Welcher Schalungsaufbau im konkreten Fall...

08.06.2011



Hallo liebe Community,
ich habe folgendes Problem und bitte deshalb hier um Rat und Hilfe. Ich möchte an der Wetterseite meines Fachwerkhauses in der Giebelspitze eine Lärchenschalung mit Dämmung anbringen (Wanddicke ca. 15 cm). Ich habe zwar zu diesem Thema in vielen Forumseinträgen Informationen erhalten, jedoch für meinem konkreten Fall keine Antworten gefunden.

Das Fachwerk ist vor circa 25 Jahren mit Porenbeton ausgemauert worden und seitdem aus finanziellen oder gesundheitlichen lediglich von innen mit MP75 verputzt worden. Von aussen nicht. Die Eichenbalken sind ebenfalls unbehandelt und demnach grau geworden. Sie haben etwas an Supstanz verloren, sind aber ansonsten intakt. Dadurch haben sich jedoch tiefe Schlitze zwischen Mauerwerk und Fachwerk gebildet, die ich vor dem letzten Winter nach Anraten eines Lehmbauers gereinigt und mühsam mit Lehm ausgefugt habe. Die Fächer sind zwar jetzt dicht, aber ich möchte nun eine Aussendämmung und Lärchenschalung anbringen, um das Fachwerk nachhaltig zu schützen. Kann mir jemand einen geeigneten und genauen Aufbau mit den zu verwendeten Materialien beschreiben, der mit dem ohnehin luftundurchlässigen Porenboton funktioniert?

Vielen Dank im vorraus.
Daniel



Für die Dämmung des Giebels von Außen...



... würde ich mir eine Variante mit Holzdämmplatten überlegen:
- Unterkonstruktion mit dazwischen eingebrachten Holzdämmplatten (Flex - oder mit Fleiß auch dichteres Material)
- durchgehende Wanddämmplatte mit Nut- und Feder
- Konterlatte
- Traglatte für Schalung

unter:

http://www.gutex.de/de/Planen/Uebersicht_Konstruktionen/Aussenwand/more/Konstruktionen_fuer_die_Aussenwand/Sanierung_Fachwerkwand_von_aussen_und_innen

wäre es z.B. der Punkt 2.1.2.5

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Schau...



..dir azu mal meine kürzlich gestellten Fragen

http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/166480$.cfm

und

http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/167862$.cfm

an.
Da wird genau dieses Thema mit konkreten Produkten diskutiert!

Viele Grüße
Michael



Danke...



... fuer die schnellen Antworten. Ich hatte noch vergessen zu erwaehnen, dass der Dachueberstand nur ca. 20 cm betraegt. Vielleicht habt ihr dementsprechend noch Ergaenzungen.

Zu den Antworten noch ein paar Nachfragen:

@ Frank von Natural-Farben.de:

Kann ich einfach auf die Daemmplatten (GUTEX Multitherm) die Lattung aufschrauben, wie es auf der von dir genannten Abbildung gezeigt wird und wie werden diese an der Wand befestigt? Dann koennte ich mir die Unterkonstruktion ja sparen. Oder ist der Aufbau wie unter Abbildung 2.3.1.1 (Holzrahmenbau) zu verstehen? So hattest du es ja auch beschrieben, nur dass ich moeglichst ein dichteres Material nehme, also zum Beispiel das Multitherm und es passend in zwischen die Unterkonstruktion einbringe. Was sagst du zu diesem Aufbau-Vorschlag:

-bestehendes Fachwerk
-Unterkonstruktion 120 mm Kanthoelzer (senkrecht), dazwischen 100 mm Multitherm
-einfache Lattung 25 mm
-Schalung 25 mm x 2

Gesamtaufbau: 19,5 cm

Oder lohnt sich der ganze Aufwand fuer 100 mm Daemmung nicht?

@Michael:

Im Prinzip das gleiche. Und wie werden z.B. 120 mm Daemmplatten befestigt?

Vielen Dank und schoene Gruesse
Daniel

Anbei nochmal ein Bild von der Situation



Die..



flexiblen Dämmplatten werden zwischen Rahmen geklemmt.

Wenn der Dachüberstand nur 20cm ist und die Schalung 19,5cm aufbaut, bleiben 0,5cm Dachüberstand.
Das sieht nicht nur bescheiden aus, sondern steht auch dem Konstruktiven Holzschutz entgegen. Selbst Lärche wird da nicht lange halten.

Da die Schalung sicher mindestens einmal getrennt wird und in diesem Bereich überlappen muss, ergibt sich da dann wohl garkein Dachüberstand (Traufbereich).
Die Dämmstärke würde ich bei dem Dachüberstand dringend nochmal überdenken!

Viele Grüße
Michael



@ Michael



Deinen Hinweis bzgl. der Gesamtstaerke werde ich zu Herzen nehmen. Danke dafuer.

1: Aber nochmal zu der Befestigung. In deinen kuerzlich gestellten Fragen, die du mir auch als Link geschickt hast, stellst du unter anderem auch zwei Aufbauten ohne Rahmenhoelzer vor, mit den unflexiblen Isolair- oder PavathermPlus-Platten als gleichzeitige Daemmung und Windschutz. Werden diese dann an das Fachwerk angeschraubt?

