Frage zu einem Mauerriss

26.10.2010


Guten Morgen !
Ich habe einen Anbau an meinem Wohnhaus . Er ist direkt an die alte Hausmauer angemauert worden . Vor ca 7Jahren . Nach 2 Jahren bemerkte ich einen Riss , genau an der Fuge .
Ich hatte ihn mit einer Aluverblenderschiene "verschlossen".
Ab und an schau ich dann doch mal nach , wie sich der Riss verhällt . Im Sommer ist er völlig verschwunden und im Winter hat er so eine Breite von ca 2,5-3 mm . Die Wand ist isoliert und dahinter befindet sich ein Wohnzimmer .
Ist dieses Verhalten des Risses nornmal ???
Es dankt Günther



Riss



Das ist normal,
wenn man beim Bau des Anbaues keine rissarmen Konstruktionsprinzipien eingehalten hat.

Viele Grüße





Guten Morgen !
Damit meinen Sie sicher Maueranker o.ä ?
Das kann ich leider nicht sagen , ob diese verbaut worden sin . Ich denke dann aber mal nicht ... Aber woher genau kommt das "Quellen und Schrumpfen" des Risses ? Oben wie unten ist der Riss von seiner Breite gleichmäßig . Liegt es an den Temperaturen ?
Danke



Bei



einem Anbau an ein bestehendes Gebäude wird die Anschlussfuge immer eine Bewegungsfuge sein. Entweder konstruktiv angelegt oder aber "selbstentstehend" in Form eines Risses. Die beobachteten Veränderungen sind auf Temperaturunterschied zurückzuführen und in dieser Grössenordnung absolut unbedenklich. Die optische Kaschierung mit einer Abdeckleiste ist eine gute Lösung.
MfG
dasMaurer





Hallo
Würden solche Risse auch unter Einbau von Mauerankern vorzufinden sein ?



Ganz einfach:



ja. Die fachgerechten Anschlüsse bieten entsprechende Bewegungsspielraum und die Fuge wird in der Regel dauerelastisch ausgeführt und bleibt sichtbar. Da das hier wohl nicht ganz korrekt ausgeführt wurde, zeigt sich der Riss. Wie gesagt, unproblematisch und das optische Problem wurde mit der Deckleiste gelöst.
MfG
dasMaurer





mir kam es nur sehr merkwürdig vor , das der riss im sommer kompl verschwunden ist und im winter 2-3 mm zum vorschein kommt . Das hätte ich nicht gedacht , das alles so am arbeiten ist .....



das



kann auch an unterschiedlichen Böden unter Deinen ebenfalls unterschiedliche Gründungen liegen, so hat Lehm ein anderes Verhalten als Sand bei hoher Feuchtigkeit. Wenn die beiden Bauteile nun zufällig auf verschiedenen Bauuntergründen stehen, ist das eine mögliche (!) Ursache. Sich darüber aber den Kopf zu zerbrechen wäre schade um die Zeit, es sei denn man hat sonst nichts zu tun. Vermeidbar wäre so etwas nur durch ein gemeinsames Fundament (hätten also die alten schon planen und bauen müssen oder durch zusätzliche Ringanker und ein verstärktes und stabileres (breiteres) Fundament. Das hätte aber einen Eingriff in die bestehende Substanz bedeutet. Da ist es billiger und sicherer, den Riss zu planen und zu verdecken. Wenn Dein Anbau aber keinen eigenen Giebel an dieser Seite hat (Außenwand nur stumpf angestoßen), solltest Du die Tiefe und Winddichtigkeit an dieser Stelle mal prüfen



Interessant



ist die Sommer-Winter-Differenz schon, abgesehen davon, daß es eine konstruktive Fuge und Sollbruchstelle ist.

Am Baugrund liegt es glaube ich nicht, weil eine Setzung im Anbau dauerhaft wäre und sich dann die Fuge im Sommer nicht schließen würde.

Ich hatte den Gedanken einer eventuelle Temperaturdehnung. Allerdings kommt bei mir dabei nur ein Wert von 0,75mm heraus - bei Mauerwerk alpha=5*10^-6, L=5m und deltaT=30°
so daß es das wohl auch nicht sein kann.

Vielleicht hängt es irgendwie mit Frost zusammen - z.B. gefriert außen das Erdreich und drückt die Mauer geringfügig nach innen - dann wäre außen Zug und innen Druck - d.h. der Riss wäre dann nur außen und nicht innen - rein hypothetisch ...





Das interessiert


>>“Ich hatte den Gedanken einer eventuelle Temperaturdehnung. Allerdings kommt bei mir dabei nur ein Wert von 0,75mm heraus - bei Mauerwerk alpha=5*10^-6, L=5m und deltaT=30°“<<

Was, Herr Böhm, haben Sie denn Ihrer Berechnung für Baustoffe zugrunde gelegt?



Holzweg



Den Ausdehnungskoeffizienten für Mauerwerk habe ich mit fünf komma null mal zehn hoch minus sechs geteilt durch Kelvin nach nebenstehender Tabelle angenommen aber ich habe schon gesagt, daß das ein Holzweg ist.





Hallo
Also der Riss ist Aussen , sowie auch Innen zu bemerken .
Ich denke es muss an den Temperaturen liegen . Ich habe zb auch an einem Fenstersturz links sowie rechts einen Riss , welcher durch Durchbiegung des Sturzes kommt . Das Fenster hat eine Breite von ca 3,50 m . Bei jetzigen Temperaturen , also nachts um Null ° und tagsüber um 10° ist das selbe zu beobachten . Riss morgens um 7 Uhr vorhanden , nachmittags völlig geschlossen . Diese Risse haben eine Breite von ca 0,5 -1 mm . Was mir noch aufgefallen ist . der Riss , also die Breite , beim Anschluss an das alte Haus ist oben wie unten gleich gross. Es handelt sich um einen Flachdachanbau. Breite ca 6 Meter . Wenn ich den Riss genaustens betrachte , kann ich eine Setzung nach unten ausschliessen , auch ein einseitiges "Absacken" des Anbaus kann ich ausschliessen , da wie gesagt , der Riss oben wie unten die gleiche Breite hat . Die Wand besteht Innen wie aussen aus Kalksandstein mit inneliegender Isolierung aus Styrodur (nehme ich an , Es sind diese Lila Platten ) .



Da



wird der Anschluss an´s alte Gebaude wohl nicht korrekt ausgeführt worden sein und die erforderliche Windichtigkeit nicht gegeben sein. Durch das eindringen kalter Aussenluft besteht die Möglichkeit von Kondenswasserbildung und Schimmelbefall.
Von aussen ein Dichtband, wie es beim Fenstereinbau benutzt wird, mit einer kleinen Schlaufe über die Fuge Kleben und mit der Aluleiste überdecken.
Von innen ein Dichtband, wie´s bei dem "flüssige Folie"-System verwendet wird, aufkleben, und den Putz dann mit Abschlussprofil und sichtbarer Fuge wiederherstellen.
MfG
dasMaurer