Bruchsteinsockel / Brucksteinmauer außen verfugen --> Mörtelmischung

09.06.2010 Michael F.


Nachdem die Gipskartonplatten (4,5t) entsorgt sind und der Antrag beim Denkmalamt, wollen wir uns über die Sockelmauer hermachen (von außen).
Stand heute:
Bruch- / Feldsteinmauer mit regionalen Steinen aller größen, gemauert mit Kalkmörtel, sandet teilw. stark. Verputz mit Kalkzement, Putz platzt großflächig ab.

Ziel:
Der Putz kommt ab, die Fugen kratzen wir aus, dass alles lose raus ist. Dann wollen wir mit Kalkmörtel ausfugen, Steine sichtbar. Den wollen wir selbst vor Ort mischen.
Es stellen sich folgende Fragen:
-Welches Material kommt in Frage (Hersteller / Sorte)?
-Mit welchem Sand (man spricht doch glaube ich von Sieblinie?)?
-Mischungsverhältniss Sand:Kalk:x?

Ich hatte eigentlich Tubag Trasskalk TK im Auge, die schreiben aber im Datenblatt (siehe Foto) man solle, wen der als Fugenmörtel verwendet wird wie folgt mischen:
1:1:3,5 (Trasskalk:Trasszement:Sand0-4), ich will aber keinen Zement da reintun.

Also schonmal vielen Dank für Eure Empfehlungen / Erfahrungen!

Viele Grüße
Michael





Hallo,

gratuliere zu de Entschluss eine Baustellenmischung zu wagen. Das ist preislich unschlagbar günstig, weil Sie nicht den Sand in kleine Säckchen packen und mit der Post verschicken müssen.
Ich würde einen NHL 4 (natural hydraulic lime) nehmen, 3 Prozent Trassmehl zusetzen und im Verhältnis (Kalk zu Sand wie 1:3)mischen. Dem Sand würde ich eine besonders grobe Sieblinie geben, damit der Verfüllmörtel durchlässig bleibt.
Etwa Körnung 0/8 . Das gibt ein gutes Stützgerüst.

Grüße vom Niederrhein



Danke!



Danke für die erste Antwort!
Tubag TK ist ein HL5, wo wäre da der Unterschied zum vorgeschlagenen NHL4?

Der Tubag TK enthält "min. 55 % rheinischem Trass" ist das zuviel für diese Anwendung? Sie schlagen ja nur 3% vor, wenn ich das richtig verstehe.
Mir wäre ein Kalk, der den Trass, oder was an Zuschlagstoffen noch fehlt, schon dabei hat lieber. Vereinfacht das Mischen.
Aber wie Sie richtig schreiben, den Sand kann ich schon selbst reintun :-)

Also Danke & auch Danke für die hoffentlich noch kommenden Antworten!

Gruß
Michael



Bruchsteinsockel / Brucksteinmauer außen verfugen --> Mörtelmischung



Hallo Michael,

einen trifft es immer, früher oder später, ich meine die Entsorgung der GKP.

Früher hatten wir Vulkanerde beigemischt, wir sind davon abgewichen (baubiologische Aspekte), ob es dasselbe ist wie Trasskalk? Vor Einiger Zeit hatte ich mit Georg Böttcher einen kleinen Briefwechsel, auch hier im Forum, damals wusste er, wie ich mich erinnere, auch nicht genau Bescheid,(Herstellerangaben sind eben Herstellerangaben) vielleicht kann er Heute mehr dazu sagen.

Wie gross sind denn die Fugen im Mittel?

Zum Schutz eigener Existenz werde ich keine genauen Mörtelmischungen angeben.

Mit freundlichen Grüßen

Mladen





Der Unterschied zwischen HL und NHL ist das fehlende N: die hydraulen Faktoren kommen wahrscheinlich aus der Stahlindustrie.
4 ist weniger druckfest als 5.

Grüße



Trass für Was?



Hallo

Sie reissen den Zement Mörtel raus und tun Trass+ Trasszement rein!
Warum?
Sie treiben den Teufel mit dem Belzebub aus in meine Augen.

Das würde ich nicht machen.

