Aussenwand, Wetterseite, Schlagregen - Innendämmung Holzfaser, Wandheizung

24.05.2012 Christina



Hallo

Ich habe auf den Aussenwänden meiner Werkstatt Wandheizung mit Lehmputz auf Holzfaserplatten (Innendämmung) gemacht.

Sehr zufrieden.

Die Mauern sind aus Steinen mit Lehm, 50cm.
Leider hatte ich das Schlagregenproblem nicht vorher genügend erkannt.

Der Giebel (Süd-SüdWest) hat im Dezember unter dem Sturm (Joachim) gelitten. Stundenlanger Schlagregen, horizontal, hat ihn vollkommen durchtränkt. Im Speicher (ungedämmt) war die Mauer innen ganz nass. Das hatte ich seit 17 Jahren nie gesehen.

Unten in der Werkstatt blieb das Wasser hinter der Holzfaserdämmung, ich traue mich nicht zu denken wie es der ging/geht... Da wo neuerdings ein Fenster ist, lief das Wasser von Oben natürlich zwischen den Balken durch.


Die Werkstatt ist Ende 2009 abgebrannt und stand ein Jahr ohne Dach da. Die Mauern haben unter Brand, Schnee und Regen gelitten, der Frost hat dann wahrscheinlich den Lehm zwischen den Steinen zu Blätterteig gemacht... und das Wasse fliest jetzt nur so durch.

Nach dem Sturm Ende 2011 brauchte der Giebel Monate um zu trocknen, darüber kam noch der lange ungewöhnliche Frost im Februar (-10 bis -15°, zwei Wochen lang)...

Hatten eine Plane davorgehängt um weitere Schlagregen zu vermeiden.
Jetzt geht es dann an den Verputz.


Hier machen die sich keine grossen Sorgen um Diffusionsoffen, und benutzen immer Kalk NHL 5 - aber mit meiner Innendämmung ist das zu dicht.

Ich wollte erst oben Holz davor tun - um wenigstens nicht das Wasser von Oben noch dazu zu geben (und das dann nochdazu durch die Balken in die Werkstatt fliesst) - unten aber Kalkverputz um nicht die Sonne abzuschirmen.

Der Maurer sagt aber, die Steine würden das Bohren übelnehmen, besser alles verputzen.

Ich will also das es Schlagregendicht ist (und kann ich hoffen dass es -Jahrzehnte- keine Risse gibt ?), und doch die condensation rauslässt unten.

Habe nun hier viel durchgelesen, Luftkalk & Sumpfkalk- Kasein-farbe ?
(Solubel, die antworten aber nicht, wollte wissen ob es das in Frankreich gibt)

Hier will der Maurer Hydrofuge draufmachen, sagt es ist diffusionsoffen.

Er will/kann auch nicht das Gerüst so lange hier immobilisieren, und will alle Schichten vom Tag auf den anderen machen - aber bei dem Luftkalk den es hier gibt (CL90 St Astier), braucht es vielleicht ein-zwei Wochen dazwischen, oder ?


Photos kann ich jetzt nicht dazutun (muss mal schauen wie das mit dem einschreiben ist), sonst tue ich sie auf meine Webseite

[hier sieht man den Giebel von innen (da wo der Keramikofen ist) :
http://christina.guwang.over-blog.fr/article-feu-l-atelier-42282925.html
und hier wie es jetzt ist, mit Fenster (südwand, erstes bild - seither natürlich verputzt):
http://christina.guwang.over-blog.fr/article-murs-chauffants-91924604.html]


So das war jetzt etwas lange, pardon - und hoffentlich verständlich in deutsch (schwierig...) - aber würde mich um ein par Ratschläge/Meinungen freuen !

Guten Abend
Christina



Schlagregen



Da gibt es nur die eine Möglichkeit: eine hinterlüftete Fassade vor das Fachwerk zu setzen. Bei dieser beschriebenen Schlagregenbeanspruchung ist auch alles andere hier nicht praktikabel. Keine Putzexperimente oder Versuche, die Fugen abzudichten. Keine Hydrophobierung von Putzen! Die wirkt sich mittelfristig immer nachteilig aus; der kapillare Wasserrücktransport für die Trocknung wird behindert.

Die Fassade kann in Holz, vertikal oder horizióntal, in Schiefer oder was sonst an Material regionaltypisch verwendet wird, aufgebaut werden.

Wichtig ist ein eine hinterlüftete Konstruktion im Abstand von 40-60mm zur FW-Wand, die oben und unten zuverlässig insektensicher und regendicht ausgebildet ist.

Übrigens: Ihr Deutsch ist hervorragend und Ihre keramischen Objekte sind klasse.

Viel erfolg beim Umbau und weiterhin gutes Schaffen.



Danke schön, das habe ich befürchtet...