2: Was sagst du zu dem eben von mir geschriebenen Aufbau? Von der Gesamtdicke mal abgesehen.

Gruss
Daniel



Bei



dem Aufbau:
-bestehendes Fachwerk
-Unterkonstruktion 120 mm Kanthoelzer (senkrecht), dazwischen 100 mm Multitherm
-einfache Lattung 25 mm
-Schalung 25 mm x 2

müsste die Winddichtheit über der Unterkonstruktion wohl noch hergestellt werden, da die Nut/Federverbindung an den Rahmen dann fehlt.
Im Datenblatt der Platte steht
"...sofort mit Hinterlüftungslattung befestigen..."

Ich verstehe das so, dass die Platten vollflächig auf die Fassade gebracht werden und dann mit der Hinterlüftungslattung befestigt werden. Die Fläche wird also nicht unterbrochen.

Ich persönlich finde Lösungen mit Rahmen auf der Fassade solider. Die gesamte Schalung "vor" eine flächige Dämmplatte zu hängen war/ist mir persönlich zu labil.
Bin aber selbst nicht wirklich vom Fach --> Am besten mal mit einem örtlichen Zimmermann reden, die kennen sich aus und erfahrungsgemäß kann man da auch günstig Material einkaufen!
Allein für die Schrauben ist man schnell mal ein paar hundert Euro los! Und beim Zimmermann stimmt dann i.d.R auch die Qualität!

Gruß
Michael



nötiger Dachüberstand...



Hallo Daniel,

die Multitherm wird nicht zwischen die Konstrutkionshölzer verarbeitet sondern als durchgehende Schicht darauf.

Aber bei 19,5 cm Dachüberstand wird das alles recht knapp. Das muss sich ein Fachmann vor Ort anschauen, durchrechnen und Ihr müsst abwägen, welche Form von Schalung für Euch noch interessant ist.

Bei einer Boden-Deckelschalung z.b. habt Ihr mit Konterlatte, Traglatte, Boden und Deckel schnell mal 12 bis 13 cm zusammen - ohne Dämmung. Und ein wenig Dachüberstand sollte noch bleiben.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Erst mal...



vielen Dank fuer all die hilfreichen Informationen. Ich werde zunaechst erst mal euren Rat befolgen und einen Fachmann zu Rate ziehen. Wenn ich nochmal Nachfragen habe, melde ich mich wieder.

Bis dahin jedoch nochmals vielen Dank und frohes Schaffen.

Gruss
Daniel



2. Runde:



Hallo nochmal an alle,

ich bin eurem Rat gefolgt und habe einen Fachmann hinzugezogen. Grundsaetzlich meinte er: Egal, fuer welche Art der Daemmung bzw. Verkleidung ich mich entscheide, der Schutz des Fachwerks vor anfallender Feuchtigkeit ginge immer der Daemmung vor. Von daher hat er mir genau wie ihr auch auf jeden Fall zur Verwendung von Holzfaserplatten als Daemmmaterial geraten. Soweit, sogut. Bei einer Verschalung allerdings, bliebe aber im meinem Fall wegen des geringen Dachueberstandes kein Platz fuer eine Daemmung. Zum einen aus optischen, zum anderen aus holzschutztechnischen Gruenden. Das Fachwerk wuerde durch eine Schalung zwar sehr gut geschuetzt, jedoch kaum/gar nicht gedaemmt.

Er hat demnach mir folgendes geraten: Wenn ich nicht aus optischen Gruenden auf eine Laerchenschalung bestehe und eine Daemmwirkung erziehlen will, bliebe noch die Moeglichkeit einer verputzten Weichholzfaserplatte. Dazu hat er mir zwei Aufbaumethoden genannt:

1. Aufbau mit Unterkonstruktion

- bestehendes Fachwerk
- Unterkonstruktion mit dazwischen eingebrachten Flexplatten
- durchgehende Weichholzfaserplatte (z.B. Thermowall) auf Unterkonstruktion geschraubt
- Putzsystem

2. Aufbau ohne Unterkonstruktion:

- bestehendes Fachwerk
- Thermowall (geduebelt, geschraubt)
- Putzsystem

Jetzt meine Fragen:

Da die gesamte Giebel gewoelbt ist (ca. 3 cm in der Mitte nach aussen stehend) und generell etwas uneben ist, muesste ich wohl die gesamte Flaeche vorher mit einem Ausgleichsputz z.B. aus Lehm versehen, bevor ich die 2. Variante ueberhaupt anwenden koennte. Ist das richtig? Macht das dann ueberhaupt Sinn?

Und bei der 1. Variante: koennte ich da mit Ausgleichshoelzchen arbeiten, bzw. leichte Unebenheiten aus den Kanthoelzern hobeln, um nachher eine einigermassen ebene Flaeche zu erhalten. Kann ich die dadurch entstehenden verschiedenen Abstaende durch das Thermoflex ausgleichen, indem ich es an entsprechenden Stellen leicht verdichtet einbringe? Oder sollte dies grundsaetzlich vermieten werden?

Und allgemeine Fragen:

Was haltet ihr von der "verputzten Variante" aus technischer Sicht? Gibt es gute Erfahrungen? Vielleicht Bilder?

Habt ihr noch andere Alternativvorschlaege fuer eine Daemmung/Verkleidung in meinem Fall?

Viele Gruesse
Daniel