nicht im Albtraum endet.

Ich stehe Ihnen gern fachlich mit zur Seite.

Viel Erfolg,
Udo Mühle