Kalk und Sand - nutzt jeder Wand©FK

FK



Hydraulisch...



hydraulisch und natürlich hydraulisch: das sind die mir bekannten Unterschiede.

Grüße

Mladen



Trass für Was?



Hallo Florian Kurz,

so wie ich verstanden habe, will der Michael das eben nicht.Er will mit Kalkmörtel arbeiten, ohne Zement, aber mit Zuschlag von Vulkanerde, aber ob Vulkanerde Trasskalk ist?..Ich glaube es nicht.Vielleicht können Sie den Unterschied sagen.

Mit freundlichen Grüßen

Mladen



Zitat



"Trasskalk:Trasszement:Sand"

Für was "Trass"?

Das Märchen von: Hart, dicht, gut
hat dazu geführt dass alle Sockel landauf und landab im eigenen Saft schmoren, die Bauschäden in dem Bereich eklatant sind und die Industrie immer fetter und der Handwerker immer dünner wird.
Leider hat es beim Sockel nicht halt gemacht sondern das Märchen wird auf alles andere beim Bauen angewendet.
Die Angst vor dem bösen Wasser macht blind vor den wirklichen Ursachen der Schäden.
Trass ist auch nur ein "Hydraulefaktor" - damals bei den alten Römern verwendet im absoluten wasserbau als Rinnenabdichtung der Aquädukte gut bei ständigem Wasseraufschlag aber nichts weiter - dann sind noch himmelweite Unterschiede zwischen dem Trass aus den italienischen Gebieten und dem Zeug, dass hier unter dem Namen Trass verklopft wird.
Und der Kunde kauft einen Namen - nie ein Produkt (mittlerweile)!

Verkaufen ist Psychologie und der Glaube an das Moderne an die Wissenschaft an weiss der Geier was und alle jammern dass sie kein Geld mehr haben, wenn es nur noch Müll zu überhöhten Schnäppchenpreisen zu kaufen gibt.
Jeder will was Neues mit Zertifikat und Prüfsiegel (siehe auch den Holzschutz Warn Thread momentan)

"Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los!"

in diesem Sinne

slow house

FK



gutes Ende



Und damit das Märchen einen guten Ausgang nimmt würde ich Luftkalkmörtel PS50 einsetzen.Das Produkt ist Frost und Tausalzbeständig und säuft garantiert nicht ab.

LG.P.Schneider



gutes Ende



...und dann kommen sie mit dem Silo, wo drauf steht denkmalpflegerisch empfohlen...,?

Grüße

Mladen



Njiet



Sie schreiben:
"und dann kommen sie mit dem Silo, wo drauf steht denkmalpflegerisch empfohlen"
Nein!
Im Silo kann man nur Sch.... verfrachten.
Solubel gibts nur im Sack weil im silo beim Hin und Her eine Entmischung stattfinden würde.
Die Siloputze sind alle mit allerlei Zusatzmittelchen versehen damit das Entmischen nicht passiert - da macht dem putz natürlich nix und deklariert muss es auch nicht werden, weil ... §§§ und Ausnahmen ....

Also Solubel oder selber mischen (und das braucht Erfahrung und die ist nicht nachzulesen sondern in Jahre langer Arbeite zu erlernen!

Opus Dei

FK



Danke



Danke Florian..Deine Aussage passt wie die Faust aufs Auge.
Ich habe das arbeiten mit Luftkalkmörtel noch von der Firma Solubel beigebracht bekommen.
Zahlreiche Gebäude die ich vor mehr als 10 Jahren bearbeitet habe stehen heute noch da wie eine 1.

Und so sollte es gemacht werden.

Altfugen bis zum 1,5 fachen der Fugenbreite restlos entfernen. Anschließend Steinflanken ordentlich reinigen.
Geöffnete und gereinigte Fuge mit 4% Essigsaurer Tonerdelösung satt einsprühen (erhöt die Haftung)
Im Anschluss Fuge im 1 Arbeitsgang mit 4 mm Luftkalkmörtel auffüllen.Oberfläche nach dem einbringen der ersten Schicht aufrauhen.Ausreichen feucht halten bis zum abbinden.Standzeit 1 Tag.
Im Anschluss Fuge Steinbündig schließen.Auch hier wieder ausreichend feucht halten bis zum Abinden.
Bildbeispiel hier
http://www.konrad-fischer-info.de/29bau03.htm
Weitere Infos gerne auf Anfrage.