Deshalb wollte ich Lärche oder Douglas zumindest oben* anbringen, vertical
(* bis auf die unteren 2m40, wegen der Sonne)

Jetzt kann ich auch ein Foto des Hauses dazutun -
nur eins? - die anderen verstecke ich dann halt hier :

http://christina.guwang.over-blog.fr/article-docs-travaux-degats-105757935.html


Ich musste um alles kämpfen, wollte alles anders (und noch dazu Frau auf dem Land...) : Boden, Wände, Decke, Heizung... und hab mich bis jetzt durchgesetzt, ein Jahr lang, aber bin müde am Ende.
Der Unternehmer schickte mir nicht mehr seine Maurer (hinter denen ich reparieren musste), sondern machte es selber, mit mir.
Als es fertig war und die Heizung in Betrieb, sagte er dann endlich ich hätte mich nicht getäuscht bis jetzt... und wenn es nicht so viel Arbeit wäre, würde er es bei sich auch so machen... :)

Jetzt, als der Giebel noch dazukam, hab ich mich auch da eingemischt - tja, aber da meinte er : oh je, nicht noch mal endlose Discussionen...

Zum Holzverkleiden meinte er, dass das Mauerwerk, schon arg mitgenommen, beim Balkenanschrauben noch mehr leiden würde.
Dann bin ich ihm auch noch mit dem Luftkalk gekommen (statt hydraulique), er sagte das hat er schon seit 30 Jahren nicht mehr gemacht, will sich aber erkundigen.


Also wenn Sie auch sagen unbedingt Holz, dann muss ich wohl wieder anfangen kämpfen...


Danke für die Komplimente :) mein Deutsch ist Muttersprache (aber lange her, nur bis 12 Jahre - und schriftlich brauche ich stundenlang!)


PS : warum insektensicher ?





Hallo Christina,

erstmal Hut ab, vor der Aufgabe die Du Dir da gestellt hast und nicht den Mut verlieren!

Du scheinst ja rundum Feldsteinmauerwerk zu haben. Das Gute daran ist, daß dies das Feuchtevolumen im Mauerwerk schonmal auf den Fugenmörtel reduziert. Ich würde Dir vor jedlicher Weiterarbeit trotzdem erstmal eine sorgfältige Trocknung empfehlen ( Außen entsprechend abhängen, Innen heizen).


Die Sorge deines Handwerkers wegen Befestigung der Traglattung für eine Vorhangfassade, erklärt sich wohl ebenfalls aus der Art des Mauerwerks. Wie habt Ihr die Verdübelung der Dämmplatten innen realisiert?
Direkt in die Steine bohren ist vermutlich nicht einfach, bzw. unmöglich. Also müßte man versuchen in den Fugen Halt zu bekommen. Da der Fugenmörtel außen aber sichtlich angegriffen ist, wäre auch das sicher schwierig.

Von den verfügbaren Bildern ist nicht wirklich ersichtlich in wie weit durch die Frostschäden evl. auch die Standsicherheit der Mauer gefärdet sein könnte. Zumindest Stellenweise sollte auf jeden Fall eine ordnungsgemäße Neuverfugung erfolgen. Heißt Fugen auskratzen und neuen Fugmörtel (kein Zement, eher Trass oder Kalk) einbringen.

Für eine Vorhangfassade am Giebel scheint der vorhandene Dachüberstand recht kurz. Vertikale Ausrichtung (Deckel Boden Schalung) der Fassenbretter ist langlebiger als horizontale (z.B. Stülpschalung). Sägerauh gehaltene Bretter wohl ebenfalls gegenüber glatt gehobelten). Insektenschutz ist eher das falsche Wort! Wespen oder derlei werden sich bei vorhandenem Luftaustausch dort nicht wohl fühlen. Die offenen Ränder der Vorhangfassade sollten aber mit einem Gitter oder dergleichen als Kleintierschutz versehen werden, damit keine Vögle oder Nager ihre Nester hinter der Vorhangfassade installieren.

Wegen der Feuchtebelastung für die Innendämmung würde ich mir bei Holzfaser solange noch keine Sorgen machen, wie keine Risse im Innenputz auftreten. Der Wassereintritt am Fenster hängt vermutlich eher mit dem Zustand der Fassade außen zusammen. Das Wasser ist vermutlich von oben auf den Neu verputzten Sturz gelaufen und hat sich dort einen Weg gesucht. Wenn aber Risse auftreten würde m.E. nur eine rasche, aktive Trockung helfen einen dauerhaften Schaden zu vermeiden.

Abschließend noch eine Frage! Ist das etwa Schnee welcher bei manchen Bildern dort auf dem Dachboden zu sehen ist? Unter der zugegeben recht reizvoll anmutenden Ziegeleindeckung scheint es keine Unterdeckung oder Unterspannbahn zu geben. Bis Du da im Winter jedesmal am Schnee schaufeln oder wie vermeidest Du das daß Schmelzwasser im Frühjahr in den Deckenaufbau läuft?

Soweit aus Berlin,



Danke schön, Stephan



"...erstmal eine sorgfältige Trocknung empfehlen (Außen entsprechend abhängen, Innen heizen)"

Ja, trotz Plane scheint es gut getrocknet zu haben, wir hatten lange trockenes und auch sehr windiges Wetter (deshalb hängt die Plane nur noch so mies rum, weil sie zu gewaltig unterlüftet wurde!). Aber zur Zeit ist es wieder sehr stürmisch - abhängen wäre riskant... Innen, zum. auf dem Speicher, ist es auch lüftig und die Wand ist wieder weis. Draussen, unten, hab ich nach dem Schlagregen den Zement abgeblättert, der die ganzen Jahre hinter der Rebe und Brombeeren versteckt und von Letzteren untergraben war... tja, klatschnass dahinter...
Die Wandheizung (Holzfaser, nur 4cm) war auch vier Monate im Betrieb nach dem Sturm.


"Wie habt Ihr die Verdübelung der Dämmplatten innen realisiert?"

Tja - hab' ich auch gedacht dass er sich daran errinnert - er hatte sich umgebracht dabei... und ich mach nur die Bohrer kaputt (schwierig 8x20er zu finden hier, wir haben alle drei aufgekauft), es hat viel Nerven gebraucht! Und ich hab danach viele Löcher in der Holzfaser zugestopft...

Die Mauer macht keinen Bauch (...oder noch keinen?).
Fugen auskratzen und neu mit Kalk verstopfen ist auf jedenfall vorgesehen. Er würde es mit NHL5 machen, aber wenn es Aussen offener sein sollte als Innen (da haben sie's mit der 5er gemacht, das Feuer hatte den Lehm ein par cm tief verbrannt)... nun, was wäre schlimmer ??
Er meint es atmet auch durch die Steine und will es sogar quasi bei dem Fugenstopfen belassen - "à pierre vue" Verputzen (so wie innen oben) - das macht mir aber etwas Angst bei Schlagregen... Er sagt das Holz seien dann nur Mehrkosten - will scheint's kein Geld verdienen :)


"...Dachüberstand recht kurz."

Das meinte er auch, aber wenn der Regen fast horizontal kommt, ändern die +/- 7-8cm sicher auch nicht mehr viel, oder ?

Vertikale Ausrichtung scheint mir auch auf jeden Fall besser (die Scheune ist auch so), und anders wär es zudem hässlich... und sägerauh, das hab ich auch gelesen.

Wespennester hab ich überall, die stören mich nicht. Vogel- und Nagerschutz, na ja, denen gefällt's drinnen : Rotschwänzchen nisten ein Meter über meinem Bett - schön, morgens beim Aufwachen :-)
Nester hinter der Vorhangfassade, inwiefern wäre das schlecht ?

Das Wasser am Fenster kam vom Inneren der Mauer drüber, die war ja ganz voll, und Wasser will runter... Sturz -danke, kannte das Wort nicht auf Deutsch- das ist was ich mit "Balken" meinte. Neu verputzt... nicht ganz - waren seit 15 Monaten angebracht worden.
An der Laibung lief's grad so runter, 20mm HF & so 10mm Lehm, klatschnass... hab die Risse wieder zugedrückt, und ist doch schnell getrocknet. Und dann, vor dem Feinputz, so eine Art Gaze vorsichtshalber drübergeklebt.
Und das Wasser auf der Fensterbank war soviel weil es Nacht war und ich nicht rechtzeitig die Kübel drunter hatte.



"Abschließend noch eine Frage! Ist das etwa Schnee..."

Ja, das ist Schnee... morgens davon aufwachen, wenn man's auf'm Gesicht spürt... nicht so schön wie die Vögel :(
Aber ist sehr selten so viel, sonst reicht Bodenaufwischen, das macht mal sauber :)

Scheint Unsinn, aber Sie müssen verstehen, ich habe 15 Jahre unter einer Kathedrale geschlafen, wunderschöne alte Balken, alles war abgebrannt... Natürlich haben sie mir ein Plastik drauftun wollen, aber das hätte ich nicht auch noch verkraftet! Und ich sagte, ist ja selten Schnee... Nur, seither schneit es hier auch jeden Winter - Klimawechsel. Aber diesmal war es wenigstens so eiskalt dass er nicht schmilzte und ich alle Zeit hatte rauszuschaufeln. Nur an den hohen Balken kam ich nicht ran, da verdunstete er auch grösstenteils in den zwei eiskalten Wochen. Es wurde nur 'ne Woche zu früh wieder warm: der Rest, statt zu rutschen, träufelte als Wasser ab, da musste ich mit dem Staub- bzw. Wasser-sauger hinterher...
Hoffentlich hat die Zellulose drunter es nicht übelgenommen, die hatte ja sicher auch schon ganz schön die Schlagregenwand zwei Monate vorher abgesaugt...