Lg.Peter Schneider



Hallo Peter



Ist ja schön, dass Sie mir beipflichten.
Aber den KF brauchen Sie nicht ins Feld führen; da sind manche hier allergisch!
Ich weiss nicht warum?
Aber es ist ewig die gleiche Leier: Zement, Trass und Plastikgeschmiere!
Das schreit dann um Hilfe und die Verbrecher finden immer neue Materialien und Ausreden und selbstgestrickte Normen und dann wird alles besser!
Am Arsch ist dann der Handwerker: der die Suppe auslöffeln muss und der Bauherr, der das ganze bezahlt und nichts gescheites bekommt.

Und das komische ist:
Keiner der beiden wehrt sich! (Mladen und eine andere Hand voll ausgenommen - die aber nicht im fetten Benz zur Beratung auf die Baustelle kommen!)
Alle glauben: Jetzt wirds besser - Jetzt wirds gut!
Das liegt in der Psyche der Menschen. Die führen ja auch Kriege für die immer gleichen Bonzen und halten die Köpfe hin auf der Strasse und im Hindususch!

Wie gesagt:

Opus Dei!

FK

lesenswert: Abermals krähte der Hahn: KH Deschner 1962



KF



Hab auch keine Ahnung was die gegen KF haben..ich habe ihn kennen gelernt und bis Dato keine Probleme mit ihn gehabt.Ich denke es liegt an seinen Meinungen die er vertritt.Mir aber im Grunde genommen egal.Für mich zählt die einwandfreie handwerkliche Verarbeitung des Produkts Luftkalkmörtel.
Ich kenne die Leier zu genüge und höre jeden Tag den gleichen Müll.Vieleicht liegt es auch daran das unsere Industrie und Chemiebuden die Menschheit zu sehr verdummen.
Beispiel : Der Keller ist Nass...Die Lösung Zugelen,Zuteeren,Abdichten etc..Hauptsache hart und die 5 Jahresfrist Gewährleistung überstehen...
Im übrigen ist der Handwerker nicht immer der Böse???!!!

Gruß Peter





Hallo Florian Kurz,

Sie haben Recht, zum Benz habe ich es nicht gebracht, nicht einmal eine Rolex kann ich mir leisten:-)das wäre aber auch nicht mein erstes Bestreben:-)

"Also Solubel oder selber mischen (und das braucht Erfahrung und die ist nicht nachzulesen sondern in Jahre langer Arbeite zu erlernen!"

Schauen Sie, ich habe gegen keinen Hersteller etwas. Jeder darf Geld verdienen. Für mich hat das Handwerk den Vorrang, damit es nicht verloren geht. Einmal schrieb mir ein Forumsmitglied: "Handwerk hat goldenen Boden!"
Zu jener Zeit hatte ich den Glauben daran schon fast verloren. Die aktuelle Entwicklung im allgemeinem sagt mir, egal welches Handwerk man führt, es ist Gold wert.

Viele Grüße

Mladen



Guten Morgen



Nicht:
"Im übrigen ist der Handwerker nicht immer der Böse???!!!"
sondern
"der Gelackmeierte"; "der Ausbader"
Aber "Handwerker" sind nicht die, die etwas mit der Hand machen, sondern die Hirn und Herz und Erfahrung haben.
Nicht die, die mit einem Firmenschild und einer Website und 3 Jahren Eintrag in irgend eine Liste oder irgend ein mehr oder weniger teueres "Fachdiplom" herumlaufen und was von Erfahrung faseln, weil sie gerade mal 10 Lenze Baustellenluft geschnuppert haben.
Was man momentan erfährt sind die meisten nur "Industrieproduktmonteure"
und das meist noch schlecht!
Opus satanii!

nen schönen Tag noch

Und:
Mladen
Ihr Satz: "Jeder darf Geld verdienen" ist Sch... finde ich, denn die Baupfuscher machen das Renomee der Ganzen Zunft aus und dann sagen die Leute (Bauherrn): "Dann kann ich das auch und dann mach ich das selber und spare mir Geld und Ärger"
Aber DAS ist es ja nicht: Putzen, Mauern, etc ist keine Freizeitbeschäftigung für Hobbybastler - schon gar nicht das obskure "Dämmen - innen wie Aussen" genau so wie bauphysikalische Zusammenhänge verstehen ... dann beten die Frischlinge irgend welche Zauberformeln aus zig fach publizierten Verordnungen und Normen nach und reden von Kapillar-Aktivität und Taupunkt und Dampf als ob sie die Bauphysik in der Milchflasche bekommen hätten!
Weiter so!
Nur Qualität bringt dem Bauherrn was!



Guten Morgen!



Herr Kurz, beim zitieren bitte nichts unterschlagen:

"....1:1:3,5 (Trasskalk:Trasszement:Sand0-4), ich will aber keinen Zement da reintun."

Was da steht, ist eben die emfehlung von Tubag und genau das will ich nicht: Zement.
Wie Sie schreiben, ist nicht alles neue besser, bei uns haben die um 1960 und danach "sanierten" Fachwerkwände (Zementputze etc) die ärgsten Schäden. Die noch ursprünglich erhaltenen Wände (Kalkputz, Ziegel, Lehmputz) sind sehr gut erhalten.
Daher ja meine Frage:
WIE muss ich WAS mischen, um einen vernünftigen Fugenmörtel zu bekommen. Wenn der Konsens ist, dass eben KEIN Trass drin sein soll/muss, ist mir das recht! Es kommt mir aufs Ergebniss an!
Sicher kann ein gestandener Handwerker mit entsprechender Erfahrung das besser, zumindest schneller als ich machen, das sei nicht in Frage gestellt!
Aber mit Verlaub, ich glaube ne Raumauer ausfugen, so, dass es nicht schon im nächsten Jahr wieder rausfällt krieg ich hin.
Ich selbst komme aus dem Maschinenbau, und wenn mich einer Fragt, wie man vorhandenes Teil A an Teil B befestigt, ist meine Aussage sicher nicht "ja, dass kann nur ein Maschinenbauer, ein Laie hat da nix verloren und macht nur alles kaputt".
Also Fromuliere ich meine Frage nochmal neu, Zielsetzung wie oben:
Ich möchte den Mörtel vor Ort mischen--> keinen Sand in Tüten kaufen, den kann ich mit dem Kipper holen.

Gibt es denn also ein Produkt, das der Laie mit Sand und Wasser vermengt und einen guetn Fugenmörtel bekommt?


Nicht falsch verstehen:
Müsste ich die Fundamente neu Mauern, würde ich mir nicht anmassen, das selbst zu können. Da ist der Handwerker Gold wert! Aber ich denke doch so einige kleine Arbeiten kann man in eigenregie mit eineme vernünftigen Ergebniss abschließen?!

Viele Grüße & einen schönen Tag
Michael



Hallo Michael



Eines der wichtigsten Materialien bei der Mörtel Herstellung ist neben einem "guten" Kalk mit richtigem Kalkanteil in % vor allem die Sieblinie des Sandes Zuschlagstoffes.

Die Bauernweisheit: Sand ist Sand oder "nehmen Sie 0-8" ist wo viel Wert wie ein leerer Geldbeutel.
Eine richtige Sieblinie ist nicht 0-8 sondern wesentlich komplexer. 0-8 heisst dass Teile von einer gewissen Grösse drinnen sind und nicht die Verhältnisse - und auf die kommt es an!
Das hatte der Handwerker früher in den Fingern - die Erfahrung sagte ihm ob der Wand was taugte oder nicht.

Ich will Ihnen nicht die Illusion einer einfachen Arbeit zerstören und finde es gut, wenn man was selbst versucht - aber wundern Sie sich nicht, wenn es nicht hinhaut!

Für den Sockel würde ich auch den SP50 nehmen. Korngrösse entscheidet die Fugentiefe und -Breite!

Gutes gelingen!

Das mit den 60ger Jahren ist ja nicht "alt" - Nach dem Krieg etablierten sich die Zementbarone und alles wurde hart wir Beton und möglichst dicke drauf.