Na ja, daher mein Spruch : j'ai pas d'bol, j'ai que des tuiles... : ich hab keine Schale (bol), nur Ziegel... [...fallen auf mich] - d.h. hast kein Glück, hast nur Unglück... (ha, ha, Wortspiel : seit die Werkstatt abgebrannt ist, mache ich keine Bols mehr, und es sind seither mehr Tuiles als nur die vom Dach gefallen...)
Aber positiver/lustiger wäre : ich hab zwar kein Bol, aber *wenigstens* Ziegel... (ändern?)

Grüsse
Ch





Hallo Christina,

... wie vermutet! In die Feldsteine läßt sich nicht wirklich bohren. Daher müßtet Ihr der Traglattung über die Fugen Halt bieten. Wenn der Regen horizontal kommt, bringt freilich auch ein breiterer Dachüberstand wenig. Dennoch wäre mehr Besser!

Deine Sätze: ...
"Die Mauer macht keinen Bauch (...oder noch keinen?).
Fugen auskratzen und neu mit Kalk verstopfen ist auf jedenfall vorgesehen. Er würde es mit NHL5 machen, aber wenn es Aussen offener sein sollte als Innen (da haben sie's mit der 5er gemacht, das Feuer hatte den Lehm ein par cm tief verbrannt)... nun, was wäre schlimmer ??
Er meint es atmet auch durch die Steine und will es sogar quasi bei dem Fugenstopfen belassen - "à pierre vue" verputzen (so wie innen oben) - das macht mir aber etwas Angst bei Schlagregen... Er sagt das Holz seien dann nur Mehrkosten - will scheint's kein Geld verdienen :)
" ... bekomme ich nicht richtig zusammen. ... Die Wände waren vorher außen mit Lehm verfugt?

Ich würde eher nicht sagen, daß durch die Feldsteine viel hindurch diffundieren kann. Diese sind im Gegenteil eher dicht! Das soll Dich aber für Deine Innendämmer erstmal nicht schocken. Und in Punkto Schlagregenschutz sind diese Feldsteine m.E. sogar auch erstmal von Vorteil. Solang wie die Verfugung, oder ein entsprechender Verputz außen stimmt. Die hättet Ihr besser vor dem begonnen Innenausbau schon in Angriff genommen.

Wichtig wäre nun also für Dich auf jeden Fall die Ferfugung außen in den Griff zu bekommen. Leider habe ich mit Natursteinmauerwerk bisher nicht so die Erfahrung und kann Dir deshalb keinen wirklichen Tip für geeigneten Fugenmörtel geben. Ich denke aber, daß Du hier im Forum auf jeden Fall etwas dazu findest, oder stell einfach nochmal eine neue Frage hier ein.

Wegen des Schnees, ok, man kann sich damit arrangieren, und wenn Du den Spitzboden nicht besonders nutzen möchtest geht das sicherlich alles. Ich hoffe nur, daß Dein Dach auch genügend dicht bei denn von Dir geschilderten Stürmen ist. Oder treibt es dann auch den Regen unter die Ziegeldeckung?

Gruß aus Berlin,



Hallo Stephan



"Die Wände waren vorher außen mit Lehm verfugt?"
mit Lehm aufgebaut, mit Kalk verputzt, teilweise ganzflächig (und unten 1m Zement wie sie's so gerne mach(t)en...)
Ich weis nicht wie alt, aber da wo er ganzflächig und relativ dick drüber war, hebt er nicht so toll (stellenweise auch von Vegetation untergraben)

"...Solang wie die Verfugung, oder ein entsprechender Verputz außen stimmt. Die hättet Ihr besser vor dem begonnen Innenausbau schon in Angriff genommen."
Tja, man vertraut erst den Profis - bis man ein Unglück hat und so selber draufkommt... zu spät.

"oder stell einfach nochmal eine neue Frage hier ein."
Danke, werd's versuchen - kürzer...


zum Thema Schnee auf dem Dachboden -
doch, ich nütze ihn, es ist mein Zimmer :)
(ja, selbst bei -12°, man muß nur vorher das Bett aufwärmen)
Aber sonst leer, nicht mit Zeugs vollgestellt (das war nebendran so, da war's Aufschaufeln schwieriger!!)

"Oder treibt es dann auch den Regen unter die Ziegeldeckung?"
ja, ist auch schon passiert, wirklich heftig nur ein par mal in 17 Jahren... früher als die Decke nur Bretter waren, nicht isoliert, war das nicht so ein Problem, hab halt aufgewischt...

Gruß aus Lajonc