Wenn Sie selber mischen kann es halt passieren, dass das ganze oder ein Teil wieder rauskommt - aber das richtet keinen Schaden an der Substanz an!



0-8



zum Fugen? Da sind Wutanfälle vorprogrammiert ;-)).
Das ist Estrichkies, und da findet sich durchaus längliche Körnung von 15mm. Zum Fugen nicht zu gebrauchen.
Empfehlenswert ist hier ein scharfer Mauersand 0-4, scharf heisst, strukturierte Körnung, wie z.B. im Brechsand. Rundkörnige Fluss- und Schwemmsande sind da weniger geeignet.
Natürlich muss da kein Zement rein. Allerdings wird es ein Problem, eine Erdfeuchte Kalkmischung mit homogener Bindemittelverteilung herzustellen. Da muss erstmal Sand und Kalk trocken umgeschaufelt werden, bis beim Abstechen keine Farbschlieren mehr erkennbar sind. Wer´s kann, kommt mit 8-10mal umwerfen klar. Und einen ebenen und harten Untergrund brauchts dafür. Und dann ist bei Kalkmörtel natürlich das "Feuchtigkeitsmanagement" ganz wichtig. Da bei erdfeuchtem Fugmörtel der Wasseranteil zwangsläufig recht gering ist, ist ausgiebiges Vornässen extrem wichtig. ebenso wie das Feuchthalten über mehrere Tage.
Eigentlich alles ganz einfach. Was so´n doofer Handwerker kann, kann ich schon lange;-)).
MfG
dasMaurer



Danke



Danke für die Ironie!
Ich zitiere mich nochmal selbst:

"..Sicher kann ein gestandener Handwerker mit entsprechender Erfahrung das besser, zumindest schneller als ich machen, das sei nicht in Frage gestellt!....Da ist der Handwerker Gold wert! "

Im übrigen ist es nicht einfach einen Maurer in der Nähe zu finden, der gewillt ist ohne Zement zu arbeiten die beschriebenen Techniken dann auch noch beherrscht.
Und falsch machen, kann ichs auch allein ganz gut!
Da nützt es mir dann nichts, wenn ich um Rat Frage und von allen Seiten nur angefrotzelt werde :-(



Anfrotzeln Nein Danke!



Hallo

"Im übrigen ist es nicht einfach einen Maurer in der Nähe zu finden, der gewillt ist ohne Zement zu arbeiten die beschriebenen Techniken dann auch noch beherrscht."
Das ist ein riesen Problem - das ist richtig - aber soweit sind wir leider schon!

Und falsch machen, kann ichs auch allein ganz gut!
Meine Rede!

Da nützt es mir dann nichts, wenn ich um Rat Frage und von allen Seiten nur angefrotzelt werde :-(
Nee - Ich seh das anders!
Wir versuchen Ihnen klar zu machen, was machbar ist und welche Risiken bestehen.

Gerade der Maurer schreibt wie schwer es ist den richtigen Sand zu finden und eine gute Mischung herzustellen auch wenn man Erfahrung hat!!!!

Und das dann nur für ein paar Fugen - lohnt sich das?

Wenn Sie mit Kalk und Sand mauern würden - das wäre leichter für Sie bez. Menge und rel rascher Verarbeitung der Menge.

Bis Sie Ihre Mischung für die Fuge hergestellt haben und das Zeug mühsam reinposseln ist der Rest vielleicht schon hart??!!

Dann sollten Sie die Fugen noch "pflegen" wässern etc .... auch zeitintensiv!

Ich glaube Sie haben mit ein paar Säcken Solubel und den Fugen genug zu tun um die Arbeit gut voran zu bekommen und ein stimmiges und zufrieden stellendes Ergebnis zu bekommen.

Also: anfrotzeln will Sie hier keiner - eher warnen und aufklären.

Das mit der "Erfahrung" und dem "Do it yourselfern" ist halt ein ewiges Thema.
Und ein Handwerker (der den Namen noch verdient) ist halt einfach oft gefrustet, dass alles was das HANDWERK ausmacht so lapidar in Foren (auch wie hier) popelig geredet wird.
Die Baumärkte sind doch ein Indiz dafür wie tief das Handwerk gesunken ist.
Einkaufen hinbasteln Fertig - "Das Kann ICH auch" da brauch ich keinen Handwerker!
Die Qualität wird über eine vermeintliche "Optik" und "BlaBla-Qualität" anhand von Prospekten, Verordnungen und Normengschmarri definiert und nicht mehr über Handwerkskunst und Erfahrung!

Versuchen Sie's mit einer Eigenmischung und berichten darüber. Ich würde mich freuen, wenn es positiv klappt!
Habe aber halt meine Zweifel, dass Sie den richtigen Sand, den richtigen Kalk und die richtige Zeiteinteilung etc. finden.

Gutes Gelingen!

Herr Warnecke - Guter Beitrag - hat mir gefallen

FK



Gut!



Das Risiko gehe ich ein!
Ich stelle ja nicht den Anspruch, dass meine Arbeit besser, billiger und schneller sein wird, als durch den Fachmann ausgeführt! Sie sollte aber nicht Substanzschädigend sein.
Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass es mir nicht gelingt und ich auch dieses Gewerk vergebe, den Dachtsuhl macht ja auch ein Zimmermann :-)
@Herr Kurz:
bzgl. der geringen Menge: Mein Gedanke ist, wenn es mir hier gelingt, eine vernünftige/funktionierende Mischung zu finden, kann ich an der Scheune weitermachen. Da sinds dann nochmal rund 130m² Mauer.
Danke allen, die sich beteiligt haben, habe Eure Warnugen vernommen!
Ich fasse mal zusammen was ich bisher (außer den (berechtigten) Bedenken) hier aufnehme:

Sand:
scharfer Mauersand 0-4, scharf heisst, strukturierte Körnung, wie z.B. im Brechsand. Rundkörnige Fluss- und Schwemmsande sind da weniger geeignet.

Kalk:
Ich bin geneigt, Tubag Trasskalk TK zu probieren.Im Baulexikon finde ich:
"..Durch den Trass bindet der Mörtel/Putz langsamer ab, so dass mehr CO2 aufgenommen werden kann. Dadurch entstehen weniger Spannungsrisse und der Mörtel/Putz wird fester. .....
Solange kein Zement zugegeben wird, bleibt der Kalk diffusionsoffen..." --> Laut DaBla ist der TK Zementfrei, frage ich aber nochmal beim Hersteller nach.
Somit sollte der Trasskalk (wenn zementfrei) doch verwendbar sein, und zumindest nicht Substanzschädigend?

Sicher gibt es doch hier Mitglieder/Leser, die sich auch selbst rangetraut haben? Welche Produkte habt Ihr Verwendet, welche Erfahrungen gemacht?



Danke & Gruß
Michael



Trass



Zur Frage Kalk, Zement und Vulkanasche:
Der Name Trass(auch Tarras, Tyrass) kommt aus dem Niederdeutschen bzw. Holländischen. Er ist nichts anderes als gemahlener Tuffstein, ein vulkanischer Ascheauswurf.
Eine andere Bezeichnungen istPuzzolanerde... "Wie in Campanien aus der ausgeglühten Erde der aschenartige Sand, so wird in Etrurien aus ausgekohlten unterirdischen Stoffen der rotbaune Tuffstein, Carbunculus, erzeugt. Beide Materialien eignen sich vortrefflich für das Bauhandwerk." Vitruv.
Der "pulvis puteolanus" ist Tuffstein aus der Gegend von Puzzuoli, daher der Name.
Die Tuffsteinvorkommen in der Eifel wurden von dem Römern als Naturzement genutzt.
Letztendlich ist es egal, wie der Zusatz heißt, es geht um Dicalciumsilkikat als Hydraulefaktor, der in solchen natürlichen bzw. latent hydraulischen Zusätzen vorkommt. Das können auch künstliche wie bestimmte Zementsorten, gemahlene Keramik, Flugaschen oder gemahlene Schlacken sein.
Die Mär vom bösen Zement stammt zu Ersten von technikgläubigen Architekten und zum Zweiten von übereifrigen Handwerkern und Selbstbauern.
Die setzten Portlandzement nach dem Motto ein: viel hilft viel. Nach dem letzten Krieg wurde aus dem teuren und selten eingesetzten Portlandzement ein billiges Allerweltsbaumaterial, mit dem man dachte alle Probleme lösen zu können. Der Tenor war, je frühfester, je härter je besser.
Davon hat man sich schon lange verabschiedet. Reiner Portlandzement ist m. W. gar nicht mehr im Handel, es gibt nur noch Zemente mit Zumahlstoffen, die wieder in die Richtung römischer Zemente gehen. Auch in der Zusammensetzung haben sich moderne Zemente gewandelt, die Anteile von Tricalciumsilikat und Tetracalciumaluminatferrit sind weniger geworden.
Wenn Zemente da verwendet werden, wo Ihre spezifischen Eigenschaften von Nutzen sind bzw. wo sie hingehören, dann sind sie kein Teufelszeug.
Was die Frage betrifft:
Erst mal bin ich beim steinsichtigen Freilegen einer ehemals verputzte Bruchsteinmauer immer skeptisch. Ein Mauerwerk, das nicht dafür erstellt wurde, sollte auch wieder verputzt werden.
Auf dem Datenblatt von Tuborg stehen die Rezepturen und die Verwendung, daran sollte man sich grundsätzlich halten.
Was die Verwendung betrifft:
Zum Verfugen würde ich MG I bzw. MGII nehmen, also Trasskalk /scharfen Sand 1:4,5 bis 1:3, wobei der Sand je nach Fugenbreite auch eine gröbere Körnung haben könnte.
Das kann man mit z.B. mit Zumischen von etwas Feinsplitt einstellen.
Grundsätzlich gilt, das die Verfugung nicht unnötig härter sein sollte als der verwendete Mauermörtel und das Steinmaterial.
Beim Putz sollte man sich an die Rezepturen halten.

Viele Grüße

Auf dem Foto ist Tuffstein aus Italien zu sehen.



Habe mich getraut!



Hallo Michael,

anbei meine Erfahrung aus "Laiensicht".
Habe zwar keine Bruchsteinmauer sondern Vollziegelmauer verfugt und geputzt, mit Baustellenmischung selber "zubereitet".
Genommen habe ich Weisskalkhydrat CL90 und Putz- und Maurersand 0-2 und 0-4 wie schon beschrieben. Mischungsverhältnis ca. 1:3,5, keine weiteren Zuschläge. Anteil Wasser, den bekommt man relativ schnell raus beim Verarbeiten.
Das ganze ist jetzt seit einem Jahr dran, nichts ist raus- oder abgefallen, keine Schwundrisse, keine Sinterschicht.

Das ganze hat nur geklappt, dank der freundlichen Unterstützung in diesem Forum!

Und das nicht nur "Do it yourself" a la Baumarkt agiert wird, beweisst ja die Existenz und rege Inanspruchnahme dieses Forums.
Und Ihr, die "Professionals" könnt mir glauben, wenn ich das nötige "Kleingeld" hätte, würde ich deutlich mehr Aufträge an das Handwerk vergeben.
Bei dem ganzen "Selbermachen" kommt nämlich eine ganze Menge zu kurz, Familie, Hobbies, etc..

Die Abwertung der "Laien", die hier zum Teil vorgenommen wird, ist sicherlich nicht immer angebracht!

Viele Grüße
Jörg





@ Georg

Wie so oft ein sehr informativer Beitrag von dir.
Nur mit dem Produkt hast du dich ein wenig vertan.
Tuborg staubt nicht. :-)



Ja,



der Meinung kann ich mich nur anschließen.

Foto:

Diese Wand habe ich aus genau diesem, dem staubenden, Material gemauert und gefugt.

Grüße aus Schönebeck

[pubimg 19848]



Wand



Und so kann es mit Solubel PS50 aussehen.


LG Peter Schneider



Ja,



das kann es, ich halte allerdings nicht allzuviel davon Sand quer durch Europa zu karren.
Den haben wir hier zur genüge.




Grüße aus Schönebeck



Trass



Ja das tut weh mit dem Tuborg.
Und das mir, der noch nicht mal Biertrinker ist.



@Oliver,



die Wand hast du mit Tuborg gemauert??
Dafür siehts aber erstaunlich gerade aus ;-D.
MfG
dasMaurer





Maurer eben….

…ein Stein ein Kalk ein ?



So wirds gemacht!



Guten Morgen!

@Herr Böttcher:
Wie gewohnt sehr informativ! Danke

@Jörg/Cube:
Danke :-)

Wir werden die ersten Gehversuche an einem kleineren Stück der Mauer machen. Dann stell ich mal ein Bild ein.

Wünsche einen gewitterfreien Tag
Michael



So wirds gemacht



@ Michael .. drücke die Daumen das es klappt falls nicht giebt es den Sack Solubel SP50 schon ab 15 €
Manchmal auch hier als Restposten zu finden.

Kleiner Tipp am Rande .Fugenmaterial gut eindrücken.Oberfläche nach den einbringen des Materials aufrauhen und ausreichend feucht halten bis zum abbinden.

Gruß Peter Schneider



Pfusch und Abzocke



Hallo Florian Kurz,

es ist einige Jahre her.
Wir hatten an eine Firma Kalkputz geliefert, mit welchem zwei Häuser verputzt wurden. Beide zum Teil mit Fachwerk auf Sicht verputzt.
Bei dem einem Haus sei beim Fachwerk Putz abgefallen, meinte die ausführende Firma. Bei der Besichtigung stellten wir fest: am herabgefallenem Putz klebte teilweise Sand von den Lehmsteinen und Jute war eingebaut.Hierzu später, denn beim zweitem Haus sollten wir auf Wunsch der "Fachfirma" dabei sein.
Es handelte sich um ein Bruchsteinhaus, beim Westgiebel und Erdgeschoss, Obergeschoss war sichtbares Fachwerk - die Mauern sollten ganzflächig, das Fachwerk auf Sicht verputzt werden.Bei der Besichtigung stellten wir fest: teilweise Moos auf Steinen, teilweise alte Farbe bei den Betonstürzen.
Ich hab zum Schluss fast gebettelt die Flächen durch Sandstrahlen zu säubern, das Sandstrahlgerät hätten wir auch kostenlos zur Verfügung gestellt.
Die Firma, Zitat: "Das muss euer Putz aushalten!"
Auf den Hinweis, das Gerüst außen mit Jute abzuhängen, wurde auch nicht eingegangen, so dass der noch frisch aufgebrachte Grundputz, bei mehreren Feldern an einer Seite im Fachwerk, durch starken Windeinfluss "verbrannte". Also, die betroffenen Stellen sauber machen und neu aufbauen.Mehrmals musste ich sagen, hier wird Pfusch gemacht, Schäden sind vorprogrammiert, wollte keiner ernst nehmen!Und den Anstrich wollte man mit 1:3 beginnen.
Zurück nach oben.
So vermute ich, ist die "Fachfirma" (weil schon x1000 m² verputzt), beim ersten Haus auch vorgegangen: auf Umsatz ausgerichtet. Die Lehmsteine nicht gebürstet, nicht eingeschmiert, dafür die Jute eingebaut und schnell mit der Maschine verputzt.
Ob bei diesen Häusern alles gut gegangen ist, kann ich nicht sagen, von diesen Baustellen haben wir nie mehr was gehört und von der Firma auch nicht.Dennoch habe ich ein ganz mulmiges Gefühl wenn ich mich daran zurück erinnere.

Würde ein anderer Putz diese Arbeitsweise "mitmachen"?

Ein "Laie" der die Hinweise genau befolgt ist durchaus in der Lage ein besseres Ergebnis zu erzielen, als ein auf Gewinn ausgerichteter Fachbetrieb. Darum sage ich eben lieber: -ein Handwerker, denn darunter verstehe ich jemanden, der sich seiner Aufgabe bewusst ist.

Mit freundlichen Grüßen

Mladen





@Mladen Klepac:

Wer macht bei solchen Vorhaben eigentlich die Bauaufsicht (Objektüberwachung) ? Offenbar niemand.
Denn Objektüberwachung hat vor allem die Aufgabe, Baufehler erst gar nicht entstehen zu lassen.

Grüße vom Niederrhein





@Dietmar Beckmann,
Guten Tag

gänzlich ohne Vertrauen geht es aber auch nicht, oder?

Gruß

Mladen